Parodie

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Was sind Parodien und Travestien?

Parodie, ›Gegengesang‹, auf eine Vorlage (Einzeltext, Gattung) bezogener Text, der diese durch Techniken wie stilistische Übertreibung und bewusste Verzeichnung von Thema und Aussage in komischer oder satirischer Weise beleuchtet oder herabsetzt. Die literarische P. ist an keine bestimmte Gattung gebunden und eine in allen Literaturen und Epochen bekannte Erscheinung. In der dt. Literatur begegnet sie seit dem MA; als Technik der literarischen Kritik erlebte sie einen Höhepunkt in der Literatur von Aufklärung, Klassik und Romantik. Im 20. Jh. sind u. a. die P.n Robert Neumanns und Peter Rühmkorfs zu nennen. Im Barock wurde eine Form der P. gepflegt, die keinerlei herabsetzende Funktion hatte, sondern vielmehr ein als vorbildlich empfundenes Werk in kunstvoller Weise nachzuahmen suchte (z. B. die zahlreichen P.n des Opitz-Liedes »Ich empfinde fast ein grawen«). Verwandte Erscheinungen sind Kontrafaktur, Pastiche und Travestie.

Volker Meid, Sachwörterbuch zur Deutschen Literatur, Reclam

Die Parodie (griechisch, parodía - der Gegengesang, das Gegengedicht) bezeichnet in der Literatur die verzerrende, übertreibende oder verspottende Nachahmung eines bekannten Werkes, wobei zwar die Form beibehalten, aber ein anderer, nicht dazu passender Inhalt unterlegt wird. Durch die dadurch aufgebaute deutliche Abweichung gegenüber dem bekannten Original, zwischen der bekannten Form und dem neuen Inhalt entsteht ein humoristischer Effekt. Als eine der frühesten Parodien der abendländischen Literatur gilt der Homer zugeschriebene Froschmäusekrieg, wo in parodistischer Manier u.a. die Kriegsszenen der Ilias nachgeahmt werden.

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Zunächst einmal sind es spezifische, häufig auf sehr einfachen Änderungsoperationen beruhende komische Verarbeitungen einer Vorlage, wobei als Vorlage ein einzelner Text oder eine ganze Gruppe von Texten verwendet werden können. Und in dieser Herabsetzung der Vorlage erschöpfen sie sich auch schon. Wir finden also weder bei der Parodie noch bei der Travestie so etwas wie eine eigene Botschaft.

'Lenore fuhr ums Morgenrot' - Parodien und Travestien © Ernst Rohmer, Theodor Verweyen und Gunther Witting, mit einer Einführung, vielen Beispielen und Literaturhinweisen

Im Netz

  • 'Leicht & Parodistisch' - 'Andere Poeme von Johannes Beilharz' (Forum Literatur und Kunst Alb - Neckar - Schwarzwald)

Siehe auch