Wolf Biermann

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Die hab ich satt!

Die kalten Frauen, die mich streicheln
die falschen Freunde, die mir schmeicheln
Die scharf sind auf die scharfen Sachen
Und selber in die Hosen machen
In dieser durchgerissnen Stadt
- die hab ich satt!
Und sagt mir mal: Wozu ist gut
Die ganze Bürokratenbrut?
Sie wälzt mit Eifer und Geschick
Dem Volke über das Genick
Der Weltgeschichte großes Rad
- die hab ich satt!
[...] (1975)

Inhaltsverzeichnis

Lebensdaten

Geboren am 15. November 1936 in Hamburg.

Mit sechs Jahren verliert er seinen Vater, der als Kommunist und Jude im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wird.

1953 übersiedelt er in die DDR und studiert an der Humboldt-Universität Politische Ökonomie, Mathematik und Philosophie.

Die Gedichtbände „Die Drahtharfe“ (1965) und „Mit Marx- und Engelszungen“ (1968), dann die Langspielplatte „Chausseestraße 131“ (1969), welche im Wohnzimmer Biermanns aufgenommen wurde, erscheinen nur in Westdeutschland.

1964 beginnt er, nach einer Reise in die Bundesrepublik, seine Version von Heinrich Heines Versepos "Deutschland. Ein Wintermärchen" zu verfassen, die 1972 im Wagenbach-Verlag veröffentlicht wird.

Während er sich 1976 auf einer Konzerttournee in der Bundesrepublik befindet, bürgert die SED ihn kurzerhand aus.

Seine neuesten Gedichte – überwiegend Lieder und Balladen – sind auf der CD „Heimat“ veröffentlich (2006).

PREISE und Ehrungen

Berliner Fontane-Preis (1969),
Georg-Büchner-Preis (1991)
Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung (1998)
Bundesverdienstkreuz an seinem 70. Geburtstag, verliehen von Bundespräsident Horst Köhler
Ehrenbürgerschaft Berlins 2007

Porträts

Wolf Biermann - Seite eines echten Biermann-Fans (Hitzi’s Homepage) - Umfangreiches Material zu W.B., (Biografisches, Liedertexte, Bilder, Links etc - copyright-Lage unklar)

Wolf Biermann - Wikipedia-Artikel

Wolf Biermann - recht umfangreiche Seite des Verlages Kiepenheuer und Witsch (www.kiwi-koeln.de): Lebenslauf | Bücher | Autorenliste

Biografie (tabellarisch) auf der Webseite des Deutschen Historischen Museums (LEMO)

Wolf Biermann, Informationen zur Person: Sänger, Schriftsteller, DDR-Oppositioneller (www.berlinstreet.de: Berlin für Neugierige)

Ehrenbürger Biermann?! (2007)

Oswald Metzger-Blog 16 Januar 2007

Wolf Biermann darf jetzt doch Berliner Ehrenbürger werden

SPD und Linkspartei machen Weg frei

Biermann kann Berliner Ehrenbürger werden
Nachdem sie sich lange gesträubt hatten, machen SPD und Linkspartei in Berlin nun den Weg frei eine Ehrenbürgerschaft des Liedermachers Wolf Biermann in der Hauptstadt. Beide Parteien haben einen Kniff gefunden, wie sie Biermann zum Ehrenbürger machen, ohne für einen entsprechenden CDU-Antrag stimmen zu müssen. (HANDELSBLATT, Dienstag, 16. Januar 2007)

Biermann soll Ehrenbürger werden

Die SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus hat mit großer Mehrheit beschlossen, die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Wolf Biermann zu unterstützen. ... (Webseite des Berlin-Schöneberger SPD-Abgeordeten Lars Oberg)

Biermanns Ehre durchgewinkt

Im Kulturausschuss sind sich bis auf die PDS alle einig: Ehrenbürgerwürde für Biermann (taz Berlin lokal vom 23.1.2007)

Ehrungen und Preise

„Laudatio auf Wolf Biermann

Der Staatsminister für Umwelt und Landesentwicklung des Freistaates Sachsen, Arnold Vaatz, hat aus Anlaß der Verleihung des Nationalpreises an Wolf Biermann am 17. Mai 1998 in Berlin folgende Rede gehalten:
Wolf Biermann eignet sich eigentlich eher als Stoff für den noch ungeschriebenen Roman über Deutschland nach dem 2. Weltkrieg als für eine feierliche Lobrede. Ich will deshalb einfach versuchen, aus seinem Leben zu erzählen.“

