Metapher

aus ZUM-Wiki, dem Wiki für Lehr- und Lerninhalte auf ZUM.de
(Weitergeleitet von Metaphern (Ethik))
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eine Metapher ist eine rhetorische Figur und bezeichnet eine bildhafte Analogiebildung in der Sprache. Beispiel: Es regnet Bindfäden.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Metapher

gr. metaphor : Übertragung

Die Metapher wird traditionell als wichtigste der rhetorischen Figuren betrachtet. Nach älterer Auffassung handelt es sich um einen abgekürzten Vergleich bzw. eine Ersetzung des 'eigentlichen' durch einen metaphorisch 'uneigentlichen' Ausdruck nach dem Kriterium der Entsprechung bzw. der Ähnlichkeit. So ist seit Homer die Metapher vom Löwen für einen kämpfenden Helden üblich; wobei der Kontext das mögliche Mißverständnis verhindert: Achilles ist (wie) ein Löwe in der Schlacht. Die Metapher, so definiert Aristoteles, "ist die Übertragung eines Wortes (das somit in uneigentlicher Bedeutung verwendet wird) [...] nach den Regeln der Analogie. [...] das Alter verhält sich zum Leben, wie der Abend zum Tag; der Dichter nennt also den Abend 'Alter des Tages', oder, wie Empedokles, das Alter 'Abend des Lebens' oder 'Sonnenuntergang des Lebens'." (Poetik, Kap. 21)

Aristoteles beobachtet freilich auch schon, daß metaphorische Wendungen semantische Leerstellen im 'eigentlichen' Wortschatz füllen können: so wenn man die "Tätigkeit der Sonne" als das "Säen" des Lichts bezeichnet. (ebd.) Tatsächlich werden ja bis heute naturwissenschaftliche und technologische Sachverhalte mit derartigen Metaphern bezeichnet: von den elektrischen Wellen über den Atomkern bis zum schnellen Brüter.

[...]

In der neueren Diskussion wird das Ersetzungsmodell zunehmend von einer sogenannten Interaktionstheorie abgelöst. So hat Peter Szondi im Anschluß an Chladenius und Schleiermacher darauf hingewiesen, daß literarische Metaphorik nicht als mechanische Ersetzung des 'eigentlichen' Ausdrucks verstanden (und damit tendenziell wieder aufgelöst) werden sollte, sondern als eigenständiger "Modus der Wirklichkeitserfahrung" und als eine "Modifikation der vorgegebenen Sprache" (Einführung in die literarische Hermeneutik, S. 89). Diese kommunikativen und sprachkreativen Leistungen der Metaphorik lassen sich in der modernen Literatur, insbesondere der Lyrik, am deutlichsten verfolgen, sei es in Form der hermetischen oder absoluten Metapher, die ihre Entschlüsselung verweigert (schon für Aristoteles grenzte die Metapher ans "Rätsel"); sei es in Form der Intertextualität, des Bildzitats und der metaphorischen Wechselrede zwischen Texten, Autoren und Epochen.

[...]


Metapher (Uni Duisburg-Essen); 17.11.2008


Metaphern in der Literatur

Mit brennender Geduld

In Antonio Skarmetas Roman Mit brennender Geduld (im Original Spanisch: Con ardiente paciencia) bittet ein Briefträger, der dem chilenischen Dichter Pablo Neruda regelmäßig die Post bringt, diesen um Liebesgedichte für seine Freundin. Als die Mutter der Freundin diese liest, schimpft sie mit dieser und regt sich insbesondere über die verwendeten Metaphern auf, benutzt dabei aber gleichzeitig selbst zahlreiche andere Metaphern.

Metaphern im Unterricht

Deutsch

Als rhetorische Figur spielt die Metapher in der Literatur, speziell der Lyrik, eine wichtige Rolle.

Ethik

Fächerübergreifend / interdisziplinär

  1. "Der Weg zum Lächeln" (Mario Hené: Text)
  2. "Kiss Me" (Sixpence None The Richer: Video / Text)
  3. "Durch den Monsun" (Tokio HotelWikipedia-logo.png (Band): Video / Text)

Denkanstöße

Siehe auch

Weblinks