Lernfeld 1

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Lernpfad

Lernpfad für den Lernbereich 1 / Ethik an Berufsschulen

  • Zeitbedarf: eine Unterrichtseinheit (90 min)
  • Material: Ordner, Kopfhörer
  • Hinweis: Lesen Sie die Aufgabenstellung aufmerksam durch und beantworten Sie die Fragen gewissenhaft.


Stift.gif   Aufgabe 1

Ordnen Sie die Definitionen den entsprechenden Oberbegriffen (Ethik, Tugend, Wert, Norm, Moral) zu!

Ethik ist die philosophische Disziplin, die die Frage zu beantworten sucht, an welchen Normen und Zielen (Zwecken, Werten) die Menschen ihr Handeln orientieren sollen. Bei der Beantwortung der Zentralfrage hat der Fragende die Absicht, den Geltungsanspruch der jeweiligen Moral daraufhin zu überprüfen, ob er begründet ist. Zum zweiten hat sie das Ziel, ein oberstes, vernünftiges, möglichst von jedermann einsehbares Prinzip zu finden, was aus den gewohnten Normen beurteilt werden kann und drittens hat sie die Absicht zur Verbesserung der menschlichen Praxis beizutragen.
Tugend bedeutet im allgemeinen Sinn die Tauglichkeit zu einem werthaften Verhalten, das dem Wesen eines Individuums entspricht (Bsp: Schnelligkeit…Ausdauer etc…). Auf den Menschen bezogen bedeutet es zunächst allgemein jede vollkommen entwickelte Fähigkeit auf geistigem und seelischem Gebiet, das Vermögen, Leistungen zu vollbringen, die man als wertvoll anerkennt.
Wert ist die allgemein akzeptierte und verinnerlichte Vorstellung von etwas, das gewünscht, erstrebt, anerkannt oder ehrfürchtig angeschaut wird. Es gibt sie in verschiedenen Kategorien (göttliche, ästhetische, güterbezogene, sittliche, kulturelle). Sie bieten Verhaltenssicherheit und grundlegende Orientierungsmaßstäbe.
Norm ist ein genereller Imperativ, der Menschen zu bestimmten Handlungen auffordert. Die Einhaltung erfordert Verantwortung jedes Einzelnen und sie muss einen bestimmten Anspruch auf Universalität besitzen, damit sie einem vernünftigen Willen entsprechen kann und friedliches Zusammenleben ermöglicht. Die Verhaltensvorschrift muss für alle Menschen gleichermaßen gültig sein.
Moral Sammelbezeichnung für die der gesellschaftlichen Praxis zugrunde liegenden, als verbindlich akzeptierten und auch eingehaltenen ethisch-sittlichen Normen(systeme) des Handelns einer bestimmten Gesellschaft, bestimmter gesellschaftlicher Gruppen und der ihnen integrierten Individuen.
Stift.gif   Aufgabe 2

Suchen Sie sich eine Karikatur aus ,beschreiben Sie diese in Ihrem Heft und äußern sich dazu kritisch.

Karikatur Werte.jpgEuro.jpg


Stift.gif   Aufgabe 3

Lesen Sie die Texte durch und füllen Sie die Lücken aus.

  • Der kategorische Imperativ!

[…] Denn da ist ja noch die Ethik – die praktische Vernunft. Und da gibt es sehr wohl etwas Unbedingtes, das wir auch als solches erkennen können: einen Imperativ, der nachvollziehbar und unbedingt gültig ist: ein kategorischer Imperativ. Und der lautet: „Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte!“ (Grundlegungen zur Metaphysik der Sitten, 1785). Was so professoral daherkommt, ist eigentlich unglaublich revolutionär: Zwar nahm Kant selbst noch Gott als notwendig für die Moral an. Doch schon seinen Zeitgenossen ist klar, was aus dem kategorischen Imperativ eigentlich logisch folgt: Nicht religiöse Vorschriften oder Gesetze sollen dem Menschen Richtlinien für sein Handeln vorgeben – sondern umgekehrt! Der Mensch soll so handeln, daß ER das Vorbild für ein Gesetz sein könnte. Das bedeutet: Moral und Ethik werden von der Religion getrennt. Man braucht keine Religion mehr, um zu wissen, daß man nicht einfach seinen Nachbarn totschlagen darf. Kants Vernunftethik macht ein Zusammenleben mit anderen Religionen und Völkern überhaupt erst möglich. Nicht umsonst entsteht in der Aufklärung die zweite Auflage der Menschenrechte seit dem Humanismus – der Rechte, die jeder Mensch hat, nur, weil er Mensch ist.

