Partizipation und Repräsentation

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Partizipation

Unter dem Begriff „Partizipation“ versteht man die Teilnahme einer oder mehrerer Personen an einem Prozess. Im politischen Geschehen ist meist die Beteiligung an einem Willens-bildungsprozess gemeint, die zum Beispiel in Form von Lobbyarbeit alltäglich die Politik unseres Landes bestimmt. Die Partizipation, also die Teilnahme der Bürger, lässt sich am einfachsten an der Wahlbeteiligung erkennen. Hierbei ist es selbstverständlich, dass eine große Wahlbeteiligung wichtig für die Gewählten ist, da diese sich so einer großen Mehrheit des Volks, das hinter ihnen steht, sicher sein können. (Legitimation (Politikwissenschaft)Wikipedia-logo.png)

In einem demokratischen System, welches der Partizipation der Bürger eine immense Wich-tigkeit zuspricht, darf jeder am politischen Willensbildungsprozess teilnehmen. Das heißt zwar nicht, dass man automatisch bei Gesetzen mit abstimmen kann, aber dennoch ist es möglich, die Politik zu beeinflussen. Die bloße Mitgliedschaft in Parteien oder bestimmten Vereinen kann hierbei hilfreich sein. Interessenverbände spiegeln das Interesse der jeweiligen Gruppierung wieder und machen so stärker auf die eigene Meinung aufmerksam. Besonders die Medien können bei der politischen Willensbildung eine wichtige Rolle spielen, da sie durch gezielte Berichte die Meinungen der Bürger beeinflussen und ändern können und so auch ihre Interessen lenken können.

Partizipation macht den demokratischen Staat erst möglich. Wenn das Volk (griech: „demos“) herrschen (griech: „kratein“) soll, dann muss es auch am Willensbildungsprozess beteiligt sein, um eine Oligarchie, also die Herrschaft einer Gruppe, zu verhindern. Auch wenn die Bürger auf Grund unseres pluralistischen Systems mit ihrer Stimme eine andere Person temporär dazu legitimieren, in unserem Namen Entscheidungen zu treffen, heißt dies nicht, dass der Bürger während einer Wahlperiode mundtot ist. Mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung, welches durch das Grundgesetz festlegt wird, ist es jedem gestattet, seine Meinung kundzutun und am politischen Willensbildungsprozess teilzunehmen.

Klaus Keilmann