DaF

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 Fortbildungen: Materialien / Mensch als Ressource / Neuron / DaF

In dem folgenden Artikel wird eine Fortbildung für Fremdsprachenlehrer dokumentiert, die beispielhaft zeigen soll, wie auch erfahrene Lehrende über ihre Lehrmethoden reflektieren können.

Inhaltsverzeichnis

Japan: Kurume Fr.27 bis So.29.Oktober 2006

Zweite DaF-Werkstatt West-Japan

Universität Kurume, Fr., 27.- So., 29. Oktober 2006

Eine Veranstaltung westjapanischer Hochschullehrer und des DAAD.

„Aus dem unterrichtlichen Tiefschlaf aufwecken – Die Methode „Lernen durch Lehren“ und andere Ansätze zur Aktivierung japanischer Studierender im universitären Fremdsprachenunterricht mit Prof. Jean-Pol Martin

Freitag, 27.10. 16.00-18.00

  • 1. Begrüßung (Guido Oebel)
  • 2. Erwartungen der TN (Moderation: JPM)
  • 3. Allgemeine Hinweise zu LdL (JPM)
Einführung der Neuronenmetapher: Eine Gruppe konstituiert sich als "Gehirn". Alle feuern ihr Wissen ab
  • 4. LdL-Unterrichtsdemonstration mit den TN JPM)
Samstag
  • 9.00-10.30 Teilnehmerreferate 1-3
  • 10.45-12.00 Tischausstellungen der Teilnehmer
  • 13:00-14:00 Vortrag JPM: „Die Methode Lernen durch Lehren - theoretische, insbesondere anthropologische Basis“: Erläuterung der folgenden Grafik und ihren Zusammenhang zur Methode Lernen durch Lehren:


Bedürfnispyramide nach Maslow (1954)

Transzendenz

Selbstverwirklichung

Soziale Anerkennung

Soziale Beziehungen

Sicherheit

Physiologische Bedürfnisse












  • 14:00-17:00 Workshop: TN bereiten in Arbeitsgruppen fachfremd kleine LdL-Einheiten vor; Präsentation der ersten Einheiten der TN

Sonntag

  • 9.00-10.30 Präsentation der restlichen Einheiten der TN
  • 10.45-12.15 Teilnehmerreferate 3-6
  • 13.30-15.00 abschließende Plenumsdiskussion: Welche Methoden und Konzepte sind geeignet, japanische Studierende zu aktivieren? Evaluierung von LdL im japanischen Kontext (Kreisdiskussion)

Zur Veränderung der kommunikativen Struktur in der DaF-Werkstatt

Alle am Workshop teilnehmenden LehrerInnen sind durch ihre Lehrtätigkeit erfahrene Kommunikatoren und doch war es interessant zu sehen, wie sich die Kommunikation unter den Teilnehmern unter dem Einfluss von Jean-Pol Martin (JPM) veränderte.

Am Anfang des ersten Tags des Workshop wurde, wie üblich bei solchen Veranstaltungen, moderiert. Aber Jean-Pol Martin selbst moderierte sehr wenig, sein Stichwort war: Emergenz. Aus der Gruppe selbst entsteht etwas Neues. Am Anfang führte Martin das Bild des Gehirns ein: "Sie alle sind Nervenzellen. Feuern Sie Ihre Impulse in die Gruppe!" Und es begann eine Diskussion, die zunächst von Kritik und Vorbehalten geprägt war. Die Gruppe begann sich zu konstituieren.

In der nachfolgenden Demonstration konnte man sehen, was mit Situationskompetenz gemeint ist:

Situationskompetenz: Unterricht ist Deutung und Bewältigung komplexer pädagogischer Situationen.

Schocker-v.Dittfurth, Marita, Forschendes Lernen in der fremdsprachlichen Lehrerbildung, Tübingen 2001, S.68

Jeder Lehrer kennt das: Körperhaltung, Blickrichtung, alles ist wichtig. In Sekundenschnelle muss man entscheiden: Greife ich ein? Korrigiere ich die Antwort? JPM hat einen hervorragenden Blick für Situationen. Martin hat später das Modell des neuronalen Netzes anhand eines Beispiels dargestellt.

Nach der Theorie (siehe oben) kam der Workshop im Workshop: Die TeilnehmerInnen sollten eine Präsentation vorbereiten und diese Präsentation einer Gruppe erklären und die andere Gruppe setzte diese Präsentation dann im Unterricht um. Alles klar? Auch den TeilnehmerInnen war zuerst nur wenig klar. Welche Gruppen? Welche Themen? Nach und nach bildeten sich Dreier- und Vierergruppen zu Themen wie: Latein, Japanisch, Literatur, Todesriten in Japan, Chinesisch und Linguistik. Diese Fachgruppen gaben ihr Wissen an eine andere Gruppe, in der wenig spezielle Kompetenz zum jeweiligen Thema vertreten war, weiter, die dann eine Präsentation bzw. einen Kurz-Unterricht vorbereitete und hielt. Obgleich jede Gruppe ein durchdachtes Unterrichtskonzept vorlegte, waren die Interventionen von JPM sehr wichtig. Meines Erachtens wurden die Unterrichtspräsentationen von Gruppe zu Gruppe besser. Die abschliessende Gruppendiskussion zeigte die Gruppe als, um im BIld zu bleiben, funktionierendes neuronales Netzwerk. Die Gruppe blieb bei einigen Kritikpunkten, kam aber zu folgenden Ergebnissen:

Ergebnisse des LdL-Workshops in Kurume

- Technik/Lehrerverhalten (z.B. wie kann sich der Lehrer zurückziehen)

- Trennung der Methode LdL von der Person Jean-Pol Martins (eine Notwendigkeit für Japan)

- Optimismus, Ressourcen nutzen, Lerner nicht unterschätzen

- "Tatamisierung" (Japanisierung) von LdL

- Wir organisieren uns! (weiter)

Anmerkung: Aus dem letzten Stichpunkt ist dieser Artikel entstanden.

Linksammlung zu LdL

Siehe auch