  • Freiheit und Pflicht

Für Kant ist der kategorische Imperativ aber noch mehr: Denn er beweist, daß wir freie Lebewesen sind. Wir können nämlich mit unserer Vernunft entscheiden, ob wir ihn befolgen oder nicht. Dank der Vernunft sind wir unseren Trieben nicht einfach ausgeliefert, sondern haben eine Wahl. Freiheit bedeutet für Kant also nicht Freiheit von der Moral, sondern Freiheit zur Moral. Kants Ethik ist eine Pflichtethik. Seine Freiheit besteht darin, zu erkennen, daß man nicht nur eine Maschine ist, sondern ein Subjekt. Hochtrabend nennt er das „transzendentale Freiheit“. Entsprechend hat er mit dem Begriff „Glück“ seine Probleme. Für den strengen Professor riecht Glück nämlich verdächtig nach egoistischer Triebbefriedigung. Selbstzufriedenheit, weil man gut handelt: Das ist das einzige, was man sich Gutes tun kann.

  • Eine Philosophie des Glücks

… Letztlich wollen alle Menschen glücklich sein, sagt Aristoteles . Alles, was sie vordergründig erstreben – mein Haus, mein Auto, mein Boot – soll nur eins: sie glücklich machen. Dabei gibt es ein Problem: Der Mensch kann vernünftig denken, aber er hat auch Begierden. Im Menschen als vernunftbegabtes Lebewesen strebt die Vernunft danach, sich zu verwirklichen: Welterkenntnis ist der Sinn des menschlichen Daseins. Aber zugleich werden wir schwach, beim Gedanken an Häuser, Autos und Boote. Säuberlich unterscheidet Aristoteles daher zwischen einem Genußleben, in dem es nur um Geld und Sex geht, einem praktischen Leben, in dem man als Politiker Ruhm und Ehre erlangen will, und dem theoretischen Leben des Philosophen, dem es um die besagte Erkenntnis geht. Da Aristoteles‘ eigener Beruf hinreichend bekannt ist, erübrigt es sich, zu sagen, welchem Leben er den Vorzug gibt. Das Genußleben siedelt er übrigens ganz unten an: Nur Sklaven geht es allein um Geld und Sex. Zum wahren Glück führen also weniger Auto, Haus und Boot, sondern Tugenden, vor allem eine: überall das rechte Maß einzuhalten. Bloß nicht übertreiben. Mut ist lobenswert. Wer keinen hat, ist ein Feigling, aber wer zuviel davon hat, wird wahrscheinlich nicht lange leben. […] |}

Stift.gif   Aufgabe 4

Füllen Sie den Lückentext (zum humanistischen Menschenbild) aus! Verwenden Sie dazu die untenstehenden Wörter!

  • Humanismus ist eine Weltanschauung , die auf die abendländische Philosophie der Antike zurückgreift und sich an den Interessen , den Werten und der Würde des einzelnen Menschen orientiert. Toleranz , Gewaltfreiheit und Gewissensfreiheit gelten als wichtige humanistische Prinzipien menschlichen Zusammenlebens. Die eigentlichen Fragen des Humanismus sind aber: „Was ist der Mensch? Was ist sein wahres Wesen? Wie kann der Mensch dem Menschen ein Mensch sein?“ Humanismus bezeichnet die Gesamtheit der Ideen von Menschlichkeit und des Strebens danach, das menschliche Dasein zu verbessern. Der Begriff leitet sich ab von den lateinischen Begriffen humanus, menschlich, und humanitas, Menschlichkeit . Der Humanismus beruht auf folgenden Grundüberzeugungen: ,
Stift.gif   Aufgabe 5

Finden Sie die passenden Paare ;)

90px King of Pop
Nietzsche.jpg Friedrich Nietzsche
Schopenhauer.jpg Arthur Schopenhauer
Hume.jpg David Hume
Kant.jpg Kategorischer Imperativ
Aristoteles.jpg Philosophie des Glücks


Stift.gif   Aufgabe 6

Lesen Sie das Heinz-Dilemma! Beantworten Sie die Fragen zu Kohlberg und entscheiden Sie, welcher Stufe die jeweilige Antwortmöglichkeit entspricht!Am Ende der Aufgabe steht ein Link, der Ihnen hilft, wenn Sie nicht mehr weiter wissen!


