Frau mit Kind, Otto Dix

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Otto Dix: Selbstportrait

Inhaltsverzeichnis

kurze Biographie von Otto Dix

Wilhelm Heinrich Otto Dix, geboren am 2. Dezember 1891 und gestorben am 25. Juli 1969, war ein deutscher Maler und Grafiker des 20. Jahrhunderts. Er nahm an beiden Weltkriegen teil. Im ersten Weltkrieg nahm Dix freiwillig teil und war ein Unteroffizier. Nachdem er vom 1. Krieg zurückkehrte, war Dix sehr wütend wie Kriegskrüppel aber auch Bettler, Prostituierte, Arme, all die Leute die einen niedrigen Rank hatten, behandelt wurden. Diese Wut stellte er in manchen seiner Gemälde da, wie z.B „Verwundeter, Herbst 1916“ und „Kriegskrüppel, 1920“. Im Jahr 1927 wurde er Professor an der Akademie Dresden und dort prägte er eine politisch, stark engagierte Machtgeneration ein. Im Jahr 1933, als die Nationalsozialisten und Hitler zur Macht kamen, mochten sie Dix' anti- Krieg Gemälde nicht. Sie bezeichneten es als „entartete Kunst“ und zerstörten einige davon. Außerdem wurde Otto Dix im selben Jahr von der Akademie entlassen, aufgrund Hitlers Befehl. Jedoch 1945 am Ende des 2. Weltkriegs wurde Dix dazu gezwungen mitzukämpfen und dort wurde er eingesperrt. Im Jahr 1946 wurde er frei gesetzt und lebte zurückgezogen. Er hat nach dem 2 Weltkrieg nicht aufgehört zu malen, denn Werkstücke wie „Masken in das Ruinen, 1946“ zeigten das Leiden, das durch den 2. Weltkrieg verursacht wurde.


Die Epochen

Datei:Les joueurs de skat.jpeg
Die Skatspieler (Kartenspielende Kriegskrüppel), 1920, Otto Dix → Es ist ein Hauptwerk des früheren Verismus

Verismus

Otto Dix war ein Vertreter des „Verismus“ (lat. Verus = Wahr) und bedeutet „Wahre Kunst“. In Deutschland entstand die Kunstströmung während der Zwischenkriegszeit. Es ging vor allem darum, das sachlich Genaue und die wirklichkeitsgetreue Wiedergabe. Künstler wollten das „harte“ Leben, die Armut, das Leiden der Menschen darstellen. In Dix' Bilder und Grafiken umfasste er die kriegerischen, politischen und sozialen Missstände. Unter anderem auch die Ausbeutungen und Entwürdigung des Menschen. Durch seine Kriegserlebnisse konzentrierte er sich vor allem auf die Menschen, die am Rande der Gesellschaft standen, also die Armen, Kriegskrüppel, Bettler, Prostituierte und usw.

Sozialkritischer Realismus

Das Gemälde „Frau mit Kind“ gehörte zu den Sozialkritischen Realismus. Es ist eine Stilrichtung der Kunst des 20. Jahrhunderts. Diese Stilrichtung entstand in Deutschland in der Zwischenkriegszeit. Die Vorläufer dieser Stilrichtung waren unter anderem Otto Dix und George Grosz. Das Ziel dieser Stilrichtung war es nicht nur den Elend dieser Zeit wiederzugeben, sondern auch die Ursache der gesellschaftlichen Fehlentwicklung.


Das Kunstwerk

Siehe Bild -> [Frau mit Kind, 1921]

Beschreibung

Es ist ein düsteres Gemälde und mehr als nur ein Portrait. Im Hintergrund sieht man einen Ausschnitt einer Hauswand und eines dunklen Fensters. Im Vordergrund ist eine Frau zusehen, dass ein Baby auf dem Arm trägt. Die Frau trägt einfache Kleidung: eine weiße, dreckige Bluse und einen schwarzen Rock. Auch das Baby trägt etwas weißes, aber braune Schuhe. Die Frau sieht sehr leidend aus, dass sieht man vor allem an ihren rot/schwarzen Augenringe. Es scheint als hätte sie seit Ewigkeiten nicht mehr ordentlich geschlafen. Ihre Wangen sind sehr knochig und rot/blau, als ob jemand sie geschlagen hätte. Ihre Augen gucken nach unten ins leere. Während das Kind sehr kränklich aussieht, schaut es in die Richtung des Betrachters und lächelt. Man betrachte auch die Äderchen am Arm der Frau und auf dem Kopf des Kindes. Die sind sehr betont und dies ist ein Zeichen dafür, dass sie sehr dünn sind.

