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Freie Software in der Schule

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Auf dieser Seite über freie Software in der Schule geht es um freie Software im Unterricht und in der Unterrichtsvorbereitung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist „Freie Software“?

Der Begriff "Freie Software" wird meist im Sinne der GNU General Public License (GPL) verwendet und unterscheidet sich z. B. vom Begriff Freeware: Freie Software ist nicht nur kostenlos, sondern unabhängig vom Anwendungszweck frei kopierbar und nutzbar. Außerdem wird die Freiheit gewährleistet, den Quellcode einzusehen und zu verändern, solange die Veränderungen ebenfalls unter GPL gestellt werden.

Bereits jetzt sehen es viele Pädagogen und Bildungspolitiker als erstrebenswert an, Freie Software in der Schule zu nutzen, um einem "digitalen Gefälle" entgegen zu wirken, das sich auftut zwischen jenen, die sich kommerzielle Anwendungen leisten, und solchen, die es sich allenfalls illegal beschaffen können.

Beispiele Freier Software

Auch wenn Sie den Begriff „Freie Software“ noch nicht kennen, begegnet diese Ihnen bereits heute im Alltag. Im folgenden werden einige Beispiele Freier Software aufgeführt:

Anwendungen

  • OpenOffice.org - Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Zeichnen und Präsentieren
  • Gimp - Bildverarbeitung
  • Firefox - Internetbrowser
  • Blender - 3D Darstellungen und Animationen
  • Noteedit – Partiturerstellung und Notendruck

Basistechnologien

Jeder Nutzer des Internet ist bereits ein Nutzer freier Software.

Was bedeutet Freie Software?

Freie Software ist zwar kostenlos erhältlich, der Begriff bezieht sich aber auf folgende Freiheiten:

  • Die Freiheit, das Programm für jeden Zweck einzusetzen.
  • Die Freiheit, das Programm zu verändern und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.
  • Die Freiheit, Kopien weiterzugeben.
  • Die Freiheit, Verbesserungen durchzuführen und diese weiterzugeben.

Wo kommt die „Freie Software“ her?

Ein wesentliches Merkmal Freier Software ist das besondere Entwicklungsmodell. Freie Software wird nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit von Einzelpersonen oder abgeschlossenen Teams entwickelt, sondern in der Regel gemeinsam von überregionalen Teams und Arbeitsgruppen, die sich gegenseitig und der Öffentlichkeit Einblick in die eigene Arbeit gewähren. Freie Software wird in der Regel nicht entwickelt um sie zu verkaufen, sondern weil sie benötigt wird.

Wichtige Meilensteile waren die Bestrebungen Richard Stallmans eine freie Alternative zum UNIX Betriebssystem bereitzustellen und die Entwicklung des LINUX Kernels (Eine wichtige Grundkomponente des Betriebssystems) durch Linus Torvalds. Auf der Basis der Arbeit dieser beiden Programmierer ist das GNU/Linux Betriebssystem entstanden. Die Verfügbarkeit dieser Grundtechnologie war eine wichtige Initialzündung. Sie stellte die Arbeitsmittel für viele weitere Freie Softwareprojekte bereit, die heute Einzug in den Alltag gefunden haben.

Warum wird „Freie Software“ entwickelt?

Die Entwickler Freier Software führen häufig zwei Grundmotivationen für ihre Arbeit an:

  • Die oben genannten Freiheiten werden als Grundlage einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung gesehen. Es wird vor den Gefahren gewarnt, die sich aus Abhängigkeiten von „unfreier“ Software ergeben. Dabei wird insbesondere auf die ausgeprägte Monokultur des Softwaremarktes hingewiesen.
  • Es wird die Ansicht vertreten, die gemeinschaftlich entwickelte Software kann durch das offene, kritikfähige Entwicklungsmodell höhere Qualtität erreichen.

Vertretern des ersten Ansatzes wird häufig eine ideologische Haltung vorgeworfen, während gegenüber der zweiten Motivation vorgebracht wird, sie vernachlässige den konstituierenden Freiheitsaspekt.

Festzuhalten bleibt, dass beide Motivationen sich in der Softwarelandschaft widerspiegeln. So setzen einerseits heute zahlreiche Organisationen, öffentliche Institutionen und Unternehmen auf Freie Software um der Abhängigkeit vom Softwareanbieter Microsoft zu entgehen (siehe z.B. Linuxprojekte Stadt München, Brasilien, IBM, Novell, ...). Microsoft sieht heute in Freier Software neben Google (ein Unternehmen, dass ebenfalls Freie Software intensiv nützt und unterstützt) den größten Konkurrenten. Andererseits wird die hohe Qualtität zahlreicher Freier Softwareprojekte an der zunehmenden Verbreitung und Marktdurchdringung deutlich.

