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Sklaverei

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Sklaverei bezeichnet einen Zustand, in dem Menschen als Eigentum anderer behandelt werden. Gegenwärtig, wo überall auf der Welt Sklaverei verboten ist, aber über 27 Millionen Menschen in sklavenähnlichem Zustand ihrer Menschenrechte beraubt werden, ist der Übergang von Sklaverei und Zwangsarbeit nicht juristisch definiert, sondern des öfteren fließend.

Inhaltsverzeichnis

Begriff

In einem weiteren Sinne wird unter Sklaverei auch eine Freiheitsberaubung und Nötigung von Menschen verstanden, die in der Gesellschaft, in der sie sich ereignet, keine gesetzliche Grundlage besitzt.

Bei der Sklaverei im engen Sinne der Geschichtsschreibung war das Recht, Sklaven zu erwerben, zu verkaufen, zu mieten, zu vermieten, zu verschenken und zu vererben, gesetzlich verankert. Die Sklavengesetze regelten die privat- und strafrechtlichen Gesichtspunkte der Sklavenhaltung und des Sklavenhandels; darüber hinaus bestimmten sie auch, welche Rechte den Sklaven zugestanden wurden. In vielen Sklaven haltenden Staatswesen behielten Sklaven eine gewisse Rechtsfähigkeit und konnten z. B. die Gerichte anrufen oder Eigentum erwirtschaften, das es ihnen eventuell erlaubte, durch Selbstkauf die Freiheit zu erlangen. Sklaverei konnte erblich sein – d. h. die Nachkommen von Sklaven waren ebenfalls unfrei –, dies war jedoch nicht in allen Sklaven haltenden Staatswesen der Fall. Unterschieden werden muss auch zwischen lebenslangen und temporären Formen der Sklaverei.


Wikipediaartikel "Sklaverei"

Geschichte

Aktuelles

"Fast 46 Millionen Menschen sollen weltweit als Sklaven leben. Doch die Zahl bedeutet wenig, sagen Kritiker. Der globale Kapitalismus selbst sei das Problem."
"Wenn Flüchtlinge Geld verdienen müssen, aber legal nicht dürfen, wächst das Risiko von Ausbeutung. In der Türkei und im Rest Europas."
"Schleuser nutzen Flüchtlinge zunehmend für Sexarbeit und Sklaverei aus. Laut Europol ist der Verbleib von 10.000 unbegleiteten Kindern und Jugendlichen in Europa unklar."

Heutige Situation

"Im Internet können wir uns ausrechnen lassen, wie viele Sklaven durchschnittlich für unseren Lebensstil arbeiten."
"Das Ziel klingt super, weil es so ehrgeizig ist: Vision Zero. Im besten Fall soll es keine tödlichen Unfälle oder Erkrankungen am Arbeitsplatz mehr geben. Die sieben wichtigsten Industrienationen der Welt wollen das vor allem dort erreichen, wo es an Arbeits- und Umweltstandards fehlt: in den ärmsten Ländern dieser Welt.
Westliche Firmen lassen dort gerne produzieren – eben weil es so günstig ist. Arbeitsunfälle und berufsbedingte Krankheiten führen weltweit nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO zu 2,3 Millionen Toten pro Jahr. Wie eng Konsumverhalten in Deutschland mit den Arbeitsbedingungen im Ausland zusammenhängt, führte vor rund zwei Jahren der verheerende Brand in der bengalischen Textilfabrik Rana Plaza der Welt vor Augen, bei dem mehr als 1.120 Menschen starben.
Doch wenn es darum geht, konkret etwas gegen die Missstände zu unternehmen, werden die G-7-Staaten kleinlaut. Diese Woche trafen sich die G-7-Entwicklungs- und Sozialminister in Berlin, darunter Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) und Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), und gaben den Startschuss für den Fonds Vision Zero. Er soll präventiv Projekte im Arbeitsschutz in Entwicklungsländern fördern; wie etwa die Ausbildung von Arbeitsschutzinspektoren, Sicherheitstrainings oder den Aufbau einer Unfallversicherung. Doch die G-7-Staaten konnten sich nur auf eine Anschubfinanzierung von gerade einmal sieben Millionen Euro einigen."

