Utopien

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Alle Utopien beschäftigen sich mit Gesellschaftsformen und enthalten zwei Elemente: Die Kritik der gegenwärtig existierenden Gesellschaft und das Modell einer neuen und besseren.

Inhaltsverzeichnis

Vor dem 19. Jahrhundert

Vor dem 19. Jahrhundert befanden sich die in den Utopien geschilderten Gesellschaften auf weit entfernten und bisher nicht entdeckten Inseln, deren Lage von denen, die zurückgekehrt sind, geheim gehalten wurden. Ab dem 19. Jahrhundert siedelten die Schriftsteller ihre Utopien gerne auf dem Mond oder auf anderen Planeten an.

Utopia ist auch der Titel eines Buches von Thomas Moore (1515), der unter dem englischen König Heinrich VIII. Lord High Chancellor war, 1535 des Verrats angeklagt und hingerichtet wurde.

Weitere bekannte utopische Romane sind:

  • Thomas Campanella: Civitas solis (1623)
  • Francis Bacon: Nova Atlantis (1638)

Es ist bemerkenswert, dass die ersten Verfasser von Utopien keine Schriftsteller im heutigen Sinne waren, sondern hochrangige Politiker (T. Moore), Forscher (F. Bacon) oder Kleriker (T. Campanella, J. Swift)

Auch in Jonathan Swifts satirischem Werk „Gullivers Reisen” (1726) gerät der Protagonist nach vielen bizarren Abenteuern bei Riesen, Liliputanern und verrückten Wissenschaftler in das Land der edlen Pferde, Houyhnhnms geschrieben und /winimz/ ausgesprochen. Die Gesellschaft dieser Pferde hat ebenfalls utopischen Charakter. Es gibt keinen Privatbesitz, darum auch weder Gier noch Verbrechen, nicht einmal Wörter für diese Untugenden; aber es gibt auch minderwertige Wesen: Die Yahoos, das ist die Spezies Mensch. Die Yahoos sind affenartig, intellektuell, moralisch und physisch unterentwickelt und haben darum den Status von Sklaven.

In der deutschen Literatur wurde Johannes Gottfried Schnabel mit dem Roman „Die Insel Felsenburg” bekannt (1731).

Im 20. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert wurden vor allem in der anglo-amerikanischen Literatur Romane geschrieben, in denen die vorgestellten Gesellschaftsentwürfe zwar in der Zukunft oder auf fernen Sternen angesiedelt sind, aber sich als menschenverachtende Diktaturen erweisen: Die Autoren verfolgen problematische gesellschaftliche oder wissenschaftliche Entwicklungen radikal in die Zukunft weiter und versuchen aufzuzeigen, wie der Traum von einer idealen Welt zum Alptraum für die darin Lebenden wird.

Berühmte Anti-Utopien (dystopian novels} sind:

Utopische Welten

Schlaraffenland

"Ausgangspunkt für die hier folgenden Überlegungen war die Feststellung [...], derzufolge das Schlaraffenland im städtischen Kontext zu einer verkehrten Welt umgebaut werde, in der die angestrebte Bürgermoral auf ironische Weise zutagetrete. Tatsächlich war das Schlaraffenland-Motiv ... im 16. Jh. und da gerade im deutsch-flandrischen Raum besonders stark verbreitet, und sicherlich ist seine Entwicklung auf dem Hintergrund der sich ausbreitenden Geldwirtschaft und einer veränderten Einstellung zur Arbeit zu interpretieren."
"Das Schlaraffenland ist ein fiktives Land aus dem deutschen Märchen. Es wird häufig als ein Land geschildert, in dem alles im Überfluss vorhanden ist."
Eine Gegend heißt Schlaraffenland,
den faulen Leuten wohlbekannt;
die liegt drei Meilen hinter Weihnachten.
Ein Mensch, der dahinein will trachten,
muß sich des großen Dings vermessen
und durch einen Berg von Hirsebrei essen; [...]
"ACCURATA UTOPIAE TABULA, DAS IST DER NEU=ENTDECKTEN SCHALCK-WELT ODER DES SO OFFT BENANNTEN, UND DOCH NIE ERKANNTEN SCHLARAFFENLANDES NEU=ERFUNDENE LäCHERLICHE LAND=TABELL ... ."

Unterrichtsideen

  • Utopien in den Medien: Star Trek (Star TrekW-Logo.gif)
  • Gedankenexperiment: Was ist wichtig im Jahr 2050? Was beschäftigt die Menschen? Welche aktuellen Ereignisse bestimmen das Leben?


Unterrichtsmodelle

Unterrichtsmaterial

  • Themenblätter im Untericht: Soziale Gerechtigkeit - Utopie oder Herausforderung? (pdf, Quelle: BpB)
  • Arbeitstexte für den Unterricht. Utopie.
Für die Sekundarstufe. Hrsg.: Biesterfeld, Wolfgang, Reclam, 174 S. ISBN 3-15-009591-3
Texte von Jostein Gaarder, Michael Ende, Willi Fährmann, Ovid, Günther Eich, Martin Luther King, Karl Liebknecht, Thomas von Aquin, Ernst Bloch, Platon, Karl R. Popper, Klaus Heinisch
  • Vom Menschen. 3. Der Mensch gestaltet seine Welt: Klett. S. 48-63.
  • Zukunft, E+U, 1/2000


Primärtexte

Methoden

Linkliste

Siehe auch