Insel Felsenburg

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Wunderliche Fata einiger Seefahrer 1. Teil 1731
Karte der Insel Felsenburg

Insel Felsenburg ist ein utopischer Roman von Johann Gottfried Schnabel, dessen vier Teile 1731, 1732, 1736 und 1743 unter dem Pseudonym Gisander in Nordhausen erschienen. Das ursprüngliche Werk umfasste insgesamt etwa 2500 Seiten und hatte einen Titel, der aus einer kurzen Inhaltsangabe bestand. Ludwig Tieck hat das Werk 1828 in einer gekürzten Bearbeitung unter dem Titel Insel Felsenburg herausgebracht, unter dem es dann recht bekannt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Textausschnitte

Vorrede

Geneigter Leser! Es wird dir in folgenden Blättern eine Geschichtsbeschreibung vorgelegt, die, wo du anders kein geschworner Feind von dergleichen Sachen bist, oder dein Gehirne bei Erblickung des Titulblattes nicht schon mit widerwärtigen Praejudiciis angefüllet hast, ohnfehlbar zuweilen etwas, obgleich nicht alles, zu besonderer Gemütsergötzung überlassen, und also die geringe Mühe, so du dir mit Lesen und Durchblättern gemacht, gewissermaßen rekompensieren kann. [...]

Aber mit Gunst und Permission zu fragen: Warum soll man denn dieser oder jener, eigensinniger Köpfe wegen, die sonst nichts als lauter Wahrheiten lesen mögen, nur eben lauter solche Geschichte schreiben, die auf das kleineste Jota mit einem körperlichen Eide zu bestärken wären? Warum soll denn eine geschickte Fiktion, als ein Lusus Ingenii, so gar verächtlich und verwerflich sein? Wo mir recht ist, halten ja die Herren Theologi selbst davor, daß auch in der heil. Bibel dergleichen Exempel, ja ganze Bücher, anzutreffen sind. Sapienti sat. Ich halte davor, es sei am besten getan, man lasse solchergestalt die Politikos ungehudelt, sie mögen schreiben und lesen was sie wollen, sollte es auch gleich dem gemeinen Wesen nicht eben zu ganz besondern Vorteil gereichen, genug, wenn es demselben nur keinen Nachteil und Schaden verursachet. [...]

Also siehest du, mein Leser, daß ich zu dieser Arbeit gekommen bin, wie jener zur Maulschelle, und merkest wohl, daß mein Gewissen von keiner Spinnewebe gewürkt ist, indem ich eine Sache, die man mir mit vielen Gründen als wahr und unfabelhaft erwiesen, dennoch niemanden anders, als solchergestalt vorlegen will, daß er darvon glauben kann, wieviel ihm beliebt. Demnach wird hoffentlich jeder mit meiner Generosité zufrieden sein können. Von dem übrigen, was sonsten in Vorreden pflegt angeführet zu werden, noch etwas weniges zu melden, so kann nicht leugnen, daß dieses meine erste Arbeit von solcher Art ist, welche ich in meiner herzallerliebsten deutschen Frau Muttersprache der Presse unterwerfe. Nimm also einem jungen Anfänger nicht übel, wenn er sein erstes Händewerk so frei zur Schaue darstellet, selbiges aber dennoch vor kein untadelhaftes Meisterstücke ausgibt. [...]

Sollte aber, geneigter Leser! dasjenige, was ich zu diesem Werke an Mühe und Fleiße beigetragen, von dir gütig und wohl aufgenommen werden, so sei versichert, daß in meiner geringen Person ein solches Gemüt anzutreffen, welches nur den geringsten Schein einer Erkenntlichkeit mit immerwährenden Danke zu erwidern bemühet lebt. Was an der Vollständigkeit desselben annoch ermangelt, soll sobald als möglich, hinzugefügt werden, woferne nur der Himmel Leben, Gesundheit, und was sonsten darzu erfordert wird, nicht abkürzet. Ja, ich dürfte mich eher bereden, als meinen Ärmel ausreißen lassen, künftigen Sommer mit einem kurieusen Soldatenromain herauszurutschen, als wozu verschiedene brave Offiziers allbereit Materie an die Hand gegeben, auch damit zu kontinuieren versprochen. Vielleicht trifft mancher darinnen vor sich noch angenehmere Sachen an, als in Gegenwärtigen. [...] Sonsten weiß vor dieses Mal sonderlich nichts zu erinnern, als daß ich nach Beschaffenheit der Person und Sachen jederzeit sei, Geneigter Leser, den 2. Dez. 1730 Dein dienstwilliger GISANDER. [...]

Bericht des Ich-Erzählers

Ich legte mich auf die Jurisprudenz nicht sowohl aus meinem eigenen Antriebe, sondern auf Begehren meiner Mutter, welche eines vornehmen Rechtsgelehrten Tochter war. Allein ein hartes Verhängnis ließ mich die Früchte ihres über meine guten Progressen geschöpften Vergnügens nicht lange genießen, indem ein Jahr hernach die schmerzliche Zeitung bei mir einlief, daß meine getreue Mutter am 16. Apr. 1724 samt der Frucht in Kindesnöten Todes verblichen sei. Mein Vater verlangte mich zwar zu seinem Troste auf einige Wochen nach Hause, weiln, wie er schrieb, weder meine einzige Schwester, noch andere Anverwandte seinen Schmerzen einige Linderung verschaffen könnten. Doch da ich zurücke schrieb: daß um diese Zeit alle Kollegia aufs neue angingen, weswegen ich nicht allein sehr viel versäumen, sondern über dieses seine und meine Herzenswunde ehe noch weiter aufreißen, als heilen würde, erlaubte mir mein Vater, nebst Übersendung eines Wechsels von 200 Spez. Dukaten noch ein halbes Jahr in Kiel zu bleiben, nach Verfließung dessen aber sollte nach Hause kommen über Winters bei ihm zu verharren, sodann im Frühjahre das galante Leipzig zu besuchen, und meine Studia daselbst zu absolvieren. Sein Wille war meine Richtschnur, dannenhero die noch übrige Zeit in Kiel nicht verabsäumete mich in meinen ergriffenen Studio nach Möglichkeit zu kultivieren, gegen Martini aber mit den herrlichsten Attestaten meiner Professoren versehen nach Hause reisete. [...]

Mein Vater bezeigte teils Leid, teils Freude über meine douce Aufführung, resolvierte sich aber bald, nach meinen Verlangen mich ohne Aufseher, oder wie es zuweilen heißen muß, Hofmeister, mit 300 Fl. und einem Wechselbriefe auf 1000 T1. nach Leipzig zu schaffen, allwo ich den 4. Mart. 1725 glücklich ankam. Wer die Beschaffenheit dieses in der ganzen Welt berühmten Orts nur einigermaßen weiß, wird leichtlich glauben: daß ein junger Pursche, mit so vielem baren Gelde versehen, daselbst allerhand Arten von vergnügten Zeitvertreibe zu suchen Gelegenheit findet. [...]

