Mit Tablet unterrichten

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Die vorliegende Seite ist sicher sehr persönlich, soll aber nicht als reine Sammlung nur meiner Erfahrungen gedacht sein. Gerne können Kollegen ihre Erfahrungen ergänzen. Die Struktur kann und muss eventuell noch umgestellt werden. -BirgitLachner (Diskussion) 05:58, 14. Feb. 2014 (CET)


Bitte ändere den Inhalt dieses Beitrags nicht. Denn er gibt eine persönliche Meinung wieder.

Inhaltsverzeichnis

Technisches

Bildschirm spiegeln

Eine sichere Verbindung zum Beamer oder eBoard bieten Docking-Stations. Allerdings ist man dann aber nicht mehr beweglich. Wenn man aber schon ein Tablet als Lehrer verwendet möchte man sicher auch beweglich sein, denn sonst sind die Vorteile eines Tablet gegenüber eines Laptop/PC hinfällig. So wäre es also praktisch, wenn man das Bild des eigenen Tablets bequem per Funk projizieren kann. Bekannte Möglichkeiten sind:

Nicht sonderlich schnell ist die Verwendung von TeamViewer. Die Software ist eigentlich als Support-Möglichkeit bzw. zur Fernwartung gedacht. So kann man auf dem Mobil-Gerät ein App und auf einem mit dem Beamer verbundenen PC/Laptop eine entsprechende Software installieren mit der es zum Beispiel möglich ist, das Bild des Tablet auf den PC/Laptop zu bekommen. Da die Verbindung aber immer über das Internet geschieht, egal wie die Geräte mit LAN und WLAN versorgt werden, ist die Übertragung nur bei ausreichend schneller Internet-Verbindung auch einigermaßen schnell. Immerhin funktioniert der TeamViewer auf viele Betriebssystemen, was ein gewisser Vorteil ist.

  • IDEE: Diese Verbindung kann im Zusammenhang mit einem Screencast-Programm am PC genutzt werden, um die Funktion bestimmter Software zu erklären.


Das All-Share-Cast-Dongle von Samsung bietet eine Möglichkeit per Funk den Bildschirm des Geräte an einen Beamer oder Monitor zu schicken. Allerdings muss man bei der Anschaffung darauf achten, dass es nur für Samsung-Geräte verwendbar ist und auch nur für bestimmte! Das Dongle wird dann über HDMI angeschlossen und muss mit Strom versorgt werden. Erste Erfahrungen an Beamer, die an der Decke fest installiert sind, ermöglichen eine Stromversorgung vom USB-Anschluss des Beamers an das Dongle.

Bei der erstmaligen Benutzung muss man an dem Dongle den "Reset"-Knopf drücken, was natürlich umständlich ist, wenn es an der Decke hängt. Später ist dies nicht mehr notwendig, wenn das Dongle dem Tablet/Handy bekannt ist. Bis die Verbindung aufgebaut ist dauert es meist immer einige Zeit. Man muss dann bei der Benutzung auch drauf achten, dass sich das Tablet nicht ganz ausschaltet, damit die Verbindung erhalten bleibt. Will man Schüler-Bildschirme spiegeln, so ist die Variante des Anmeldens per "Reset"-Knopf für eine spontane Anmeldung sicher unpraktisch. Eventuell sollte man nach anderen Möglichkeiten schauen (siehe unten Samsung School Solution) und dies über das Tablet des Lehrers geschehen lassen.

Beim Einschalten vom Monitor, Dongle und dem Aktivieren der in den Samsung-Geräten eingebauten All-Sahre-Cast-Geräten muss man eventuell die Reihenfolge achten. Muss ich noch überprüfen, was genau zu beachten ist!?


Eine Alternative zum All-Share-Cast-Dongle ist MiracastWikipedia-logo.png, mit dem man nicht an Samsung-Geräte gebunden ist, da es ein offener Standard für Funk-Übertragungen darstellt. Dabei muss man beachten, dass es zwei Varianten der Übertragung gibt. So kann man

  • einfach den Inhalt des Display spiegeln.
  • die Wiedergabe von Medien auf den Bildschirm übertragen.

Im Vergleich zu den geschlossenen Systemen scheint, Berichten von Benutzer zufolge, das Miracast-Empfänger noch nicht wirklich gut zu funktionieren.

