20 Jahre ZUM

Rollenspiele

aus ZUM-Wiki, dem Wiki für Lehr- und Lerninhalte auf ZUM.de
(Weitergeleitet von Rollenspiel)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Kurzinfo
Unterrichtsmethoden
Auf dieser Seite geht es um Unterrichtsmethoden bzw. Arbeitstechniken im Unterricht.

Das Rollenspiel ist eine Methode um handlungsorientiertes Lernen bei Schülern zu fördern. Es kann sowohl im muttersprachlichen als auch im fremdsprachlichen Unterricht eingesetzt werden.

Inhaltsverzeichnis

Phasen des Rollenspiels

Die Phasen basieren auf der Einteilung in Günther Gugel: Methoden-Manual II: Neues Lernen, Beltz-Verlag, ISBN 3-407-25259-5

Aufwärmphase

1. Spielsituation

2. Rollenanalyse

  • Welche Meinungen werden vertreten?
  • Wie könnten Mimik und Gestik der beteiligten Personen das Rollenspiel wirkungsvoll unterstützen?

Spielphase

3. Rollenzuteilung (Aufgaben siehe Rollenkarten)

  • Spielerrollen
  • Beobachterrolle
  • Publikum

4. Spiel

  • Die SchülerInnen nehmen ihre Rollen ein, fühlen sich spielerisch in die Situation ein, argumentieren auf Grundlage ihrer Rollenzuweisung.

Reflexionsphase

5. Spielkritik

  • BeobachterInnen berichten.
  • Bewertung der gespielten Rollen: Wurde tatsächlich gespielt?
  • Ergänzungen des Publikums (Argumentation, spielerische Umsetzung)

6. Rollendistanz

  • Wiederholung des Rollenspiels in anderer Besetzung oder Variation der Rahmenbedingungen: Wie würden die Personen argumentieren, wenn die Situation geringfügig verändert wird?

7. Transfer

  • Reflexion der im Spiel vorgebrachten Argumente.

Didaktischer Nutzen

Rollenspiele sind eine Möglichkeit, den Unterrichtsraum gedanklich zu verlassen und Situationen und Handlungen in den Unterricht einzubringen, die im Unterrichtszusammenhang sonst normalerweise nicht vorkommen. Besonders für den Sprachunterricht ist es wichtig, die Lerner auf sprachliche Handlungen vorzubereiten, die sie innerhalb des Unterrichtsraumens so nicht erleben. Aber es stellt sich bei Rollenspiele auch die Frage nach der Realitätsnähe der gespielten Situationen.

Wissenschaftliche Analysen von Rollenspielen, die wegen möglicher Bobachtungseffekte ohnehin schwierig sind, bestätigen unrealistische Handlungsfolgen. Wenn eine "Kundin" in einem Rollenspiel sofort auf das gewünschte Buch verzichtet und sich ein anderes aussucht, so ist dies kein realistisches Verhalten (Beispiel aus: Brons-Albert 1995:123).

Rollenspiele eignen sich (so Grießhaber 1987:55) nicht dazu, sprachliche Äußerungen zu elizitieren (jemandem zu entlocken). Vielmehr lassen sich Rollenspiele als eine eigene Form sprachliche Handelns bezeichnen, die zwar einerseits realistisch ist, aber andererseits gerade dadurch wirkt, dass sie verkürzt und folgenlos bleibt (ebd. S.25). Für den Unterricht bedeutet das die Notwendigkeit, die Lerner mit dieser besonderen Form des sprachlichen Handelns vertraut zu machen.

Anwendungsbeispiele

Ethik und Philosophie

Informatik

Lehrerausbildung

Literatur

  • Wolfgang Mattes: Rollenspiele durchführen und besprechen. In: Ders.: Methoden für den Unterricht. 75 kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende. Paderborn 2006, S. 106. ISBN 3-14-023815-0
  • Brons-Albert,Ruth (1995), Auswirkungen von Kommunikationstraining auf das Geprächsverhalten, (=Kommunikation und Institution 22), Tübingen
  • Grießhaber, Wilhelm (1987), Rollenspiele im Sprachunterricht, Authentisches und zitierendes Handeln, Bd. 2. o.O.

Linkliste

Online-Texte zum Rollenspiel, weiterführende Literatur

Siehe auch