Demographischer Wandel: Unterschied zwischen den Versionen

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#:Wie viel Prozent der Arbeitnehmer gehen vorzeitig in Rente?
#:Wie viel Prozent der Arbeitnehmer gehen vorzeitig in Rente?
#* Rudzio (DIE ZEIT, 14.09.2006 Nr. 38): [http://www.zeit.de/2006/38/Chronologie Frührente • Eine Chronik]
#* Rudzio (DIE ZEIT, 14.09.2006 Nr. 38): [http://www.zeit.de/2006/38/Chronologie Frührente • Eine Chronik]
#* Jens Wernicke (tp vom 13.09.2010): [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33269/1.html Rente mit 60?] - Interview mit dem Sozialwissenschaftler Rainer Roth.
#* [http://www.boeckler.de/32015_103263.html Grafik aus Böckler Impuls 6/2010]
#* [http://www.boeckler.de/32015_103263.html Grafik aus Böckler Impuls 6/2010]
#* [http://www.boeckler.de/32014_103273.html Böckler Impuls 06/2010: Lückenhafte Erwerbsverläufe schmälern Rente]
#* [http://www.boeckler.de/32014_103273.html Böckler Impuls 06/2010: Lückenhafte Erwerbsverläufe schmälern Rente]

Version vom 13. September 2010, 20:33 Uhr

Mk Bevölkerungsentwicklung.png

Demographie (griech.: „Bevölkerungsbeschreibung") beschreibt unter Zuhilfenahme statistischer Methoden (vgl. Bevölkerungspyramide), wie sich Zahl und Struktur der Bevölkerung (z.B. Alter, Geschlecht, Familienstand, Kinderzahl, Gesundheitszustand etc.) durch demographische Verhaltensmuster und Ereignisse (heiraten, umziehen, Kinder bekommen, sterben ...) verändern.

Phasen des demographischen Wandels

In Deutschland unterscheidet man unterschiedliche Phasen der Bevölkerungsentwicklung:

  • 1. Phase 1945 - 1974: Die erste Phase ist gekennzeichnet von einem rapiden Bevölkerungsanstieg durch einen Babyboom bis Mitte der 60er Jahre und durch die Einwanderungswellen (Ostvertriebene/Flüchtlinge, DDR-Flüchtlinge, Gastarbeiter)
  • 2. Phase bis 1986: Stagnation der Bevölkerungszahl mit leicht rückläufiger Tendenz (u.a. „Pillenknick“)
  • 3. Phase bis 2005: erneutes Bevölkerungswachstum (Spätaussiedler aus dem Osten, Zuzug aus der DDR nach der Wende)
  • 4. Phase ...?


Mk Natürliche Bevölkerungsentwicklung.png

Sprechen wir von einem demographischen Wandel, sprechen wir von einem grundsätzlichen Wandel in der Bevölkerungsstruktur. Gekennzeichnet ist der demographische Wandel in Deutschland vom Rückgang der Geburtenziffern und einem Anstieg der Lebenserwartung.

Ursachen und Folgen des demographischen Wandels

a) Ursachen für den Rückgang der Geburtenziffern

  • Funktions- und Strukturwandel der Familie
  • Emanzipation der Frau
  • Schwierigkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Lebensstil

b) Ursachen für den Anstieg der Lebenserwartung

  • medizinischer Fortschritt
  • verbesserte Hygiene
  • Unfallverhütung
  • soziale Sicherung
  • Steigerung des Wohlstands
Folgen des demographischen Wandels

Die durch die steigende Lebenserwartung und den Geburtenrückgang bedingte Alterung der Gesellschaft ist unumkehrbar, erhöht die Kosten im Gesundheitswesen und zerstört allmählich die Grundlage der Alterssicherung (vgl. Vorlage:Wpd). Die sinkende Anzahl der Beitragszahler hat schwerwiegende Folgen für die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland. Allerdings lässt sich der demographische Wandel durch Zuwanderung entschärfen, wenn auch nicht aufhalten.

Vorlage:Kasten blass

Lösungsvorschläge in Deutschland
  • Reform der Krankenkassen
  • Reform des Rentensystems

Material

Tabelle (Zeitraum 2005 bis 2008)
Bevölkerungsvorausberechnungen zeigen, wie sich die Bevölkerungszahl und der Altersaufbau unter bestimmten Annahmen zur Entwicklung wesentlicher demographischer Einflussfaktoren - Geburtenhäufigkeit, Vorlage:Wpd und Wanderungen - verändern.
Demografischer Wandel • Wir werden älter und wir werden weniger.