  • Eine Frau, die an einer besonderen Krebsart erkrankt war, lag im Sterben. Es gab eine Medizin, von der die Ärzte glaubten, sie könne die Frau retten. Es handelte sich um eine besondere Form von Radium, die ein Apotheker in der gleichen Stadt erst kürzlich entdeckt hatte. Die Herstellung war teuer, doch der Apotheker verlangte zehnmal mehr dafür, als ihn die Produktion gekostet hatte. Er hatte 2000 Dollar für das Radium bezahlt und verlangte 20000 Dollar für eine kleine Dosis des Medikaments.

Heinz, der Ehemann der kranken Frau, suchte alle seine Bekannten auf, um sich das Geld auszuleihen, und er bemühte sich auch um eine Unterstützung durch die Behörden. Doch er bekam nur 10000 Dollar zusammen, also die Hälfte des verlangten Preises. Er erzählte dem Apotheker, daß seine Frau im Sterben lag, und bat, ihm die Medizin billiger zu verkaufen bzw. ihn den Rest später bezahlen zu lassen. Doch der Apotheker sagte: "Nein, ich habe das Mittel entdeckt, und ich will damit viel Geld verdienen."

Heinz hat nun alle legalen Möglichkeiten erschöpft; er ist ganz verzweifelt und überlegt, ob er in die Apotheke einbrechen und das Medikament für seine Frau stehlen soll.

Sollte Heinz das Medikament stehlen oder nicht?

Pluspunkt für eine richtige Antwort:  
Minuspunkte für eine falsche Antwort:
Ignoriere den Fragen-Koeffizienten:

1. Klicke auf die richtige Stufe

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... Nein, es ist nicht recht, zu stehlen, aber es könnte nicht falsch sein, wenn er seine Ehefrau rettet; das Leben einer Person ist wichtig für ein Land. Sie könnte auch eine so wichtige Frau sein wie Betsy Ross (=berühmte Amerikanerin).
... Ja. Er rettet immerhin das Leben einer Person, sie ist ein Mensch, ob er sie liebt oder nicht. Die Menschen sollten das Beste tun, um das Leben der anderen Menschen zu erhalten.
... Er sollte die Medizin nicht stehlen, wenn er sie nicht liebt. Was wäre auch der Nutzen des Stehlens der Medizin, wenn er sich nicht darum kümmert, ob sie sterben würde.
... Wenn der Ehebund geschlossen ist, dann ist das im Grunde ein Vertrag. Sorge tragen für deine Ehefrau ist ein Teil davon. Der Ehemann ist niemals verpflichtet, die Medizin zu stehlen; er ist verpflichtet, alles zu tun, was innerhalb der Grenzen des Gesetzes steht und was in seiner Macht liegt, damit es seiner Frau besser geht.
... Ja, er sollte stehlen, wenn er fühlt. daß das Leben seiner Ehefrau so viel wert ist, wie die Möglichkeit, für den Diebstahl ins Gefängnis zu gehen.
... Er sollte stehlen. Weil, wenn jemand weiß, daß er sie hat sterben lassen, würde er ein schuldiges Gewissen haben. Selbst wenn er diese Person nicht genau kennen würde. Er würde es immer mit sich herumtragen, daß er das Leben dieser Person hätte retten können.
... Nein. Ich denke, er sollte nicht stehlen, was immer auch. Er könnte ins Gefängnis kommen, wenn er erwischt würde. Er sollte wirklich nicht stehlen.
... Jemand sterben zu lassen, ist schlechter, weil der Wert des menschlichen Lebens höher steht als der Wert des Eigentums, d.h. Eigentum kann ja gar keinen Wert bekommen, bevor das menschliche Leben berücksichtigt ist. Deswegen sollte er die Medizin stehlen.
... Er sollte die Medizin stehlen, weil ihn der Apotheker ausnützen wollte. Deshalb, warum sollte er nicht auch den Apotheker ausnützen..., wenn er das Leben seiner Ehefrau retten kann.
... Nein. Es ist wichtig, dem Gesetz zu gehorchen. Denn die Achtung für das Gesetz wird zerstört, wenn Bürger glauben, sie könnten das Gesetz brechen, wann immer sie damit nicht übereinstimmen. Wenn der Mensch einmal das Gesetz angenommen hat und durch die damit verbundenen Rechte profitiert, so muß er auch die Lasten und Einschränkungen in Kauf nehmen welche das Gesetz der Gesellschaft auferlegt.

Punkte: 0 / 0


Hinweise zum Stufenmodel nach Kohlberg finden Sie hier! (Öffnen im neuen Tab!)

Stift.gif   Aufgabe 7

Hören Sie sich das Lied an. Nennen Sie die in dem Lied thematisierten Aspekte. Positionieren Sie sich zu einem und schreiben Sie dies in Ihren Ordner.

Konstantin Wecker (Öffnen im neuen Tab!)