Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen

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Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER), im Deutschen auch oft nach der englischen Fassung Cef (Common European Framework of References for Languages) abgekürzt, ist ein Dokument des Europarates. Die Richtlinien des Europarates haben keinerlei bindende Funktion und dies gilt auch für den GER. Er ist kein Curriculum und hat keinerlei bindende Wirkung, kann aber durchaus als Grundlage von Curricula benutzt werden.

Inhaltsverzeichnis

Welche Auswirkungen hat der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen (GER)?

Auch wenn der GER keine gesetzlichen Wirkungen hat, sind seine Wirkungen doch beträchtlich. Dies aus mehreren Gründen:

  1. Er ist innerhalb vieler Länder sehr bekannt geworden.
  2. Er ist wissenschaftlich fundiert.
  3. Seine Sprachenphilosophie wird von vielen Menschen und Institutionen geteilt.

Warum ist der GER so bekannt?

Der GER ist durch den Europarat für die Praxis des Fremdsprachenunterrichts entwickelt worden und richtet sich an Bildungsinstitutionen und Personen, die Lehrpläne, Curricula, Lehrwerke oder Tests entwickeln. Der Internetauftritt des Europarates erreicht in 33 Sprachen die Menschen.

Welche wissenschaftliche Grundlage hat der GER?

Der GER ist ein Text, der aus mehreren Teilen besteht. Einen besonderen Einfluss haben die Skalen des GER ausgeübt, in denen man die Sprachkompetenz skaliert hat. Es gibt Niveaus von A1 (über A2, B1,B2,C1) bis C2. Es gibt eine (zusammenfassende) Skala (aus: Referenzrahmen, S. 35), an der sich auch die Werbung orientiert, insgesamt gibt es aber 56 verschiedene Skalen für verschiedene Bereiche der Sprachbenutzung. Die Skalen wurden in verschiedenen Kontexten von verschiedenen Institutionen überprüft.

Die Sprachphilosophie des GER

Man kann den Ansatz des GER einen reflexiv-kommunikativen oder neo-kommunikativen Ansatz nennen. Die Grundlagen des GER liegen in den 70er Jahren und wurden in den 80er Jahren durch Threshold Level (Englisch) und Kontaktschwelle (Deutsch) dokumentiert. Dies waren Beschreibungen der Sprache auf der damaligen Basis der Linguistik, wobei die Sprechakttheorie eine sehr große Rolle spielte. In den 80iger und 90iger Jahren wurden die Forschungen am kommunikativen Ansatz in Europa (und weltweit) weitergeführt. Besonders satzübergreifende Forschungen, wie Diskurs- oder Konverstionsanalyse, Pragmatik, Soziolinguistik spielen eine zentrale Rolle in der Sprachphilosphie des GER.

Linkliste

Das komplette Dokument
Sehr knappe tabellarische Übersicht über die sechs Niveaustufen des GER
ausführliche tabellarische Überblicke
Welche Institution bietet für welche GER-Stufe welche Prüfung an (99 Stichwörter für den Fremdsprachenunterricht)

Literaturangabe

Trim, J., North, B., Coste, D., Sheils, J., Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen, Hg. v. Europarat, Übersetzung v. J. Quetz, R. Schiess, U. Skoeries, G. Schneider (Skalen), Langenscheidt, Berlin u.a. 2001, ISBN 3-468-49469-6

Siehe auch