Links bei Avaaz

  • Biram Dah Abeid: Mit Wut und Mut gegen Sklaverei in Mauretanien (Deutsche Welle)
http://www.dw.com/de/biram-dah-abeid-mit-wut-und-mut-gegen-sklaverei-in-mauretanien/a-18062533
  • Gemeinsamer Entschließungsantrag für eine Resolution zu Mauretanien, insbesondere zum Fall Biram Dah Abeids (Europäisches Parlament)
http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+MOTION+P8-RC-2014-0382+0+DOC+XML+V0//DE
  • In Mauretanien leben die meisten Sklaven (Handelsblatt)
http://www.handelsblatt.com/politik/international/menschenrechte-in-mauretanien-leben-die-meisten-sklaven/8945738.html
  • Sklaverei:Salimas langer Weg in die Freiheit (Die Zeit)
http://www.zeit.de/politik/2013-07/sklaverei-mauretanien

Ansätze für die Behandlung im Unterricht

"Im Internet können wir uns ausrechnen lassen, wie viele Sklaven durchschnittlich für unseren Lebensstil arbeiten."
Freilich sollten bei einer Verwendung eines Quiz im Unterricht weniger rein lexikalische Fragen verwendet, sondern eher eine Problematisierung vorbereitet werden. Etwa durch Einbeziehen der Menschenrechtserklärung von VirginiaWikipedia-logo.png 1776 und des Mitautors der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten StaatenWikipedia-logo.png Thomas JeffersonWikipedia-logo.png und den jeweiligen Bezug zu Sklavenhaltung.
Zur Problematisierung

Julia O'Connell Davidson verweist in ihrer Arbeit "De-Canting ‘Human Trafficking’, Re-Centring the State" darauf, dass Staaten, die MenschenhandelWikipedia-logo.png anprangern, ihrerseits Flüchtlinge, die zu ihnen kommen, in Lagern festhalten und bei gescheitertem Asylantrag zwangsweise in ihr Herkunftsland zurückschicken und insofern ihnen ebenfalls die Bewegungsfreiheit nehmen: "Contemporary liberal states are eager to combat ‘human trafficking’, which state actors describe as ‘the scourge of modern slavery’ and a violation of human rights. The same states are also depriving migrants of their freedom on an unprecedented scale through immigration detention, forcibly moving them across borders through deportation, and sustaining a flourishing industry in the prevention and control of human movement. This is not a paradox. The ambition to eradicate ‘slavery’, as much as the desire to severely restrict freedom of movement, reflects a concern to preserve and extend state powers, in particular its monopoly on violence and on the control of mobility."

Literatur

Sklaverei in der Gegenwart

Geschichte der Sklaverei

  • Egon Flaig: Weltgeschichte der Sklaverei, München 2009, ISBN 978-3-406-58450-3.
  • Elisabeth Herrmann-Otto (Hrsg.): Unfreie Arbeits- und Lebensverhältnisse von der Antike bis zur Gegenwart. Eine Einführung. Olms, Hildesheim 2005, ISBN 3-487-12912-4.
  • Max Weber: Die sozialen Gründe des Untergangs der antiken Kultur. In: Die Wahrheit. Band 3, Heft 63, Frommanns, Stuttgart 1896, S. 57–77 (Volltext als PDF_Datei).
  • Michael Zeuske: Handbuch Geschichte der Sklaverei. Eine Globalgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. De Gruyter, Berlin/ New York NY 2013, ISBN 978-3-11-027880-4.
  • Michael Zeuske: Sklaverei. Eine Menschheitsgeschichte von der Steinzeit bis heute. Reclam, Ditzingen 2018

Siehe auch

Linkliste

"Menschenhandel, Zwangsarbeit, Leibeigenschaft oder Schuldknechtschaft oft auch als "moderne Sklaverei" bezeichnet"