WebQuests für die Grundschule

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Die PrimarWebQuest-Methode

Die Methode WebQuest wurde im Verlauf mehrerer schulpraktischer Projekte an der Goethe Universität Frankfurt im Rahmen des Projektes „Lehr@mt - Medienkompetenz als Qualitätsstandard in der hessischen Lehrerbildung“ (s. Bremer u. a. 2011) für den Einsatz in der Primarstufe angepasst (Schreiber 2007a). Dabei wird sich auf die Klassen 1-6 bezogen, da dies einerseits die Regelung in manchen Bundesländern aufgreift und andererseits der aktuellen Ausbildung der Grundschullehrkräfte in Hessen entspricht.

Zuerst wurden WebQuests im Sinne von Bescherer (2003) im Primarbereich erprobt. Dabei zeigte sich allerdings, dass die Methode für Grundschülerinnen und Grundschüler so nicht optimal geeignet war und an deren Bedürfnisse angepasst werden musste:

Die Unterscheidung von ‚Aufgabe‘ und ‚Vorgehen‘ war für die Schülerinnen und Schüler schwierig. Daher wurden beide Bereiche in einer Kategorie als ‚Projektbeschreibung‘ zusammengefasst. Die beiden ursprünglichen Kategorien sind aber noch als solche erkennbar: Es gibt einen kurzen Text, der die Aufgabe umreißt (hier genügt oft ein Satz) und anschließend wird der erforderliche Arbeitsprozess beschrieben. Bei der Beschreibung des Arbeitsprozesses ist zu beachten, dass nicht mehr als nötig vorgegeben werden sollte. Dies ist in Abhängigkeit von der jeweiligen Klasse zu sehen. Kann die Klasse sehr frei arbeiten, braucht sie nur wenige Hinweise, andere Klassen benötigen detaillierte Anweisungen. Auf der Projektseite wird der Umgang mit Material und Quellen, die Suche und Bearbeitung von Informationen, sowie die Art der Präsentation beschrieben. Für die Grundschülerinnen und Grundschüler zeigte es sich zudem als sinnvoll, die Arbeitsanweisungen noch mal zum Ausdrucken zu verlinken. So können einzelne Schritte nach Erledigung abgehakt werden und die Kinder haben etwas ‚in der Hand‘ (Schreiber 2007b).

Auch für den Einsatz in der Primarstufe machen vor allem die Quellen das WebQuest aus, wobei die Anzahl der Quellen in der Grundschule deutlich geringer ist als beispielsweise in den Sekundarstufen. Die Internetquellen werden von der Lehrperson gezielt ausgewählt und mit Hilfe von direkten Links auf dieser Seite bereitgestellt. Zudem werden dort auch eventuell hilfreiche Offline-Quellen genannt und Hinweise gegeben. So kann beispielsweise auf Thementische, eine Bücherkiste oder anderes Anschauungsmaterial im Klassenzimmer verwiesen werden.

Die von Bescherer genutzten Tabellen zur Bewertung wurden zu „einer ‚einspaltigen‘ Lösung vereinfacht“ (Schreiber 2007b, S. 1), da die Textmenge von großen Tabellen die Schülerinnen und Schüler überforderte. Zudem wurde ein Bewertungsbogen für die Lernenden erstellt, der ihrer eigenen Bewertung und zur Rückmeldung durch die Lehrkraft dient.

Das ‚Fazit‘ war für diese Schülergruppe kaum hilfreich und wurde durch einen ‚Ausblick‘ ersetzt, der auch als eine Art Differenzierungsangebot für besonders schnelle Gruppen zu sehen ist. Im Ausblick findet sich dazu meist ein weiterführender Link zum Thema.

Die Veröffentlichung von Arbeitsergebnissen im Internet, wie sie Moser im Sinne der Lernspirale vorsieht, ist in der Regel nicht selbstständig von den Schülerinnen und Schülern zu leisten. Die Präsentation der Arbeitsergebnisse, welche für sie das Ziel des PrimarWebQuests darstellt, ist daher ‚nur‘ in der Klasse vorgesehen. Es soll nach Möglichkeiten gesucht werden, dem Thema und den technischen Voraussetzungen angemessen, die eigenen Ergebnisse den Anderen zugänglich zu machen.

Zusätzlich gibt es bei fast allen PrimarWebQuests eine Lehrerseite, welche wichtige Informationen für die jeweiligen Lehrpersonen enthält: Von dieser Seite aus kann man dann zum Einen gezielt ‚Informationen zur PrimarWebQuest-Methode‘ und zum Anderen Informationen zu dem vorliegenden PrimarWebQuest abrufen.

Bei vielen Themen bietet es sich an, diese in Unterthemen zu gliedern und zu bearbeiten. Ähnlich wie bei der Gruppenpuzzle-Methode bearbeitet dann eine Expertengruppe das Thema so, dass dieses den anderen Schülerinnen und Schülern präsentiert werden kann. Die Präsentation findet dann nicht in den Stammgruppen, sondern im Plenum statt. Insgesamt sollten die Präsentationen dabei so gestaltet werden, dass alle die einzelnen Themenbereiche gut kennenlernen können. Eine Sammlung von PrimarWebQuests zu einem Themengebiet bietet den großen Vorteil, dass man am Ende der Durchführung verschiedene Präsentationen hat. Dadurch erhält man die Aufmerksamkeit und Motivation der Schülerinnen und Schüler. Dies kann man durch zusätzliche Höraufträge während der Präsentationen noch verstärken.

Auf zwei Sammlungen möchte ich hier verweisen, die auch in Langenhan & Schreiber (2012) dargestellt sind: Die PrimarWebQuest-Sammlungen zum Thema „Zahldarstellung verschiedener Völker“ (http://www.math.uni-frankfurt.de/~schreibe/zahldar_wqs.htm; s. auch Langenhan; Regner & Schreiber 2007) und „Expedition in die Geschichte der Mathematik“ (http://www.math.uni-frankfurt.de/~schreibe/prwq_mathematiker/uebersicht.html; s. auch Pietsch & Eisentraut 2008).

Klassifiziert man die PrimarWebQuest-Methode nach den Kriterien von Dodge, so sind diese den ‚short term webquests‘ also den kurzen WebQuests zuzuordnen, da es in ihnen hauptsächlich um den Erwerb und die Integration von Wissen geht. Nach der Klassifikation von Moser (2008b, S. 208) handelt es sich bei vielen PrimarWebQuests eher um WebInstructs, die (nur zum Teil) Aspekte von WebQuests nach seinen Vorstellungen erfüllen.

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