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Löss

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Löss ist ein kalkhaltiges, gelblich-braunes, äolisch abgelagertes, feinkörniges Lockersediment mit 0,01-0,05 mm Korndurchmesser. Das Substrat setzt sich zum größten Teil aus Quarz (60-70%) zusammen. Der Anteil der übrigen Minerale wird stark vom Verwitterungs- und Auswehungsgebiet sowie der Auslese beim Windtransport bestimmt. In wechselnden Anteilen treten neben Siliziumdioxid Glimmer und Feldspate (zusammen ca. 10-20%) sowie Kalziumcarbonat (ca. 10-30%) auf. Die Färbung resultiert aus einem verfestigenden tonigen Bindemittel, das durch Eisenhydroxide gelblich getönt ist.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrundinformationen

Der in Mitteleuropa abgelagerte Löss stammt aus dem Pleistozän. Voraussetzung für dessen Entstehen war das großflächige Vorhandensein großer Mengen feinen Materials der Korngrößen Schluff und Ton. Aufgrund der klimatischen Verhältnisse während der Kaltzeiten dominierte eine starke physikalische Verwitterung, die grobes Material lockerte und zerteilte. Außerdem wurde durch die Gletscherbewegung und Transport der Flüsse das Geröll bis zu staubfeinen Korngrößen zerkleinert. Nach dem langsamen Rückzug des Eises trockneten die durch Schmelzwässer entstandenen, weit verzweigten Flusssysteme aus, so dass es zur Ablagerung von Grob- und Feinmaterial kam. Aus diesen vegetationslosen Endmoränen, sowie Schotter- und Sanderflächen konnte der Wind ungehindert die freiliegenden feinkörnigen Bestandteile ausblasen und in Bodennähe nach Süden transportieren. Aufgrund der nach Süden nachlassenden Transportkraft des Windes wurde die Staubfracht vorwiegend in Beckenlagen am Nordrand der Mittelgebirge wieder abgelagert. Hierbei nimmt die Mächtigkeit der Ablagerungen und Korngrößen mit zunehmender Entfernung vom Liefergebiet ab. Zu den mächtigsten Lössschichten in Deutschland gehören die Ablagerungen an der Nordabdachung der Mittelgebirge in den sogenannten Börden. Diese gehören zu einem Lössgürtel, der sich quer durch Europa beginnend im Westen an der Kanalküste, entlang des Nordrandes der deutschen Mittelgebirge bis in den Osten Polens und die Ukraine erstreckt. Die Lockerheit des Löss ist das Ergebnis der äolischen Ablagerung der staubfeinen Teilchen auf mit zunehmender Entfernung von der Eisrandlage verstärkt auftretender und als „Lössfänger“ wirkenden Tundren- und Steppenvegetation. Nach dem Absterben der Gräser blieben deren Hohlformen im Sediment zurück und bildeten zahlreiche senkrechte Kapillaren. Lösung und erneute Ausfällung von Kalziumcarbonat wirkte verfestigend und stabilisierend auf die senkrechten Hohlräume. Daraus resultiert die gute Wasserzirkulationsfähigkeit und hohe Standfestigkeit des Löss.

Aufgrund der Zusammensetzung aus verschiedenen Mineralien ist das Substrat nährstoffreich und der geringe Tongehalt sorgt für einen lockeren, leicht zu bearbeitenden Boden. Der hohe Kalkanteil des Substrates trägt zu einer guten Krümelstruktur und damit zu einem lockeren Bodengefüge bei. Ein solches ist Voraussetzung für eine gute Durchwurzelung des Bodens sowie seine Fähigkeit Wasser- und Sauerstoff zu speichern. Beides ist wiederum für ertragreiches Wachstum der angebauter Kulturpflanzen notwendig.

Diese naturräumliche Ausstattung der Börden in Deutschland ermöglichte die Entstehung fruchtbarer und leicht zu bearbeitende Böden, zum Teil Schwarzerden, mit den höchsten Ackerzahlen, auf denen Hackfrucht- und Getreideanbau landschaftsbestimmend sind. Im Osten Europas entstanden unter dem Einfluss kontinental geprägten Klimas mächtige Schwarzerden, auf denen höchste Erträge erzielt werden.

Der vorherige Beitrag ist Teil einer Sachanalyse im Rahmen einer
Prüfungslehrprobe von I. Rößler. (Quellen siehe unter: Litatur)
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Unterrichtsmaterial

"Entstehung von Löss in Europa und seine Eigenschaften"

Literatur

"Entstehung von Löss in Europa und seine Eigenschaften"

Weblinks

Siehe auch