ausführliche Bildanalyse

Begriffe Das Bild
Technik/Verfahren Es ist eine Ölmalerei auf Leinwand. Otto Dix benutze für dieses und auch andere Gemälde die altmeisterliche Lasurtechnik. Bei dieser Technik werden Ölfarben und Eitempera-Farbschichten abwechselnd geschichtet.

Dix arbeitete meist mit Sperrholzplatten, damit keine ebenen Flächen entstehen. Zuerst macht er eine Vorzeichnung (Entwurf) mit den wichtigsten Konturen des Bildes, um eine primäre Vorstellung vor sich zu haben. Dann überträgt er diese Konturen der Zeichnung auf den Malgrund durch das Bestäuben von Bsp. Kohle oder durch das Ritzen. Dann benutzt er einen feinen dünnen Pinsel und überträgt eine dünne Schicht von Ölfarben auf den Malgrund. Dann mit Temperafarben werden die Schattierungen der Formen eingezeichnet und und mit Ölfarbe wird die Hauptfarbe aufgetragen. Auf die trockenen Lasur wird dann mit einem feinen Pinsel nochmal über die Stellen gemalt, die man hervorheben möchte, wie z.B das Hemd bei der Frau.

Bildgattung Dieses Bild ist mehr als nur ein Portrait, denn um das Bild zu verstehen, muss man sich auch den Hintergrund näher anschauen, denn er erzeugt ein düsteres Gefühl. Es ist ein Bildnis und geht bis zu den Knien der Frau und somit auch ein Kniestück. Außerdem bei dem Kind ist es ein Vorderansicht, denn man sieht das gesamt Gesicht, während es bei der Frau eher ein Halbportrait ist, weil es mehr zu Kind gerichtet ist.
Wiedergabemodus Bei dem Bild handelt es sich um eine realistische Wiedergabe, denn das Ziel von Dix ist es die Sachen so wiederzugeben, wie sie eigentlich sind. Außerdem gehört das Bild dem Sozialkritischen Realismus.

Die Größe spielt außerdem auch eine große Rolle, da das Bild groß ist und auf Augenhöhe positioniert ist, sieht es aus als stehe man vor der Frau. Den bei einem sehr kleinen Bild, hat man nicht das Gefühl als ob die Frau mit dem Kind vor dem Betrachter stehen würde, es wäre dann einfach ein Bild.

Raumdarstellung Dieses Bild ist eine Raum- und Körperdarstellung durch die Licht- und Schattenmodulation. Denn durch die Abstufungen der verschiedenen Grauwerte, entsteht eine Schattenzone.
Formen Es ist ein Größenkontrast, denn das ganze Bild ist sehr groß gemalt und sieht so aus als ob die Frau und das Kind sehr nah dran sind. Selbst der Hintergrund ist groß, sodass es sehr Nahe wirkt.
Farben Durch das überwiegende Schwarz und grau wirkt das Bild sehr getrübt und Dunkel. Ich glaube das war auch die Absicht des Künstlers, denn er wollte das Leiden der Frau darstellen. Außerdem

Der Künstler benutze Lokal- oder Gegenstandsfarben, denn jedes Objekt erhält seine echte Farbe, außerdem könnte man sich eine kränkliche Frau heute noch so vorstellen. Das Bild hat einen Quantitätskontrast, denn schwarz und grau sind überwiegend in diesem Bild. Als zweites sieht man weiß, aber mit ein bisschen schwarz. Es gibt dunkel blau(Unter-Shirt vom Kind) und braun (der Schuh vom Kind).

Malweise Bei dem Bild wurde die lasierende Malweise benutzt, denn wie schon erwähnt benutze Dix die altmeisterliche Lasurtechnik.