Ich wohnete ein- und anderm Schmause bei, richtete selbst einen aus, spazierte mit auf die Dörfer, kurz, ich machte alles mit, was honette Pursche ohne Prostitution vorzunehmen pflegen. Jedoch kann nicht leugnen, daß dergleichen Vergnüglichkeiten zum öftern von einem bangen Herzklopfen unterbrochen wurden. Die Ursach dessen sollte zwar noch immer einer Vollblütigkeit zugeschrieben werden, allein mein Herz wollte mich fast im voraus versichern, daß mir ein besonderes Unglück bevorstünde, welches sich auch nach Verfluß weniger Tage, und zwar in den ersten Tagen der Meßwoche, in folgenden Briefe, den ich von meinem Vater empfing, offenbarete: Mein Sohn, erschrecket nicht! sondern ertraget Vielmehr mein und Euer unglückliches Schicksal mit großmütiger Gelassenheit, da Ihr in diesen Zeilen von mir selbst, leider! versichert werdet: daß das falsche Glück mit dreien fatalen Streichen auf einmal meine Reputation und Wohlstand, ja mein alles zu Boden geschlagen. Fraget Ihr, wie? und auf was Art: so wisset, daß mein Kompagnon einen Bankerott auf zwei Tonnen Goldes gemacht, daß auf meine eigene Kosten ausgerüstete ostindische Schiff bei der Retour von den Seeräubern geplündert, und letztlich zu Komplettierung meines Ruins den Verfall der Aktien mich allein um 50000 T1. spez. bringet. Ein mehreres will hiervon nicht schreiben, weil mir im Schreiben die Hände erstarren wollen. Lasset Euch inliegenden Wechselbrief à 2000 Frfl. in Leipzig von Hrn. H. gleich nach Empfang dieses bezahlen. Eure Schwester habe mit ebensoviel, und ihren besten Sachen, nach Stockholm zu ihrer Base geschickt, ich aber gehe mit einem wenigen von hier ab, um in Ost- oder Westindien, entweder mein verlornes Glück, oder den Tod zu finden. [...]

Der Himmel aber hatte beschlossen: daß sowohl aus meinen geistl. Studieren, als aus der nach Wittenberg vorgenommenen Reise nichts werden sollte. Denn als ich etliche Tage nach meinen gehaltenen Kirchgange und erster Ausflucht mein Morgengebet annoch verrichtete; klopfte der Briefträger von der Post an meine Tür, und nach Eröffnung derselben, wurde mir von ihm ein Brief eingehändiget, welchen ich mit zitternden Händen erbrach, und also gesetzt befand: D. d. 21. Mai 1725 Monsieur, Ihnen werden diese Zeilen, so von einer Ihrer Familie ganz unbekannten Hand geschrieben sind, ohnfehlbar viele Verwunderung verursachen. Allein als ein Studierender, werden Sie vielleicht besser, als andere Ungelehrte, zu begreifen wissen, wie unbegreiflich zuweilen der Himmel das Schicksal der sterblichen Menschen disponieret. Ich Endesunterschriebener, bin zwar ein Teutscher von Geburt, stehe aber vor itzo als Schiffskapitän in holländischen Diensten, und bin vor wenig Tagen allhier in Ihrer Geburtsstadt angelanget, in Meinung, dero Herrn Vater anzutreffen, dem ich eine der allerprofitablesten Zeitungen von der Welt persönlich überbringen wollte; allein ich habe zu meinem allergrößten Mißvergnügen nicht allein sein gehabtes Unglück, sondern über dieses noch vernehmen müssen: daß er allbereit vor Monatsfrist zu Schiffe nach Westindien gegangen. Diesem aber ohngeachtet, verbindet mich ein geleisteter körperlicher Eid: Ihnen, Mons. Eberhard Julius, als dessen einzigen Sohne, ein solches Geheimnis anzuvertrauen, kraft dessen Sie nicht allein Ihres Herrn Vaters erlittenen Schaden mehr als gedoppelt ersetzen, und vielleicht sich und Ihre Nachkommen, bis auf späte Jahre hinaus glücklich machen können. [...]

allein ich bitte Sie inständig, alle Hindernisse aus dem Wege zu räumen, und sich in möglichster Geschwindigkeit auf die Reise nach Amsterdam zu machen, damit Sie längstens gegen St. Johannistag daselbst eintreffen. Der 27. Jun., wo Gott will, ist zu meiner Abfahrt nach Ostindien angesetzt. Finden Sie mich aber nicht mehr, so haben Sie eine versiegelte Schrift, von meiner Hand gestellt, bei dem Bankier, Herrn G. v. B. abzufordern, wornach Sie Ihre Messures nehmen können. Doch ich befürchte, daß Ihre importanten Affären weitläuftiger werden, und wohl gar nicht glücklich laufen möchten, woferne Sie verabsäumeten, mich in Amsterdam auf dem ostindischen Hause, allwo ich täglich anzutreffen und bekannt genug bin, persönlich zu sprechen. Schließlich will Ihnen die Beschleunigung Ihrer Reise zu Ihrer zeitlichen Glückseligkeit nochmals freundlich rekommendieren, Sie der guten Hand Gottes empfehlen, und beharren Monsieur votre Valet Leonhard Wolfgang P. S. Damit Monsieur Julius in meine Zitation kein Mißtrauen zu setzen Ursach habe, folget hierbei ein Wechselbrief à 150 Spez. Dukaten an Herrn S. in Leipzig gestellet, welche zu Reisekosten aufzunehmen sind. [...]

Bericht des Kapitäns

»Ich bin kein Mann aus vornehmen Geschlechte, sondern eines Posamentiers oder Bortenwürkers Sohn, aus einer mittelmäßigen Stadt, in der Mark Brandenburg, mein Vater hatte zu seinem nicht allzu überflüssigen Vermögen, acht lebendige Kinder, nämlich drei Töchter und fünf Söhne, unter welchen ich der jüngste, ihm auch, weil er schon ziemlich bei Jahren, der liebste war. Meine vier Brüder lerneten, nach ihren Belieben, Handwerke, ich aber, weil ich eine besondere Liebe zu den Büchern zeigte, wurde fleißig zur Schule und Privatinformation gehalten, und brachte es soweit, daß in meinem neunzehnten Jahre auf die Universität nach Frankfurt an der Oder ziehen konnte. Ich wollte Jura, mußte aber, auf expressen Befehl meines Vaters, Medicinam, studieren, ohne Zweifel, weil nicht mehr als zwei allbereit sehr alte Medici, oder deutlicher zu sagen, privilegierte Lieferanten des Todes in unserer Stadt waren, die vielleicht ein mehreres an den Verstorbenen, als glücklich kurierten Patienten verdient haben mochten. [...]

