Georg Christoph Lichtenberg

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Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinschaut, so kann kein Apostel herausgucken.


Lichtenberg: Aphorismen - Essays - Briefe, Dieterich'sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig. Hrsg. Kurt Batt, 1985

Georg Christoph Lichtenberg (* 1742; † 1799) gilt als der Begründer des deutschsprachigen Aphorismus. Er war der erste deutsche Professor für Experimentalphysik.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Briefmarke der Deutschen Bundespost (1992)

Aus Lichtenbergs Aphorismen

"Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinschaut, so kann kein Apostel herausgucken."
"Ich mag immer den Mann mehr lieben, der so schreibt, wie es Mode werden kann, als den, der so schreibt, wie es Mode ist."
"Es klingt lächerlich, aber es ist wahr: wenn man etwas Gutes schreiben will, so muß man eine gute Feder haben, hauptsächlich eine, die, ohne daß man viel drückt, leichtweg schreibt."
"Eltern, die merken, daß ihr Junge ein Poet von Profession werden will, sollten ihn so lange peitschen, bis er das Versemachen aufgibt, oder bis er ein großer Dichter wird."
"Ein langes Glück verliert schon bloß durch seine Dauer."
"Schlankheit gefällt wegen des besseren Anschlusses im Beischlaf und der Mannigfaltigkeit der Bewegung."
"Ein Meisterstück der Schöpfung ist der Mensch auch schon deswegen, daß er bei allem Determinismus glaubt, er agiere als freies Wesen."
Aus Lichtenberg: Aphorismen - Essays - Briefe, Dieterich'sche Verlagsbuchhandlung Leipzig Hrsg. Kurt Batt 1985

Leseempfehlung

Gert Hofmann: Die kleine Stechardin (1993)

dtv Roman 224 Seiten ISBN 978-3-423-08480-2

Dieser letzte Roman des 1994 verstorbenen Gert Hofmann erzählt und erfindet die Geschichte des Göttinger Gelehrten Lichtenberg und seiner jungen Geliebten, genannt die Stechardin. Deren Begegnung ist historisch belegt und dauerte zweieinhalb Jahre, während derer sich eine Liebesbeziehung entwickelt zwischen dem Professor und dem ungebildeten Mädchen, das er mit Einverständnis der Eltern in sein Haus aufgenommen hatte. Er war Ende dreißig, kleinwüchsig und bucklig, aber ein Geistesriese, der mit der internationalen Gelehrtenwelt korrespondierte, sie war erst 13 Jahre alt.

Hofmann erfindet nun die Details dieser Beziehung, wobei er sich vornehmlich in der Lichtenbergischen Gedankenwelt aufhält und versucht, die Sprache seiner Aphorismen und Sudelhefte nachzusprechen. Die Beziehung endet mit dem unerwarteten Tod der16-jährigen zu einem Zeitpunkt, als Lichtenberg sie aus der Abgeschiedenheit seines Hauses in die Öffentlichkeit der Göttinger Professorenwelt einzuführen begann.

Ihr Tod löst bei Lichtenberg eine lebensgefährliche seelische und körperliche Krise aus, der er nur durch die Pflege eines ebenfalls jungen Mädchens entkommt.

Weblinks

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Siehe auch