Romananfänge

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"Jemand mußte K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet."


"Aber Jakob ist immer quer über die Gleise gegangen."


"Das Schauspiel dauerte sehr lange."


"Die Sonne war eben prächtig aufgegangen, da fuhr ein Schiff zwischen den grünen Bergen und Wäldern auf der Donau herunter."


"Mein Vater war ein Kaufmann."


"Im Norden der Grafschaft Ruppin, hart an der mecklenburgischen Grenze, zieht sich von dem Städtchen Gransee bis nach Rheinsberg hin (und noch darüber hinaus) eine mehrere Meilen lange Seeenkette durch eine menschenarme, nur hie und da mit ein paar alten Dörfern, sonst aber ausschließlich mit Förstereien, Glas- und Teeröfen besetzte Waldung."


"Eine blutrote, dampfende Flüssigkeit."


"Diederich Heßling war ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete und viel an den Ohren litt."


"Wie froh bin ich, dass ich weg bin."


"Eduard - so nennen wir einen reichen Baron im besten Mannesalter ... "


"Eines Nachts, als der Sommer am tiefsten war, zog ich die Tür hinter mir zu und ging los, so geradeaus wie möglich nach Osten."


"Wir vom Archiv nannten ihn Fonty; nein viele, die ihm über den Weg liefen, sagten: 'Na Fonty, wieder mal Post von Friedlaender?'"


"An dem Schnittpunkte von Kurfürstendamm und Kurfürstenstraße, schräg gegenüber dem »Zoologischen«, befand sich in der Mitte der siebziger Jahre noch eine große, feldeinwärts sich erstreckende Gärtnerei, deren kleines, dreifenstriges, in einem Vorgärtchen um etwa hundert Schritte zurückgelegenes Wohnhaus, trotz aller Kleinheit und Zurückgezogenheit, von der vorübergehenden Straße her sehr wohl erkannt werden konnte."


"Die Ferien meiner Kindheit verbrachte ich bei den Großeltern in der Schweiz."


"Erst einige Sekunden, nachdem Arthur Daane an der Buchhandlung vorbeigegangen war, merkte er, daß sich ein Wort in seinen Gedanken festgehakt hatte und dass er dieses Wort bereits in seine eigene Sprache übersetzt hatte, wodurch es sofort ungefährlicher klang als im Deutschen."


"Man könnte sich die Sache natürlich sehr viel einfacher machen, und die Dinge, von denen hier die Rede sein soll, nach den uralten Regeln der Erzählkunst berichten."


"Ihr kennt alle die wilde Schwermut, die uns bei der Erinnerung an Zeiten des Glücks ergreift."


"Lieber Leser, Voriges Jahr machte ich den Gang, den ich hier erzähle; und ich tue das, weil einige Männer von Beurteilung glaubten, es werde vielleicht vielen nicht unangenehm, und manchen sogar nützlich sein."


Zur Verwendung im Unterricht

  • In jedem Fall ist es sinnvoll, darüber zu sprechen, welche Erwartungen der Romananfang - in den vorliegenden Beispielen jeweils nur der erste Satz - weckt und welche Aussageabsicht der Autor mit dem jeweiligen Anfang verbindet.
  • Außerdem kann nach Ähnlichkeiten von Anfängen gesucht werden und eine Typologie verschiedener Anfangsmöglichkeiten entwickelt werden.
  • Bei Kenntnis des betreffenden Romans kann überlegt werden, wie weit schon der erste Satz gewisse Charakteristika des gesamten Werks vorwegnimmt.

Autoren in der Reihenfolge des ersten Auftretens ihrer Werke

Franz Kafka, Uwe Johnson, Goethe, Joseph von Eichendorff, Adalbert Stifter, Theodor Fontane, Heinrich SpoerlWikipedia-logo.png, Heinrich Mann, Wolfgang BüscherWikipedia-logo.png, Günter Grass, Bernhard Schlink, Cees NooteboomWikipedia-logo.png, Hans Erich NossackWikipedia-logo.png, Ernst JüngerWikipedia-logo.png, Johann Gottfried Seume

Literaturhinweis

Harald Beck: Romananfänge. 500 erste Sätze, Haffmanns Verlag Zürich 1992 ISBN 3251002104 (Daraus sind die meisten obigen Sätze entnommen.)