(siehe Technik/Verfahre)

Komposition & Ordnungsprinzipien Das Bild hat eine symmetrische Komposition, denn es wirkt so ruhig und harmonisch. Natürlich sagen die Farben das was anderes, aber angenommen es wäre ein schwarz-weißes Bild so ist symmetrisch. Jedoch durch die diagonalen Äderchen am Arm der Frau, wirken leicht dynamisch und werden auch betont.
Lichtführung Das Licht kommt von rechts unten, denn wenn man sich vor dem Gemälde stellt, so erkennt man, dass man ein Schatten auf der Stirn links bei der Frau und auf dem Kopf des Kindes.
Wirkung Durch die Größe des Bildes hat es eine wirklichkeitsnahe Wirkung auf den Betrachter.


Meine Interpretation

Otto Dix sagte eins: „Das Leben ist ja gar nicht bunt. Es ist viel düsterer, in den Ton viel ruhiger, viel einfacher. Ich wollte die Dinge zeigen, wie sie wirklich sind.“ Ich finde, dass Otto Dix in der Lage war dies wirklich darzustellen. Die dunklen Farbtöne, die er benutzt hat, erzeugen ein düsteres und trauriges Bild. Außerdem dieser hohle und schmerzhafte Blick der Frau und das kränkliche Gesicht des Kindes, informieren den Betrachter wie es an der Zeit so war. Aus meiner Sicht, hat Dix dieses Bild gemalt um Menschen über die Folgen des Krieges zu informieren. Dinge die Leute versucht haben zu vertuschen oder zu verbergen, hat Dix realistisch dargestellt. Natürlich wussten die wohlhabenden Leute, dass so welche Menschen existieren, aber sie wollten es nicht wahr haben. Dix hat versucht Leuten klar zu machen, dass Krieg eine ernste Sache war und sehr viele Folgen für den Verlierer hat.


Meine Gefühle und Eindrücke

Als ich das Bild das erste Mal sah, dachte ich mir „Was für ein niedliches Baby“ Ich fand das Lächeln des Babys sehr ansteckend und achtete nicht so sehr auf die Dame, denn ich dachte das Dix ein weiterer Künstler war, der die Frauen abstrakt darstellt. Doch dann hab ich mir die anderen Bilder von Otto Dix in der Galerie angeschaut und merkte das in vielen seiner Bilder die Menschen so kränklich und leidend Aussahen. Einer meiner Mitschülerinnen machte ich mich auf das Datum des Bildes aufmerksam. Ich merkte, dass viele der Bilder in der Zwischenkriegszeit gemalt wurden. Dann sah ich das große Triptychon „Der Krieg“ von Otto Dix und verstand dann auch den Sinn der Bilder. Ich kehrte zu dem Bild „Frau mit Kind“ zurück und schaute es mir noch einmal ordentlich an. Da fielen meine Augen zuerst auf die hohlen Augen der Frau und auf den blau/roten Knochen. Dann sah ich die betonten Äderchen auf den Arm der Frau. Während des Betrachters fielen mir einzelne Wörter ein wie z.B Düster, Traurig, kränklich, trostlos und abgemagert. Ich fragte außerdem auch andere Leute im Museum und manche Antworteten mit bedrückt, verlassen, einsam und allein. Ein Besucher sagte sogar liebend. Ich fragte nicht nach was er damit meinte, denn ich verstand es dann selbst. Das Lächeln des Kindes in einem so dunklen Bild. Und auch wenn die Frau nicht auf etwas Bestimmtes schaut, ist ihre Blickrichtung so eingerichtet, dass das Baby in ihrem Blickfeld ist. Es ist sehr wohl liebend.


Quellen

Internet

http://www.spartacus.schoolnet.co.uk/ARTdix.html
http://www.helpster.de/verismus-eine-definition_109430
http://universal_lexikon.deacademic.com/315079/Verismus_und_Neue_Sachlichkeit%3A_%C2%BBWeder_rein_sinnenhaft_%C3%A4u%C3%9Ferlich_noch_rein_konstruktiv_innerlich%C2%AB
http://www.kunst-malerei.info/eitempera.html

Bücher

Praxis Kunst: Malerei (Schroedel)
Bildende Kunst 1 (Schroedel)
Bildende Kunst 2 (Schroedel)
Bildende Kunst 3 (Schroedel)
Duden: Kunst, Gymnasium Oberstufe
Kammerlohr: Malerei
Der Brock Haus: Moderen Kunst