Stoa

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„Glücklich darf man nur jemanden nennen, der weder Wünsche hegt noch Furcht empfindet.“ ~Seneca


Inhaltsverzeichnis

Kurze Geschichte der Stoa

Reproduktion der Stoa in Athen

Das Wort Stoa im eigentlichen Sinne bezieht sich auf eine bunt bemalte Säulenhalle, in der sich im alten Athen 300 v.Chr. die Philosophen trafen. Hier versuchten Zenon, Kleanthes und Chrysipp eine wissenschaftliche Grundlage für ein tugendhaftes Leben zu finden und legten damit den Grundstein zu der Lehre, die auch als „ältere Stoa“ bezeichnet wird.

200 bis 100 v.Chr. entwickelten griechische Denker wie zum Beispiel Cicero die sogenannte „mittlere Stoa“, nach der man sein Leben dem Staat und der Politik widmen soll.

Später erlangte die Lehre in Rom an Popularität und wurde von den Philosophen Seneca und Epiktet wieder aufgegriffen. Die „jüngere Stoa“ nahm hier sogar religiöse Züge an und floss durch den Philosophenkaiser Marc Aurel in die Gestaltung der Politik ein.

Weltbild der Stoa

In der Stoa ist die Welt ein für den Menschen geordneter Kosmos, die von ihrem Schöpfer in Form einer allumfassenden Weltvernunft durchdrungen wird. Diese Vernunft lenkt alle Materie, weshalb nichts ohne Zweck existiert, alles jedoch ein vorherbestimmtes Schicksal besitzt. Da der Mensch in das System eingebunden ist, wird auch sein Schicksal vorherbestimmt, seine Freiheit und gleichzeitig sein höchstes Ziel besteht allerdings im Annehmen seiner Prädestination.

Befolgt man die Lehren der Stoa, darf man sein Leben nicht selbst beenden, da es als Bewährungszeit angesehen wird, in der man versuchen soll, sein Endziel zu erreichen. Nach dem Tod verlässt der Mensch seinen stofflichen Körper und geht in das Elysium ein, ein Zustand, in dem er sich wieder völlig mit dem Schöpfer vereinigt, also zu einem Teil der Weltvernunft wird. Hat man das persönliche Endziel aber nicht erlangt, so wird man zu einer weiteren Bewährung auf die Erde herabgeschickt. Die Stoa verfolgt also einerseits ein anthropozentrisches Weltbild und kann andererseits als pantheistische Religion verstanden werden.

Glücklich werden durch die Stoa

Weil das Endziel des Menschen im Annehmen des eigenen Schicksals besteht, kann er auch nur durch das Beschreiten dieses vorbestimmten Weges glücklich werden. Dabei muss er sich seiner Möglichkeiten bewusst sein. Er ist beispielsweise nicht imstande, seine natürliche Umgebung, seinen Körper, Besitz oder das Verhalten anderer zu beeinflussen, weswegen jene Instanzen keinen Wert besitzen. Dahingegen gebietet er über seine eigene Einstellung, Begehren, Triebe und den Antrieb zum Handeln. Sein Glück darf der Mensch also nur in letzteren Dingen, also jenen, die in seiner Macht stehen, suchen. Aus dieser Erkenntis folgt der Grundsatz der Gelassenheit und des Meidens von Affekten wie Zorn, Schmerz, Lust und Furcht. Um in Gelassenheit leben zu können, leisten folgende Ideale eine Hilfestellung:

  • Autonomie (Unabhängigkeit von äußeren Zwängen)
  • Autarkie (Selbstgenügsamkeit)
  • Apathie (Leidenschaftslosigkeit)
  • Ataraxie (Unerschütterlichkeit)

Außerdem erlegt die Stoa dem Menschen mehrere Pflichten auf, die es zu befolgen gilt, um glücklich zu werden. Sie ergeben sich aus der Tatsache, dass der Mensch laut der Stoa ein Gemeinschaftswesen ist. Als solches soll er an der Gestaltung der Gesellschaft mitwirken, indem er sich philosophisch oder politisch einbringt. Darüber hinaus soll er eine Ehe führen und Kinder zeugen mit dem praktischen Nutzen der Erhaltung der Gesellschaft.

Quellen

  • Ethik-Aufschriebe aus K1