Didaktische Prinzipien im Informatikunterricht

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Diese Seite wurde von Studierenden der PH Heidelberg erstellt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Didaktisches Prinzip?

In der Didaktik geht es um die Gestaltung und die Inhalte des Unterrichts, konkret gesagt, darüber Was und Wie unterrichtet werden soll. Das Ziel ist es Hilfestellung darüber zu geben, wie und mit welchen Methoden man als Lehrer auf seine Schüler Einfluss nehmen kann, damit der Lehr- und Lernprozess optimal abläuft.

Prinzip bezeichnet eine Regel nach der man sein Handeln auslegt. Eine Art Anleitung wie man in bestimmten Situationen reagieren soll oder kann (vgl. http://www.duden.de/rechtschreibung/Prinzip).

Jedes didaktische Prinzip kann daher als mögliche Gestaltungsvorlage des Unterrichts betrachtet werden. Es beeinflusst Auswahl und Strukturierung der Lerninhalte. Zudem auch die Wahl der Methoden. Ein didaktisches Prinzip ist jedoch nie mehr als eine Wahlmöglichkeit bzw. Richtlinie, für die man sich entscheiden kann. Eine Hilfestellung wie guter Unterricht aussehen kann. Je nachdem welche Ziele im Unterricht verfolgt werden oder um welches Thema es sich handelt, eignet sich nicht jedes Prinzip. Die einzelnen Prinzipien können durchaus auch im Gegensatz zueinander stehen und sich widersprechen.

Des Weiteren bezieht sich ein didaktisches Prinzip nie, nur auf ein Fach. Es ist Schulart übergreifend und unabhängig der Altersstufe gültig.

So wie bei allem gibt es aber auch bei didaktischen Prinzipien Schattenseiten:

  • Was genau unter einem Prinzip verstanden wird, hängt von der Zeit ab, in der gelebt wird bzw. welche Ideologie gelebt wird.
  • Jeder kann ein didaktisches Prinzip etablieren, solange es begründet ist und von der Gesellschaft akzeptiert wird.
  • Ein didaktische Prinzip bietet wenig Handlungswert (vgl. Topsch, Wilhelm 2004, S.80). Was genau dem Prinzip der Veranschaulichung entspricht unterliegt der Definition, die man dafür heranzieht bzw. was darunter verstanden wird.

Bezugsebenen der Prinzipien

Man kann die Didaktischen Prinzipien unter ihren Bezugsebenen betrachten. Die drei Hauptbezugsebenen sind die Gesellschaft, die Schüler und Schülerinnen und die Inhalte/Ziele des Prinzips. In der Tabelle sind einige Prinzipien auf die verschiedenen Ebenen aufgeteilt, wobei dadurch nicht ausgeschlossen wird, dass eine andere Ebene ebenfalls in diesem Prinzip angesprochen wird.

Gesellschaft Inhalte und Ziele Schüler
Mündigkeit Aktualität Motivierung
Solidarität Realitätsbezogenheit Erfolgsbestätigung
Lebensnähe Erfolgssicherung
Differenzierung Schülerorientierung
Veranschaulichung Selbsttätigkeit
Wissenschaftsorientierung Handlungsorientierung
Fächerübergreifender Unterricht
Strukturierung

Die Bezugsebene Gesellschaft zielt darauf ab, was die Schüler und Schülerinnen lernen, dass sie in der Gesellschaft brauchen oder auch was die Gesellschaft von Ihnen erwartet.

Unter Inhalte und Ziele versteht man die Prinzipien, die sich darauf konzentrieren, welche Inhalte und Ziele die Lerneinheiten für den Lernprozess der Schüler und Schülerinnen erreicht werden sollen.

Wie der Lernprozess der Schüler und Schülerinnen genau aussieht, damit beschäftigt sich die Bezugsebene Schüler.

Beispiele für Prinzipien

Prinzip des Fächerübergreifenden Unterrichts

Erklärung des Prinzips:

  • Fächerübergreifend bedeutet, dass nicht ein Fach für sich unterrichtet wird, sondern zwei oder mehreren Fächern gleichwertig unterrichtet werden. Es gibt ein zentrales Thema das von den unterschiedlichen Fächern ausgehend bearbeitet wird. Grundlegend muss eine Absprache und Vereinbarung zwischen den Fächern (Lehrer) stattfinden, die sich unteranderem auch auf ein übergeordnetes pädagogisches Ziel einigt.