Ich machte gute Progressen in meinen Studieren, weiln alle Quartale nur 30 T1. zu vertun bekam, also wenig Debauchen machen durfte, sondern fein zu Hause bleiben und fleißig sein mußte. Doch mein Zustand auf Universitäten wollte sich zu verbessern Miene machen, denn da ich nach anderthalbjährigen Absein die Pfingstferien bei meinen Eltern zelebrierte, fand ich Gelegenheit, bei meinem, zu hoffen habenden Hrn. Schwiegervater mich dermaßen zu insinuieren, daß er als ein Mann, der in der Stadt etwas zu sprechen hatte, ein jährliches Stipendium von 60 Tlr. vor mich herausbrachte, welche ich nebst meinen väterlichen 30 Tlr. auf einem Brette bezahlt, in Empfang nahm, und mit viel freudigern Herzen wieder nach Frankfurt eilete, als vor wenig Wochen davon abgereiset war. Nunmehro meinete ich keine Not zu leiden, führete mich demnach auch einmal als ein rechtschaffener Pursch auf, und gab einen Schmaus vor zwölf bis sechzehn meiner besten Freunde, wurde hierauf von ein und andern wieder zum Schmause invitiert, und lernete recht pursicos leben, das ist, fressen, saufen, speien, schreien, wetzen und dergleichen. Aber! Aber! meine Schmauserei bekam mir wie dem Hunde das Gras, denn als ich einsmals des Nachts ziemlich besoffen nach Hause ging, und zugleich mein Mütlein, mit dem Degen in der Faust, an den unschuldigen Steinen kühlete, kam mir ohnversehens ein eingebildeter Eisenfresser mit den tröstlichen Worten auf den Hals: ›Bärenhäuter steh!‹ Ich weiß nicht was ich nüchterner Weise getan hätte, wenn ich Gelegenheit gesehen, mit guter Manier zu entwischen, so aber hatte ich mit dem vielen getrunkenen Weine doppelte Courage, eingeschlungen, setzte mich also, weil mir der Paß zu Flucht ohnedem verhauen war, in Positur, gegen meinen Feind offensive zu agieren, und legte denselben, nach kurzen Chargieren, mit einem fatalen Stoße zu Boden. Er rief mit schwacher Stimme: ›Bärenhäuter, du hast dich gehalten als ein resoluter Kerl, mir aber kostet es das Leben, Gott sei meiner armen Seele gnädig.‹ Im Augenblicke schien ich ganz wieder nüchtern zu sein, rufte auch niemanden, der mich nach Hause begleiten sollte, sondern schlich viel hurtiger davon, als der Fuchs vom Hühnerhause. Dennoch war es, ich weiß nicht quo fato, herausgekommen, daß ich der Täter sei; es wurde auch stark nach mir gefragt und gesucht, doch meine besten Freunde hatten mich, nebst allen meinen Sachen, dermaßen künstlich versteckt, daß mich in acht Tagen niemand finden, vielweniger glauben konnte, daß ich noch in loco vorhanden sei. Nach Verfluß solcher ängstlichen acht Tage, wurde ich ebenso künstlich zum Tore hinaus praktizieret, ein anderer guter Freund kam mit einem Wagen hintendrein, nahm mich unterweges, dem Scheine nach, aus Barmherzigkeit, zu sich auf den Wagen, und brachte meinen zitternden Körper glücklich über die Grenze, an einen solchen Ort, wo ich weiter sonderlich nichts wegen des Nachsetzens zu befürchten hatte. [...]

reisete in Gottes Namen nach Amsterdam, allwo ich auf dem Schiffe, der Holländische Löwe genannt, meinen Gedanken nach, den kostbarsten Dienst bekam, weiln jährlich auf 600 holländische Gulden Besoldung sichern Etat machen konnte. Mein Vermögen, welches ich ohne meines vorigen Patrons Schaden zusammengescharret, belief sich auf 800 holländ. Fl. selbiges legte meistens an lauter solche Waren, womit man sich auf der Reise nach Ostindien öfters zehn- bis zwanzigfachen Profit machen kann, fing also an ein rechter, wiewohl annoch ganz kleiner, Kaufmann zu werden. Inmittelst führte ich mich sowohl auf dem Schiffe, als auch an andern Orten, dermaßen sparsam und heimlich auf, daß ein jeder glauben mußte: ich hätte nicht zehn Fl. in meinem ganzen Leben, an meiner Herzhaftigkeit und freien Wesen aber hatte niemand das Geringste auszusetzen; weil ich mir von keinem, er mochte sein wer er wollte, auf dem Munde trommeln ließ. Auf dem Cap de bonne esperence, allwo wir genötiget waren, etliche Wochen zu verweilen, hatte ich eine verzweifelte Renkontre, und zwar durch folgende Veranlassung. Ich ging eines Tages von dem Kap zum Zeitvertreib etwas tiefer ins Land hinein, um mit meiner mitgenommenen Flinte ein anständiges Stückgen Wildpret zu schießen, und geriet von ohngefähr an ein, nach dasiger Art ganz zierlich erbautes Lusthaus, so mit feinen Gärten und Weinbergen umgeben war, es schien mir würdig genung zu sein, solches von außen ringsherum zu betrachten, gelangete also an eine halb offenstehende kleine Gartentür, trat hinein und sahe ein gewiß recht schön gebildet, und wohl gekleidetes Frauenzimmer, nach dem Klange einer kleinen Trommel, die ein anderes Frauenzimmer ziemlich taktmäßig spielete, recht zierlich tanzen. Ich merkte daß sie meiner gewahr wurde, jedennoch ließ sie sich gar nicht stören, sondern tanzte noch eine gute Zeit fort, endlich aber, da sie aufgehöret und einer alten Frauen etwas ins Ohr gesagt hatte; kam die letztere auf mich zu, und sagte auf ziemlich gut Holländisch: ›Wohl mein Herr! Ihr habt ohne gebetene Erlaubnis Euch die Freiheit genommen, meiner gnädigen Frauen im Tanze zuzusehen, derowegen verlangt sie zu wissen, wer Ihr seid, nächst dem, daß Ihr deroselben den Tanz bezahlen sollet.‹ [...]

›Madame‹, versetzte ich, ›wenn nur auf diesem Kap noch mehr so schönes Frauenzimmer wie Ihr seid, anzutreffen wäre, so kann ich Euch versichern, daß auch viel junge Europäer hierbleiben würden.‹ ›Was?‹ fragte sie, ›saget Ihr, daß ich schöne sei, und Euch gefalle?‹ ›Ich müßte‹ war meine Antwort: ›keine gesunde Augen und Verstand haben, wenn ich nicht gestünde, daß mir Eure Schönheit recht im Herzen wohlgefällt.‹ ›Wie kann ich dieses glauben?‹ replizierte sie, ›Ihr sagt, daß ich schöne sei, Euch im Herzen wohlgefalle, und küsset mich nicht einmal? da Ihr doch alleine bei mir seid, und Euch vor niemand zu fürchten habt.‹ Ihre artige lispelnde wiewohl unvollkommene holländis. Sprache kam mir so lieblich, der Inhalt der Rede aber, nebst denen charmanten Mienen, dermaßen entzückend vor, daß anstatt der Antwort mir die Kühnheit nahm, einen feurigen Kuß auf ihre purpurroten und zierlich aufgeworfenen Lippen zu drücken, anstatt dieses zu verwehren, bezahlete sie meinen Kuß, mit zehn bis zwölf andern, weil ich nun nichts schuldig bleiben wollte, wechselten wir eine gute Zeit miteinander ab, bis endlich beide Mäuler ganz ermüdet aufeinander liegen blieben, worbei sie mich so heftig an ihre Brust drückte, daß mir fast der Atem hätte vergehen mögen. [...]

