Krieg

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Inhaltsverzeichnis

Antikriegstag

WeltfriedenstagWikipedia-logo.png oder Antikriegstag (Gedenktag):

  • in der Bundesrepublik Deutschland: 1. September (seit 1966)
  • in der katholischen Kirche: 1. Januar (seit 1968)
  • "Internationaler Tag des Friedens" der Vereinten Nationen (UNO): 21. September (seit 1981).

Musik:

  1. "Give Peace a Chance" (von John LennonWikipedia-logo.png: Songtext + Video)

Denkanstöße

Nach dem Congressional Research Service flossen an direkten militärischen Kosten allein in den Irak-Krieg mehr als 700 Milliarden Dollar.
Bislang unterstützt die Mehrheit der Dänen den Afghanistan- Einsatz ihrer Armee. Der Dokumentarfilm "Armadillo" könnte einen Stimmungswandel auslösen: Ungeschminkt zeigt er die Verrrohung der jungen Soldaten an der Front, dem Ort, der Angst und Schrecken auslöst.
Was es heißt, wenn Krieg zum modernen Medienereignis mutiert, beschrieb Paul Virilio, der den Begriff prägte: Krieg in Echtzeit. Das ist ein Krieg, den wir uns vom Bett aus im Fernsehen anschauen können. So erleben wir zugleich den Aufruf zum "reinen Krieg", der eine Art modernes Wunder bewirkt, nämlich einen Kampf, bei dem es kaum eine echte Berührung mit dem Feind gibt. Wunderwerkzeuge gestatten eine Ausübung des Gewaltmonopols wie in keiner anderen Epoche der Kriegsgeschichte.
Wohlfeile Empörung allerorten. Wenig Phantasie, wenig Gedächtnis kennzeichnen die Schlagzeilen. Krieg ist Grauen an sich, es gibt keine Greueltaten die nicht systematisch im Wesen eines Krieges angelegt sind. Wir können fast jeden Tag davon hören, sehen und lesen. Die Berichte der Zeitgenossen des 30-jährigen Kriegs, der Napoleonischen Kriege, der Weltkriege liegen zu Hauf vor und zeugen von der Erweckung der Bestie Mensch. Dieses Video gliedert sich nahtlos z.B. in die von Ernst Friedrich veröffentlichten Fotos aus dem Ersten Weltkrieg. Soldaten posieren vor Massengräbern, Leichenbergen oder Erhängten. Tote, Verwundete, Krüppel auf der einen Seite, die Verkrüppelung der Seelen, die Verrohung des Menschen auf der andere sind der Preis, den wir zu zahlen haben, wenn unsere Regierungen, wenn wir unsere Soldaten in den Krieg schicken. – Rechtfertigt der Krieg in Afghanistan diesen Preis?

Orlando Pascheit, Nachdekseiten vom 08.10.2010, Anmerkung zum Wikileaks-Video

Ein verstörendes Video zeigt ein Massaker, das US-Hubschrauberbesatzungen 2007 im Irak anrichteten. Zwei der Opfer waren Reuters-Mitarbeiter. Ansonsten wäre die Aktion wahrscheinlich nicht ans Licht gekommen.
Ein beklemmendes Video hat die Whistleblower-Plattform Wikileaks auf ihrer Webseite veröffentlicht: In Bagdad haben US-Hubschrauber wohl nicht auf Aufständische geschossen, sondern auf Journalisten und Kinder.

Das große Karthago

Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtig nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.

Bertolt Brecht: "Offener Brief an die deutschen Künstler und Schriftsteller", 1951

Krieg und Klima

"Welche Folgen für das Weltklima hätte ein Atomkrieg zwischen Israel und Iran, zwischen Pakistan und Indien? Forscher haben erstmals einen solchen Konflikt am Computer simuliert - die alarmierenden Ergebnisse überraschten selbst die Experten."

Gibt es einen gerechten Krieg?