Unterrichtsbeispiel in Informatik:

  • Jegliches Thema das mit einem anderen Fach überschneidet, kann so unterrichtet werden. Beispiele wie eine Unterrichtseinheit dazu aussehen könnte finden Sie unter der Rubrik Fächerverbindender Unterricht und Informatik

Vorteile:

  • Verknüpfungen, die später in den Berufen vorhanden sind, werden ersichtlich. Es können querschnittsorientierte Aufgaben (Friedensbildung, Umwelterziehung) oder auch komplexere Themen aus mehreren Blickwinkeln in der Schule behandelt werden. Dadurch wird auch die Transferforschung unterstützt. Die Schüler und Schülerinnen lernen Wissen das sie in einem Kontext kennen gelernt haben auch auf andere zu übertragen.
  • Wissen kann leichter durch Alltagsprobleme vermittelt werden, die eine größere Motivation bei den Schüler und Schülerinnen hervorruft.
  • Ganzheitliches, Problemorientiertes und Reflexives Lernen kann dadurch erreicht werden. Ganzheitliches, da es nicht wie im Fachunterricht nur ein Ausschnitt der Wirklichkeit wiedergibt. Problemorientiertes, da es sich nicht an der Fachsystematik orientiert, sondern an (sozial) relevanten praktischen Problemen. Reflexives Lernen, da unterschiedliche Perspektiven und Zugänge gelehrt werden.

Nachteile/ Probleme:

  • Fächerübergreifender Unterricht ist mit einem hohen Zeitaufwand verbunden. Da die Lehrerausbildung auf einzelne Fächer gerichtet ist, stoßen diese oft an ihre fachlichen Grenzen und müssen sich in neue Themengebiete einarbeiten sowie mit den kooperierenden Lehrern absprechen wie sie den Unterricht strukturieren.

Durch die Stundentaktung kann es sich als schwierig erweisen, den Schülern genügend zusammenhängende Zeit für ein Projekt/Thema zu geben.

Fazit:

  • Wenn eine gute Zusammenarbeit mit den Kollegen und des Schulleiters vorherrscht und Motivation auf der Lehrerseite bewirkt, dass diese gerne auch einmal etwas mehr Arbeit in ihre Stundenplanung stecken ist das Prinzip des Übergreifenden Unterrichts eine gute Möglichkeit Schülern Wissen auf verknüpfter Weise beizubringen, sodass sie nicht nur die Kompetenzen im einzelnen Fach erlangen, sondern auch Fächerübergreifende Kompetenzen erlernen können.

Prinzip der Veranschaulichung

Erklärung des Prinzips:

Das Prinzip der Veranschaulichung ist eines der ältesten. Die großen Denker der Geschichte wie Aristoteles, Rousseau oder Comenius betonen, wie wichtig die Erfassung eines Gegenstandes mit allen Sinnen ist. Erst so können Sachverhalte verinnerlicht werden.

Im Umkehrschluss heißt dies, dass ein Lerninhalt dann anschaulich ist, wenn Schüler ihn mit allen Sinnesorganen wahrnehmen können und er sich für sie als schlüssig darstellt. Er darf den Vorerfahrungen der Schüler nicht widersprechen. Hierbei muss natürlich die Auffassungsgabe der Zielgruppe beachtet werden.

Konzepte um dieses Prinzip umzusetzen sind: Medienorientierter Unterricht, entdeckendes Lernen, Erfahrungsunterricht oder Erlebnisorientiertes Lernen.

Vorteile:

  • Schüler sind motivierter und aktiver im Unterricht dabei.
  • Attraktive Stoffvermittlung weckt das Interesse der Schüler.
  • Schüler bekommen eine konkretere Vorstelllung über den Sachverhalt und gelangen so schneller zu einer Begriffsbildung.
  • Wahrnehmungsfähigkeit der Schüler wird gefördert.

