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Nathan der Weise

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Nathan der Weise ist Drama Gotthold Ephraim Lessings. Es wurde 1779 veröffentlicht und am 14. April 1783 in Berlin uraufgeführt.


Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Die Handlung spielt zur Zeit des Dritten Kreuzzugs während des Waffenstillstandes in Jerusalem. Als der Jude Nathan von einer Geschäftsreise zurückkommt, erfährt er, dass seine Pflegetochter Recha von einem christlichen Tempelherrn aus dem Feuer gerettet worden ist. Der Ordensritter verdankt sein Leben der Begnadigung durch den muslimischen Herrscher, Sultan Saladin. Dieser hat ihn als einzigen von zwanzig Gefangenen begnadigt, weil er Saladins verstorbenen Bruder Assad ähnlich sehe. Durch geschickte Rede überzeugt Nathan den Tempelherrn zu einem Besuch, um den Dank seiner Tochter entgegenzunehmen. Derweilen hat Saladin Geldsorgen, weswegen er Nathan zu sich bringen lässt. Er gibt dazu vor, Nathans bekannte Weisheit zu testen und fragt nach der „wahren Religion“. Nathan antwortet mit der Ringparabel. Saladin erkennt schnell die Aussage der Gleichberechtigung unter den drei monotheistischen Religionen. Davon tief beeindruckt bittet er daraufhin, Nathans Freund sein zu dürfen. Noch erfreuter zeigt er sich, als er von Nathan ein Darlehensangebot erhält, ohne danach gefragt zu haben. Der Tempelherr hat sich unterdessen in Recha verliebt und möchte sie heiraten. Als er durch Information von Nathans Haushälterin Daja, einer Christin, herausfindet, dass Recha adoptiert ist und ihre leiblichen Eltern Christen waren, wendet er sich an den Patriarchen von Jerusalem, auch weil Nathan gegenüber der Idee einer Heirat eine sehr zurückhaltende Haltung zeigt. Der Templer erzählt den Vorfall hypothetisch, doch das Kirchenoberhaupt Jerusalems möchte sofort "diesen Juden" suchen lassen, um ihn auf den Scheiterhaufen zu bringen. Durch ein Verzeichnis eines Klosterbruders stellt sich schließlich heraus, dass die von einem Juden erzogene Recha und der christliche Tempelherr Geschwister und zugleich die Kinder von Assad sind, der wiederum Saladins Bruder und reformierter Christ war. Somit sind sie auch noch Nichte und Neffe des Muslims Saladin, womit die enge Verwandtschaft der Religionen nochmals verdeutlicht wird. Nathan wird als Vater im Sinne der Seelenverwandtschaft und Adoption anerkannt.

W-Logo.gif Nathan der Weise, Wikipedia – Die freie Enzyklopädie, 15.07.2007 - Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. Siehe die Nutzungsbedingungen für Einzelheiten. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

In der Schlüsselszene lässt Saladin Nathan zu sich rufen und legt ihm die Frage vor, welche der drei monotheistischen Religionen er für die Wahre halte. Nathan sieht sich vor dem Konflikt, weder seine Religion zu sehr zu betonen, noch die anderen beiden. Deshalb antwortet er mit einem Gleichnis. Darin besitzt ein Mann ein wertvolles Familienerbstück: einen Ring, der über die magische Eigenschaft verfügt, seinen Träger „vor Gott und den Menschen angenehm“ zu machen. Dieser Ring wurde über viele Generationen hinweg vom Vater an jenen Sohn vererbt, den der Vater am meisten liebte. Doch nun tritt der Fall ein, dass der Vater von seinen drei Söhnen keinen bevorzugen kann und möchte, sodass er von einem Goldschmied zwei Duplikate des Ringes herstellen lässt. Er hinterlässt jedem Sohn einen Ring, wobei er jedem versichert, sein Ring sei der echte. Nach dem Tode des Vaters ziehen die Söhne vor Gericht, um klären zu lassen, welcher von den drei Ringen der echte sei. Der Richter aber ist außerstande, dies zu ermitteln. So erinnert er die drei Männer daran, dass der echte Ring die Eigenschaft habe, den Träger bei allen anderen Menschen beliebt zu machen; wenn aber dieser Effekt bei keinem der drei eingetreten sei, dann könne das wohl nur heißen, dass der echte Ring verloren gegangen sein müsse. Jedenfalls solle ein jeder von ihnen trachten, die Liebe aller seiner Mitmenschen zu verdienen; wenn dies einem von ihnen gelinge, so sei er der Träger des echten Ringes.

