Entstehung des Gymnasiums vor 40 Jahren

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Von Barbara G. Klingan, Frühere 1. Vorsitzende des Fördervereins

In diesem Jahr feiern wir den 40. Geburtstag unseres Gymnasiums. Dass wir diese Jahr überhaupt feiern können, verdanken wir erstaunlicherweise dem Förderverein. Dieser Förderverein ist nämlich älter als das Gymnasium, eigentlich kann man den "Förderverein Gymnasium Ottobrunn e.V." als den Geburtshelfer dieser Schule bezeichnen. Wie kam das? Wir haben ein wenig in den uns zur Verfügung stehenden Akten geblättert:

In den Jahren vor 1966 war Ottobrunn und seine Umgebung noch Provinz, vor allem, was die weiterführenden Schulen betraf; Eltern mussten ihre Kinder, die eine Realschule oder gar ein Gymnasium besuchen wollten, unter ungünstigen Verkehrsverhältnissen in die Stadt schicken. Als sich der Zuzug in das aufstrebende Ottobrunn verstärkte, entstand in diesem Raum der Wunsch nach eigenen weiterführenden Schulen. Engagierte Bürger dieser Gemeinde wurden zunächst immer wieder bei den zuständigen Behörden vorstellig — ohne nennenswerten Erfolg.

Diesem Zustand wollten einige Eltern, deren Kinder das Schulproblem betraf, ein Ende bereiten und gründeten am 4. Juli 1966 einen Verein, den sie "Förderverein Höhere Schule Landkreis München-Südost" nannten. Schon zwei Wochen später, am 19. Juli 1966, also vor genau 28 Jahren, wurde dieser Verein beim Registergericht eingetragen. Bereits nach acht Monaten vertraten 124 Mitglieder die Interessen von fast 300 Kindern.

Dieses Interesse allein genügte aber nicht. Der damalige Vorstand hatte unzählige Probleme zu überwinden: Da war auf der einen Seite die Suche nach einem passenden Grundstück, auf der anderen Seite waren die Schwierigkeiten auf kommunalpolitischer Ebene, die in vielen Gesprächen und Diskussionen mit Bürgermeister, Landratsamt, Gemeinde(-fraktionen) gipfelten und nur sehr zögerlich vorankamen. Und dieses Zögern, dieses immer wieder Vertrösten von offizieller Seite, ließ den Vorstand im November 1967 eine Mitgliederversammlung einberufen, auf der ein Resolutionsentwurf vorgelegt wurde. In diesem Entwurf des Vorstandes waren so drastische Forderungen enthalten, dass in der Öffentlichkeit der Förderverein ab diesem Zeitpunkt als Forderverein bezeichnet wurde. Dieses energische Auftreten bewirkte aber, dass kurz darauf in Ottobrunn an der Ottostraße (später Karl-Stieler-Straße) "einem zu gründenden Schulträger" ein Grundstück zur Verfügung gestellt wurde. Da sich das Grundstück nicht im Besitz der Gemeinde befand, dies aber in der Satzung des damaligen Zweckverbandes (des Schulträgers) als Bedingung stand, waren komplizierte Verhandlungen nötig, bis endlich die Gemeinde unter großen finanziellen Opfern das Areal erwarb. Dann erst konnten Planung und Bau in Angriff genommen werden.

Der Einsatz hatte sich gelohnt, denn von nun an ging es nicht mehr ganz so zäh: Ab Herbst 1969 konnten bereits zwei Schülerjahrgänge des zukünftigen Gymnasiums Ottobrunn im Nachmittagsunterricht vorübergehend in anderen Räumlichkeiten unterrichtet werden, bevor mit dem Schuljahr 1971/72 der Unterricht in eigenen Räumen aufgenommen werden konnte. Und das, obwohl erst 1970 Richtfest gefeiert worden war!

In den folgenden Jahren hatte der damalige Gründungsdirektor, Hubert Strehlocke, der das Gymnasium 22 Jahre leiten sollte, die bei jeder Neugründung entstehenden Schwierigkeiten zu überwinden, denn nichts von dem heute Vorhandenen war damals selbstverständlich. Aber in Zusammenarbeit mit Gemeinde und einsatzbereiten Eltern verschiedenen Gremien wie Elternbeirat oder Förderverein konnte Aufbauarbeit geleistet, konnten Ideen verwirklicht werden. Für diese Eltern war es keine Frage, an ihrem Gymnasium als Mitglied des Fördervereins für ihre Kinder gute Lernbedingungen zu schaffen und durch zeitgemäße Lernmittel auf die Berufswelt vorzubereiten.