Denkanstöße

  1. (im Jahr 1996) "Rentnerschwemme"
  2. (im Jahr 1998) "sozialverträgliches Frühableben"

[...] Bundesweit, so schätzt der Experte Prof. Stefan Sell von der Fachhochschule Koblenz, werden mindestens 1,15 Millionen Arbeitnehmer sittenwidrig bezahlt. Das sind 1,9 Milliarden Euro nicht gezahlte Sozialversicherungsbeiträge pro Jahr. „Zwei Milliarden Euro“, so Professor Sell, „die den Sozialkassen fehlen, bedeuten ja nicht nur, dass die verbleibenden Beitragszahler oder die Steuerzahler über die Steuerzuschüsse das ausgleichen müssen. Sondern die betroffenen Arbeitnehmer, die ja eh schon sehr niedrige, extrem niedrige Löhne haben, haben ja auch dann keine Ansprüche gegenüber der Sozialversicherung. Das fehlt denen später in der Rentenversicherung.“ Schäden, die die zuständige Arbeits- und Sozialministerin Vorlage:Wpd bestreitet. Schriftlich lässt sie mitteilen: „Eine Regelungslücke besteht nicht.“ Und: „Unabhängig von (…) der möglichen Sittenwidrigkeit des Lohns sichert der Staat (…) sehr wohl die Leistung und Abführung von Sozialversicherungsbeiträgen.“ Klingt gut. Fakt ist aber: Sozialbeiträge für jene KiK-Mitarbeiter, die genau so schlecht bezahlt wurden wie Ursula Grunwald, treibt die Rentenversicherung nach eigener Auskunft nicht ein. Dabei könnte etwas getan werden.
* Nachdenkseiten (25.08.2010): Nachzahlung bei sittenwidrigen Löhnen

Vorlage:Siehe
Kurz gefasst: Die Vollzeitbeschäftigtenquoten im rentennahen Alter (in % der jeweiligen Bevölkerung) liegen Ende 2009 bei
18,9% für die ArbeitnehmerInnen im Alter 62 Jahre,
12,5% für die ArbeitnehmerInnen im Alter 63 Jahre und
5,7% für die ArbeitnehmerInnen im Alter 64 Jahre. [...]

Unterricht

Unterrichtsidee
Aufgabe
Material

Statistisches Bundesamt Deutschland: Bevölkerung nach Altersgruppen, Familienstand und Religionszugehörigkeit

Tabelle (Zeitraum 2005 bis 2008)
These

Die vom Statitischen Bundesamt publizierten Daten (rund 20 Millionen Personen sind in der Altersgruppe unter 25 Jahren; etwas weniger als 20 Millionen Personen sind in der Altersgruppe 65 Jahre oder älter; etwas mehr als 40 Millionen sind in der Altersgruppe 25 - 65 Jahre) lassen sich wie folgt interpretieren ("Reduktion auf das Wesentliche"):

  • Ein (Ehe-)Paar im erwerbsfähigen Alter (25 - 65 Jahre) hat zu sorgen für (muss ernähren)
  1. ein Kind (unter 25 Jahren) sowie
  2. einen Menschen im Rentenalter (65 Jahre oder älter).

Vorlage:Siehe

Das Ehepaar Michael und Melanie Mustermann behauptet, es sei mit dieser "Belastung" finanziell überfordert.

(Die Mustermanns sind ferner der Meinung, die Oma [bzw. den Opa] könnten sie - zukünftig - nur ernähren,
wenn die Anzahl der Kinder höher wäre, d. h. wenn das Paar mehr Kinder haben würde.)

Bitte positioniere Dich. (Ist diese Argumentation "in sich stimmig" (logisch/rational nachvollziehbar) oder unlogisch/irrational?)

