Die Marquise von O...: Unterschied zwischen den Versionen

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(Familie und Gesellschaft)
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1.Gesellschaft•Die Gesellschaft als wichtiger Faktor für die Hauptfiguren•Das Kind mit dem Schandfleck der Gesellschaft: durch die Marquise kommt Schande über die Familie•Um dies zu vermeiden wird die Tochter aus dem Hause verwiesen•Die Marquise stellt sich zunächst mit Stolz und Trotz gegen das Urteil der Familie•Kurz darauf wird der Mutter die Liebe zu der Tochter bewusst und wichtiger als der Ruf „Ich biete der ganzen Welt Trotz; ich will keine Ehre mehr, als deine Schande“ (Z.41)•Daraus resultiert ein neu entwickeltes individuelles Bewusstsein, sich gegen das Kollektiv zu behaupten•Die Haltung dieser Gesellschaft bezüglich der Sexualität•Der Graf wird akzeptiert durch sein „handfestes“ Vermögen und seinen Rang(„Ökonomische Potenz“)•Gleicher Wert in der Gesellschaft: Unbeschädigte Reputation (guter Ruf; Ansehen) und Besitz•Diskrete Verwendung von Anfangsbuchstaben der Namen und Ortsangaben: um den Anschein einer wahren Begebenheit zu erzeugen1.1. Familie•Problematik der Marquise wird als innerfamiliärer Konflikt ausgetragen (entspricht eher dem bürgerlichen, als dem adeligen Typus)•Private Intimität ist von der Außenwelt abgegrenzt•,,Patriarchalische Kleinfamilie“ → Oberhaupt ist die Verbindung zur Gesellschaft, Frauen sind zuständig für die Ausgestaltung der familiären Innenwelt•Strikte Trennung zwischen Privatbereich und beruflicher Tätigkeit (Obrist stellt beim Angriff auf die Zitadelle seinen Beruf vor die Familie)•Die ganze Familie fühlt sich von der ,,Schande“ der Marquise betroffen•Bedeutung des Familienzusammenhalts: Marquise verlässt nach dem Tod ihres Mannes ihren Landsitz und kehrt zu ihrem Elternhaus zurück•Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind den Prinzipien der Familiengesetze unterworfen•Nach dem Verstoß der Marquise muss sie auf ihren Landsitz ausweichen und gerät in eine soziale Isolation. Dadurch erhält sie die Möglichkeit zur emanzipatorischer Selbstfindung, Innerlichkeit und Angleichung der traditionellen Frauenrolle•Zum Wohl ihres Kindes versöhnt sie sich wieder mit ihren Eltern und kehrt in das Elternhaus zurück•Familie dient als Instrument der Moral der Gesellschaft, welcher den intimsten Bereich des Einzelnen kontrolliert•Rangordnung in der Familie (Aufrechterhaltung väterlicher Autorität)1.3. Reaktion der Gesellschaft auf Kleists Novelle•Kleist kommt von der tragischen Lösung zur ironischen Entlarvung des Grundkonfliktes zwischen Individuum und Gesellschaft•Kleist verlor durch die Novelle Marquise von O... sein gesamtes gesellschaftliches Ansehen, welches sich trotz einer Stellungnahme seinerseits in einer Zeitung (in welcher er erwähnte, die Marquise hätte “die Augen bloß zugehalten”) half nicht, die
 