Tablet-Oberfläche optimal nutzen

Ein weiterer Vorteil gegenüber Laptop und PC ist direkte "Beschreibbarkeit" des Bildschirms. Bei PC und Laptop konnte man bisher mit Grafik-Tablets etwas von Hand schreiben, den die Eingabe von geschwungenen Linien geht mit der Maus nicht wirklich gut. Günstige Grafik-Tablets sind aber nicht immer so groß und durch Kabel an den PC gebunden. Es gibt zwar auch Funk-Grafik-Tablets, aber da geht der Preis dann natürlich nach oben.

Hardware

Die beste Möglichkeit zur Benutzung eines Stiftes liefern im Moment vor allem die Geräte aus der Note-Reihe von Samsung. Daneben gibt es von Asus mit dem Fonepad Note ein großes Smartphone und von Toshiba das 10-Zoll-Tablet Excite Write. Allerdings sind die Preise wohl noch etwas höher als bei den Samsung-Geräten.

Man kann mit Zusatzstiften, die man sich zu einem "normalen" Tablet kauft, zwar auch auf dem Bildschirm schreiben, aber die Genauigkeit wird niemals so genau sein, wie bei speziellen Note-Geräten. Für einfaches Zeichnen mag das reichen, wer sich regelmäßig handschriftliche Notizen auf dem Tablet machen will, dem ist die Eingabe per Ergänzungs-Stift zu langsam und schwammig.

Eine alternative zu vorhandene Stifte soll der JotPen sein. Mehr dazu auf der Homepage der Firma.

Software

WLAN

Eigentlich ist ein Tablet ohne WLAN sinnlos. Jeder Vorbereitung müsste nur auf dem Tablet geschehen und das ist unpraktisch, denn zum einen ist die Bildschirm-Tastatur nicht optimal und dann bietet der PC auch mehr Software. Damit man also das Material auf das Tablet bekommt ist ein Zugang zum Internet und Cloud-Speichern sinnvoll.

Im ganzen Schulgebäude muss also WLAN in ausreichend guter Qualität verfügbar sein.

Die Frage ist, ob es möglich ist, den Schüler zum Beispiel den Zugang zum Internet zu versperren, während der Lehrer es nutzen kann. Soll das Internet einfach verboten sein, kann das Aussteckern des WLAN-Routers die einfachste Möglichkeit sein - wenn man an ihn einfach herankommt und der Lehrer das WLAN nicht braucht.

Die Schüler und das neue Gerät

Sehen wir es realistisch: neben der Nutzung zum Lernen kann ein Tablet natürlich auch zum Spielen und einfach zum Zeitvertreib durch Herumsurfen genutzt werden. Damit das nicht im Unterricht geschieht sollte sich vorher Maßnahmen überlegen.

Aus medienpädagogischer Sicht macht es Sinn, dem Schüler das Tablet nicht nur so zur Benutzung zu geben, dass er nichts damit machen kann. Es gibt zwar zahlreiche, mehr oder weniger gute Sandkasten-Programme, bei denen nur freigegebene Software benutzt werden kann, aber es zahlreiche Argumente gegen zu viele Restriktionen:

  • Verbote fordern heraus, sie zu umgehen oder zu knacken.
  • Kann man die Verboten auch einhalten bzw. bei allen Schüler-Geräten überwachen?
  • Die Schüler lernen nicht wirklich mit Computer und Internet umzugehen.
  • Sandkasten-Programme machen nur Sinn, wenn ein Gerät nur kurzfristig zur Verfügung gestellt wird, wenn etwa Eltern ihrem Kind das Handy zum Spielen geben. Ein richtiges Arbeit ist sicher nicht damit möglich.

Benutzungs-Regelungen

Eine erste, wichtige Maßnahme bei längerem Einsatz von Tablets oder Handys in 1:1-Situationen im Unterricht, ist das aufstellen von Benutzerungsregeln zusammen mit den Schülern.

Überwachung der Schüler-Aktivitäten

"Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser"

Statt die Benutzung stark zu beschränken sollte es idealerweise so sein, dass die Schüler das Tablet frei für ihre Arbeit nutzen können. Damit klar ist, dass eine mögliche Missachtung der Benutzungsregeln auch tatsächlich Konsequenzen haben kann, müssen die Schüler wissen, dass die Geräte überwacht werden können und sein Vergehen entdeckt werden kann.

