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Lehrerraumprinzip

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Dieser Artikel benutzt das Wort "Lehrer" geschlechtsneutral und meint damit weibliche wie männliche Lehrkräfte.
Dies gilt in gleicher Weise auch für die Bezeichnung anderer Personen.

Das Lehreraumprinzip bedeutet, dass die vorhandenen Unterrichtsräume einer Schule den Lehrkräften zugeordnet werden, sodass diese ihren Unterricht vor allem in einem Unterrichtsraum oder wenigen Unterrichtsräumen haben. In der Konsequenz bedeutet dies, dass die Schülerinnen und Schüler zum Stundenwechsel in der Regel auch den Unterrichtsraum wechseln müssen. Kurz gesagt: Die Schüler kommen zum Lehrer.

Im Gegensatz dazu wird beim Klassenraumprinzip davon ausgegangen, dass die Schülerinnen und Schüler ihren Unterricht vor allem in ihrem eigenen Klassenraum haben und die Lehrkräfte zwischen den verschiedenen Unterrichtsräumen wechseln. Kurz gesagt: Die Lehrer kommen zu den Schülern.

Inhaltsverzeichnis

Grundsätze

...

Vorteile

Die Lehrperson schließt den Lehrerraum auf, wenn sie kommt, und wieder zu, wenn sie ihn verlässt. Somit halten sich niemals Schülerinnen und Schüler unbeaufsichtigt in einem solchen Raum auf.[1]

Lehrer ist häufig bereits in der Klasse anwesend, wenn die Schüler kommen. Denn die Lehrkraft kann bei Bedarf die Pausen sinnvoll im Lehrerraum verbringen.

Insbesondere kann die Lehrkraft den eigenen Lehrerraum besser den Bedürfnissen des eigenen Unterrichts anpassen:

  • Eine gewünschte Sitzordnung kann dauerhaft genutzt werden, weil nicht zu befürchten ist, dass ein anderer Kollege in einer folgenden Stunde diese wieder ändert.
  • Wandkarten, Bücher etc. können dauerhaft im Unterrichtsraum verbleiben.

Das Lehrerraumprinzip in der Praxis

Vermutlich wird es in der Praxis in der Anwendung des Lehrerraumprinzips Kompromisse geben müssen.

In einer Schule mit einer Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 9 oder 10) können folgende Überlegungen eine Rolle spielen:

  • Im 5. und 6. Jahrgang findet der Unterricht noch vorwiegend im Klassenverband statt. Deshalb und, weil für diese Altersgruppe der eigene Klassenraum noch ein wichtiger Bezugspunkt ist, gilt in diesen beiden Jahrgängen noch das Klassenraumprinzip.
  • Einen einzigen Raum pro Lehrkraft wird es selten geben. Denn:
    • Teilzeitkräfte werden sich sicherlich einen Raum mit einer anderen Person teilen müssen.
    • Fachlehrer für Sport, Physik, Musik u.a. werden einen großen Teil ihres Unterrichts in einem jeweiligen Fachraum geben, aber haben in der Regel auch noch Unterricht in einem anderen Fach, für den sie sich dann mit einer anderen Person einen Lehrerraum teilen müssen.
    • Es steht nur eine begrenzte Zahl von Räumen, die als Lehrerräume genutzt werden können, zur Verfügung.
    • Aus stundenplanerischen Gründen ist es eventuell nicht möglich, dass eine Lehrkraft wirklich alle Stunden wirklich nur in einem Raum gibt.

Aus allen genannten Gründen folgt dann:

  • In der Regel wird eine Lehrkraft vorwiegend in einem Raum Unterricht haben, aber nicht ausschließlich.
  • In der Regel werden sich zumindest zwei Lehrkräfte die Benutzung eines Lehrerraumes teilen müssen.

Anmerkungen

  1. Im Unterschied dazu können dann, wenn eine auf einem Flur Aufsicht führende Lehrkraft die Klassenräume aufschließt, leicht einige Minuten zwischen dem Aufschließen und dem Eintreffen der Lehrkraft vergehen: Gerade in solchen Momenten kommt es häufig zu Unruhe und Sachbeschädigungen.