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Inhaltsverzeichnis

Online-Unterrichtsskript in einem Wiki

Vorteile für den Lehrer

  1. Die Arbeit mit dem Wiki macht Spaß.
  2. Das Unterrichtsskript ist wiederverwendbar.
  3. Einmal gehaltener Unterricht verschwindet nicht in der Schublade, sondern bleibt lebendig.
  4. Die Ausarbeitung des Scripts bewirkt eine Reflexion des Unterrichts und eine Präzisierung der Inhalte.
  5. Asynchrone Lernformen werden gefördert. Beispiel: Schüler stellen Lösungen zu „alten“ Aufgaben ein.
  6. Da die Schüler die Lösungsseiten schreiben, muss er nicht alles alleine machen, sondern bekommt Unterstützung.
  7. Die einmal geleistete Arbeit ist potenziell von internationaler Bedeutung. Dies ist sinnstiftend. Die Mühe rentiert sich.
  8. Ein Wiki ist eine „soziale Software“. Sie ist zur Welt hin offen und fördert Teamarbeit, auch unter Lehrern.
  9. WikiEducator hat zum Ziel, das Lernen in sogenannten Entwicklungsländern zu fördern. Damit ist die Wikiarbeit potenziell eine persönliche Entwicklungshilfe.
  10. Da die Arbeit mit einem Wiki bei den Schülern gut ankommt, fördert und erleichtert sie den Unterrichtsprozess.
  11. Man kann sich als Wikiautor einen Namen machen.
  12. Im Zuge von Web 2.0 werden die Wikis insgesamt noch an Bedeutung gewinnen. Beispiele: 1.Wikipedia, 2. allenthalben neue Wiki-Projekte. Als Wikiautor ist man damit auf der Höhe der Zeit.
  13. Autor in einem Wiki zu werden ist ein kreativer Prozess, der positive Rückwirkung auf die Arbeit als Lehrer überhaupt haben kann.
  14. Die eigenen Gedanken werden in das globale Bildungsbestreben der Menschheit insgesamt eingespeist.
  15. WikiEducator wurde kürzlich zum besten Bildungswiki gekürt. Die Teilnehmerzahlen werden weiter steigen.
  16. Durch die Arbeit in einem Wiki wird potenziell die fachliche Isolation des Lehrers gemildert.
  17. Datenverlust am eigenen PC? Kein Problem, das Material ist extern im Wiki gespeichert.
  18. Angst vor Vandalismus durch Schüler oder andere bösartige Wiki-Nutzer ist unbegründet.
  19. Haben die Schüler einmal die Fähigkeiten zum Editieren in einem Wiki erworben, lässt sich immer wieder darauf zurückgreifen, z. B. auch in einem anderen Unterrichtsfach.
  20. Zwar erzeugt das Schreiben eines ständig aktuellen Unterrichtsskripts einen Gewissen Leistungsdruck, dieser kann jedoch auch als motivierend erlebt werden. Ideal: Das Skript vor der Unterrichtsstunde schreiben und anschließend noch verbessern. Dann optimale Verzahnung zwischen Unterricht und Wikiarbeit. Und der Lehrer hat das Geschriebene noch frisch im Kopf.
  21. Die Arbeit im Wiki rentiert sich besser, wenn man Parallelklassen hat.
  22. Die Arbeit eines Schülers lässt sich im Wiki-Protokoll genau nachlesen.

