PISA

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PISA-Studie für 15-/16-Jährige

Die PISA-Studie wurde Ende der 1990er-Jahre von der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) ins Leben gerufen, um Daten zur Qualität und Effektivität der verschiedenen Schulsysteme in den Mitgliedsstaaten zu erhalten. Mittlerweile ist PISA in Österreich zu einem festen Bestandteil der qualitätssichernden Maßnahmen im Bildungsbereich und einer faktenbasierten Bildungspolitik geworden.

Was wird bei PISA getestet?

Eine zentrale Fragestellung der PISA-Studie ist, wie gut es den unterschiedlichen Schulsystemen in den Mitgliedsländern gelingt, die Schüler/innen auf die Herausforderungen der Zukunft und das „lebenslange Lernen“ vorzubereiten. Dazu werden die Kompetenzen in drei zentralen Bereichen gemessen: Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft. Die PISA-Aufgaben erfassen, inwieweit Schüler/innen in der Lage sind, alltagsrelevante Probleme effektiv zu analysieren, ihre Lösungen zu begründen und darzulegen. Reines Faktenwissen spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

PISA findet alle drei Jahre mit wechselnden Schwerpunkten statt, wobei mit PISA 2009 der zweite Erhebungszyklus begann: 2000 und 2009 stand die Lesekompetenz im Mittelpunkt, 2003 und 2012 bildet Mathematik den Schwerpunkt und 2006 sowie 2015 die Naturwissenschaftskompetenz.

Wer nimmt an PISA teil?

Weltweit nehmen über 60 Länder, darunter alle 34 OECD-Staaten, an der Studie teil, die gemeinsam fast 90 % der Weltwirtschaft abdecken.

Die Zielgruppe von PISA wurde auf Basis des Alters festgelegt, in dem sich die Jugendlichen in den meisten Teilnehmerländern am Ende der Pflichtschulzeit befinden, nämlich im Alter von 15/16 Jahren. Somit ist eine Bestandsaufnahme des Wissens und der Fähigkeiten möglich, die die Schüler/innen im Lauf ihrer Pflichtschulzeit erworben haben.

PISA findet in jedem Land in zufällig ausgewählten Schulen statt. Dazu wird eine Stichprobe von mindestens 4500 Schülerinnen und Schülern des entsprechenden Jahrgangs in mindestens 150 Schulen gezogen. Die Tests finden weltweit unter denselben Bedingungen statt, insgesamt nehmen an PISA etwa 470 000 Schüler/innen teil. In Österreich werden in der Regel ca. 5000 Jugendliche an etwa 200 Schulen getestet. PISA wird in Österreich in allen Schultypen, die von 15-/16-Jährigen besucht werden (allgemeinbildende und berufsbildende höhere Schulen, berufsbildende mittlere Schulen, Polytechnische Schulen, Hauptschulen und allgemeine Sonderschulen), durchgeführt, wobei die Stichprobe die Anteile der Jugendlichen in den einzelnen Schultypen in der Grundgesamtheit repräsentiert.

Wie wird getestet?

Der PISA-Test wird an den Schulen von externen, eigens geschulten Testleiterinnen und Testleitern durchgeführt. Die Jugendlichen haben zwei Stunden Zeit, um ein Testheft mit Aufgaben aus den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft zu bearbeiten. Die Tests bestehen aus einer Mischung von Multiple-Choice-Aufgaben und Aufgaben, bei denen die Schüler/innen selbst eine Antwort formulieren müssen. Im Anschluss an den Test beantworten die Jugendlichen noch einen Fragebogen zu wichtigen Hintergrundmerkmalen, die in Zusammenhang mit den gemessenen Leistungen stehen, wie z. B. das Geschlecht, der Beruf und die Ausbildung der Eltern, das Geburtsland und die Muttersprache der Schüler/innen aber auch Fragen zu Einstellungen, Motivation und Unterricht in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft. Auch auf Schulebene gibt es einen Fragebogen zu wichtigen Einflussfaktoren (z. B. Schul- und Unterrichtsressourcen, Angebote für Schüler/innen, Managementaufgaben der Schulleitung etc.), der von den Schulleiterinnen und Schulleitern ausgefüllt wird.

Seit PISA 2006 werden neben den Testheften auch computerbasierte Tests eingesetzt, die es ermöglichen, ein noch breiteres Spektrum an Kompetenzen zu erfassen. Damit wird PISA den aktuellen Entwicklungen im Bereich der modernen Informations- und Kommunikationstechnologien gerecht, die zunehmend nicht nur im Alltag und im Beruf, sondern auch in der Lebensumwelt von Kindern und Jugendlichen und somit auch im Kontext Schule und Unterricht eine bedeutende Rolle spielen. So gab es bei PISA 2006 einen Computertest mit Naturwissenschaftsaufgaben, bei PISA 2009 wurde die Lesekompetenz der Jugendlichen in Bezug auf webbasierte Inhalte wie Webseiten, Internetforen, E-Mail oder Suchmaschinen erfasst und bei PISA 2012 wurden Aufgaben aus dem Bereich Mathematik und aus dem fächerübergreifenden Bereich Problemlösen am Computer erhoben. 2015 werden bei PISA erstmals alle Kompetenzbereiche ausschließlich computerbasiert getestet.

Quelle: https://www.bifie.at/pisa