Guppy (Poecilia reticulata)

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Zwei verschiedene Guppymännchen
Guppymännchen
Guppyweibchen
Guppypärchen


Klasse Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse Neuflosser (Neopterygii)
Überordnung Stachelflosser (Acanthopterygii)
Ordnung Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes)
Familie Lebendgebärende Zahnkarpfen (Poeciliidae)
Gattung Poecilia
Wassertemperatur 20-25°C
Wasserhärte 10-20°dGH (mittelhart bis hart)
pH-Werttoleranz 7-8 (neutral)


Beschreibung

Der Guppy, auch Millionenfisch genannt, stammt ursprünglich aus stehenden und langsam fließenden Gewässern Südamerikas und Brasiliens. Er erreicht eine Größe von 3 bis 6 cm, wobei die Männchen meist nur bis zu 4 cm groß werden. Er ernährt sich omnivor (Allesfresser) und bevorzugt Stechmückenlarven. Die Nahrung nimmt erheblichen Einfluss auf die Farbgebung und -intensität des Guppys, als auch auf die Fruchtbarkeit.

Der Körper hat eine spindelartige Form und endet in einem hohen und langen Schwanzstiel. Er besitzt ein oberständiges Maul und eine breite Schwanz- und Rückenflosse. Rücken-, Bauch- und Afterflosse sitzen mittig. Auf dem Rücken befindet sich ein dunkles netzartiges Muster. Die Weibchen besitzen dickere Bäuche und sind etwas größer als die Männchen. Die Färbung ist unauffälliger. Sie sind einfarbig olivgrün, bräunlich oder gelblich bis weiss gefärbt und schimmern silbrig. Die Flossen sind klein und durchsichtig. Kurz vor der Geburt entsteht ein großer schwarzer Trächtigkeitsfleck auf dem Bauch. Im Gegensatz zu den unscheinbaren Weibchen besitzen die Männchen facettenreich gefärbte und teilweise bunt gemusterte Schwanz- und Rückenflossen. Sie sind oft auch mit punktartigen Zeichnungen versehen. Körper und Schwanz sind bunt gefärbt. Die Schwanzflossen der Männchen können in vielen Formen erscheinen. Diese können leier-, fächer-, schwert- oder fahnenförmig, dreieckig und spitz zulaufend sein. Kein Männchen gleicht dem anderen. Die Afterflosse der Männchen ist zu einem Organ umgebildet, das der Befruchtung dient (Gonopodium). Sie besitzen einen kräftigen zweiten Strahl in der Bauchflosse.

Beim Gruppy wird ein spezielles Balzverhalten (der Begriff Balz bezeichnet das komplette Verhalten vor und nach der der Paarung bei Tieren) sichtbar, bei dem das Männchen das Weibchen umwirbt und ihm folgt, bis es zur Begattung kommt. Die Vermehrung erfolgt durch Eier, die im Weibchen befruchtet werden. Hierzu besitzt das Männchen ein spezielles Organ (Gonopodium). Mit diesem bringt es die Samen in den Körper des Weibchens. Anschließend entwickeln sich die Eier im Weibchen. Die Jungen schlüpfen im Körper des Weibchens aus den Eiern und werden lebend geboren (ovovivipar). Die Weibchen können überschüssigen Samen speichern. Die Jungtiere verstecken sich nach der Geburt zum Schutz zwischen Pflanzen und müssen an der Oberfläche zuerst einmal ihre Schwimmblase mit Luft füllen. Der Guppy gilt als sehr fruchtbar, daher können die Weibchen alle 4-5 Wochen Junge bekommen. Pro Wurf sind es 10-100 Jungtiere.

Im Aquarium hält sich der Guppy vorwiegend in der oberen oder mittleren Zone auf. Er sollte im Schwarm und am Besten paarweise gehalten werden. Guppys gelten als äußerst lebhaft, friedlich und schwimmen sehr viel. Aus diesem Grund ist ein Becken ab 60 cm Länge, das viel Schwimmraum bietet nötig. Es sollte zudem dicht bepflanzt sein. Eine Heizung, Lüftung oder Filter werden nicht benötigt. Eine Vergesellschaftung ist mit anderen Fischen ist kein Problem, jedoch sollten kleinere Arten (Zebrabärblinge oder Schwertträger) gewählt werden. Die Besonderheit dieser Fischart liegt darin, dass Guppys als sehr robust gelten und sie kaum Ansprüche stellen. Zudem existieren von den Guppys unzählige Farbgebungen und Arten, da ständig neue Züchtungen entstehen. Hierdurch treten neue Kombinationen und Farbvarianten auf. Die Nachzüchtungen sind allerdings nicht so unempfindlich, wie die Wildform.


Literatur

  • Braum, Erich (1972): Aquarienfische. Stuttgart: Belser Verlag; S. 201-202
  • Gilbert, John und Legge , Raymond (21972): Das große Aquarienbuch. Stuttgart: Eugen Ulmer; S. 104-106
  • Hunnam, Peter, u.a. (1997): Lebensraum Aquarium. Ein Handbuch der Süß- und Seewasseraquaristik. Augsburg: Weltbild Verlag; S. 101
  • Mariani, Mauro (2005): Fische im Aquarium. Arten, Pflege, Ernährung, Fortpflanzung Kalt-, Warm- und Salzwasserbecken. Klagenfurt: Kaiser Verlag; S. 180-181
  • Meyer, Rolf (2000): Lexikon Süßwasseraquarienfische. Augsburg: Weltbild Verlag; S. 248-250
  • Mills, Dick (41995): Aquarienfische. Ravensburg: Ravensburger Buchverlag; S.204-205
  • Schliewen, Ulrich (2001): Wasserwelt Aquarium. 300 Süßwasserfische und Pflanzen in Gesellschafts-, Art- und Biotopaquarien. Bindlach: Gondrom Verlag: S. 96
  • Schmitz, Siegfried (81999): Aquarienfische. Merkmale, Pflege, Haltung wichtiger Süßwasserarten. München: BLV; S. 76
  • Sterba, Günther (1959): Süßwasserfische aus aller Welt. Berchtesgaden: Zimmer & Herzog; S. 417-419


weiterführende Links