Nachteile/Probleme:

  • Egal wie anschaulich der Unterricht oder die Lerneinheit ist, sobald es nicht dem Lerngegenstand entspricht, verfehlt es seinen Zweck.
  • Es gibt nicht für jeden Lerngegenstand passendes und effektives Anschauungsmaterial.
  • Um den Unterricht anschaulich zu gestalten bedarf es einem höheren Zeitaufwand für den Lehrer.
  • Die Art und Weise, wie ein Lerngegenstand veranschaulicht wird, muss schülergemäß erfolgen.
  • Den Schülern darf dadurch nicht gleich die Lösung präsentiert werden. Sonst werden sie ins passive gedrängt und haben keinen Grund, noch Interesse für den Lerngegenstand zu haben. Die Schüler sollen sich selbst eine Meinung bilden. Es sollen Zugänge vermittelt und aufgezeigt werden.

Fazit:

  • Bedeutsames Prinzip, da es hilft Inhalte zu vermitteln, ein besseres Unterrichtsklima zu gestalten und es den Schülern den Wissenserwerb erleichtert.
  • Bietet eine Möglichkeit positiv auf den Unterricht Einfluss zu nehmen, wenn man im Gegenzug dafür bereit ist, mehr Zeit zur Vorbereitung zu investieren.

Prinzip der Aktualität

Erklärung des Prinzips:

  • Das Prinzip der Aktualität berücksichtigt gegenwartsnahe Ereignisse im Unterricht, sodass die Lebenswelt der SchülerInnen mit einbezogen wird.
  • Aktuelle Ereignisse lassen sich nach zeitlichen (einmalige oder wiederkehrende Ereignisse), inhaltlichen (Ereignisse aus der Wissenschaft, Politik oder Natur) und räumlichen Kriterien (Nah- oder Fernraum) sowie nach den im Unterricht verwendeten Medien (Radio, TV, Internet) einteilen.

Unterrichtsbeispiel in Informatik:

  • Automatentheorie und Handy

Es ist möglich, das Thema Automatentheorie anhand eines Handys einzuführen. Fast jeder Schüler und Schülerin in der Oberstufe besitzt ein Handy, dadurch ist es ein gegenwartsnahes Ereignis und für die Schüler und Shcülerinnen sicherlich interessant, dies in den Unterricht mit einzubeziehen.

Vorteile:

  • Lebensnaher Unterricht bezieht die gegenwärtige und zukünftige Lebenswelt der Schüler und Schülerinnen mit ein. Es muss keine fiktive Situation geschaffen werden, an der die Theorie erarbeitet wird. Dadurch erkennen die Schüler und Schülerinnen. Dass sie nicht für die Lehrperson lernen, sondern für ihr eigenes praktisches Leben. Dies bewirkt bei den Schüler und Schülerinnen eine Motivationssteigerung und es kann ein nachhaltiger Lernerfolg erwartet werden.
  • Es soll gezeigt werden, dass traditionelle Themen im Bezug auf aktuelle Tagesthemen für die Schüler und Schülerinnen bedeutsam werden und von sich aus behandelte Tagesthemen weiterverfolgen oder sogar neue betrachten.
  • Es ist ein Unterricht möglich, der durch Erfahrungsbezug lebensnah ist, sich auf die Realität bezieht und immer sachgemäß bleibt.

Nachteile/ Probleme:

  • Die Konzentration auf das Wesentliche kann verloren gehen.
  • Ebenso leidet die planmäßige Einführung von Themen, da Tagesaktuelle Themen nicht vorher geplant werden können. Man weiß ja nicht was morgen passiert.
  • Wissensgebiete, die nicht aktuell sind aber auch nicht mit aktuellem verknüpft werden können, aber notwendig wären werden nicht unterrichtet.


Fazit:

  • Die Themen sind aktuelle, sodass die Schüler und Schülerinnen einen Zusammenhang der Schule mit ihrem weiteren Leben sehen. Durch solch einen Unterricht wird der vierte Definitionspunkt von Hilbert Meyer was guter Unterricht ist erfüllt: Unterricht in dem eine sinnstiftende Orientierung geleistet wird. Da ich diesen Definitionspunkt für besonders wichtig halte und das Prinzip gut umsetzbar ist, sollte man so oft wie Möglich das Prinzip der Aktualität mit in seinen Unterricht bringen.

