Blauer Malawibuntbarsch (Pseudotropheus zebra)

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Klasse Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse Neuflosser (Neopterygii)
Überordnung Stachelflosser (Acanthopterygii)
Ordnung Barschartige (Perciformes)
Familie Buntbarsche (Cichlidae)
Gattung Pseudotropheus
Wassertemperatur 23-28°C
Wasserhärte 10-18°dGH (mittelhart bis hart)
pH-Werttoleranz 7,5-9 (neutral bis leicht alkalisch)


Beschreibung

Der Blaue Malawibuntbarsch wird auch Malawi-Zebrabuntbarsch, Blauer Zebramaulbrüter oder Malawiblaubarsch genannt. Der natürliche Lebensraum ist der in Ostafrika liegende Malawisee (Chirda Island). Dort ist er in Felsenbiotopen des Uferbereichs zu finden. Er gehört zur Gruppe der Haplochromini und hier zur Untergruppe Mbunas, was bedeutet, dass er sich ausschließlich in Felsregionen aufhält und diese in Aquarien von Nöten sind.

Er erreicht eine Größe von 12-15 cm. Das Männchen besitzt eine intensive blaue bis graue Grundfarbe, die hell oder dunkel sein kann und mit 7-8 dunkleren Querstreifen über dem gesamten Körper versehen ist. Am Kopf befinden sich zwei unvollständige Streifen. An der Afterflosse des Männchens sind mehrere gelbe Flecken (Eiflecken) zu finden. Sie sind teilweise auch auf der Rückenflosse vorhanden. Die Schuppen sind dunkelblau gesäumt. Die Weibchen haben ein ähnliches Erscheinungsbild, jedoch besitzen sie eine intensivere graublaue oder ähnliche Färbung und können teilweise scheckig erscheinen. Die Eiflecken an der Afterflosse sind kaum oder nicht sichtbar. Sie besitzen spitzig ausgezogene Flossen, die unpaar zueinander stehen. Von beiden Geschlechtern gibt es allerdings blaugefärbte und gefleckte Varianten, die Färbungen können sehr varibabel sein (facettenreiche Colorationen und Polymorphismus sind möglich). Der Grund hierfür ist unbekannt, jedoch liegt die Vermutung nahe, dass verschiedene Rassen existieren oder sie standortabhängig gefärbt sind. Der blaue Malawibuntbarsch wird in drei Kategorien eingeteilt: Typ 1 besitzt eine blaue Färbung ohne Querstreifen, Typ 2 sind fast weiße Fische und Typ 3 sind ausschließlich Weibchen. Sie besitzen eine bläulich-weisse Grundfarbe, die mit ungleichmäßigen Flecken versehen ist. Diese sind bräunlich, orange und schwarz coloriert.

Er gilt als omnivor (Allesfresser), daher ernährt er sich sowohl von fleischlicher (Garnelen, Muscheln), als auch von pflanzlicher Beikost (Blattsalat, Spinat). Er kann außerdem Algen abweiden, was ihm durch einen besonderen Aufbau von Maul und Zähnen ermöglicht wird.

Er ist ein ovophiler Maulbrüter, daher beginnt das Weibchen direkt nach dem Ablaichen damit die Eier in der Mundhöhle auszubrüten (Schutz vor Feinden). Das Männchen verteidigt das Revier. Diese Familienform wird als Mann-Mutter-Familie bezeichnet.

Im Aquarium hält er sich hauptsächlich im mittleren und unteren Bereich auf. Die Beckenlänge sollte mindestens 120 cm betragen und sollte ausschließlich mit Felsen bestückt sein. Diese sollten zum Teil Höhlen bilden, um die Bodenfläche des Aquariums in Zonen zu unterteilen. Pflanzen benötigt der Blaue Malawibuntbarsch nicht. Es ist jedoch möglich, einzelne Steine zu bepflanzen. Die Weibchen neigen zur Gruppenbildung. Empfehlenswert ist, mehrere Weibchen mit einem Männchen zu halten, da es zu Rivalitäten kommen kann.

Grundsätzlich gilt der Blaue Malawibuntbarsch als aggressiv, streitsüchtig, lebhaft und er verteidigt sein Revier. Haremsverhalten ist außerdem keine Besonderheit.


Literatur

  • Baensch, Ulrich (1987): Bunte Zierfischwelt. Melle: Tetra Verlag; S. 104
  • Braum, Erich (1972): Aquarienfische. Stuttgart: Belser Verlag; S. 207
  • Gilbert, John, u.a. (21975): Das grosse Aquarienbuch. Die schönsten tropischen Süßwasserfische. Stuttgart: Eugen Ulmer; S. 187
  • Hunnam, Peter, u.a. (1997): Lebensraum Aquarium. Ein Handbuch der Süß- und Seewasseraquaristik. Augsburg: Weltbild Verlag; S. 116
  • Meyer, Rolf (2000): Lexikon Süßwasseraquarienfische. Augsburg: Weltbild Verlag; S. 261-263
  • Mills, Dick (41995): Aquarienfische. Ravensburg: Ravensburger Buchverlag; S. 139
  • Schliewen, Ulrich (2001): Wasserwelt Aquarium. 300 Süßwasserfische und Pflanzen in Gesellschafts-, Art- und Biotop-Aquarien. Bindlach: Gondrom Verlag; S. 118
  • Spreinat, Andreas (2006): Malawisee- Buntbarsche. Teil 2: Arten und Lebensräume. Ettlingen: Dähne Verlag


weiterführende Links