Unterscheiden muss man dabei zwei Situationen:

  • im Unterricht
  • außerhalb des Unterrichts

Im Unterricht geht es darum, dass der Schüler das Tablet sinnvoll nutzt und nicht damit herumspielt. Man kann als Lehrer dann natürlich direkt dem Schüler über die Schulter gucken, aber um gleich alle Schüler im Blick zu haben, sind Hilfsmittel sinnvoll. Hier kann die Software Samsung School Solution eine Lösung bieten.

Sind die Tablets von der Schule gestellt worden, so ist es sicher auch im Interesse der Schule, dass der Schüler auch außerhalb des Unterrichts keinen Unfug mit dem Schul-Gerät treibt. Hier geht es um die Installation nicht erwünschter Software (z.B. Spiele, Fun-Apps, ...) aber auch um den Besuch verbotener Seite im Internet. Die Installation neuer Software kann mit Meraki überwacht werden, für die Protokollierung von Webseiten gibt es zum Beispiel das App Norton Parental Control. Allerdings soll letzteres bereits durch einen einfachen anonymen Tab (wie im Browser Google Chrome eingebaut) ausgetrickst werden können. Auch so gibt es Möglichkeiten diese zu umgehen.

Das Tablet im Einsatz für den Lehrer

Der Lehrer und sein Tablet

Will man sich nicht blamieren, so heißt es üben, üben, üben. Ein paar Tipps, was man lernen, üben, vorbereiten sollte.

  • Wählen Sie sich einen Dateimanager aus und lernen Sie den Umgang damit kennen. Wenn man hilflos im Verzeichnis des Tablet herumirrt, kann viel Zeit verloren gehen. Ein gutes App bietet womöglich das Festlegen von Standard-Verzeichnissen an. Man sollte auch wissen, wo heruntergeladene Dateien abgelegt werden.
  • Das Erstellen von Screenshots beim Samsung Galaxy Note ist eigentlich nicht kompliziert. Man kann entweder die ganze Oberfläche abknipsen (Symbol in der Statuszeile) oder nur einen Auschnitt davon (mit dem Stift). Der Ausschnitt kommt leider nicht in die Zwischenablage und so muss man erst einmal wissen, wo diese bearbeiteten Screenshots liegen.
  • Wie verbinde ich mich mit dem Beamer per All-Share-Cast? Das erste Mal dauert es immer ein wenig, wenn mein Tablet den All-Share-Cast-Dongle noch nicht kennt. Um nicht auf Stuhl und Tisch vor den Schüler rumzuturnen, die erste Verbindung in einer Pause oder am Nachmittag testen.
  • Ist dem Raum, in dem ich mit den Schülern arbeiten will, auch eine ausreichend gute WLAN-Verbindung vorhanden? Vielleicht gilt das nur für die eine Raum-Ecke. Wenn man also dazu neigt, herumzuspazieren, sollte man dies auch mal in Ruhe mit dem Tablet ausprobieren.
  • Gerade am Anfang sollte man ausprobieren, ob man alle notwendigen Programme hat. Welche man braucht ergibt sich vermutlich am besten daraus, wenn man die geplanten Aktivitäten einfach mal durchspielt.
    • Welches ist das beste Programm für meine Bedürfnisse? Es lohnt sich, einmal Tests und die Kommentare der Benutzer zu einem Programm durchzulesen. Vielleicht weisen sie auf bessere Programme hin und berichten von größeren Problemen genau auf dem eigenen Gerät!? Das Installieren und Durchlesen von Kommentaren lässt sich auch am PC erledigen, da man im Play-Store, nach Online-Anmeldung bei Google, Programme für sein Tablet installieren kann bzw. dessen Installation veranlasst.

Das Tablet als OHP-Ersatz bzw. Präsentations-Werkzeug

OHP-Ersatz kann das Tablet dann sein, wenn man Folien hat, die beschreibbar sind. Außerdem kann man natürlich auch Verlinkungen zu weiteren Medien vornehmen, wie Links auf andere Dokumente, GeoGebra-Arbeitsblätter, Videos, Online-Artikel usw.