Prinzip der Motivierung

Erklärung des Prinzips:

Bei diesem Prinzip geht es darum, dass der Lehrer die Lern- und Leistungsbedürfnisse der Schüler beachtet um dadurch zu motivieren. Sie sollen geweckt bzw. erhalten bleiben. Um intrinsische Motivation zu fördern ist es wichtig die Schüler an der Planung des Unterrichts zu beteiligen. D.h. Schüler mitbestimmen zu lassen und selbstständiges Arbeiten zu ermöglichen.

Interesse wird außerdem durch anschaulichen, differenzierten (Über- und Unterforderung vermeiden!) und selbsttätigen Unterricht geweckt. Es ist eng mit Prinzipien wie der Veranschaulichung und Differenzierung verbunden. Es soll auf die individuellen Interessen der Schüler eingegangen wird und diese mit in den Unterricht eingebunden werden. Die Stärken und Neigungen ausnutzen um Anreize zu schaffen. Konzepte um das Prinzip der Motivierung umzusetzen können z.B. problemorientierter Unterricht oder Phänomen orientierter Unterricht sein.

Unterrichtsbeispiel in der Informatik

Objektorientierte Progammierung: Verschiedene Projekte anbieten die verschiedene Interessensgruppen abecken und frei gewählt werden können

Vorteile:

  • Motivierte Schüler lernen leichter
  • Lernförderliches Klima
  • Schüler verbinden positives mit Schule
  • Angenehmerer Unterricht für den Lehrer

Nachteile/Probleme:

  • Erhöhter Zeitaufwand für den Lehrer.
  • Nicht jedes Thema aus dem Lehrplan eignet sich.
  • Gefahr, dass die Aufmerksamkeit nur der Sache gilt (z.B. Fußball) und der Unterricht ausgeblendet wird.
  • Jeder Schüler, jede Klasse lässt sich auf eine andere Weise motivieren.


Fazit: Sehr wichtiges Prinzip, da es den Lehr- und Lernprozess positiv beeinflusst. Schüler wie Lehrer profitieren davon. Es gibt jedoch nicht den perfekten Zugang mit dem man jede Klasse zu greifen bekommt.

Prinzip der Erfolgsbestätigung

Erklärung des Prinzips:

„Erfolgsbestätigung heißt, den Schüler und Schülerinnen Kenntnisse über den Erfolg oder Misserfolg seines Lernverhaltens zu vermitteln, um weitere Lernerfolge anzubahnen.“ (Schrö-der; Lernen, Lehren, Unterricht; S.199). Für SchülerInnen ist es wichtig, dass sie eine Erfolgsbestätigung im Unterricht erhalten, da ihnen sonst die Motivation fehlt ihr positives Verhalten weiter zu führen.

Das Prinzip der Erfolgsbestätigung kann in verschiedenen Formen angewandt und betrachtet werden:

  • Traditionelle Pädagogik: Lob und Tadel als Erziehungsmittel
  • Lerntheorien: Verstärkung von Lernverhalten
  • Kybernetische Pädagogik: Rückmeldung für Annäherung von Ist- und Soll-Wert

Vorteile:

  • Eine an Verstärkung, Lob und positiver Rückmeldung orientierte Erfolgsbestätigung ist der Weckung von Lern- und Leistungsbedürfnissen dienlich. Die kybernetische Pädagogik vertritt die Meinung, dass jedes Lernen auf Rückmeldung angewiesen ist. Die Schüler und Schülerinnen sollten so oft wie Möglich in Kenntnis gesetzt werden, wie gut oder schlecht er die Lernanforderungen erfüllt.

Nachteile/ Probleme:

  • Tadel wird dazu verwendet unerwünschtes Verhalten zu vermeiden. Jedoch kann der zwischenmenschliche Bezug zwischen den Lehrpersonen und den Schüler und Schülerinnen darunter leiden. Ebenfalls besteht die Gefahr, dass Schüler und Schülerinnen die Strafe nicht als gerecht empfinden und ihre Notwendigkeit anzweifeln, sodass die Strafe uneffektiv wird und keine positive Veränderung in der Einstellung hervorruft.
  • Lob hingegen bewirkt, dass eine Kluft zwischen den gelobten und den nicht gelobten Schüler und Schülerinnen entsteht.
  • Bei einer positiven Verstärkung tritt oft der Effekt auf, dass die Schüler und Schülerinnen kurzfristig nicht mehr so viel Leisten wie zuvor (Lorbeereffekt).