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Gesellschaft in ihrer Entrüstung zu beruhigen, sondern erboste viele noch stärker (moralische Entrüstung über Unverblümtheit und Prüderie Kleists)2. Familie•Mit Verstand ist dem Widersinn einer Schwangerschaft bei gleichzeitigem Bewusstsein, keinen Fehltritt begangen zu haben nicht beizukommen•Vater und Mutter von der Situation fassungslos•Eltern urteilen nach den Regeln der Vernunft und den Konventionen•Mutter verstößt ihre Tochter als die Schwangerschaft von der Hebamme bestätigt wird•Mutter durch eine List von der Unschuld der Marquise überzeugt: preist die Reinheitihrer Tochter2.1 Beziehung Graph und Marquise•Marquise erscheint Graf wie ein Engel (Retter in der Not, von Gott gesandt)•als Marquise durch Erscheinen des Grafen erkennt, dass er sie vermutlich vergewaltigt hat, sieht sie ihn als Teufel (verführt Menschen zur Sünde)•Graf tritt somit erst als Engel und anschließend als Teufel auf und erreicht somit ein menschliches Mittelmaß•Graf versucht Abneigung der Marquise zu durchbrechen, indem er ihr Zeit lässt, sich bedeckt hält und ihr Geschenke macht (macht sie zur alleinigen Erbin seines Vermögens; damit sichert er sie sowohl finanziell als auch gesellschaftlich ab)•Marquise gewinnt ein rechtes Augenmaß für den Grafen und fängt an ihn trotz seiner Vergehen zu lieben; widersprüchliche, extreme Vorstellungen vom Grafen Charakter lösen sich auf (zweite, glückliche Hochzeit wird gefeiert und Marquise liebt den Grafen doch noch)2.2 Widersprüche•Mutter geleitet von Konventionen und bewusstem Denken, nach dem logischen Satz vom Widerspruch•Logischer Satz vom Widerspruch: - Etwas kann nicht wirklich sein, was gleichzeitig bejaht und verneint wird•Gesellschaftskritik: -  starke Orientierung nach gesellschaftlichen Regelungen und Konventionen      (Ironisierung eines Verhaltens, das sich nur von äußeren Konventionen leiten lässt)•Struktur des Widerspruches (fragwürdig gewordene Welt)•Der Mensch versucht sein Schicksal nur von dem Verstand her zu meistern. Man sollte jedoch seinen re
jhjkhihoih o
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u p uop uäp up
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  oi uoi zuöoi
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iuoiuoiuöoiöoi
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jiojiojoj
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== Interpretationsaspekte ==
 
