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Systemtheorie

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Die Systemtheorie geht davon aus, dass die ungeheure Vielfalt gesellschaftlicher und kultureller Erscheinungen sich leichter ordnen lässt, wenn man sie als getrennte, sich gegenseitig nicht (direkt) beeinflussende Einheiten versteht. Diese Einheiten werden als "selbstreferentielle" (selbstbezügliche) Systeme[1] bezeichnet. Mit dem Begriff System lassen sich alle gesellschaftlichen Erscheinungen beschreiben.

Inhaltsverzeichnis

Gesellschaft als Ansammlung von Systemen

Die Gesamtgesellschaft ist ein System, das in die Einzelsysteme Politik, Wirtschaft, Recht usw. aufgegliedert ist. Letztlich ist dann aber auch jedes Individuum ein System, das äußerste Schwierigkeiten hat, Empathie für die es umgebende Umwelt zu entwickeln. Ein Sonderfall, wo das doch begrenzt möglich gemacht wird, ist nach Niklas Luhmann die Liebe.

Wenn man davon ausgeht, dass die Welt (zumindest die gesellschaftliche) aus selbstreferentiellen Systemen mit scharfer, unüberwindbarer Abgrenzung zur Umwelt besteht, erklärt sich das Phänomen, dass das Rechtssystem nur Recht, aber nicht Gerechtigkeit schaffen kann, weil es alles nur in der Sprache der Rechts behandeln kann.[2]

Anmerkungen

  1. Die Vorstellung von der Selbsterzeugung oder AutopoiesisWikipedia-logo.png eines Systems geht auf den chilenischen Hirnfoscher Humberto Maturana zurück, der beim Gehirn beobachtete, dass es nur mit sich selbst umgehe. D.h. es verarbeitet nicht die Lichtwellen selbst, sondern nur die Nervenimpulse, die aufgrund der Lichtwellen im Gehirn eingehen.
  2. Dieses Verständnis von Gesellschaft hat freilich auch seinen historischen Ort. Als man noch in Mythen dachte, verschwammen die Grenzen von Naturerscheinung (Sonne, Meer) und Gott, aber auch die von verschiedenen Individuen. Eine Jahrhunderte dauernde Entwicklung konnte an wenigen Kaisernamen (chinesische Frühzeit) oder an dem einen Namen Abraham/Ibrahim (abrahamitische Religionen) festgemacht werden. In von Familienverbänden geprägten Gesellschaften gibt es kein Privateigentum des einzelnen, sondern nur Sippeneigentum, der wirtschaftlich/gesellschaftliche Erfolg des Einzelnen muss allen zugute kommen (Nepotismus).

Linkliste

Siehe auch