Nachteile für den Lehrer

  1. Das Erstellen von Wikiseiten ist mühsam und benötigt viel Zeit, geht aber mit zunehmender Übung leichter und schneller.
  2. Die MediaWiki Wikis besitzen noch keinen WYSIWYG-Editor. Lernen der MediaWiki Syntax erforderlich! (mindestens 1 Stunde) Allerdings gibt es inzwischen MediaWiki Adds On für Open Office, die das Editieren erleichtern. Rich Text Editoren sind in Arbeit.
  3. Bislang ist keine Vergütung für das Erstellen von Wikiseiten vorgesehen.
  4. Das Hochladen von nicht selbst erstelltem Material wird vom Copyright behindert.
  5. Um den Schülern die Grundlagen des Editierens in einem Wiki beizubringen ist Unterrichtszeit nötig.
  6. Damit die Schüler regelmäßig im Wiki arbeiten ist eine Dauerbelegung des Computerraums erforderlich, z. B. einmal in der Woche. Der Unterricht muss entsprechend darauf abgestimmt werden.
  7. Das Unterrichtsskript sollte immer auf dem neuesten Stand sein. Das erzeugt einen gewissen Leistungsdruck.

Vorteile für die Schüler

  1. Die Schüler können das Unterrichtsskript des Lehrers jederzeit nachlesen.
  2. Die Schüler bekommen Ausdrucke des Scripts zum Abheften. In den Ausdruck darf hineingeschrieben werden.
  3. Die Texte des Skripts sind sehr unterrichtsnah und verständlich und jederzeit aktuell.
  4. Das Skript enthält kein Material, das nicht relevant wäre.
  5. Die Arbeit mit dem Schulbuch wird dadurch ersetzt, das Buch muss nicht in den Unterricht mitgebracht werden.
  6. Das Mitschreiben im Unterricht ist nicht unbedingt nötig. (In der Praxis ist es aber aus didaktischen Gründen empfohlen und wird von den Schülern auch praktiziert.)
  7. Das Ausfüllen der Lösungsseiten motiviert zur Gruppenarbeit.
  8. Handouts zu Referaten können ins Wiki eingestellt werden. Der Lehrer übernimmt den Ausdruck oder die Kopie auf Folie.
  9. Das Unterrichtsmaterial ist an jedem Ort mit Internetzugang zu jeder Zeit verfügbar.
  10. Durch die aktive Übersetzung auf Englisch wird der Fachwortschatz im Englischen und Deutschen geübt.
  11. Lernen mit dem Computer ist für die meisten Schüler grundsätzlich attraktiv, unabhängig von den Lerninhalten.
  12. Die im Unterricht erworbenen Fähigkeiten zum Editieren eines Wiki sind weit über den Unterricht hinaus einsetzbar.
  13. Zu lernen, in einem Wiki mitzuschreiben ist „Empowerment“. Es geht um die Befähigung zu einer aktiven Teilnahme an einer freiheitlich demokratischen Wissensgesellschaft.

Nachteile für die Schüler

  1. Schüler, die nicht gerne am Computer arbeiten, sind unmotiviert. Dies sind jedoch erfahrungsgemäß wenige.
  2. Die Zeit zum Erlernen des Editierens geht von der Unterrichtszeit für das Fach ab. Es handelt sich erfahrungsgemäß um ca. 5 Unterrichtsstunden.

Meine Motivation als Kursleiter

  1. Die Arbeit im Wiki macht mir Spaß.
  2. Ich habe persönlich einen starken Wunsch, „Entwicklungshilfe“ im Bildungsbereich zu betreiben.
  3. Es geht mir um meinen persönlichen Beitrag zu einer gerechteren Welt: In vielen Ländern haben junge Leute nur unzureichende Bildungsmöglichkeiten. Das Lernen mit Computer und Internet eröffnet für viele neue Möglichkeiten.
  4. Deshalb werden alle Texte des Unterrichtsskripts auf Englisch übersetzt und stehen damit als Open Educational Resource (OER) weltweit ohne Einschränkung zur Verfügung.
  5. Das Projekt ist gleichzeitig für meine eigene berufliche Weiterentwicklung von Wert. Beispielsweise wird dadurch mein Unterricht nochmals aufs Neue reflektiert und hinterfragt.

Ich würde mich jederzeit, auch noch später, über neue Wikikolleginnen und Kollegen freuen.

--Günther Osswald 17:48, 2. Feb. 2008 (CET)

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