Hand.gif   Übung
Gruppenarbeit, 2 Gruppen - Aufgabe für jede Gruppe, jede Gruppe bekommt eine Position
  1. Sammle die Argumente, die in dem Text für bzw. gegen den Krieg angeführt werden.
  2. Analysiert die gefundenen Argumente hinsichtlich ihrer Zuordnung zu gesinnungsethischer oder verantwortungsethischer (utilitaristischer) Moralbegründung.
  3. Entwerft gemeinsam ein Flugblatt, in dem ihr eine der beiden Positionen (mit ihren wichtigsten Argumenten) kurz und knapp darstellt.
Zusammenfassung
  1. Vergleicht die Flugblätter nach bestimmten Kriterien (Aussagekraft, Prägnanz, Überzeugungskraft, ...)
  2. Diskutiert im Plenum die den Flugblättern zugrunde liegenden Argumente: welche sprechen euch besonders an, welche sind für euch völlig unverständlich? Begründet!)
  3. Positioniert euch zu den vorgebrachten Argumenten und schreibt einen kurzen Text zur Möglichkeit (oder Rechtfertigung) eines gerechten Friedens. (Einzelarbeit oder Partnerarbeit, ev. als Essay)
Material
Zusammenfassung der unten genannten Texte auf die wesentlichen Fragmente (je Position eine Seite)

Position
Amitai Etzioni, Francis Fukuyama, Samuel P. Huntington , Michael Walzer u.v.a. 12.02.2002
Gegenposition
"Eine Antwort von 90 Wissenschaftlern, Künstlern und Publizisten aus Deutschland auf das Manifest "Gerechter Krieg gegen den Terror", mit dem 60 US-Intellektuelle im Februar Präsident George W. Bush ihren politisch-morlischen Beistand ausdrückten."

Sartre: Im Krieg gibt es keine unschuldigen Opfer

So gibt es keine Zwischenfälle in einem Leben; ein gesellschaftliches Ereignis, das plötzlich ausbricht und mich mitreißt, kommt nicht von außen; wenn ich in einem Krieg eingezogen werde, ist dieser Krieg mein Krieg, er ist nach meinem Bild, und ich verdiene ihn. Ich verdiene ihn zunächst, weil ich mich ihm immer durch Selbstmord oder Fahnenflucht entziehen konnte: diese letzten Möglichkeiten müssen uns immer gegenwärtig sein, wenn es darum geht, eine Situation zu beurteilen. Da ich mich ihm nicht entzogen habe, habe ich ihn gewählt; das kann aus Schlaffheit, aus Feigheit gegenüber der öffentlichen Meinung sein, weil ich bestimmte Werte sogar der Kriegsdienstverweigerung vorziehe (die Achtung meiner Nächsten, die Ehre meiner Familie usw.). Jedenfalls handelt es sich um meine Wahl. Diese Wahl wird in der Folge bis zum Ende des Krieges fortgesetzt wiederholt werden; man muß also den Ausspruch von Jules Romains unterschreiben: "Im Krieg gibt es keine unschulidgen Opfer." Wenn ich also dem Tod oder der Entehrung den Krieg vorgezogen habe, dann geschieht alles so, als trüge ich die gesamte Verantwortung für diesen Krieg. Gewiß, andere haben ihn erklärt, und man wäre vielleicht versucht, mich als bloßen Komplizen zu betrachten. Aber dieser Begriff der Komplizenschaft hat nur einen juristischen Sinn; hier hält er nicht stand; denn es hat von mir abgehangen, daß für mich und durch mich dieser Krieg nicht existiert, und ich habe entschieden, daß er existiert. (Aus: Jean Paul Sartre: Das Sein und das Nichts, (Vierter Teil, erstes Kapitel, III))


Technologische Entwicklung und Krieg

Der Erste Weltkrieg als „moderner“ Krieg

→ Erster Weltkrieg#Der Erste Weltkrieg als „moderner“ Krieg

Moderne Kriegsführung heute

→ Moderner Krieg#Moderne Kriegsführung heute

Krieg in der Literatur

Unterrichtsmaterial

Krieg in der Geschichte - Lernmodule

  • Lernmodule bei segu Geschichte | Schlagwort: Krieg


Literatur

Linkliste

Siehe auch