Kategorischer Imperativ

aus ZUM-Wiki, dem Wiki für Lehr- und Lerninhalte auf ZUM.de
< Gymnasium Gerabronn‎ | 2010‎ | Ethik‎ | K1
Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Definition

Bei dem Kathegorischen Imperativ handelt es sich um eine der größten Werke des Philosophen Emanuel Kant, der erstmals in Kants Werk "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten" beschreiben wird. Hierbei war Kants Ziel eine Formel zu finden die den Menschen unmissverständlich durch das Leben führt, ähnlich wie der Naturtrieb eines Tieres.

Kant setzte sich als Ziel den kategorischen Imperativ direkt aus der Vernunft abzuleiten. In Kants "Kritik der praktischen Vernunft" wird der kategorische Imperativ als Kriterium und Kennzeichen für Moralität definiert. Kant nennt den kategorischen Imperativ auch wahlweise Sittengesetz, moralisches Gesetz oder auch Grundgesetz der reinen praktischen Vernunft.

Der allgemeine Kategorische Imperativ lautet:

Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.

Laut Kant ist moralisch gutes Handeln nur gewährleistet wenn nach dem kategorischen Imperativ gehandelt wird.

Herleitungen

1. Nach "Tugendethik - Kant, Aristoteles und Christentum"

Die Gedankengänge Kants sind unter folgenden Voraussetzungen nachvollziehbar:


1. Auch Kant geht davon aus, dass der Mensch nach Glückseligkeit strebt, jedoch sieht er diesen Zustand anders als bspw. Aristoteles. Nach Kant ist der Zustand der Glückseligkeit kein allgemeiner universalisierbarer Zustand, sondern wird von jedem selbst definiert, da jeder Mensch eine andere Vorstellung von Glück haben kann. Somit ist der Zustand der Glückseligkeit nicht von der allgemeinen Vernunft definiert, sondern von den Neigungen des Individuums.

2. Nach Kant folgt menschliches Handeln immer einem Zweck oder einer Regel. Da der Zweck des menschlichen Handelns (nach 1.) das erreichen des Glücksseligkeits Zustandes ist, muss sich die Ethik mit der Regel befassen. Die Regeln nach denen wir Handeln sind laut Kant individuell aufgestellte Maximen.


Folgen:

zu 1. Beim bestreben des Zustandes der Glückseligkeit kann es zu Konfliktsituationen der individuellen Glücksvorstellungen kommen. --> Eine Ethik auf Basis der Glücksseligkeit für die Frage nach dem Umgang mit anderen Menschen ungeeignet.

zu 2. Da die inhaltliche Definition der Maximen eine Aufgabe des Individuums ist, muss es sich bei der allgemeinen Grundregel der Moral um eine Bedingung für moralisch korrekte Maximen handeln. --> das einzige vom Individuum unabhängige und verallgemeinerbare Kriterium ist eben die Allgemeinheit. Somit ist die Bedingung für moralisch Korrektes Handeln die allgemeine Gültigkeit.


Der kategorische Imperativ ist eine Bedingung an Maximen anhand deren allgemeinen Gültigkeit:


Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.


2. Aus dem Unterricht (Herleitung aus der Freiheit)

  • 1. Freiheit = Voraussetzung für die Möglichkeit ethischen Handelns überhaupt: ,,Nur wer nicht muss, kann wollen´´
  • 2. Bedingung der Freiheit: Zwanglosigkeit in Bezug auf Handeln
  • 2b.Die Möglichkeit des Menschen, sich selbst ein moralisches Gesetz zu geben und mithilfe der Vernunft einsichtig zu sein.
  • 3. Hindernis für Zwanglosigkeit/ Willensfreiheit: Glücksstreben des Menschen
  • 4. Glück = vorgegebener Zweck; alles Handeln wird somit zum Mittel, ist also nie Selbstzweck
  • 5. Alle Inhalte des Wollens können damit nie frei sein; z.B. kann Nicht-töten-Wollen aus Angst vor Strafe (Streben nach Wohlbefinden) herrühren
  • 6. Nur die eine Form des Willens, der Wille an sich, das Wollen ,,um den Wollens Willen´´, der gute Wille, kann demnach wirklich frei sein
  • 7. Dieser freie Wille manifestiert sich im Kategorischen Imperativ, denn nur dessen Selbstverpflichtung gilt ohne jede Bedingung (,,Ich will, weil es vernünftig ist!´´, d.h. weil es für alle Menschen jederzeit widerspruchsfrei gelten kann)
  • 8. Das sittliche, selbstverpflichtende Handeln ist somit der einzig wahre Ausdruck der Freiheit
  • 9. Freiheit = Moralität

siehe: Gymnasium Gerabronn/2010/Ethik/K1/04-11


Formeln

Die oben hergeleitete Formel für Maximen ist jedoch nicht die einzige Formel die Kant in seinen Werken verwendet. Er leitet aus der oben genannten Formel weitere Formeln ab die jedoch alle den Begriff des kathegorischen Imperatives beinhalten:

1. Universalisierungsformel

Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.

Handle nach der Maxime, die sich selbst zugleich zum allgemeinen Gesetze machen kann.

Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.

[Handle so], daß der Wille durch seine Maxime sich selbst zugleich als allgemein gesetzgebend betrachten könne.

2. Selbstzweckformel

Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.

Denn vernünftige Wesen stehen alle unter dem Gesetz, dass jedes derselben sich selbst und alle andere niemals bloß als Mittel, sondern jederzeit zugleich als Zweck an sich selbst behandeln solle.

3. Naturgesetzformel

Handle so, als ob die Maxime deiner Handlung durch deinen Willen zum allgemeinen Naturgesetze werden sollte.

Handle nach Maximen, die sich selbst zugleich als allgemeine Naturgesetze zum Gegenstande haben können.

4. Reich-der-Zwecke-Formel

Demnach muß ein jedes vernünftige Wesen so handeln, als ob es durch seine Maximen jederzeit ein gesetzgebendes Glied im allgemeinen Reiche der Zwecke wäre.


Quellen

Tugendethik - Kant, Aristoteles und Christentum von Christian Deuper

Fromeln des Kathegorischen Imperatives: Wikipedia Kategorischer Imperativ

Und natürlich der Ethikunterricht bei Frau Schütze: Gymnasium Gerabronn/2010/Ethik/K1/04-11