Ein weites Feld

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Ein weites Feld ist ein oft wiederholter Ausspruch des alten Briest in Theodor Fontanes Roman Effi Briest. Es ist aber auch der Titel eines Romans (1995 erschienen) von Günter Grass, in dem dieser die Entwicklung der deutschen Wiedervereinigung aus der Sicht des DDR-Bürgers Theo Wuttge, nach seiner Fontanevorliebe Fonty genannt, schildert, dessen Lebensgeschichte die Theodor Fontanes widerspiegelt. Fonty hat in der DDR gelitten, nach ihrem Zusammenbruch arbeitet er in der Treuhandanstalt. Begleitet wird Fonty fast stets von seinem "Tag- und Nachtschatten" Hoftaller (nach Schädlichs Tallhover).

Stellungnahmen

Noia 64 apps kontour.png   Meinung

Das Buch hat auch aus meiner Sicht seine Schwächen und Längen. Dass die Figuren darin nicht leben, ist keine ganz unzutreffende Kritik - doch nicht nur im Uwe-Johnson-Kapitel, auf das Reich-Ranicki selbst verweist -, sondern spätestens mit dem Auftritt der unehelichen Enkelin des Helden ist sie ganz gewiss eindeutig widerlegt.

Wie diese französische Madeleine mit "Fonty"/Fontane/Theo Wuttke zusammen "Gideon ist besser als Botho" ruft, das wirkt lebendig, auch wenn es eindeutig als hommage an Fontane gedacht ist. Ist dieser Schluss von "Irrungen Wirrungen" doch von der Aussagekraft Schillerscher Dramenschlüsse.

Gleichzeitig klingt aber auch das wehmütige "Ich denke dran ... ich danke dir mein Leben" aus dem Feldspaziergang von Botho, Lene und Frau Dörr (am Schluss des 9. Kapitels) an. Doch so munter es gerufen wird, enthält es ja doch eine herbe Kritik am Leben des informellen Mitarbeiters Theo Wuttke. (Da dieser mit Fontane nahezu gleichgesetzt wird, empört die Kritiker natürlich die Rechtfertigung des IM-Daseins (IM: Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit), die darin indirekt enthalten ist.) Fontane44 07:17, 12. Okt. 2009 (UTC)


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"Grass ist nicht interessiert, die Wahrheit zu erfahren." "perfider Fehler", ungeheure Infamie" hieß es in Reich-Ranickis "Literarischem Quartett". Und über Grass' Wünsche an literarische Kritik meinte Ranicki: "Das hat Goebbels auch gewollt."

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