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Sprachprüfung

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Sprachprüfungen dienen dazu die sprachlichen Kenntnisse und Fertigkeiten eines Sprachbenutzers (oder einer Sprachbenutzerin) mittels objektiver (oder anhand objektivierbarer) Standarts dazustellen. Solche Standards sind sehr schwer zu finden und noch schwerer zu objektivieren, da sie sich auch auf entsprechende Lerntraditionen des jeweiligen Gebietes beziehen. Besonders durch den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen haben sich in beteiligten Ländern Standards herausgebildet, die für Sprachprüfungen verschiedener Sprachen wirksam sind.

Inhaltsverzeichnis

Terminologisches

Unterricht wird schon seit jeher von Prüfungen begleitet. Fachsprachlich spricht man von "Leistungsmessung", die die Leistungen bestimmen soll, die im Zusammenhang mit einem bestimmten Unterricht stehen. Im 20 Jh. wurde versucht Leistungen mehr und mehr nach objektiven, empirisch nachvollziehbaren Kriterien zu messen. Problematisch ist dabei der Begriff der "Sprache", d.h. die Frage, inwieweit eine gezeigte Leistung sprachliches Wissen oder sprachliche Fertigkeit darstellen kann. Dies führt zur Entwicklung von Standarts, die helfen sollen gezeigte Leistungen in Bezug zu objektiven Phänomenen zu setzen.

Funktionen von Sprachprüfungen

Traditionell wichtig bei Prüfungen ist die Funktion Auslese, die Unterscheidung von guten und schlechten Leistungen mit wichtigen Folgen für die indivuduellen Lebenschancen. Tests und Prüfungen dienen darüber hinaus zur Beurteilung von Unterrichtserfolg: Zeigen die Testleistungen an, dass die Lernziele erreicht wurden? Sprachprüfungen haben auch eine diagnostische Funktion, sie zeigen wie gut der jeweilge Sprachbenutzer (oder die jeweilige Sprachbenutzerin) die entsprechende Sprache beherrscht. Diese diagnostische Funktion kann mit Instrumenten, wie dem Europäischen Sprachenpass (als Teil des Europäischen Sprachportfolios) weiter ausgebaut werden. Dann haben Prüfungen den Charakter von benschmarks, sie zeigen, ob ein bestimmtes Niveau von Sprachberrschung (im Allgemeinen) erreicht wurde oder nicht.

weitergehenede Diskussionen

Sicher gibt es nicht die eine perfekte Sprachprüfung für jeden Zweck, viele Bedingungen spielen eine Rolle bei der Bewertung von Sprachprüfungen, von denen im folgenden Abschnitt einige diskutiert werden sollen.

Objektivität

Besonders wenn ein Lehrender für die Leistungsmessung verantwortlich ist, die im Zusammenhang mit dem eigenen Unterricht steht, stellt sich immer das Problem der Objektivität der Bewertung oder Benotung. Schriftliche Leistungen sind hierbei leichter überprüfbar als mündliche Mitarbeit, während des Unterrichts (z.B.). Eine Lösung für der Problem der Objektivität sind intersubjektive Standarts und eine Bewertung von mehreren Prüfern.

Validität

Ein guter Test zeichnet sich durch 3 Merkmale aus, die auch weiter differenziert werden können. Neben der schon angesprochenen Objektivität sind dies die Kriterien Reliabilität und Validität. Relabilität bedeutet, dass die Testergniesse nicht zufällig zustande gekommen sein sollten, sondern, dass sie wieder reproduzierbar sein sollten. Ein hohes Maß ein Reliabilität bedeutet ein hohes Grad an Standardisierung, besonders für kleine Tests ist dies sehr schwer zu erreichen. Eine weiteres Kriterium ist die Validität eines Tests, d.h. der Test soll das messen, was er zu messen vorgibt. Kann etwa ein schriftlicher Grammatiktest wirklich Aussagen über die Sprachfähigkeit, d.h. über das Beherrschen einer Sprache im Ganzen machen? Besonders die Validität einer Prüfung wird in verschiedene Subkriterien unterteilt, wobei die Augenscheinvalidität (face validity) eine besonders wichtige Rolle spielt. Testtheorie ist hochkomplexes Gebiet und die Parameter, die bestimmten Tests zugrunde liegen sind selbst für Lehrende, die sich in die Materie eingearbeitet haben, kaum zu verstehen. Augenscheinvalidität bedeutet die augenscheinliche Validität eines Tests, d.h. für valide hält ein Nicht-Testexperte, etwa eine Lehrkraft diesen Test.

Wer prüft?

Prüfungen, besonders Sprachprüfungen, haben eine diagnostische Funktion (s.o.), sie zeigen wie gut jemand die Sprache schon beherrscht. Für Lernende ist es wichtig zu wissen: wo stehe ich und wie viel muss ich noch lernen um ein bestimmtes Ziel zu erreichen? Lehrende fragen sich, wie sie helfen können, dass die Lerner oder Lernerin dieses Ziel auch tatsächlich erreicht. Hierfür können Sprachprüfungen Informationen liefern. Es stellt sich nun die Frage, wie geprüft wird. Wenn Lehrende Tests oder Prüfungen im Zusammenhang mit dem eigenen Unterricht durchführen, so können sie Lerner im Bezug auf den eigenen Unterricht besser beurteilen, was nicht (immer) im Zusammenhang mit einer Benotung stehen muss. Große standardisierte Sprachprüfungen können hingegen ein umfassendes Bild von Lernerleistungen bieten, was dem Lerner zusätzliche Informationen liefern kann, wenn er (oder sie) in der Lage ist die Informationen des Tests angemessen zu verstehen. Hierfür ist eine Lernberatung in der Muttersprache der Lerner und in Bezug auf die zu lernende Sprache eine gute Voraussetzung. Da es nicht den einen umfassenden Test geben kann, ist eine Vielzahl von Tests mit jeweils bestimmten Fragestellungen eine Möglichkeit ein genaueres Bild der eigenen Leistungen zu bekommen.

Links (intern/extern)/Literatur

interne Links

→ Sprachprüfungen für Deutsch als Fremdsprache

externe Links

Literatur

  • Vollmer, Helmut, J. (2003), Leistungsmessung, Lernerfolgskontrolle, Selbstbeurteilung: Überblick, in: Handbuch Fremdsprachenunterricht, Hg. v. Bausch, K.R./Christ,H./Krumm, H.J., 4. Auflage, Tübingen/Basel (Franke Verlag), S. 365-373
  • Gipps, Caroline, V.(1994/2005), Beyond Testing, Towards a Theory of Educational Assessment, London/New York (RoutledgeFalmer)