Diskussion:Disziplin

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Bundesland, Schule, ...

Was mich momentan gerade betrifft, merke ich nach meinem Bundesland- und deshalb natürlich auch Schul-Wechsel erhebliche Unterschiede:

  • Die Bundesländer haben sehr unterschiedliche Regelungen bzgl. des Umgang mit dem Schüler. In Rheinland-Pfalz z.B. erscheint mir momentan fast alles "nicht erlaubt" was in Hessen an Disziplinarischen Maßnahmen möglich war (oder eben nur mit vielen Beschränkungen oder Hindernissen). Dagegen berichtet ein Kollege, der aus Berlin kommt, dass das dortige Schulgesetz ziemlich genaue Vorgaben macht. Hier heißt es noch einmal das Schulgesetz zu wälzen.
  • Die Schulgröße spielt sicher ein Rolle. An großen Schulen, wie meiner, sind die Aufgaben verteilt, was aber auch dazu führt, das man als Betroffener einem Stufenleiter hinterher forschen muss, der eben auch Unterricht hat. Will man mal schnell mit einem Schüler zur Schulleitung zu gehen, heißt es dann: Nein ... erst zum Stufenleiter und nicht direkt zur Schulleitung! Das führt, wie ich finde, dazu, dass entweder das "zur Rede stellen" extrem verschleppt wird oder gar ganz ausfällt.
  • Klar Regeln müssen dann gerade bei großen Schulen gelten! Es ist also eine Frage der Schulgemeinde, wie klar die Regeln sind oder ob es nur inhaltslose Vereinbarungen gibt, um deren Einhaltung zwar gebeten wird, aber kein Schüler geht von Konsequenzen aus, so dass einige machen was sie wollen.
  • In einem "älteren" Kollegium ist meist mit der Schülerschaft der gegenseitige Umgang geklärt. Viele junge Kollegen müssen sich noch orientieren, so dass es bei einem jungen Kollegium vermutlich eher zu Undiszipliniertheit kommt. Es wird dann nicht so konsequent gehandelt, weil die jungen Kollegen nicht wissen was sie dürfen und was üblich ist.
  • Bei kleinen Schulen trifft man auf dem Pausenhof eher einmal einen Schüler, so das man mit ihm über sein Verhalten sprechen kann. Bei großen Schulen kommt man nicht dazu oder man trifft den Schüler eher nicht.

Glücklicherweise ist an unserer Schule nächstes Schuljahr ein Studientag geplant zu diesem Thema. Zumindest geht er in die Richtung. Bei manchen Kollegen habe ich allerdings das Gefühl, dass sie eher daran denken, Regeln aufzustellen, wie man am besten mit den Schüler kuschelt oder vor Ihnen niederkniet. Mal schauen, ob das was wird ... BirgitLachner

Hallo Birgit, ich habe es gelesen. Kommentar fällt mir momentan keiner einer. Ich weiß nur, dass ich morgen noch frei habe und am Donnerstag wieder motiviert sein muss - irgendwie. Gruß j--Uptojoe 14:14, 5. Jan. 2010 (UTC)

Unstimmigkeiten im Lehrer-Schüler-Verhältnis

"Aufschaukeln" / Eskalation

Beispiel 1

Angenommen eine Mathematikschülerin kommt zum Mathelehrer und zeigt ihm einen Rechenweg, der schneller geht. Der Lehrer reagiert abfällig und meint, man wolle mal den langen Rechenweg zeigen. Gegenseitiges "Sticheln" beginnt und "schaukelt sich" im Laufe von Monaten soweit auf, dass es schließlich eskaliert.
Es liegt vermutlich daran, dass die Lehrperson nicht damit gerechnet hat, dass die Schülerin sich traut, gegen den Lehrer in Folge konsequent aufzubegehren. Er geht von einem Normalfall aus, dass der Schüler nämlich die Begründung der Lehrperson akzeptiert, auch sei sie noch so dumm. --Uptojoe 09:10, 22. Jan. 2010 (UTC)