Nächst diesen klagte sie über ihres Liebhabers wunderliche Conduite, sonderlich aber über seine zwar willigen, doch ohnmächtigen Liebesdienste, und wünschte aus einfältigen treuem Herzen, daß ich bei ihr an seiner Stelle sein möchte. Sobald ich meine Brünette aus diesem Tone reden hörete, war ich gleich bereit, derselben meine sowohl willigen als kräftigen Bedienungen anzutragen, und vermeinete gleich stante pede meinen erwünschten, wiewohl strafbarn Zweck zu erlangen, jedoch die Heidin war in diesem Stücke noch tugendhafter als ich, indem sie sich scheute, dergleichen auf eine so liederliche Art, und an einem solchen Orte, wo es fast so gut als unter freien Himmel war, vorzunehmen, inmittelst führeten wir beiderseits starke handgreifliche Diskurse, wobei ich vollends so hitzig verliebt wurde, daß beinahe resolviert war, nach und nach Gewalt zu brauchen, alleine, die nicht weniger erhitzte Brünette wußte mich dennoch mit so artigen Liebkosungen zu bändigen, daß ich endlich Raison annahm; weil sie mir teuer versprach, morgende Nacht in ihrem Schlafgemache alles dasjenige, was ich jetzo verlangete, auf eine weit angenehmere und sicherere Art zu vergönnen. [...]

Immittelst hatten wir uns in solchen andächtigen Gesprächen dermaßen vertieft, daß an gar nichts anders gedacht wurde, erschraken also desto heftiger, als der Signor Canengo ganz unvermutet zur Laubhütte, und zwar mit funkelnden Augen eintrat. Er sagte anfänglich kein Wort, gab aber der armen Alten eine dermaßen tüchtige Ohrfeige, daß sie zur Tür hinausflog, und sich etliche Mal überpurzelte. Meine schöne Brünette legte sich zu meiner größten Gemütskränkung vor diesen alten Maulesel auf die Erde, und kroch ihm mit niedergeschlagenem Gesichte als ein Hund entgegen. Doch er war so complaisant, sie aufzuheben und zu küssen. Endlich kam die Reihe an mich, er fragte mit einer imperieusen Miene: Wer mich hieher gebracht, und was ich allhier zu suchen hätte? ›Signor‹ gab ich zur Antwort, ›niemand anders, als das Glücke hat mich von ohngefähr hieher geführet, indem ich ausgegangen, ein und andere kurieuse europäische Waren an den Mann zu bringen.‹ ›Und etwa‹ setzte er selbst hinzu, ›andern ihre Mätressen zu verführen?‹ Ich gab ihm mit einer negligenten Miene zur Antwort: daß dieses eben meine Sache nicht sei. Demnach fragte er die Dame, ob sie die auf dem Tische annoch ausgelegten Waren schon bezahlt hätte? Und da diese mit nein geantwortet, griff er in seine Tasche, legte mir sechs Dukaten auf den Tisch, und zwar mit diesen Worten: ›Nehmet diese doppelte Bezahlung, und packet Euch zum Teufel, lasset Euch auch nimmermehr bei dieser Dame wieder antreffen, wo Euch anders Euer Leben lieb ist.‹ [...]

Er sahe mich trefflich über die Achsel an, die Koller aber lief Fingers dicke auf, er legte die Hand an den Degen, und stieß die heftigsten Schimpfworte gegen mich aus. Meine Courage kriegte hierbei die Sporen, wir zohen fast zu gleicher Zeit vom Leder, und tummelten uns vor der Hütte weidlich miteinander herum, doch mit dem Unterschiede, daß ich ihm mit einem kräftigen Hiebe den rechten Arm lähmete, und deren noch zweie auf dem Schädel versetzte. Ich tat einen Blick nach der Dame, welche in Ohnmacht gesunken war, da ich aber vermerkte, daß Canengo sich absentierte, und in hottentottischer Sprache vielleicht Hülfe schrie, nahm ich meine im Grase verdeckt liegende Flinte, warf noch ein paar Laufkugeln hinein, und eilete durch eine gemachte Öffnung der Palisaden, womit der Garten umsetzt war, des Weges nach meinem Quartiere zu. [...]

Anfangs lief ich ziemlich hurtig, hernachmals aber tat meine ordentlichen Schritte, wurde aber gar bald inne: daß mich zwei Hottentotten, die so geschwinde als Windspiele laufen konnten, verfolgten, der vorderste war kaum so nahe kommen, daß er sich seiner angebornen Geschicklichkeit gegen mich gebrauchen konnte, als er mit seiner Zagaye, welches ein mit Eisen beschlagener, vorn sehr spitziger Wurfspieß ist, nach mir schoß, zu großen Glück aber, indem ich eine hurtige Wendung machte, nur allein meine Rockfalten durchwarf. Weil der Spieß in meinen Kleidern hangen blieb, mochte er glauben, mich getroffen zu haben, blieb derowegen sowohl als ich stillestehen, und sahe sich nach seinen Kameraden um, welcher mit eben dergleichen Gewehr herzueilete. Doch da allbereit wußte, wie akkurat diese Unfläter treffen können, wollte dessen Annäherung nicht erwarten, sondern gab Feuer, und traf beide in einer Linie so glücklich, daß sie zu Boden fielen, und wunderliche Kolleraturen auf dem Erdboden machten. Ich gab meiner Flinte eine frische Ladung und sahe ganz von weiten noch zwei kommen. Ohne Not standzuhalten, wäre ein großer Frevel gewesen, derowegen verfolgte, unter sehr öftern Zurücksehen, den Weg nach meinem Quartiere, gelangete auch, ohne fernern unglücklichen Zufall, eine Stunde vor Abends daselbst an. Ohne Zweifel hatten meine zwei letztern Verfolger, bei dem traurigen Verhängnisse ihrer Vorläufer, einen Ekel geschöpft, mir weiter nachzueilen. [...]

Es wurde noch selbigen Tages, des redlichen Kapitäns Mutmaßungen gemäß, nicht ein geringes Lärmen wegen dieser Affäre, man hatte mich als den Täter dermaßen akkurat beschrieben, daß niemand zweifelte, Monsieur Wolfgang sei derjenige, welcher den Signor Canengo, als er von ihm bei seiner Mätresse erwischt worden, zuschanden gehauen, zweien Hottentotten tödliche Pillen eingegeben, und welchen der Gouverneur zur exemplarischen Bestrafung per force ausgeliefert haben wollte. Jedoch der redliche Kapitän vermittelte die Sache dergestalt glücklich, daß wir einige Tage hernach ohne die geringste Hindernis von dem Kap absegeln, und unsere Straße nach Ostindien fortsetzen konnten. Ich weiß ganz gewiß, daß er dem Gouverneur meiner Freiheit und Sicherheit wegen ein ansehnliches Präsent gemacht, allein, er hat gegen mich niemals etwas davon gedacht, vielweniger mir einen Stüver Unkosten abgefordert, im Gegenteil, wie ich ferner erzählen werde, jederzeit die größte Konsideration vor mich gehabt. [...]