Georg-Büchner-Preis 1991

"Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den Georg-Büchner-Preis 1991 Wolf Biermann für seine Lieder, in denen er eine alte Gattung zu neuen literarischen Ehren bringt, und für seine politischen Essays, in denen er mutig, klarsichtig und leidenschaftlich Unrecht und Mißstände unserer Zeit anprangert. Durch Witz, Eigensinn und Ehrlichkeit der Wahrnehmung ermutigt uns sein Werk zu eigener Wahrhaftigkeit und Courage." (Urkundentext)

70 Jahre Wolf Biermann

„Der Dichter, Musiker und Liedermacher Wolf Biermann
Der Liedermacher und Schriftsteller Wolf Biermann ist ein ‘Hamburger Jung’: In der Hansestadt, in der er auch heute wieder lebt, wurde er am 15. November 1936 geboren. Sein Vater, Werftarbeiter und Jude, war im kommunistischen Widerstand und wurde im KZ Auschwitz ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist Wolf Biermann eines der wenigen Arbeiterkinder, die das Heinrich-Hertz-Gymnasium in Hamburg besuchen. Und er tut sich früh politisch hervor: 1950 vertritt der 13-Jährige die Bundesrepublik Deutschland beim 1. Deutschlandtreffen der FDJ in der DDR.“ (www1.ndr.de)

Zum 70. Geburtstag von WOLF BIERMANN

© dpa Er war ein Dorn im Auge der DDR-Funktionäre. Seine kritischen Texte und das provokante Auftreten trugen dem Liedermacher und bekennenden Sozialisten in seiner ehemaligen Wahlheimat nicht nur Freunde ein. Seine DDR-kritischen Lieder und Gedichte im Stil von Bert Brecht, Heinrich Heine und Francois Villon führten zum Auftritts-, Publikations- und Reiseverbot und schließlich 1977 sogar zur Ausbürgerung aus der DDR." (www.3sat.de)


Die Biermann-Ausbürgerung (1976)

Texte und Lieder

Deutschland. Ein Wintermärchen - Über die Entstehung von Biermanns Werk mit praktischen Unterrichtsanregungen zur Behandlung der Aktualisierung von „Deutschland. Ein Wintermärchen“ aus dem Jahre 1972 (PDF-Datei).

„Warte nicht auf beßre Zeiten“ - Lied, das Biermann u.a. beim Kölner Konzert (Nov. 1976) vor seiner Ausbürgerung sang.

Texte von 35 Biermann-Liedern (www3.lyrix.at)

Liedertexte von Drei Kugeln auf Rudi Dutschke, ah jaa!, Ermutigung, Preussischer Ikarus, Hugenottenfriedhof, Comandante Che Guevara

„Frühling auf dem Mont Klamott“

„Der Volkspark Friedrichshain ist einer von mehreren Parkanlagen, die im 19. Jahrhundert rund um Berlin entstanden (...) Nach dem Zusammenbruch des Dutzendjährigen Reiches karrten die Trümmerfrauen hier den Schutt der umliegenden Stadtviertel hin, eine Million Quadratmeter Abraum machten nun aus dem Bunker und dem Park einen zweihügeligen Berg. Aufgrund dieser Geschichte wird er seitdem in der Bevölkerung „Mont Klamott“ genannt.“ (www.berlinstreet.de)

"Die hab ich satt" (1975) - Zusammen mit einigen "Kopfsplittern" von Jürgen Patalong (www.kopfsplitter.de)

In den Nachrichten

"Der Dichter und einstige DDR-Dissident Wolf Biermann erhält die Berliner Ehrenbürgerwürde und duelliert sich auf recht unterhaltsame Weise mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit." Von Christoph Seils, © ZEIT online 27.3.2007
  • 17. Februar: Wolf Biermann, auf ARTE (17.25 Uhr), Dokumentation, Deutschland 2006, NDR, Erstausstrahlung
"Es ist sein 70. Geburtstag und zugleich das 30. Jahr seiner Ausbürgerung aus der DDR: Wenn persönliche Geschichte sich eng mit deutscher Politik verbindet, geht es um Wolf Biermann. Anlässlich seines Geburtstages am 15. November 2006 widmet ARTE dem Liedermacher ein aktuelles Porträt."

Linklisten

Siehe auch