Lernpfad Islam: Unterschied zwischen den Versionen

Aus ZUM-Unterrichten
Markierung: 2017-Quelltext-Bearbeitung
Markierung: 2017-Quelltext-Bearbeitung
Zeile 102: Zeile 102:


====Die Zweite Säule des Islam: Das Beten (Salat)====
====Die Zweite Säule des Islam: Das Beten (Salat)====
Schau Dir den [https://www.youtube.com/watch?v=F5sq6XymxBU&t=7s Anfängerkurs Pflichgebet (Video 5 MIN)] an.
====Die dritte Säule des Islam: Die Almosensteuer (Sakat)====
====Die dritte Säule des Islam: Die Almosensteuer (Sakat)====
====Die vierte Säule des Islam: Der Fastenmonat (Ramadan)====
====Die vierte Säule des Islam: Der Fastenmonat (Ramadan)====

Version vom 14. Januar 2020, 11:03 Uhr

Vorbemerkung für die Unterrichtenden

In einigen Bundesländern soll der Islam schon recht früh in der weiterführenden Schule im christlichen Religionsunterricht vorkommen, manchmal sogar schon in der Grundschule. Das hat ja auch Sinn, denn viele Klassen aller Schulstufen sind aus Schülerinnen und Schülern mehrerer Konfessionen und Religionen zusammengsetzt. Dieser Lernpfad ist für Schülerinnen und Schüler der Stufe 5-7 konzipiert. Für die anderen Stufen muss im einzelnen entschieden werden, was verwendbar ist.

Mohammeds Biografie und die fünf Säulen des Islam

Ein erster Überblick


Nun hast Du schon einen ersten Einblick, welche Verpflichtungen Deine muslimischen Mitschülerinnen und Mitschüler mit ihrer Religion übernommen haben.

Wie es dazu gekommen ist, werden wir in den folgenden Abschnitten erfahren. Ein Problem dabei ist, dass die meisten Muslime Bilder ablehnen, andere lehnen Bilder dann ab, wenn es sich um Götzenbilder handelt. Daher gibt es Bilder von Muslimen, die Mohammeds Werdegang illustrieren. Im folgenden werden die Buchmalereien von Nakkas Osman aus dem 16. Jahrhundert verwendet.

Mohammeds Herkunft, Geburt und Jugend

Siyer-i Nebi 223b.jpg

Die Wissenschaftler nehmen an, dass Mohammed 570 n. Chr. in der arabischen Oasenstadt Mekka geboren wurde.

Mohammeds vollständiger Geburtsname lautet:

Abū l-Qāsim Muhammad ibn ʿAbdallāh ibn ʿAbd al-Muttalib ibn Hāschim ibn ʿAbd Manāf al-Quraschī

Aus seinem Namen geht hervor, dass er zur vornehmen arabischen Kaufmannsfamilie der Quraisch gehörte. Trotzdem verlief seine Kindheit nicht sehr glücklich: Sein Vater verstarb schon vor seiner Geburt; seine Mutter starb, als er sechs Jahre alt war. Danach nahm ihn sein Großvater auf, der aber zwei Jahre später ebfalls verstarb. Schließlich kam er zu seinem Onkel Abu Talib. Der junge Mohammed wollte offenbar möglichst früh auf eigenen Füßen stehen und arbeitete zuerst als Hirte, dann in einem der Handelshäuser von Mekka. Man kann sich gut vorstellen, wie er mit den Kamelkarawanen seines Arbeitgebers in fremde Städte gereist ist, um Handel zu treiben. Dabei lernte er viele unbekannte Dinge kennen, jüdische und christliche Gemeinden.

Er muss sehr tüchtig gewesen sein, denn als sein Arbeitgeber gestorben war, bot ihm dessen Witwe Chadidscha die Heirat an, so dass er mit 25 Jahren Eigentümer des Handelshauses wurde, in dem er fünf Jahre gearbeitet hatte.

Die Offenbarungen und die Predigt in Mekka

Mohammed begegnet dem Erzengel Gabriel

Siyer-i Nebi 158b.jpg

Im Alter von 40 Jahren war Mohammed ein gemachter Mann, wie man so sagt.

Doch er war offenbar nicht zufrieden, sondern zog sich immer wieder in die Berge in der Nähe seiner Heimatstadt Mekka zurück. Da spricht ihn während einer Meditation auf dem Berg Hira der Erzengel Gabriel an:

Aus dem Quran

Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes:

Predige im Namen deines Herrn, der den Menschen aus einem Embryo erzeugt hat. Predige die Worte der Schrift. Dein sehr edelmütiger Herr ist es, der den Menschen im Gebrauch des Schreibrohrs unterwiesen hat und ihm Dinge offenbart hat, die er zuvor nicht wusste.

(Sure 96, Verse 1-5)

Von da an suchte Mohammed, seine Landsleute davon zu überzeugen, dass es nur einen Gott gibt und dass die Verehrung der vielen Götzen, die in Mekka, vor allem am Zentralheiligtum, der Ka'aba, praktiziert wurde, den Menschen ins Verderben führt. Dieses zentrale Anliegen des Islam bringt die erste und wichtigste Verpflichtung des Muslim zum Ausdruck, das Bekenntnis

Die erste Säule des Islam: Das Glaubensbekenntnis (Schahada)

Das Bekenntnis lautet:

Bekenntnis

Ich bekenne:

Es ist kein Gott außer Gott.