Freie Software sichert heute die Verfügbarkeit einer Alternative zu den Angeboten von Microsoft. Die Bedeutung solcher Alternativen für den Markt wird aktuell durch die juristische Auseinandersetzung der Europäischen Union mit Microsoft, bezüglich der Ausnutzung der marktbeherrschenden Stellung, deutlich.

Warum Freie Software in der Schule einsetzen?

hohe Qualität

Freie Software erreicht in vielen Bereichen die Qualität herkömmlicher, proprietärer Software. Es existieren zahlreiche Lösungen für die Anforderungen in der Schule (siehe Kapitel Lehrplan).

Kosteneinsparungen

Freie Software ist kostenlos erhältlich.

verlässliche und nachhaltige Verfügbarkeit

Software wird kontinuierlich weiterentwickelt. Die Hersteller bringen in relativ kurzen Zeiträumen neue Versionen auf den Markt. Nicht immer sind diese in der Lage mit den Daten der alten Versionen zusammenzuarbeiten. Der Nutzer muss für jede Version erneut Geld ausgeben, wenn aktuelle Software eingesetzt werden soll, was oftmals aus Sicherheitsgründen angeraten ist. Wenn Freie Software eingesetzt wird, kann jederzeit mit aktuellen Programmen gearbeitet werden, da keine Neuinvestitionen erforderlich sind.

legale Weitergabe

„Unfreie“ Programme dürfen nicht weitergegeben werden. Insbesondere beim Einsatz in der Bildung stellt dies eine gewichtige Einschränkung dar. Es ist wünschenswert, dass die Schüler ihre Lernerfahrungen auch zu Hause erweitern können. Mit Freier Software können Eltern und Schülern legal und kostenlos mit den selben Programmen arbeiten, die auch in der Schule eingesetzt werden.

offener Zugang

Software regelt in immer höherem Maße den Zugang zur Kommunikation und zur Bildung in den modernen Gesellschaften. Freie Software trägt dazu bei, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einzelner Individuen und gesellschaftlicher Gruppen kein begrenzender Faktor bei der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Teilhabe ist.

Bei allen zentralen Kulturtechniken stellt sich auch die Frage nach der Zugangskontrolle. Soll die Kontrolle multinationalen Konzernen überlassen bleiben, die immer weitergehende Ein­schränk­ung­en der Rechte der Nutzer betreiben oder soll die Kontrolle bei den Nutzern liegen.

Freie Software basiert auf den Prinzipien der Demokratie, der Freiheit, der Chancengleichheit und der Solidarität. Insofern unterstützt der Einsatz Freier Software unseren demokratischen Bildungsauftrag.

Das freie Betriebssystem Linux

Linux ist ein freies Betriebssystem. - Mit GNU/Linux steht ein komplett freies Betriebssystem incl. Anwendungen zur Verfügung, das Lehrer wie Schüler genau so auch zu Hause nutzen können. GNU/Linux in der Schule zu nutzen, bedeutet zusätzlich eine deutliche Reduktion an Wartungsaufwand, da alle Konfigurationsdateien lesbar sind und keine Lizenzcodes freigeschaltet werden müssen.

Das Wiki von deshalbfrei.org befasst sich mit den Gründen, warum wir im öffentlichen Dienst das Angebot von freier Software (im Sinne der GNU-GPL) nutzen sollten, anstatt weiterhin Ausgaben in einen US-Monopolisten zu investieren. In Extremadura (Spanien) werden kleine Firmen mit der Erstellung von Lernsoftware beauftragt - ohne dass man befürchten muss, dass es sich dabei irgendwann um totes Kapital handeln könnte. Die Software steht unter GPL, daher muss der Quellcode offen gelegt werden (und steht der Öffentlichkeit als lehrreiches Anschauungsprojekt zur Verfügung).

→ Linux

Freie Software auf Linux-Basis

Seminarix

→ Seminarix

Skolelinux

"Skolelinux bedeutet freie Software vom Server bis zum Desktop, in der Schule und zu Hause.
Ziel des Projektes ist, die Anforderungen von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zu erfüllen. Das Projekt wurde in Norwegen gestartet und basiert auf der Linuxdistribution Debian. Skolelinux ist eine Custom Debian Distribution, erstellt vom Debian-Edu Projekt."

Kostenlose Software in der Schule

Auch eigentlich kommerzielle Software kann unter bestimmten Bedingungen für schulische Zwecke kostenlos eingesetzt werden.

Siehe: Kostenlose Software in der Schule

Literatur

Linkliste

Siehe auch