Riesenschnurfüßer (Archispirostreptus giga)

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Klasse Doppelfüßer (Diplopoda)
Ordnung Schnurfüßer (Juliformia)
Familie Spirostreptidae
Gattung Afrikanische Schnurfüßer (Archispirostreptus)
Temperatur 25-30°C (tagsüber); unter 20°C (nachts)
Luftfeuchtigkeit 80-100%


Beschreibung

Der Riesenschnurfüßer stammt aus Afrika und bevorzugt tropische Regenwälder, in denen es besonders feucht ist. Er wird zwischen 14-32 cm groß und gilt damit als der längste Tausendfüßer (auch Myriapoda genannt). Er ist ein Allesfresser (omnivor) und ernährt sich von Pflanzen, Früchten, Aas und Frischfleisch.

Sein Körper ist bandförmig, rund und erscheint wurmartig. Er ist dunkelbraun bis schwarz gefärbt und in 300 Segmente unterteilt, von denen jedes 2 Beinpaare besitzt. Die Segmente sind durch dunkelbraune Zwischenräume unterteilt. Der Körper ist zusammengesetzt aus einem halbrunden Kopf, seinem Rumpf und Schwanz. Der Kopf ist mit Fühlern ausgestattet, die als Tast- und Riechorgane dienen. Zudem besitzt er Mundwerkzeug und Punktaugen, die Ocellen genannt werden. Seine Beine und der Bauch haben grundsätzlich die selbe Farbe wie der Körper, wobei die Füße leicht rötlich erscheinen können. Mit den Füßen bewegt er sich wellenförmig fort und kann rückwärts und vorwärts gehen. Der Panzer besteht aus einem Material namens Chitin und dient zum Schutz seiner Organe. Außerdem sorgt er dafür, dass der Riesenschnurfüßer seine Form beibehält (Stabilität). Sein gesamter Körper ist mit Drüsen versehen, die bei Gefahr ein Sekret absondern und das ihn zusätzlich vor Krankheiten schützt. Er atmet über die Haut durch sogenannte Tracheen. Wenn er wächst häutet er sich, dazu gräbt er sich im Boden ein. Die Männchen besitzen eine Lücke zwischen den Beinpaaren des 7. Körpersegments. In dieser Lücke befinden sich die Geschlechtsorgane. Diese werden Gonopoden genannt. Die Weibchen sind größer und kräftiger als die Männchen.

Bei der Paarung hält das Männchen das Weibchen fest und umklammert es. Dabei gibt das Männchen Samen mit Hilfe des Gonopodiums (Organ zur Befruchtung) in die Geschlechtsöffnung des Weibchens. Das Weibchen gräbt sich anschließend in den Boden ein und legt die Eier einzeln in den Boden (ovipar). Die Eier sind weiß-gelblich gefärbt. Der Schlupf der Larven aus den Eiern erfolgt nach 40-45 Tagen. Nach dem schlupfen verpuppen sie sich. Nach der anschließend stattfindenden Häutung besitzen die Jungtiere nur 5 Körpersegmente mit 3 Beinpaaren. Sie sind nur wenige Millimeter groß. Die Entwicklung zu einem erwachsenen Riesenschnurfüßer dauert bis zu zwei Jahre und viele Häutungen sind nötig.

Der Riesenschnurfüßer wird in sogenannten Regenwaldterrarien gehalten. Der Boden sollte zwischen 10-15 cm hoch sein, damit sich der Riesenschnurfüßer gut eingraben kann. Als Bodengrund eignen sich Moos, Korkrinde, Erde, Blätter oder ein Gemisch aus allem, damit ein naturnaher Boden gewährleistet ist. Torf ist nicht geeignet, da Torf die natürliche Schutzschicht des Riesenschnurfüßers zerstört. Licht wird keines benötigt, da er dämmerungs- und nachtaktiv ist. Allerdings sollten ein Wasserbecken vorhanden und eine hohe Luftfeuchtigkeit gewährleistet sein. Dies erleichtert ihm das Atmen und sein Panzer wird feucht gehalten. Eine Gruppenhaltung wird empfohlen. Bei Gefahr rollt er sich zusammen und meistens hält er sich versteckt.


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