Als Basis für die Diskussion ein konkretes Beispiel:
Liebe Grüße:. --Sandra Burger 12:45, 22. Jan. 2010 (UTC)
Hallo zusammen,
ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es solche Lehrer gibt! Hat das was mit dem Fach Mathematik zu tun und diesem besonderen Lehrertyp? --Klaus Dautel 14:12, 22. Jan. 2010 (UTC)
Hallo Klaus, vielleicht hat es wirklich etwas mit dem Fach Mathematik zu tun, nämlich das das Kind in erster Linie nach seiner Rechenleistung bzw. logischem Denkvermögen bemessen wird. Ähnlich wäre es in Deutsch, wenn NUR die Rechtschreibfehler maßgeblich wären.--Uptojoe 05:50, 26. Jan. 2010 (UTC)
Mich würde zunächst einmal interessieren, ob elementare Regeln bzgl. der Benotung beachtet wurden (vgl. Disziplin#Tipps für den Schulalltag => Transparenz bei der Benotung). - Sofern es nicht auf das Ergebnis, sondern auf den Rechenweg ankommt, bietet es sich beispielsweise an, diesem Umstand durch eine entsprechende Punktverteilung (Rechenweg: 50 %; Ergebnis: 50 %) Rechnung zu tragen. Gruß:. --Sandra Burger 19:44, 22. Jan. 2010 (UTC)
Der geschilderte Fall ist bereits ca. 3o Jahre her. Auch die Noten der betreffenden Schülerin werden sich damals vermutlich verschlechtert haben, wenn sie durch ihre Abneigung gegen die Lehrperson alle möglichen und unmöglichen Aktionen gegen entsprechende Lehrperson durchgeführt hat. Gruß j--Uptojoe 19:54, 22. Jan. 2010 (UTC)
Mir erschließt sich, wenn ich ehrlich bin, nicht wirklich, was der o. a. Sachverhalt mit dem Thema „Disziplin“ zu tun hat. Der Sachverhalt:
Die höchst erfreuliche Entwicklung eines Schülers hin zum selbständigen Denken wird von einem Lehrer als Angriff auf seine „Autorität“ empfunden. Anscheinend erwartet dieser Lehrer von seinen Schülern so eine Art „Kadavergehorsam“Wikipedia-logo.png. Der hier in Rede stehende Lehrer missbraucht das Abhängigkeitsverhältnis zum Nachteil seines Schülers: Sticheleien („Mobbing“) etc. - Mittelfristig führt dieses indiskutable Verhalten des Lehrers (erwartungsgemäß) zum Leistungsabfall auf Seiten des Schülers und auch langfristig sind ggf. negative Folgen zu befürchten (z. B.: Abbruch der schulischen Ausbildung ggf. ohne Abschluss - mit entsprechenden Konsequenzen hinsichtlich der beruflichen Perspektiven etc. pp.).
Mir erschließt sich ferner nicht, welche Lebenssachverhalte Du unter den Begriff "Normalfall" subsumierstWikipedia-logo.png. Gruß:. --Sandra Burger 14:06, 23. Jan. 2010 (UTC)
Guten Nachmittag, ist der Schluss falsch, wenn ich jenen ziehe, dass du mich als tyrannischenWikipedia-logo.png Lehrer siehst? lg j--Uptojoe 14:36, 23. Jan. 2010 (UTC)
Hi Uptojoe, jetzt versteh ich NUR noch Bahnhof. *smile* (Ich ging davon aus, dass wir hier den von Dir geschilderten Beispielfall erörtern ...) Liebe Grüße:. --Sandra Burger 14:53, 23. Jan. 2010 (UTC)
Ich kann mich durchaus mit der Geschichte des Lehrers identifizieren und bin mir sicher in diesem oder jenem Fall ähnlich reagiert zu haben. Die Schulaufsicht hatte ich deshalb zwar noch nicht am Hals. Im "Normalfall" akzeptieren Schüler (zumindest in Tirol), dass die Lehrperson am längeren Ast sitzt. Ausnahmen gibt es allerdings und dann eskaliert die Geschichte, wenn zwei Sturköpfe aufeinanderprallen. Gruß j--Uptojoe 15:07, 23. Jan. 2010 (UTC)
Also ... ich mach es so: Entweder ich schreibe klar dazu, wie es gelöst werden soll oder ich muss akzeptieren, dass der Schüler es anders gelöst hat.
Und wenn ich sage, dass ich die Quadratische Gelichung über quadratische Ergänzung lösen will, dann mache ich, dass die Schüler das Prinzip verstehen und auch nutzen können. Bei anderen Aufgaben, z.B. Textaufgaben können Sie dann die Lösungsmethode verwenden, die ihnen am besten passt. --BirgitLachner 08:58, 24. Jan. 2010 (UTC)
FRAGE: Kann es sein, dass jene Lehrperson, die sich "am längeren Ast" wähnt, die Disziplin#Goldene_Regel sozusagen als Einbahnstraße betrachtet?
Die "Goldene Regel" enthält implizit ein - allgemeingültiges - Prüfkiterium für das individuelle (eigene) Handeln im Spannungsfeld zwischen FREIHEIT und VERANTWORTUNG: Ob man/frau richtig oder unrecht handelt, erschließt sich - sofort - aus einem gedanklichen Rollentausch!
Bei einem gedanklichen Rollentausch müsste die "sturköpfige" Lehrperson - zunächst einmal - sich selbst die Frage beantworten: "Fände ich das sooo toll, dass ein Lehrer mir meine Zukunft vermasselt?" bzw.: "Was würde ich denken, wenn ein Lehrer mein Leben zerstört?" - Schöne Grüße:. --Sandra Burger 13:13, 25. Jan. 2010 (UTC)
Kann es sein, dass es SchülerInnen gibt, die eine Lehrperson absichtlich an ihre Grenzen bringt und somit kein pädagogisch richtiges Handeln mehr von der Lehrperson erwartet werden kann?--Uptojoe 13:56, 25. Jan. 2010 (UTC)
Hallo Uptojoe, wenn ein Lehrer die Situation in dieser Weise einschätzt, dann ist es doch nur noch ein winzig kleiner Schritt (und zudem die "sauberste" Lösung), diesen Gedanken auch auszusprechen: „Mein liebes Kind, ich kann nicht weiter Dein Lehrer sein, Du musst Dir einen anderen Lehrer suchen.“ Liebe Grüße:. --Sandra Burger 15:03, 25. Jan. 2010 (UTC)
Wer sagt denn, dass es sich um betreffendes Kind das störende Kind ist? Dieser Rückschluss ist nicht zwingend. Möglicherweise stören andere Kinder der betreffenden Gruppe. Wenn der überforderte Lehrer nicht mehr das Kind unterrichten kann, wer soll es dann machen? Stichwort:Lehrermangel bzw. Rückschluss Warum mangelt es an Lehrern. Antwort: Der Job ist nicht gerade einfach. Gruß j--Uptojoe 16:18, 25. Jan. 2010 (UTC)