Fazit:

  • Die Einsetzung von Tadel sollte sich gut überlegt sein. Besser wäre es jedoch die Schüler und Schülerinnen zu unterstützen also zu Loben. Schüler und Schülerinnen werden Kenntnisse über den Erfolg oder Misserfolg ihres Lernverhaltens vermittelt, was in jedem Unterricht passieren sollte.

Prinzip der Kontroversität

Erklärung des Prinzips:

Bei diesem Prinzip geht es um die allgemeine Denkschulung der Schüler. Die Schüler sollen die Möglichkeit haben, nach abwägen von Pro und Kontra, selbst zu entscheiden was sie besser oder geeigneter finden. Aufgabe des Lehrers ist es nicht eine Meinung zu verbreiten sondern Gelegenheiten zu schaffen, damit Schüler sich selbst ein Bild machen können. Er kann Lösungen darbieten und Fragen beantworten, aber die Schüler müssen lernen Modelle/Sachverhalte zu hinterfragen oder zu kritisieren, statt immer das hinzunehmen was gesagt wird.

Dieses Prinzip ist eng verbunden mit dem der Problemorientierung und der Schülerorientierung.

Unterrichtsbeispiel in Informatik:

Programmiersprachen: Mehrere Programmiersprachen vorstellen, kleine Aufgabe bearbeiten lassen die gewisse Aspekte der Sprachen verdeutlicht und Schüler selbst entscheiden lassen welche sie geeignete finden

Vorteile:

  • Beitrag zum kritischen Vernunftgebrauch
  • Schüler sind motivierter wenn sie ihre Meinung mit einbringen dürfen und nicht die des Lehrers als Ultimativ annehmen müssen
  • Spiegelt die Lebenswelt wieder

Nachteile/Probleme:

  • Nicht jedes Thema eignet sich dafür (3. Reich)
  • Nicht jede Klasse eignet sich dafür (Mobbing)
  • Schüler müssen herangeführt werden

Fazit:

Eignet sich am besten im Fach Politik. Es ist aber sinnvoll auch in anderen Bereichen umgesetzt zu werden wenn sich die Möglichkeit dafür findet.

Ergebnis der Arbeitsgruppen

Problemorientiertes Prinzip

Erklärung des Prinzips:

  • Problemlösung als Ansatz/Mittelpunkt
  • dient als Grundlage zur Motivation

Unterrichtsbeispiel in Informatik:

„Informatik – Kummerkasten“:

Schüler können während dem gesamten Schuljahr auftretende Probleme mit dem Computer stellen. Diese werden dann gemeinsam in der Klasse behandelt und nach möglichen Lösungen gesucht. Anschließend kann der Lehrer versuchen an das Problem anzuknüpfen und weiter Lerninhalte damit zu verbinden.

Vorteile:

  • Unterricht ist auf die Probleme der Schüler ausgerichtet
  • Probleme haben persönlichen Bezug
  • Prinzip kann auf Alltagssituationen übertragen werden
  • Anreiz zur Lösung des Problems

Nachteile/ Probleme:

  • bei heterogenem Lernniveau unterschiedliche schnelle Aufgabenbearbeitung
  • demotivierend für die Schüler, die die Problemlösung schon kennen
  • Druck Bildungsplan einzuhalten

Fazit:

  • gut geeignet für homogene Klassen
  • geht auf die individuellen Probleme der Schüler ein

Handlungsorientiertes Prinzip

Erklärung des Prinzips:

  • Begründet sich unter anderem auf Pestalozzi mit "Kopf, Herz und Hand".
  • Die SchülerInnen erarbeiten den Lerninhalt selbstständig.
  • Die Rolle des Lehrers verlagtert sich vom aktiven Unterrichtsgestalter zum begleitenden Berater.

Unterrichtsbeispiel in Informatik: Serienbrief: Die SchülerInnen erarbeiten einen Serienbrief in Office-Software nach Vorgabe und lernen Datensätze einzugeben und auszulesen.