Die Ankunft auf der Insel

Ich wußte mich vor Freuden fast nicht zu lassen, als ich diesen vor meine Person so glücklichen Ort nur von ferne erblickte, ohngeacht ich nichts wahrnehmen konnte, als einen ungeheuern aufgetürmten Steinklumpen, welcher auch, je näher wir demselben kamen, desto fürchterlicher schien, doch weil mir der Kapitän ingeheim allbereits eine gar zu schöne Beschreibung darvon gemacht hatte, bedünktenIch wußte mich vor Freuden fast nicht zu lassen, als ich diesen vor meine Person so glücklichen Ort nur von ferne erblickte, ohngeacht ich nichts wahrnehmen konnte, als einen ungeheuern aufgetürmten Steinklumpen, welcher auch, je näher wir demselben kamen, desto fürchterlicher schien, doch weil mir der Kapitän ingeheim allbereits eine gar zu schöne Beschreibung darvon gemacht hatte, bedünkten [...]

Es war am 12. Novemb. 1725 allbereit nach Untergang der Sonnen, da wir in behöriger Weite vor dem Felsen die Anker sinken ließen, weil sich der Kapitän vor den ihm ganz wohlbekannten Sandbänken hütete. Sobald dieses geschehen, ließ er kurz aufeinander drei Kanonschüsse tun, und bald hernach drei Raketen steigen. Nach Verlauf einer Vierteilsstunde mußten abermals drei Kanonen abgefeuert, und bei jedem zwei Raketen gezündet werden, da denn alsofort von dem Felsen mit dreien Kanonenschüssen geantwortet wurde, worbei zugleich drei Raketen gegen unser Schiff zugezogen kamen, welches bei denen, so keinen Bescheid von der Sache hatten, eine ungemeine Verwunderung verursachte. Der Kapitän aber ließ noch sechs Schüsse tun, und bis gegen Mitternacht alle Viertelstunden eine Rakete steigen, auch Lustkugeln und Wasserkegel in die See spielen, da denn unsern Raketen allezeit andere von dem Felsen entgegenkamen, um Mitternacht aber von beiden Seiten mit drei Kanonenschüssen beschlossen wurde. [...]

Der Kapitän, so die drei Angekommenen sehr wohl kennete, umarmete und küssete einen nach dem andern, worauf er nach kurzgefasseten Gruße sogleich fragte: Ob der Altvater annoch gesund lebte? Sie beantworteten dieses mit ja, und baten, er möchte doch alsofort nebst uns allen zu ihm hinaufsteigen. Allein der Kapitän versetzte: »Meine liebsten Freunde! ich will die bei mir habenden Leute nicht zur Nachtszeit in diesen Lustgarten der Welt führen, sondern erwarten, bis morgen, so Gott will, die Sonne zu unsern frohen Einzuge leuchtet, und uns denselben in seiner natürlichen Schönheit zeiget. Erlaubet uns solches«, fuhr er fort, »und empfanget zuvörderst diesen Euren Blutsfreund Eberhard Julium, welchen ich aus Teutschland mit anhero geführet habe.« Kaum hatte er diese Worte gesprochen, als sie vor Freuden in die Höhe sprungen, und einer nach dem andern mich umfingen und küsseten. [...]

Sobald wir aber dem Allmächtigen unser erstes Opfer auf dieser Insul gebracht, setzten wir die Füße weiter, nach dem, auf einem grünen Hügel, fast mitten in der Insul liegenden Hause zu, worinnen Albertus Julius, als Stammvater und Oberhaupt aller Einwohner, sozusagen, residierte. Es ist unmöglich dem geneigten Leser auf einmal alles ausführlich zu beschreiben, was vor Annehmlichkeiten uns um und um in die Augen fielen, derowegen habe einen kleinen Grundriß der Insul beifügen wollen, welchen diejenigen, so die Geometrie und Reißkunst besser als ich verstehen, passieren zu lassen, gebeten werden, denn ich ihn nicht gemacht habe, etwa eine eingebildete Geschicklichkeit zu zeigen, sondern nur dem kurieusen Leser eine desto bessere Idee von der ganzen Landschaft zu machen. Jedoch ich wende mich ohne weitläuftige Entschuldigungen zu meiner Geschichtserzählung, und gebe dem geneigten Leser zu vernehmen: daß wir fast eine Meilwegs lang zwischen einer Allee, von den ansehnlichsten und fruchtbarsten Bäumen, die recht nach der Schnur gesetzt waren, fortgingen, welche sich unten an dem ziemlich hoch erhabenen Hügel endigte, worauf des Alberti Schloß stund. Doch etwa dreißig Schritte lang vor dem Ausgange der Allee, waren die Bäume dermaßen zusammengezogen, daß sie oben ein rechtes europäisches Kirchengewölbe formierten, und anstatt der schönsten Sommerlaube dieneten. [...]

Ich wüßte nicht Worte genung zu ersinnen, wenn ich die zärtliche Bewillkommung, und das innige Vergnügen des Albert Julii und der Seinigen vorstellen sollte. Mich drückte der ehrliche Alte aus getreuem Herzen dermaßen fest an seine Brust, daß ich die Regungen des aufrichtigen Geblüts sattsam spürte, und eine lange Weile in seinen Armen eingeschlossen bleiben mußte. Hierauf stellete er mich als ein Kind zwischen seinen Schoß, und ließ alle Gegenwärtigen, sowohl klein als groß herzurufen, welche mit Freuden kamen und den Bewillkommungskuß auf meinen Mund und Hand drückten. [...] Von dar ließ sich Albert Julius auf einem Tragsessel in seinen angelegten großen Garten tragen, wohin wir ingesamt nachfolgeten, und uns über dessen annehmliche, nützliche und künstliche Anlegung nicht wenig verwunderten. Denn diesen Garten, der ohngefähr eine vierteils teutsche Meile lang, auch ebenso breit war, hatte er durch einen Kreuzweg in vier gleiche Teile abgeteilet, in dem ersten Quartier nach Osten zu, waren die auserlesensten fruchtbaren Bäume, von mehr als hundert Sorten, das zweite Quartier gegen Süden, hegte vielerlei schöne Weinstöcke, welche teils rote, grüne, blaue, weiße und anders gefärbte extraordinär große Trauben und Beeren trugen. Das dritte Quartier, nach Norden zu, zeigte unzählige Sorten von Blumengewächsen, und in dem vierten Quartiere, dessen Ecke auf Westen stieß, waren die allernützlichsten und delikatesten Küchenkräuter und Wurzeln zu finden. [...]

Wir hatten schon gezweifelt, daß wir binnen vier bis fünf Tagen alle Sachen heraufzubringen vermögend sein würden, und sonderlich stelleten wir uns das Aufreißen der großen Packe und Schlagfässer sehr mühsam vor, wußten aber nicht, daß die Einwohner der Insul, an einem verborgenen Orte der hohen Felsen, zwei vortrefflich starke Winden hatten, durch deren Force wohl ein ganzer Frachtwagen auf einmal hätte hinaufgezogen werden können. [...] Andere, da sie merkten, daß wir unsere Sachen gern vollends hinauf in des Alberti Wohnhaus geschafft haben möchten; brachten sofort ganz bequeme Rollwagen herbei, luden auf, was wir zeigten, spanneten zahmgemachte Affen und Hirsche vor, diese zohen es mit Lust den Hügel hinauf, ließen auch nicht eher ab, bis alles unter des Alberti Dach gebracht war. [...]

