Elegie

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Die Elegie war in der Antike ein in Distichen verfasstes Gedicht, wobei später der Inhalt zum bestimmenden Merkmal wurde. Liebesklage, Sehnsucht, wehmütige Erinnerung und die Vergänglichkeit des Schönen sind zentrale Themen der Elegie.

Beispiel

Auszug aus den Römischen Elegien

Saget, Steine, mir an, o sprecht, ihr hohen Paläste!
Straßen, redet ein Wort! Genius, regst du dich nicht?
Ja, es ist alles beseelt in deinen heiligen Mauern,
Ewige Roma; nur mir schweiget noch alles so still.
O wer flüstert mir zu, an welchem Fenster erblick ich
Einst das holde Geschöpf, das mich versengend erquickt?
Ahn ich die Wege noch nicht, durch die ich immer und immer
Zu ihr und von ihr zu gehn, opfre die köstliche Zeit?
Noch betracht ich Kirch und Palast, Ruinen und Säulen,
Wie ein bedächtiger Mann schicklich die Reise benutzt.
Doch bald ist es vorbei: dann wird ein einziger Tempel
Amors Tempel nur sein, der den Geweihten empfängt.
Eine Welt zwar bist du, o Rom; doch ohne die Liebe
Wäre die Welt nicht die Welt, wäre denn Rom auch nicht Rom.


Johann Wolfgang Goethe, "Römische Elegien", zitiert aus: Projekt Gutenberg

Wichtige Vertreter

Fleming, Schiller, Goethe, Hölderlin, Platen, Rilke, Trakl

Externe Links