Salongespräch der Romantik

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Kurzinfo

Dialog eines Salongesprächs

  • Im 19. Jahrhundert und insbesondere in der Zeit der Romantik war es unter Künstlern sehr angesagt, sich regelmäßig zu treffen und sich über bestimmte Themen auszutauschen.

Der folgende Dialog beschreibt ein solches Salongespräch:


Kügelgen: „Herzlich Willkommen meine lieben in meinem Salon. Ich habe euch heiße Schokolade und selbstgebackenes Gebäck bereit gestellt.“

C.D. Friedrich: „Carus mein alter Freund, du auch hier?“

Carus: „Ach Mensch Friedrich! Ein Glück, dass du hier bist, da kann ich dir gleich meine neuste Zeichnung zeigen.“

C.D. Friedrich: „Oh, das klingt ja super! Es ist bestimmt wie jedes Mal ein echtes Kunstwerk.“

-> Bild wird in die Runde gezeigt „Mondnacht bei Rügen“

C.D. Friedrich: „Oh, ist das nicht von unserer Reise an die Ostsee?“

Novalis: „Ihr ward zusammen im Urlaub?“

Carus: „Ja genau! Dort suchten wir Inspirationen! Das Bild zeigt übrigens eine Mondnacht bei Rügen.“

Novalis: „Ich war letztens auch im Urlaub. Dort schrieb ich den Anfang meines neuem Romans „Heinrich von Ofterdingen“.“

Weber: „Und worum geht es in diesem Roman?“

Novalis: „Es ist ein Buch der Sehnsucht. Der Held erblickt eine „blaue Blume“ und am Ende kann er sie in der Hand halten. Ich lese euch mal die Szene vor.“

Kügelgen: „Oh ja! Dies ist eine gute Idee. Ließ mal vor! Und jetzt zuhören Freund.“

Alle: „Oh, da sind wir aber gespannt.“

-> “Heinrich von Ofterdingen“ wird von Novalis vorgelesen

Weber: „Sehr schön. Ich habe noch nie eine so schöne Geschichte Gehört!“ Carus: „Es klingt nicht schlecht, aber ich bevorzuge eher Liebesromane.“

Kügelgen: „Ich fand es sehr interessant. Möchte noch jemand Gebäck oder heiße Schokolade?“


C.D. Friedrich: „Das klingt nicht schlecht, ich hätte sehr gerne noch eine heiße Schokolade, aber vorher möchte ich euch mein neues Gemälde zeigen. Hat da jemand was einzuwenden?“

Weber: „Theoretisch nicht, aber wäre es schlimm, wenn ich euch nun Erstmal mein neustes Musikstück vorführe?“

Kügelgen: „Dann fang zuerst an mein lieber Carl!“

-> “Der Freischütz“ wird vorgespielt

Weber: „Und wie fandet ihrs?“

Kügelgen: „Also mir hat es sehr gut gefallen.“

C.D. Friedrich: „Ja, ich kann da auch nur zustimmen. Aber jetzt möchte euch mein Gemälde zeigen.“

Carus: „Na dann zeig mal her. Aber ich würde sagen das wir uns dann über andere Dinge unterhalten.“

-> Kreidefelsen auf Rügen wird gezeigt

Carus: „Ach du hast auch ein Bild über unsere Reise gezeichnet. Das finde ich sehr gut.“

Novalis:“Ja, das Bild ist wirklich sehr schön, vielleicht lass ich mich Inspirieren und schreibe dazu bald ein Gedicht.“

Kügelgen: „Oh na das wäre doch toll. Ich wünschte ich könnte auch etwas kreatives dazu beitragen, ich hab aber leider nur einen Schachclub anzubieten.“

-> lautes Gelächter von allen

Weber: „Schach ist mein Lieblingsspiel. Wir können ja mal eine Partie Zusammen spielen.“

Carus: „Wie geht’s dir eigentlich nach dem Tod deiner verlobten, Novalis?“

Novalis: „Ehrlich gesagt sehr schlecht. Ich habe eine Zeit lang mit dem Gedanken gespielt ihr nach zu sterben.“

C.D. Friedrich: „Oh nein. Warum bist du nicht zu uns gekommen? Wir sind immer für dich da.“

Novalis: „Ich weiß. Mittlerweile habe ich mich auch mit diesem Schicksalsschlag abgefunden.“

Carus: „Du armer Novalis… aber Casper hat dich nicht auch so ein Schicksal mit deinem Bruder eingeholt?“

C.D. Friedrich: „Ja…(schluchzen) ich fühle mich an seinem frühen Tod schuldig.“

Kügelgen: „Ach Casper, du brauchst dich deswegen doch nicht schuldig fühlen, du kannst am aller wenigsten was dafür.“

Weber: „Oh aber du brauchst dir keine Vorwürfe zu machen. Es war ein Unfall. Mein Leben ist zurzeit auch nicht besonders schön. Ich verlor meine Singstimme.


Caspar David Friedrich's Chalk Cliffs on Rügen.jpg












Kügelgen: „Oh was ist denn passiert?“

Weber: „Ich trank aus einer Weinflasche, doch leider war diese mit Salpetersäure gefüllt. Natürlich wusste ich dies nicht. Seitdem bin ich sehr vorsichtig. Und bei dir Carus ist alles klar?“

Carus: „Ja klar. Alles bestens. Meinen 11 Kindern geht es gut und ich Und meine Frau sind immer noch glücklich. Kügelgen? Ich habe vom Tod deines Vater gehört.“

Kügelgen: „Ja er wurde ermordet. Von einem Räuber erschlagen. Das hat mich sehr mitgenommen und meine Farbenblindheit hat sich verschlechtert. Aber ich konnte mich durch das schreiben meines Werkes „Jugenderinnerungen eines alten Mannes“ ablenken und lernte meine große Liebe Julie kennen.“

Novalis: „Das freut mich sehr für dich mein guter Freund. Da hat sich dein Schicksal doch noch zum besseren gewandt. Ach sag mal Carus, du bist doch schon viel umhergereist oder?“

Carus: „Ja, genau das stimmt. Wieso fragst du?“

Novalis: „Ich habe vor eine weile umherzureisen um mir neue Inspirationen von der schönen Natur zu holen.“

Carus: „Hmmm. Mal überlegen. Also ich fand es in Italien sehr schön, da Die Natur dort sehr vielfältig ist.“

Kügelgen: „Da kann ich nur zustimmen, denn ich war letztes Jahr auch Mit meiner Frau und meinen Kindern dort.“

C.D. Friedrich: „Oh Gott! Es ist ja schon so spät ich muss langsam los In mein Atelier. Ich hab noch viel zu tun.“

Weber: „Ohja ich muss heute noch mein angefangenes Musikstück Zu Ende bringen.“

-> alle nicken/stimmen zu

Kügelgen: „Gut liebe Freunde dann lasst uns jetzt auseinander gehen. Ich hoffe es hat euch hier gefallen und wir sehen uns bald Wieder.“

Carus: „Okay bis bald!“

Alle: „bis bald auf Wiedersehen!“


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