Nachmittags wurde abermals ordentlicher Gottesdienst und Katechismusexamen gehalten, welches über vier Stunden lang währete, und hätten, nebst Herrn M. Schmeltzern, wir Einkömmlinge nimmermehr vermeinet dieses Orts Menschen anzutreffen, welche in den Glaubensartikuln so trefflich wohl unterrichtet wären, wie sich doch zu unseren größten Vergnügen sowohl junge als Alte finden ließen. [...]

Bericht des Herrn der Insel

»Ich Albertus Julius, bin anno 1628 den 8. Januar von meiner Mutter Maria Elisabetha Schlüterin zur Welt geboren worden. Mein Vater, Stephanus Julius, war der unglückseligste Etatsbediente eines gewissen Prinzen in Teutschland, indem er in damaliger heftiger Kriegsunruhe seines Herren Feinden in die Hände fiel, und weil er seinem Fürsten, vielweniger aber seinem Gott ungetreu werden wollte, so wurde ihm unter dem Vorwande, als ob er, in seinen Briefen an den Fürsten, den Respekt gegen andere Potentaten beiseit gesetzt, der Kopf ganz heimlicher und desto mehr unschuldiger Weise vor die Füße gelegt, mithin meine Mutter zu einer armen Wittbe, zwei Kinder aber zu elenden Waisen gemacht. Ich ging dazumal in mein sechstes, mein Bruder Johann Balthasar aber, in sein viertes Jahr, weiln wir aber unsern Vater, der beständig bei dem Prinzen in Campagne gewesen, ohnedem sehr wenig zu Hause gesehen hatten, so war unser Leidwesen, damaliger Kindheit nach, nicht also beschaffen, als es der jämmerlich starke Verlust, den wir nachhero erstlich empfinden lerneten, erforderte, obschon unsere Mutter ihre Wangen Tag und Nacht mit Tränen benetzte. [...]

»Wir hielten eine dermaßen glückliche Fahrt, dergleichen sich wenig Seefahrer zur selben Zeit, getan zu haben, rühmten. Indem das Vorgebürge der guten Hoffnung sich allbereit von ferne erblicken ließ, ehe wir noch das allergeringste von Regen, Sturm, und Ungewitter erfahren hatten. Der Kapitän des Schiffs machte uns Hoffnung, daß wir aufs längste in drei oder vier Tagen daselbst anländen, und etliche Tage auf dem Lande ausruhen würden. Allein die Rechnung war ohne den Wirt gemacht, und das Verhängnis hatte ganz ein anderes über uns beschlossen, [...]

Immittelst ist es etwas Nachdenkliches, daß dazumal auf dieser Insul unter uns vier Personen, die drei Hauptsekten des christlichen Glaubens anzutreffen waren, weil Mons. van Leuven, und seine Frau der reformierten, ich Albert Julius, als ein geborner Sachse, der damals sogenannten lutherischen, und Lemelie, als ein Franzose, der römischen Religion des Pabsts beipflichteten. Die beiden Eheleute und ich konnten uns im Beten und Singen ganz schön vereinigen, indem sie beide ziemlich gut teutsch verstunden und redeten; Lemelie aber, der doch fast alle Sprachen, außer den gelehrten Hauptsprachen, verstehen und ziemlich wohl reden konnte, hielt seinen Gottesdienst von uns abgesondert, in selbst erwählter Einsamkeit, worinnen derselbe bestanden, weiß ich nicht, denn solange wir mit ihm umgegangen, hat er wenig Gottgefälliges an sich merken lassen. [...]

Zeichen von fremdem Leben auf der Insel

Allein ich habe Zeit meines Lebens keine ängstlichere Nacht als diese gehabt. Denn etwa um Mitternacht, da ich selbst nicht wußte ob ich schlief oder wachte, erschien mir ein langer Mann, dessen weißer Bart fast bis auf die Knie reichte, mit einem langen Kleide von rauchen Tierhäuten angetan, der auch dergleichen Mütze auf dem Haupte, in der Hand aber eine große Lampe mit vier Dachten hatte, dergleichen zuweilen in den Schiffslaternen zu brennen pflegen. Dieses Schreckensbild trat gleich unten zu meinen Füßen, und hielt mir folgenden Sermon, von welchen ich noch bis diese Stunde, wie ich glaube, kein Wort vergessen habe: ›Verwegner Jüngling! was wilstu dich unterstehen diejenige Wohnung zu verschütten, woran ich viele Jahre gearbeitet, ehe sie zu meiner Bequemlichkeit gut genung war. Meinestu etwa das Verhängnis habe dich von ohngefähr in den Graben gestoßen, und vor die Tür meiner Höhle geführet? Nein keineswegs! Denn weil ich mit meinen Händen acht Personen auf dieser Insul aus christlicher Liebe begraben habe, so bistu auserkoren meinem vermoderten Körper eben dergleichen Liebesdienst zu erweisen. Schreite derowegen ohne alle Bekümmernis gleich morgenden Tages zur Sache, und durchsuche diejenige Höhle ohne Scheu, welche du gestern mit Grausen verlassen hast, woferne dir anders deine zeitliche Glückseligkeit lieb ist. Wisse auch, daß der Himmel etwas Besonderes mit dir vorhat. Deine Glückseligkeit aber wird sich nicht eher anheben, bis du zwei besondere Unglücksfälle erlitten, und diesem deinen Schlafgesellen, zur bestimmten Zeit den Lohn seiner Sünden gegeben hast. Merke wohl was ich dir gesagt habe, erfülle mein Begehren, und empfange dieses Zeichen, um zu wissen, daß du nicht geträumt hast.‹ [...]

Ankommender Freund! wer du auch bist Wenn dich vielleicht das wunderliche Schicksal in diese wunderbare Behausung wunderbarerweise führen wird, so erstaune nicht allzusehr über die unvermutete Erblickung meines Gerippes, sondern gedenke, daß du nach dem Fall der ersten Eltern eben dem Schicksal, und eben der Sterblichkeit unterworfen bist. Im übrigen laß das Überbleibsel meines Leibes nicht unbegraben liegen, denn weil ich gestorben bin, habe ich mich Verstorbenen nicht selbst begraben können. Einen Christen wo du anders ein Christ, oder zum wenigsten ein Mensch bist, stehet zu einen Christen ehrlich zur Erde zu bestatten, Da ich mich in meinem ganzen Leben bestrebt, daß ich an Christum gläubte, Christo lebte, und endlich Christo stürbe. Du wirst vor deine geringe Arbeit eine große Belohnung erhalten. Denn wenn dir das Glücke, dasjenige, was es mir seit vielen Jahren her verweigert hat, widerfahren lässet, nämlich, daß du dich wieder zu der abgesonderten Gesellschaft der Menschen gesellen könntest; So wirstu dir eine kostbare Belohnung zu versprechen, und dieselbe aus dieser Höhle mit hinwegzunehmen haben. Wenn du aber so, wie ich, gezwungen bist, in dieser Einsamkeit als ein Einsiedler dem Tode entgegenzusehen; so werden doch einige merkwürdige Schriften, die in meinem in Stein gehauenen Sessel verborgen liegen, dir vielleicht erfreulich und nützlich sein. Wohlan! Nimm dieselben mit dankbaren Herzen an, der gütige Himmel mache dich beglückt, und zwar glücklicher als mich, wiewohl ich mich niemals vor recht unglücklich geschätzt habe. Lebe wohl ankommender Freund! Lebe wohl, höre meine Bitte, begrabe mich, Und glaube, daß Gott, welchem ich gedienet, geben wird: Daß du wohl lebest. Die Zeilen auf der kleinen Tafel, bedeuten in teutscher Sprache soviel: Ich bin geboren den 9. Aug. 1475. Auf diese Insul gekommen, den 14. Nov. 1514. Ich empfinde, daß ich altershalber in kurzer Zeit sterben werde, ohngeacht ich weder Krankheit noch einige Schmerzen empfinde. Dieses habe ich geschrieben am 27. Jun. 1606. Ich lebe zwar noch, bin aber dem Tode sehr nahe, d. 28. 29. und 30. Jun. und noch d. 1. Jul. 2. 3. 4. [...]