Beispiel 2

Ein Schüler schrieb im Schuljahr 2008/09 ABSICHTLICH schlechten Noten, damit er in eine schwächere Leistungsgruppe kommt und mich als Lehrer los hat. Das kam bei einem Gespräch mit der Frau Klassenvorstand, Mutter, betreffendem Schüler und mir zu Tage. Außerdem hat er dies auch stolz bei Klassenkammeraden herumposaunt.

Nun hat er sich aber wieder leistungsmäßig gebessert und will wieder ausgerechnet in meine Gruppe zurück, obwohl es eine Parallelgruppe gibt. - Es ist absehbar, dass es wieder nicht funktionieren wird. Was tun? Gruß j--Uptojoe 12:10, 28. Jan. 2010 (UTC)

Hallo Uptojoe, es ist mir wirklich nicht möglich, aus der Entfernung und in Unkenntnis der näheren Hintergründe die von Dir geschilderte Situation - einigermaßen "zutreffend" - zu beurteilen. Setzt Euch doch wieder zusammen an einen Tisch (Klassenvorstand, Mutter, Schüler und Du als Lehrer) und redet miteinander. - Und was das Vertrauensverhältnis (Lehrer/Schüler) anbelangt, da gibt es eine richtig schöne "Anleitung", wie man das managen kann (ZITAT): "Du musst sehr geduldig sein." - Spricht was dagegen, wenn Ihr Euch (zunächst) ein Mal pro Woche in einer Unterrichtsstunde begegnet? Liebe Grüße:. --Sandra Burger 20:55, 28. Jan. 2010 (UTC)
P.S.: Und noch ein kleiner Denkanstoß - wenn Du zurückdenkst an Deine Schulzeit, ist nicht irgendwann einmal - später - der Satz gefallen: "Oh je, am Anfang hab ich diese Lehrperson richtig gehasst. - Nun, das hat sich später geändert. - Und wenn ich ehrlich bin: dieser Lehrer hat mir für mein Leben wirklich sehr viel mitgegeben." --Sandra Burger 21:22, 28. Jan. 2010 (UTC)
Guten Morgen, ich habe diesen Schüler auch in Physik und Musik. Musste im Herbst Teamteaching aus disziplinären Gründen beantragen. Bei dieser Entscheidung darf ich nicht wankelmütig werden. Der Junge kommt aus seiner Haut nicht raus. Die Mathegruppe hat sich in dem halben Jahr seiner Abwesenheit wieder gefangen und es ist ein gutes Arbeiten drin wieder gegeben. Gruß j--Uptojoe 04:31, 29. Jan. 2010 (UTC)
Nachtrag: Ich darf den Schüler wieder unterrichten, da er wieder meiner Gruppe zugeteilt worden ist. Da darf ich also durch. Gruß j--Uptojoe 16:04, 19. Feb. 2010 (UTC)
Sofern die Kommunikation (Lehrer-Schüler-Ebene!) zwischen euch beiden funktioniert, dürfte es aller Wahrscheinlichkeit nach keine Probleme geben. Wenn nicht, dann solltest Du - möglichst sofort - mit den oben genannten Beteiligten nach einer Lösung suchen. (Es macht ja keinen Sinn, sich gegenseitig durch den Unterrichtsalltag zu "quälen".) Liebe Grüße:. --Sandra Burger 16:41, 19. Feb. 2010 (UTC)