Vorteile:

  • Motivierend
  • Praxisnah mit Anwendungscharakter
  • langfristiges Aneignen von Kompetenzen
  • Verbinden von Theorie und Praxis

Nachteile/ Probleme:

  • Gefahr dass Schüler Lernziel nicht erreichen, da einige nicht gut selbstständig Arbeiten können.

Fazit:

  • Eignet sich gut für viele Themen im Informatikunterricht, darf aber nicht in ITG abschweifen.

Differenzierungsprinzip

Erklärung des Prinzips:

  • Auflösung heterogener Klassenverbände zu homogenen Gruppen
  • Aufteilung in Bezug auf Leistungsfähigkeit und Interessenlage
  • Anbieten der bestmöglichen Lernvoraussetzungen
  • zwei Arten: innere Differenzierung (innerhalb einer Schulklasse), äußere Differenzierung (innerhalb eines Jahrgangs, Schulart,...)

Unterrichtsbeispiel in Informatik:

  • Programmieren
  • Einteilung der Gruppen mit verschiedenen Programmieraufgaben, nach Schwierigkeit gestaffelt
  • Einteilung nach Vorwissensstand und Interesse

Vorteile:

  • jeder Schüler kann in seiner Geschwindigkeit lernen
  • optimale Förderung der einzelnen Schüler
  • sehr individuell
  • auf lange Sicht: bessere Leistung und motiviertere Schüler

Nachteile/ Probleme:

  • hoher Aufwand
  • keine Zeit im Unterricht
  • Angst des Lehrers Kontrolle abzugeben / Traditionsbruch
  • zu große Klassen oder zu große Differenzierung

Fazit:

  • Gutes Prinzip, das allerdings schwierig umzusetzen ist
  • gut geeignet bei kleinen Klassen mit ähnlichem Wissensstand

Aktivität/ Lernhilfe Unterrichtsprinzipien

Farm-Fresh sheduled task.png   Lernziele

Nachdem du diesen Baustein durchgearbeitet hast, kannst du ...

  • 3 grundlegende Prinzipien des Unterrichts erklären.
  • Darlegen, weshalb du dich genau für diese 3 Prinzipien entschieden hast (Persönliche Begründung)

Unterrichtsprinzipien

Farm-Fresh pencil add.png   Worksheet

Fülle beim Durcharbeiten dieses Bausteins das folgende Worksheet aus:

Unterrichtsprinzipien im Informatikunterricht

  1. Entscheide dich zunächst für 3 der im Wiki aufgelisteten Unterrichtsprinzipien und grenze sie gegeneinander ab. Untersuche sie vor allem nach ITG, bzw. Informatikeignung!


1._____________________________________ 2._____________________________________ 3._____________________________________

Begründung

zu 1




zu 2




zu 3






2. Entwickle zu deinen Prinzipien unter zur Hilfenahme der Bildungsstandards B.-W. Bildungspläne zu einer Schulart deiner Wahl einen Unterrichtsvorschlag in dem die oben von dir ausgewählten Unterrichtsprinzipien zum tragen kommen.

Als Orientierungsraster kannst du folgendes Schema nutzen: Unterrichtsskizze



3. Wie beurteilst du persönlich deine Unterrichtssequenz, nachdem du die von dir als besonders wichtig erachteten Unterrichtsprinzipien zum Erstellen genutzt hast? Siehst du Probleme, Fallstricke etc.?






Die Unterrichtssequenz sollte am Ende vorgestellt werden können und im Plenum diskutiert werden!

Literaturverzeichnis

zu "Was ist ein didaktisches Prinzip?"

  • Topsch, Wilhelm (2004). Grundwissen für Schulpraktikum und Unterricht (2. Auflage). Weinheim und Basel: BELTZ


zu "Bezugsebenen der Prinzipien"


zu "Prinzip des fächerübergreidenden Unterrichts"

  • Buch: vgl.: Wilhelm H. Peterßen: Fächerverbindender Unterricht; Begriff, Konzept, Planung, Beispiele; München 2000; S.79


Prinzip der Veranschaulichung


zu "Prinzip der Aktualität"


Prinzip der Motivierung


zu Prizip der Erfolgsbestätigung


Prinzip der Kontroversität



...