Konflikt

aus ZUM-Wiki, dem Wiki für Lehr- und Lerninhalte auf ZUM.de
Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Das Thema im Unterricht

Unterrichtsmodelle

Unterrichtsmaterial

  • Lied: Reinhard Mey, „Irgendein Depp bohrt irgendwo ...“ , von der CD „Leuchtfeuer“, Intercord Tonträger GmbH, 1996.
  • Streitschlichtungsprogramm
Phasen des Schlichtungsgesprächs, Schlichterausbildung, etc.

Phänomenologische Herangehensweise an das Thema Konflikte

→ Phänomenologische Methode

Enttäuschungen

„Das intentionale Bewusstsein vollzieht fortwährend Seinssetzungen, d.h., bestimmte Gegenstände oder deren Eigenschaften gelten ihm als seiend. Diese ‚Seinsgeltung’ ist aber etwas grundsätzlich Unbeständiges.“ (Held, Klaus: Einleitung, in Edmund Husserl: „Die phänomenologische Methode“, Ausgewählte Texte I. Stuttgart, 1985) Während der Phase der Konfliktsituation werden durch schnelles und spontanes Agieren und Reagieren sehr oft falsche Seinssetzungen vollzogen. Diese führen bei einer Analyse der Situation zu einer Enttäuschung. „Jede Enttäuschung führt [...] immer nur zu einem ‚nicht so, sondern anders’, niemals aber zu einem völligen Nichts.“ (ebd.) Enttäuschungen bieten also die Möglichkeit der Revidierung der Meinung über Konfliktpartner und Konfliktsituation.

Beispiel 1

Im Unterricht ist es daher möglich, bewusst solche Enttäuschungen herbeizuführen, indem z.B. mehrdeutig auslegbare Informationen über Konfliktparteien zur Verfügung gestellt werden. Die Schüler werden schrittweise bis zum Aufdecken ihres Irrtums bzw. der Mehrdeutigkeit vom Lehrer begleitet. Als Mittel zur Protokollierung der Analysetätigkeit bietet sich ein Diktiergerät an.

Beispiel 2

In engem Zusammenhang mit dieser Übung steht die Reflexion über Vorurteile , die wesentlich durch das Aufeinandertreffen von Erwartungs- und Erfahrungshorizont gekennzeichnet wird. Den Schülern werden verschiedene Bilder von unterschiedlichen Menschen vorgelegt, bei denen es entweder sich um Personen aus Zeitungen/Zeitschriften oder aus dem Bekanntenkreis des Lehrers handelt. Dieser hat mehr Informationen über die Menschen als nur die Bilder. Doch zunächst schreibt jeder Schüler zu einem oder mehreren Bildern seiner Wahl einen Lebenslauf. Jene werden im Podium vorgestellt und Merkmale zusammengetragen, die rein Äußerlich Aufschluss über die Person geben. Anschließend gibt der Lehrer die tatsächlichen Lebensgeschichten der beschriebe-en Personen preis. Die Schüler reflektieren ihre Vorstellungen und ihre Urteile über ihnen fremde Menschen. Der Prozessablauf dieser Reflexionen wird wie bereits in Beispiel 1 wieder mittels Diktiergerät festgehalten und einem kurzen Text über die Stationen ihres Irrtums abgeschlossen.

Beispiel 3

Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Klasse in zwei Gruppen aufzuteilen. Im Rollenspiel stellt jede Gruppe eine Konfliktpartei dar und erhält unterschiedliche Informationen bezüglich eines Beispielkonfliktes. Beide vertreten argumentativ ihre Standpunkte. Am Ende dieser Übung zur verzögerten Wahrnehmung wird darüber gesprochen, weshalb beide Gruppen unterschiedliche Informationen bekamen und welche Konsequenzen sich daraus für die Diskussion ergaben.


Siehe auch