Was sind Vorurteile und wie entstehen sie? Was bewirken Vorurteile?

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Diese Doppelstunde befasst sich mit den Ursachen von Vorurteilen und deren Auswirkungen. Geschlechter spezifische Vorurteile sind in diesem Alter meiner Erfahrung nach (noch) sehr stark ausgeprägt. Deshalb sollen Vorurteile zwischen Jungen und Mädchen als Beispiel dienen und so den Bezug zur Lebenswelt der Kinder sichern.


Lehrplanbezug:

Klasse 6: - Interkulturelle Kompetenz: „Den Schülern werden die Auswirkungen von Vorurteilen bewusst und sie lernen, wie Vorurteile überwunden werden können.“


Lernziele der Doppelstunde:

  • Die Schüler*innen wissen, was Vorurteile sind, und können sie als solche erkennen.
  • Die Schüler*innen sind in der Lage, sich in die Rolle/Situation einer anderen Person einzufühlen.


Zeit Arbeitsaufträge/ Aufgaben Bemerkungen Materialien/Medien
20 Minuten
Nuvola Stift.png   Aufgabe 1

Mädchen: Was ist typisch Junge?
Schreibt es möglich groß auf einen blauen Zettel.

Jungen: Was ist typisch Mädchen?
Schreibt es möglichst groß auf einen roten Zettel.


Nuvola Stift.png   Aufgabe 2

Welche der Urteile treffen zu und welche nicht?



Nuvola Stift.png   Aufgabe 3

Wie nennt man solche Urteile? Überlegt, wie ihr zu diesen Urteilen gekommen seid.





Die Zettel werden anschließend an die Tafel geheftet – die blauen auf eine und die roten auf die andere Seite → Tafelbild





Alle Urteile, die die SuS als zutreffend beurteilen, werden von der Tafel genommen. Was bleibt sind (hoffentlich) Klischees und Vorurteile gegenüber dem anderen Geschlecht.


Lehrergespräch: Die an der Tafel verbleibenden Urteile sollen als Vorurteile identifiziert werden. Die Begriffsdefinition wird durch den zweiten Aufgabenteil bewerkstelligt.

Nach der Erarbeitung einer Begriffsdefinition im Lehrergespräch wird diese von den Schülern in die Hefter übernommen. Erwartungsbild: siehe unten

Rote und blaue Zettel, Tafel
30 Minuten
Nuvola Stift.png   Aufgabe 4
  • Lest euch die Geschichte durch und diskutiert in der Gruppe, wie sie weitergehen könnte.
  • Entwickelt einen kleines Improvisationstheaterstück, in dem ihr darstellt, wie die Geschichte enden könnte. Erklärt einen Mitschüler zum Erzähler, der zur Einleitung den Beginn der Geschichte vorliest.
Die Klasse wird in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine der Gruppen erhält Arbeitsblatt 1, die andere Arbeitsblatt 2

Vor Beginn der Gruppenarbeit werden unklare Begriffe (z.B. Improvisationstheater) geklärt.

Der Lehrer steht den SuS beratend zur Seite.


Arbeitsblatt 1, Arbeitsblatt 2


40 Minuten



Nuvola Stift.png   Aufgabe 5

Schaut euch das Theaterstück der anderen Gruppe an.

  • Was hat euch am Ende gefallen, was nicht?
  • Wurde Annika/ Robin gerecht behandelt?
  • Was haben beide Geschichten gemeinsam?



Nuvola Stift.png   Aufgabe 6

Mädchen: Überlegt euch bitte, wie sich Robin aus der Geschichte von Gruppe 2 gefühlt hat und schreibt einen kurzen Tagebucheintrag in euren Hefter.

Jungen: Überlegt euch bitte, wie sich Robin aus der Geschichte von Gruppe 1 gefühlt hat und schreibt einen kurzen Tagebucheintrag in euren Hefter.


Nuvola Stift.png   Aufgabe 7
  • Welche Wirkung haben die Vorurteile in den beiden Geschichten?
  • Gibt es auch positive Wirkungen von Vorurteilen?

Zu Beginn dieser letzten Phase werden die Theaterstücke aufgeführt. Optinal könnten die Theaterstücke der beiden Gruppen gefilmt werden und auf die Seite des Klassenblogs hochgeladen werden.

Die Auswertung findet im Lehrergespräch statt.










Der Lehrer lässt anschließend mindestens einen Jungen und mindestens ein Mädchen seinen Tagebucheintrag vorlesen.









Bei Aufgabe 7 ist die Antwort "eine negative Wirkung" zu erwarten. Durch die zweite Frage der Aufgabe sollen die Schüler*innen vom Lehrer auf mögliche Vorteile von Vorurteilen gelenkt werden. Solche Vorteile könnnte z.B. eine gewisse Schutzfunktion sein (z.B. "Man steigt nicht zu Fremden ins Auto").

Evtl. Camcorder und internetfähigen Rechner, falls die Theaterstücke gefilmt und hochgeladen werden.



Was sind Vorurteile? Begriffsdefinition



Vorurteile sind Urteile über eine oder mehrere Personen auf der Grundlage von ihnen zugeschriebenen Eigenschaften. Die Beurteilung der Person bzw. Personengruppe findet VOR dem Erlangen eines ausreichenden Wissens über die Person bzw. Personengruppe statt, woraus sich die Bezeichnung VORurteil ergibt. Vorurteile entstehen also unter anderem durch mangelnden Kenntnisse über die betreffende Person/Personengruppe.


[Vgl. Bergmann, Werner: Was sind Vorurteile? In: Bundeszentrale für politische Bildung: Information zur politischen Bildung Nr. 271. Vorurteile. Rastatt 2005.]


Weitere Informationen zu Vorurteilen, mit Karrikaturen und Statistiken etc. zur Richtigstellung: Informationen zur politischen Bildung Heft 271