== Interpretationsaspekte ==

Version vom 19. Februar 2020, 09:08 Uhr

Familie und Gesellschaft

1.Gesellschaft•Die Gesellschaft als wichtiger Faktor für die Hauptfiguren•Das Kind mit dem Schandfleck der Gesellschaft: durch die Marquise kommt Schande über die Familie•Um dies zu vermeiden wird die Tochter aus dem Hause verwiesen•Die Marquise stellt sich zunächst mit Stolz und Trotz gegen das Urteil der Familie•Kurz darauf wird der Mutter die Liebe zu der Tochter bewusst und wichtiger als der Ruf „Ich biete der ganzen Welt Trotz; ich will keine Ehre mehr, als deine Schande“ (Z.41)•Daraus resultiert ein neu entwickeltes individuelles Bewusstsein, sich gegen das Kollektiv zu behaupten•Die Haltung dieser Gesellschaft bezüglich der Sexualität•Der Graf wird akzeptiert durch sein „handfestes“ Vermögen und seinen Rang(„Ökonomische Potenz“)•Gleicher Wert in der Gesellschaft: Unbeschädigte Reputation (guter Ruf; Ansehen) und Besitz•Diskrete Verwendung von Anfangsbuchstaben der Namen und Ortsangaben: um den Anschein einer wahren Begebenheit zu erzeugen1.1. Familie•Problematik der Marquise wird als innerfamiliärer Konflikt ausgetragen (entspricht eher dem bürgerlichen, als dem adeligen Typus)•Private Intimität ist von der Außenwelt abgegrenzt•,,Patriarchalische Kleinfamilie“ → Oberhaupt ist die Verbindung zur Gesellschaft, Frauen sind zuständig für die Ausgestaltung der familiären Innenwelt•Strikte Trennung zwischen Privatbereich und beruflicher Tätigkeit (Obrist stellt beim Angriff auf die Zitadelle seinen Beruf vor die Familie)•Die ganze Familie fühlt sich von der ,,Schande“ der Marquise betroffen•Bedeutung des Familienzusammenhalts: Marquise verlässt nach dem Tod ihres Mannes ihren Landsitz und kehrt zu ihrem Elternhaus zurück•Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind den Prinzipien der Familiengesetze unterworfen•Nach dem Verstoß der Marquise muss sie auf ihren Landsitz ausweichen und gerät in eine soziale Isolation. Dadurch erhält sie die Möglichkeit zur emanzipatorischer Selbstfindung, Innerlichkeit und Angleichung der traditionellen Frauenrolle•Zum Wohl ihres Kindes versöhnt sie sich wieder mit ihren Eltern und kehrt in das Elternhaus zurück•Familie dient als Instrument der Moral der Gesellschaft, welcher den intimsten Bereich des Einzelnen kontrolliert•Rangordnung in der Familie (Aufrechterhaltung väterlicher Autorität)1.3. Reaktion der Gesellschaft auf Kleists Novelle•Kleist kommt von der tragischen Lösung zur ironischen Entlarvung des Grundkonfliktes zwischen Individuum und Gesellschaft•Kleist verlor durch die Novelle Marquise von O... sein gesamtes gesellschaftliches Ansehen, welches sich trotz einer Stellungnahme seinerseits in einer Zeitung (in welcher er erwähnte, die Marquise hätte “die Augen bloß zugehalten”) half nicht, die Gesellschaft in ihrer Entrüstung zu beruhigen, sondern erboste viele noch stärker (moralische Entrüstung über Unverblümtheit und Prüderie Kleists)2. Familie•Mit Verstand ist dem Widersinn einer Schwangerschaft bei gleichzeitigem Bewusstsein, keinen Fehltritt begangen zu haben nicht beizukommen•Vater und Mutter von der Situation fassungslos•Eltern urteilen nach den Regeln der Vernunft und den Konventionen•Mutter verstößt ihre Tochter als die Schwangerschaft von der Hebamme bestätigt wird•Mutter durch eine List von der Unschuld der Marquise überzeugt: preist die Reinheitihrer Tochter2.1 Beziehung Graph und Marquise•Marquise erscheint Graf wie ein Engel (Retter in der Not, von Gott gesandt)•als Marquise durch Erscheinen des Grafen erkennt, dass er sie vermutlich vergewaltigt hat, sieht sie ihn als Teufel (verführt Menschen zur Sünde)•Graf tritt somit erst als Engel und anschließend als Teufel auf und erreicht somit ein menschliches Mittelmaß•Graf versucht Abneigung der Marquise zu durchbrechen, indem er ihr Zeit lässt, sich bedeckt hält und ihr Geschenke macht (macht sie zur alleinigen Erbin seines Vermögens; damit sichert er sie sowohl finanziell als auch gesellschaftlich ab)•Marquise gewinnt ein rechtes Augenmaß für den Grafen und fängt an ihn trotz seiner Vergehen zu lieben; widersprüchliche, extreme Vorstellungen vom Grafen Charakter lösen sich auf (zweite, glückliche Hochzeit wird gefeiert und Marquise liebt den Grafen doch noch)2.2 Widersprüche•Mutter geleitet von Konventionen und bewusstem Denken, nach dem logischen Satz vom Widerspruch•Logischer Satz vom Widerspruch: - Etwas kann nicht wirklich sein, was gleichzeitig bejaht und verneint wird•Gesellschaftskritik: - starke Orientierung nach gesellschaftlichen Regelungen und Konventionen (Ironisierung eines Verhaltens, das sich nur von äußeren Konventionen leiten lässt)•Struktur des Widerspruches (fragwürdig gewordene Welt)•Der Mensch versucht sein Schicksal nur von dem Verstand her zu meistern. Man sollte jedoch seinen re

Interpretationsaspekte

Deutungsansätze