Mohammed ist der Prophet.

Das Bekenntnis muss aber in arabischer Sprache ausgesprochen werden. In dem Film, der oben vorgeschlagen ist, um sich einen Überblick zu verschaffen, kann man sich das anhören und anschauen.

Arabic Calligraphy at Wazir Khan Mosque2.jpg

Die Kalligrafie (Schmuckschrift) des Glaubensbekenntnisses wird von Muslimen vielfach verwendet, z.B. als Amulett oder Schlüsselanhänger. Das Bild oben zeigt die Schahada als Schmuck an einer Moschee in Lahore (Pakistan).

Mohammed predigt den einen Gott - doch man glaubt ihm nicht.

Muhammad 19.jpg

Legende

Ibn Ishaq war im achten Jahrhundert der erste, der das Leben Mohammeds in geordneter Form beschrieben hat. Er erzählt: In einer Nacht brachte der Erzengel Gabriel dem Propheten das geflügelte Pferd Buraq. Auf diesem ritt er nach Jerusalem. Auf dem Tempelberg stieß sich Buraq mit gewaltiger Kraft ab und ritt mit Mohammed in den Himmel, damit er sehen konnte, wie die frommen Menschen von Gott belohnt werden. Danach ritt Mohammed in die Hölle und erlebte, welche Qualen den Ungläubigen bestimmt sind.

Mohammed beschwor seine Landsleute, den Glauben an den einen Gott anzunehmen. Er gewann auch eine stattliche Zahl von Anhängern. Doch die Mächtigen in Mekka wollten den Glauben nicht annehmen. Sie befürchteten, dass niemand mehr zur Ka'aba pilgern würde, wenn nur noch ein Gott verehrt werden dürfte; niemand würde mehr Talismane und Amulette kaufen, und das gefährdete ihre Geschäfte.

Mohammeds Flucht und der Aufbau der ersten Moschee

Die Flucht Mohammeds von Mekka nach Medina (Hedschra)

Etwa im Jahre 619 starben Mohammeds wichtigste Unterstützer: Seine Frau Chadischa und sein Onkel Abu Talib. Seine Gegner gewannen in Mekka die Oberhand, und es wurden sogar Pläne geschmiedet, Mohammed aus dem Weg zu räumen. Der Prophet versteckte sich zuerst und brach dann auf, um in die 450 KM entfernte Stadt Jathrib überzusiedeln. Am 24. September 622 kam er in der Stadt an, die seither den Ehrennamen Medina - Stadt des Propheten - trägt. Damit beginnt die islamische Zeitrechnung.

Beginn der muslimischen Zeitrechnung

Berechnung

Wenn mit dem 24. September 622 die islamische Zeitrechnung beginnt, in welchem Jahr leben die Muslime heute? Die einfache Antwort 2020-622 ist gleich 1398 stimmt leider nicht, weil das islamische Jahr ein Mondjahr ist und nur 354 anstatt 365 Tage hat. (Schaltjahre, die es in beiden Kalenderrechnungen gibt, lassen wir der Einfachheit halber weg.)

Also müssen wir ausrechnen, wieviel islamische Jahre seit 622 vergangen sind, das sind 1398/354*365, also 1441 Mondjahre.

Das islamische Jahr 1441 hat am 1. September 2019 begonnen und wird am 20. August 2020 enden.

Der Unterschied zwischen unserem Sonnenkalender und dem islamischen Mondkalender bewirkt auch, dass der Fastenmonat Ramadan aus christlicher Sicht jedes Jahr 11 Tage früher anfängt und endet als im Vorjahr.

Aufbau der Moschee in Medina

Mini

Dieser Stahlstich aus dem 19. Jahrhundert zeigt die Prophetenmoschee in Medina noch in einem relativ bescheidenen Ausmaß. Die Wahhabiten haben an dieser Stelle eine gewaltige, zwei Millionen Menschen fassende, Moschee errichtet. An dieser Stelle begann Mohammed mit seinen Anhängern erstmalig den Islam zu leben. Moschee bedeutete für die ersten Muslimen eine Wohn- und Gebetsstätte und eine Schule. Und die Anfänge waren gewiss noch bescheidener als das, was im 19. Jahrhundert schon um die Ursprungsmoschee herumgebaut worden war.

Die Zweite Säule des Islam: Das Beten (Salat)

Schau Dir den Anfängerkurs Pflichgebet (Video 5 MIN) an.

Die dritte Säule des Islam: Die Almosensteuer (Sakat)

Die vierte Säule des Islam: Der Fastenmonat (Ramadan)

Mohammeds Wallfahrt nach Mekka und sein Tod

Vorherrschaft der Muslime in Arabien

Eroberung der Stadt Mekka und Reinigung der Ka'aba"

Wallfahrt Mohammeds nach Mekka

Die fünfte Säule des Islam. Die Hadsch

Mohammeds Tod in Medina

Die rechtgeleiteten Kalifen und die Zusammenstellung des heiligen Quran