Bedenke dabei ferner: Wie viele Kinder musste ein Ehepaar beispielsweise im Jahr 1900 in der Regel zu ernähren?
Vorlage:Siehe → Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe (Uni Gießen): Familie im Wandel

Vorlage:Siehe

Recherche-Auftrag
  1. "Erwerbsbiografie"
    Wie viel Prozent der Arbeitnehmer gehen vorzeitig in Rente?
  2. Wie wirkt sich die Massenarbeitslosigkeit auf das Steueraufkommen aus?
    Quelle: Nachdenkseiten (25.08.2010): Steuerparadies Deutschland
  3. Sozialbudget


Aktuelle Debatte

Vorlage:Siehe

[...] „Die Deutschen aber schaffen sich allmählich ab“, schreibt Sarrazin und redet dann über die „Nettoreproktionsrate“ von „0,7 oder weniger, wie wir sie seit 40 Jahren haben“. Das bedeute ja nichts anderes, „als dass die Generation der Enkel jeweils halb so groß ist wie die der Großväter“. Wenn die Geburtenzahl weiter so sinke, dann werde die Zahl der Geburten in Deutschland „in 90 Jahren (!)“ bei rund 200.000 bis 250.000 liegen. [...] Seit Vorlage:Wpd (1766 – 1834) die Bevölkerungslehre begründet hat, wurden die demografischen Entwicklungen oft in düstersten Farben gemalt. Mal war es die Bevölkerungsexplosion die Angst machen sollte, dann wieder an der Wende zum 20. Jahrhundert die Angst vor der „Entvölkerung“. [...]
Vorlage:Hintergrund gelb
Der Reichsminister des Innern, Dr. Wilhelm Frick in seiner Ansprache auf der ersten Sitzung des Sachverständigenbeirates für Bevölkerungs- und Rassenpolitik am 28. Juni 1933 in Berlin (Reichsausschuss für Volksgesundheitsdienst) 1933.

Vorlage:Siehe → (GRAFIK) Idealisierte Wachtumskurve einer Bakterienkultur Vorlage:Siehe → (GRAFIK) Entwicklung der Weltbevölkerung

Zuwanderung

Nadja Milewski zeigt in ihrer Studie, dass auch Migrantinnen weniger Kinder bekommen. Im FR-Interview räumt sie mit KlischeesWikipedia-logo.png auf.
  • Deutschland sieht alt aus - "Selbst wenn unter dem Strich pro Jahr 200.000 Menschen nach Deutschland einwandern, wird die deutsche Bevölkerung bis 2050 drastisch sinken. Spürbar ist der Wandel schon jetzt im Ruhrgebiet und, noch dramatischer, in Ostdeutschland."
    Radio-on-demand, dlf, 1.1.06

Rente ab 67

Aktuelle Untersuchungen führen das Projekt "Rente mit 67" ad absurdum, die SPD kassiert ihre eigenen Vorschläge. [...] Denn die SPD hat zur eigenen Überraschung feststellen müssen, dass aktuell lediglich 35 Prozent der über 60-Jährigen noch berufstätig sind. Wenn die Arbeitnehmer, die nur eine Stunde am Tag arbeiten oder sich bereits in Altersteilzeit befinden, eingerechnet werden, sinkt die Quote sogar auf 23 Prozent. [...]
"Bundessozialminister Franz Müntefering hat sich dafür ausgesprochen, schon im Jahr 2029 oder sogar 2023 vollständig auf die Rente mit 67 umzustellen. Er könne sich das Erreichen dieses Ziels, ausgehend vom geplanten Starttermin 2012, "statt nach 24 Jahren auch nach 18 oder zwölf vorstellen", sagte der SPD-Politiker dem Magazin "Focus". Im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD ist vorgesehen, das Rentenalter ab 2012 schrittweise bis spätestens 2035 auf 67 Jahre anzuheben."
Wer soll wie lange arbeiten - über diese Frage zerstreitet sich derzeit die ganze Republik. SPD-Politiker fordern jetzt bei der geplanten Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre zahlreiche Ausnahmen. Die Wirtschaft empört sich unterdessen über das neue Altersteilzeitprogramm von VW.
Die Panikmache als Methode zum Abbau der gesetzlichen Rentenversicherung und der Umwandlung in eine (zusätzliche) private Altersvorsorge lenkt von den wirklichen Problemen der Umlagefinanzierung ab. Durch hypothetische Spekulationen über die Rentenentwicklung und isolierten „Reform“-Vorstößen wie etwa der Anhebung des Renteneintrittsalters und immer neuen Alarmrufen von sog. Rentenexperten werden Ängste bei Jung und Alt geschürt. Damit wird eine Diskussion über auf dem Tisch liegende Vorschläge für einen dauerhaften Ausweg aus den gegenwärtigen Finanzierungsproblemen der gesetzlichen Rente systematisch verweigert.

Gesundheitsreform

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Beitrag für Kirchenzeitschrift.

Siehe auch