Das Geständnis des Kapitäns Lemelie

Wisset sagte er, daß ich aus einem der allervornehmsten Geschlechte in Franckreich entsprossen bin, welches ich, indem es mich als einen rechten Greuel der Tugenden erzeuget, nicht einmal nahmhafft machen will. Ich habe in meinem 18den Jahre meine leibliche Schwester genothzüchtiget, und nachhero, da es ihr gefiel, in die 3. Jahr Blut-Schande mit derselben getrieben. Zwey Huren-Kinder, die binnen der Zeit von ihr kamen, habe ich ermordet, und in Schmeltz-Tiegeln als eine besondere kostbare Massam zu Asche verbrannt. Mein Vater und Mutter entdeckten mit der Zeit unsere abscheuliche Blutschande, liessen sich auch angelegen seyn, eine fernere Untersuchung unsers Lebens anzustellen, doch weil ich alles bey Zeiten erfuhr, wurden sie beyde in einer Nacht durch beygebrachtes Gifft in die andere Welt geschickt. Hierauff wolten meine Schwester und ich als Ehe-Leute, unter verwechselten Nahmen, nach Spanien oder Engelland gehen, allein eine andere wollüstige Hure zohe meine gestilleten Begierden vollends von der Schwester ab, und auf sich, weßwegen meine um Ehre, Gut und Gewissen betrogene Schwester, sich nebst ihrer dritten von mir tragenden Leibes-Frucht selbst ermordete, denen Gerichten aber ein[213] offenhertziges Bekänntniß, meiner und ihrer Schand und Mordthaten, schrifftlich hinterließ, ich aber hatte kaum Zeit, mich, nebst meiner neu erwehlten Hure, und etlichen kostbaren Sachen, unter verstellter Kleidung und Nahmen, aus dem Lande zu machen. – – Hier wolte dem Bösewicht auch seine eigene schändliche Zunge den Dienst versagen, weßwegen ich, selbige zu stärcken, ihm noch einen Becher Palmen-Safft reichen muste, worauff er seine Rede also fortsetzte:

Ich weiß und mercke sagte er, daß ich nicht eher sterben kan, biß ich auch den sterblichen Menschen den meisten Theil meiner schändlichen Lebens-Geschicht offenbaret habe, wisset demnach, daß ich in Engelland, als wohin ich mit meiner Hure geflüchtet war, nicht allein diese, wegen ihrer Untreue, sondern nebst derselben 19. Seelen allein durch Gifft hingerichtet habe.

Indessen aber hatte mich doch am Englischen Hofe, auf eine ziemliche Stuffe der Glückseligkeit gebracht, allein mein Ehrgeitz und ausschweiffende Wollust stürtzten den auf üblen Grunde ruhenden Bau, meiner zeitlichen Wohlfarth gar bald darnieder, so daß ich unter abermals verwechselten Nahmen und in verstelleter Kleidung, als ein Boots-Knecht, sehr arm und elend aus Engelland abseegeln muste.

Ein gantz besonderes Glücke führete mich endlich auf ein Holländisches Caper-Schiff, und machte nach und nach aus mir einen ziemlich erfahrnen See-Mann, allein wie ich mich durch Gifft-mischen, Meuchel-Mord, Verrätherey und andere[214] Rancke mit der Zeit biß zu dem Posten eines Capitains erhoben, ist wegen der kurtzen Frist, die ich noch zu leben habe, unmöglich zu erzehlen. Der letztere Sturm, dergleichen ich noch niemals, ihr aber nebst mir ausgestanden, hätte mich bey nahe zur Erkäntniß meiner Sünden gebracht, allein der Satan, dem ich mich bereits vor etlichen Jahren mit Leib und Seele verschrieben, hat mich durchaus nicht dahin gelangen lassen, im Gegentheil mein Hertze mit immerwährenden Boßheiten angefüllet. – – Er forderte hierbey nochmals einen Trunck Palmen-Safft, tranck, sahe hierauff die Concordia mit starren Augen an, und sagte: Bejammerns-würdige Concordia! Nehmet den Himmel zu einem Artzte an, indem ich eure noch nicht einmal verblutete Hertzens-Wunde von neuen aufreisse, und bekenne: daß ich gleich in der ersten Minute, da eure Schönheit mir in die Augen gefallen, die verzweiffeltesten Anschläge gefasset, eurer Person und Liebe theilhafftig zu werden. Mehr als 8. mal habe ich noch auf dem Schiffe Gelegenheit gesucht, euren seeligen Gemahl mit Giffte hinzurichten: doch da er ohne eure Gesellschafft selten gegessen oder getruncken hat, euer Leben aber, mir allzukostbar war, sind meine Anstalten jederzeit vergeblich gewesen. Oeffentlich habe niemals mit ihm anzubinden getrauet, weil ich wol gemerckt, daß er mir an Hertzhafftigkeit überlegen, und ihn hinterlistiger Weise zu ermorden, wolte auch lange Zeit nicht angehen, da ich befürchten muste, daß ihr deßwegen einen tödtlichen Haß auf mich werffen möchtet. Endlich aber gab mir der Teuffel und meine verfluchte[215] Begierde, bey ersehener Gelegenheit die Gedancken ein, euren seeligen Mann von der Klippe herunter zu stürtzen. – – – Concordia wolte bey Anhörung dieser Beichte ohnmächtig werden, jedoch der wenige Rest einer bey sich habenden, balsamischen Artzeney, stärckte sie, nebst meinem zwar ängstlichen doch kräfftigen Zureden, dermassen, daß sie das Ende dieser jämmerlichen und erschrecklichen Geschicht, mit ziemlicher Gelassenheit vollends abwarten konte.

