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Theodizee

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Inhaltsverzeichnis

Denkanstöße

ONE OF US

by Joan Osborne

if God had a name... what would it be?
and would you call it to his face if you were faced with him
in all his glory --
what would you ask if you had just one question?
yeah... yeah... God is great
yeah... yeah... God is good
what if God was one of us?
just a slob like one of us?
just a stranger on the bus trying to make his way home
if God had a face, what would it look like and would
you want to see... if seeing meant that you would
have to believe, in things like heaven and in
Jesus and the saints and all the prophets
what if God was one of us? just a slob like one of us?
just a stranger on the bus trying to make his way home
like up to heaven all alone
nobody calling on the phone
'cept for the pope maybe in Rome

(Joan Osborne "relish")


Hans Jonas: Der Gottesbegriff nach Auschwitz

„Nach Auschwitz können wir mit größerer Entschiedenheit als je zuvor behaupten, daß eine allmächtige Gottheit entweder nicht allgütig oder (in ihrem Weltregiment, worin allein wir sie erfassen können) total unverständlich wäre. Wenn aber Gott auf gewisse Weise und in gewissem Grade verstehbar sein soll (und hieran müssen wir festhalten), dann muß sein Gutsein vereinbar sein mit der Existenz des Übels, und das ist es nur, wenn er nicht all-mächtig ist. (...) Aus Gründen, die entscheidend von der zeitgenössischen Erfahrung eingegeben sind, proponiere ich die Idee eines Gottes, der für eine Zeit - die Zeit des fortgehenden Weltprozesses - sich jeder Macht der Einmischung in den physischen Verlauf der Weltdinge begeben hat ...“ (Hans Jonas: Der Gottesbegriff nach Auschwitz, Frankfurt 1984, S. 39/42)


Hintergrundinformationen/Stellungnahmen

"Der Aufsatz basiert auf einem Vortrag. Sein Ziel ist es nicht, in historischer Absicht über klassische Positionen zu informieren, sondern in einführender systematischer Absicht die wichtigsten Sachargumente kritisch zu erörtern. - Einige zentrale philosophische und theologische Texte zu der Problematik enthält N. Hoerster (Hrsg.), Glaube und Vernunft. Texte zur Religionsphilosophie, München 1979, Neuausgabe Stuttgart 1985, Kap. 3. (...)
Das Wort ,,Theodizee" kommt aus dem Griechischen und bedeutet ,,Rechtfertigung Gottes". Gemeint ist mit dem sogenannten ,,Theodizee-Problem" in der philosophischen und theologischen Diskussion somit das Problem der Rechtfertigung Gottes, genauer gesagt: das Problem der Lehre von der Güte Gottes angesichts der Übel in einer von Gott abhängigen Welt. Schon aus dieser knappen Begriffserläuterung geht hervor, dass das Theodizee-Problem nicht unter allen Umständen und für jedermann, sondern nur auf dem Hintergrund eines ganz bestimmten Weltbildes tatsächlich ein Problem darstellt." (www.schulfach-ethik.de)


"Wenn man längere Zeit mit Christen diskutiert, dann kommt man unweigerlich an einen Punkt, an dem es nicht mehr weitergeht. Das ist immer dann der Fall, wenn die gläubige Position zu den Selbstwidersprüchen gelangt - und das ist zwangsläufig so. Der Grund dafür ist klar: Das "Konzept Gott" ist in sich sehr widersprüchlich und alogisch. Wenn man sich auf Gott beruft, dann "importiert" man diese Widersprüche in die eigenen Argumente und fängt an, sich selbst zu widersprechen..." (www.dittmar-online.net)


Wie kann Gott das zulassen ?
Unser Leben zeigt vielerlei Elend und Leiden, das wir als ungerecht erleben (Naturkatastrophen, Krieg, Verbrechen, Krankheiten). Das Theodizee-Problem gründet sich in dem erfahrenen Widerspruch zwischen dem Glauben an Gott und dem Sinn-Verlust, der mit dem Leiden verbunden ist. Wie kann ein allmächtiger und gütiger Gott die Übel und das Böse in der Welt zulassen, warum müssen wir leiden?

Unterrichtsmaterialien

Lesestoff

Das gleichnamige Jugendbuch von Gerhard Staguhn diskutiert diese und 24 weitere große Fragen der Religion und eignet sich als Diskussionsgrundlage im Religions- und Ethikunterricht der Mittelstufe (Lesealter ab 14). Mit Leseprobe und Inhaltsverzeichnis bei www.dtv.de

Siehe auch