Ermöglicht werden kann dies durch folgende Programme:

  • Der Adobe Acrobat Reader bietet die Möglichkeit die PDF-Dokumente zu beschreiben. Die Notizen können in einer extra Datei gespeichert werden, so dass das PDF-Dokument selber "sauber" bleibt.
  • Der PDF-Reader ...
  • Das App Lecture Notes ist eigentlich ein digitales Notiz-Buch. Dank vielfältigen Möglichkeiten zur Einbindung von Bildern, handschriftlichen Notizen mit Unterscheidung zwischen Stift und Hand, einfachem Zoomen, der Möglichkeit eigene Stifte und Werkzeuge zu definieren, ist es ein wirklich starkes Tool, so dass viele Lehrer besonders loben. Das einzige was es nicht kann, ist Bilder/Vorlagen dynamische abzulegen. Ein eingefügtes Bild ist fest. Auf der anderen Seite bietet Lecture Notes ein starkes Tool zum Auschneiden, Vervielfältigen, Drehen von Bereichen.
  • Das App "Explain Anything" bietet ähnliche Fähigkeiten wie Lecture Notes, allerdings weniger Anpassbarkeit. Ursprünglich ist es zum Aufzeichnen von Video-Anleitungen gedacht. Selbst wenn man dies nicht nutzt, so bietet "Explain Anything" aber den Vorteil, dass Bilder nicht fest abgelegt werden und auch immer nachträglich verschoben und skaliert werden können, ohne dass man sie ausschneidet.

An die Schüler etwas weitergeben

Alles gleichzeitig?

Das Tablet ist ja ein Kleincomputer, der unheimlich viele Fähigkeiten hat. Aber kann bzw. man alles gleichzeitig damit machen?

Natürlich kann man wie auch PC ein Programm wechseln. Bei der Samsung Galaxy Note Tablets ist es ja sogar möglich zwei Programme gleichzeitig auf dem Bildschirm zu haben. Entweder nebeneinander oder das eine schwebend über dem anderen.

Dennoch glaube ich, sollte man sich gut überlegen, wie viele verschiedene Programme man verwenden will. Und ob es denn wirklich notwendig ist, das Tablet zu benutzen. Auch am PC ist ein häufiger Wechsel zwischen Programmen nicht optimal, denn die Schüler müssen dem womöglich schnellen Wechsel folgen können. Denkbare Einsatzgebiete für den Wechsel zwischen Programmen:

  • Im Internet/Präsentation-PDF habe ich die Quelle für Material/Medien. Vor einer Seite aus rufe ich das Material aus auf, was dann meistens in einem anderen Programm genutzt werden muss.
Das scheint sinnvoll und auch notwendig.
  • Sind es Bilder, die ich genauer betrachten will und eventuell sogar darauf etwas malen/markieren/kennzeichnen, dann müsste man das Bild gleich in ein Programm bringen können, in dem das Bearbeiten möglich ist.
Wenn schon fest steht, dass ich ein ganz bestimmtes Bild bearbeiten will, würde ich es schon vorher in das Bearbeitungsprogramm einfügen und die Datei speichern. Das ist sicher einfacher und schneller.
  • Bereiche aus dem digitalen Schulbuch als Screenshot zum Bemalen verwenden. Screenshots lassen sich in den Note-Tablets ohne Root-Zugang erstellen. Sogar kleinere Ausschnitte sind möglich.
Auch hier ... wenn es schon vorher klar ist, dann muss man es nicht im Unterricht machen.
  • Mit GeoGebra-Arbeitsblatt/Google Maps/anderem interaktiven Programmen hantieren und Screenshots nach Bedarf verwenden.
Hier kann man vermutlich nicht vorrausplanen bzw. will es nicht. Da man vermutlich nur einmal wechselt und jeweils einige Zeit im jeweiligen Programm verbringt, sollte ein Wechsel nicht allzugroße Probleme bereiten.

Soweit einige Beispiele ...

Nun hat man auf den Tablet vermutlich noch einige mehr Apps, die man durch aus für den Unterricht verwenden könnte. Wenn natürlich auch private Inhalte vorhanden sind, sollte man dringend dafür sorgen, dass man beim Programmwechsel diese nicht offenbart. Die Unterscheidung zwischen beruflichen und privaten Seiten ist das mindeste. Widgets mit Mail-Ansichten sollten dann auch nicht sichtbar werden, ebenso wie Lesezeichen aus dem privaten Bereich. Wenn man sich auf dem Tablet Notizen zu den Schülern macht, so sollte das auch nicht offen liegen.


Siehe auch