Lemelie fuhr demnach im reden also fort: Euer Ehe-Mann, Concordia! kam, indem er ein schönes Morgen-Lied sang, die Klippe hinauff gestiegen, und erblickte mich Seitwarts mit der Flinte im Anschlage liegen. Er erschrack hefftig, ohngeacht ich nicht auf ihn, sondern nach einem gegen mir über sitzenden Vogel zielete, dem er mit seiner Ankunfft verjagte. Wiewohl mir nun der Teuffel gleich in die Ohren bließ, diese schöne Gelegenheit, ihn umzubringen, nicht vorbey streichen zu lassen, so war doch ich noch listiger, als hitzig, warff meine Flinte zur Erden, eilete und umarmete den van Leuven, und sagte: Mein edler Freund, ich spüre daß ihr vielleicht einen bösen Verdacht habt, als ob ich nach eurem Leben stünde; Allein entweder lasset selbigen fahren, oder erschiesset mich auf der Stelle, denn was ist mir mein verdrießliches Leben ohne eure Freundschafft auf dieser einsamen Insul sonsten nütze. Van Leuven umarmete und küssete mich hierauff gleichfalls, versicherte mich seiner aufrichtigen und getreuen Freundschafft, setzte auch viele gute Vermahnungen hinzu, vermöge deren ich mich in Zukunfft[216] tugendhaffter und Gottesfürchtiger aufführen möchte. Ich schwur ihm alles zu, was er vermuthlich gern von mir hören und haben wolte, weßwegen wir dem äuserlichen Ansehen nach, auf einmal die allerbesten Freunde wurden, unter den vertraulichsten Gesprächen aber lockte ich ihn unvermerckt auf den obersten Gipffel des Felsens, und zwar unter dem Vorwande, als ob ich ein von ferne kommendes Schiff wahrnähme, da nun der höchsterfreute van Leuven, um selbiges zu sehen, auf die von mir angemerckte gefährlichste Stelle kam, stürtzte ich ihn mit einem eintzigen stosse, und zwar an einem solchen Orthe hinab, wo ich wuste, daß er augenblicklich zerschmettern muste. Nachdem ich seines Todes völlig versichert war, gieng ich mit zittern zurücke, weil mir die Worte seines gesungenen Morgen Liedes:

Nimmstu mich, GOTT in deine Hände,
So muß gewiß mein Lebens Ende
Den Meinen auch zum Trost gedeyhn,
Es mag gleich schnell und kläglich seyn.

gar nicht aus den Gedancken fallen wolten, biß der Teuffel und meine unzüchtigen Begierden mir von neuen einen Muth und, wegen meines künfftigen Verhaltens, ferner Lehren einbliesen. Jedoch, sprach er mit seufftzender und heiserer Stimme: mein Gottes-und Ehrvergessenes Aufführen kan euch alles dessen nachdrücklicher und besser überzeugen, als mein beschwerliches Reden. Und Mons. Albert, euch war der Todt ebenfalls schon vorlangst geschworen, insoweit ihr euch als einen Verhinderer meines Vergnügens angeben, und mir nicht als einem[217] Befehlshaber gehorchen würdet, jedoch das Verhängniß hat ein anders beschlossen, indem ihr mich wiewol wieder euren willen tödtlich verwundet habt. Ach machet derowegen meiner zeitlichen Marter ein Ende, rächet eure Freunde und euch selbst, und verschaffet mich durch den letzten Todes-Stich nur bald in das vor meine arme Seele bestimmte Quartier zu allen Teuffeln, denn bey GOTT ist vor dergleichen Sünder, wie ich bin, weder Gnade noch Barmhertzigkeit zu hoffen.

Hiermit blieb er stille liegen. Concordia aber und ich setzten allen unseren anderweitigen Jammer bey Seite, und suchten des Lemelie Seele durch die trostreichsten Sprüche aus des Teufels Rachen zu reissen. Allein, seine Ohren waren verstopfft, und ehe wir uns dessen versahen, stach er sich, mit einem bey sich annoch verborgen gehaltenen Messer, in etlichen Stichen das Hertze selbst vollends ab, und bließ unter gräßlichen Brüllen seine ohnfehlbar ewig verdammte Seele aus. Concordia und ich wusten vor Furcht, Schrecken und überhäuffter Betrübniß nicht, was wir anfänglich reden oder thun solten, doch, nachdem wir ein paar Stunden vorbey streichen lassen, und unsere Sinnen wieder in einige Ordnung gebracht hatten, schleppte ich den schändlichen Cörper bey den Beinen an seinen Ort, und begrub ihn als ein Vieh, weil er sich im Leben noch viel ärger als ein Vieh aufgeführet hatte.

Das war also eine zwar kurtze, doch mehr als Erstaunens-würdige Nachricht von dem schändlichen Leben, Tode und Begräbniß eines solchen[218]Menschen, der der Erden eine verfluchte unnütze Last, dem Teuffel aber eine desto nützlichere Creatur gewesen. Welcher Mensch, der nur ein Füncklein Tugend in seiner Seelen heget, wird nicht über dergleichen Abschaum aller Laster erstaunen, und dessen durchteuffeltes Gemüthe verfluchen? Ich vor meine Person hatte recht vom Glücke zu sagen, daß ich seinen Mord-Streichen, noch so zu sagen, mit blauen Augen entkommen war, wiewohl ich an meinen empfangenen Wunden, die, wegen der sauren Arbeit bey dem Begräbnisse dieses Höllenbrandes, starck erhitzt wurden, nachhero Angst und Schmertzen genung auszustehen hatte.

(Text nach: Wunderliche Fata einiger See-Fahrer bei zeno.org)

Aufgaben zur Bearbeitung

  1. Welche Argumente lassen sich dafür anführen, dass Insel Felsenburg ein utopischer Roman ist?

Zum Geständnis des Kapitäns Lemelie

  1. Wie erklärt sich das Geständnis der Kapitäns, der sich doch angeblich dem Teufel verschrieben hat und keinerlei Reue darüber empfindet?
  2. Warum spricht er von seinen Kindern als Huren-Kindern?
  3. Warum spricht er von "genothzüchtigt" und "abscheuliche[r] Blutschande", wo er doch angeblich bedenkenlos seiner Lust nachgegeben hatte?
  4. Warum verschweigt er den Namen des "allervornehmsten" Geschlechts, das ihm doch sein Selbstbewusstsein gegeben haben muss?

Literatur

  • Gerhard Dünnhaupt: Johann Gottfried Schnabel. In: Bibliographisches Handbuch zu den Drucken des Barock, Bd. 5. Stuttgart: Hiersemann 1991, S. 3686-3695 (mit Literaturverzeichnis). ISBN 3-7772-9133-1
  • Günter Dammann: Über J. G. Schnabel. Spurensuche, die Plots der Romane und die Arbeit am Sinn. In: Johann Gottfried Schnabel: Insel Felsenburg. Wunderliche Fata einiger Seefahrer. Anhang. Frankfurt am Main: Zweitausendeins 1997 (Haidnische Alterthümer), 313 Seiten. ISBN 3-86150-171-6
  • Arno Schmidt: Herrn Schnabels Spur. Vom Gesetz der Tristaniten. In: Arno Schmidt: Bargfelder Ausgabe, Werkgruppe II, Band 1, S. 235-264. Haffmans, Zürich 1990. ISBN 3-251-80021-3 (zuerst: 1958)
  • Fritz Brüggemann: Utopie und Robinsonade. Untersuchungen zu Schnabels Insel Felsenburg (1731–1743). A. Duncker, Weimar 1914; Reprografie: Gerstenberg, Hildesheim 1978, ISBN 3-8067-0636-0.

Textausgaben

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