W-Logo.gif Nathan der Weise, Wikipedia – Die freie Enzyklopädie, 15.07.2007 - Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. Siehe die Nutzungsbedingungen für Einzelheiten. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Unterrichtsmaterial

Analyse zu "Nathan" Akt I, Szene 2, Akt I, Szene 3, Akt III, Szene 2 und 3, Akt III, Szene 5
Diese Seite enthält zahlreiche Verlinkungen zu verschiedensten Materialien und dazu passende Aufgabenstellungen. Sie eignet sich zum selbstständigen Erarbeiten des Themenbereichs Aufklärung und Lessing im Rahmen eines Projektes. (www.gymnasium-borghorst.de)

Hörbuch/Audio-CDs

  • Nathan der Weise. 2 CDs. (Audio CD) von Gotthold E. Lessing, von Ernst Deutsch und Verena Wiet Universal Music ISBN 3829114087
  • Nathan der Weise. CD (Audio CD) von Gotthold E. Lessing von Barbara Kindermann und Otto Sander Hörcompany, 2006 ISBN 3935036914
  • Lessing: Nathan der Weise [Doppel-CD] von Ernst Deutsch, 2000 Deutsche G,

DVD

  • Nathan, der Weise, Darsteller: Werner Krauss, Carl de Vogt, Lia Eibenschütz, Regisseur: Manfred Noa, Alive - Vertrieb und Marketing, 2006, Spieldauer: 128 Minuten

Ausgaben und Materialien der Schulbuchverlage

Anaconda

  • Textausgabe: Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise. Ein dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen. ISBN 3938484519

Bange

  • Lektürehilfe: Königs Erläuterungen und Materialien, Bd.10, Nathan der Weise ISBN 3804403891

Bergmoser + Höller Verlag AG

Cornelsen

  • Textausgabe: Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise. Ein dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen. Für die Schule bearbeitet von Diethard Lübke (einfach klassisch: - Schülerheft) ISBN 3464609367

dtv

  • Textausgabe: Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise. Ein dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen. ISBN 3423026006

Hamburger Lesehefte

  • Textausgabe: Hamburger Lesehefte, Nr.17, Nathan der Weise ISBN 3872910167

Klett

  • Textausgabe: Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise. Ein dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen. Mit Materialien von Joachim Bark. ISBN 312351160X
  • Stundenblätter: Wilhelm Große: Stundenblätter Deutsch. G. E. Lessing: Nathan und die Literatur der Aufklärung. Mit CD-ROM. ISBN 3129274782
  • Lektürehilfe: Gerhard Sedding: Gotthold Ephraim Lessing. Nathan der Weise. ISBN 3129230041

Lesewerk

  • Lektürepraxis: Martina Dauer: Gotthold Ephraim Lessing. Nathan der Weise. Materialien und Kopiervorlagen. ISBN 9783863163013

Mentor

  • Lektürehilfe: Thomas Rahner: Gotthold E. Lessing: Nathan der Weise. Lektüre, Durchblick. Inhalt, Hintergrund, Interpretation ISBN 3580653016

Oldenbourg

  • Interpretation: Wolfgang Kröger: Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise. (Oldenbourg Interpretationen, Bd.53) ISBN 3486886525

Reclam

  • Textausgabe: Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise. Ein dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen. ISBN 3150000033
  • Lektüreschlüssel: Theodor Pelster: Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise. Lektüreschlüssel. ISBN 3150153166
  • Erläuterungen und Dokumente: Peter von Düffel: Gotthold Ephraim Lessing. Nathan der Weise. Erläuterungen und Dokumente. ISBN 3150081181

Schöningh

Schrödel

  • Arbeitsheft: Volker Frederking und Günter Heine: Texte.Medien: Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise. Arbeitsheft. ISBN 3507471116

Stark

  • Andrea Rinnert: Interpretationshilfe Deutsch: Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise. ISBN 3894494395

Suhrkamp

  • Textausgabe: Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise. Ein dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen. ISBN 3518188410


Linkliste

Siehe auch