Rhetorik

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Version vom 30. Dezember 2017, 17:14 Uhr von main>Matthias Scharwies (L korr)

Vorlage:Kurzinfo-1 Rhetorik bedeutet Redekunst und bezieht sich auf die Kunst der öffentlichen oder privaten Rede. Vornehmlich wird hierbei sicherlich zuerst an das gesprochene Wort gedacht. Rhetorik bezeichnet aber sowohl die Theorie und Praxis des gesprochenen wie die des geschriebenen Worts, unabhängig vom Kontext oder Medium.

Denkanstöße

Eine gute Rede hat einen guten Anfang und ein gutes Ende - und beide sollten möglichst dicht beieinander liegen. (Mark Twain)
Tritt frisch auf, tu´s Maul auf, hör bald auf! (Martin Luther)
Eine Rede ist keine Schreibe!
Der Schauspieler spielt eine Rolle, der Redner ist er selbst.
Jeder behält nur das, was er behalten will.
Es kommt nicht darauf an zu sagen, was ankommt, sondern das zu sagen, worauf es ankommt.


Unterrichtsideen

Aktuelle Reden und Stellungnahmen

Unterrichtsidee

Reden oder andere Stellungnahmen, wie zum Beispiel in offenen Briefe oder Essays, die sich mit aktuellen Themen auseinandersetzen bzw. die selbst Gegenstand aktueller Auseinandersetzung sind, eignen sich deshalb gut als Material für das Thema Rhetorik im Unterricht, weil die Motivation der Schülerinnen und Schüler, sich mit solchen Texten zu befassen, in der Regel hoch sein dürfte.

Zudem stehen aufgrund der Tatsache, dass mittlerweile Zeitungstexte und Reden und Stellungnahmen öffentlicher Personen in der Regel unmittelbar oder zumindest zeitnah auch im Internet veröffentlicht werden, die Möglichkeit, solche Texte zumeist schnell im Wortlaut zur Verfügung und können in den Unterricht einbezogen werden.


Einige Beispiele

Was ist Rhetorik?

Eine Einführung in die Theorie und Geschichte der Rhetorik von Gert Ueding: Definition, Produktionsstadien der Rede, Geschichte, Gegenwart, Literaturhinweise
"Rhetorik ist ein zusammenfassender Begriff für die Theorie und Praxis der menschlichen Beredsamkeit in allen öffentlichen und privaten Angelegenheiten, ob sie in mündlicher, schriftlicher oder durch die technischen Medien (Film, Fernsehen, Internet) vermittelter Form auftritt." (www.uni-tuebingen.de)
Auf diesen Web-Site Seminars für Allgemeine Rhetorik der Uni Tübingen findet man auch Ton- und Videodokumente ausgewählter Reden ("Rhetorik multimedial"), die jeweilige "REDE DES JAHRES" mit Redetext und Begründung der Auswahljury, des Weiteren "Links in das Reich der Rhetorik" ("Rhetorik im Internet").
Aus dem Vorwort zum Internetbuch Rhetorik.ch
"Rhetorik.ch ist eine Webseite der Knill+Knill Kommunikationsberatung . Es besteht aus einer Sammlung von Artikeln und Übersichtsblättern im Bereich der Kommunikation und deren Grenzgebieten.
Klassisch ist Rhetorik die Theorie und Praxis des geschriebenen und gesprochenen Wortes. Das Ziel dieser angewandten Wissenschaft ist es, zu verstehen, wie Zuhörer oder Leser überzeugt oder beeinflusst werden können. Moderne Rhetorik befasst sich auch mit anderen Kommunikationsarten wie Bild, Grafik, Video, Radio, Fernsehen oder Internet. Die heutige Rhetorik ist interdisziplinär mit allen anderen Kommunikationsformen verbunden und spielt eine wichtige Rolle in vielen Gebieten des täglichen Lebens."
"Willkommen beim Lehrangebot Rhetorik - Handbuch der Rhetorik" von © Holger Münzer. H.Münzer, Dozent für Rhetorik an der Universität der Künste in Berlin, hat ein Konvolut seines Seminarprogramms zusammengestellt. In erster Linie an ein studentisches Publikum gerichtet, eignet sich die Seite einerseits als "Steinbruch" für unterrichtstaugliche Materialien, ebenso aber auch für die Projektarbeit. Die anleitenden Texte werden begleitet von zahlreiche Grafiken, Schemata und spannenden, unterhaltsamen Übungen.

Fünfsatz

  1. Ich habe bei dem Vorschlag von X kein gutes Gefühl.
  2. Mir persönlich wäre es in diesem Zusammenhang lieber, wenn
  3. Ich könnte mir vorstellen, dass…
  4. Unter diesen Umständen bin ich mir sicher, dass wir …
  5. Daher bin ich fest davon überzeugt, dass wir so entscheiden sollten.


Unterrichtsidee
  1. Warum spreche ich?
  2. Was ist der Fall?
  3. Was müsste (stattdessen) sein?
  4. Wie lässt sich das erreichen?
  5. Was können wir tun?

Wähle dazu eines dieser Themen:

    Schafft den Zoo ab!
    Brauchen wir 30 Fernsehprogramme?
    Die Olympischen Spiele gehören ins Werbefernsehen.
    Schluss mit dem Fleischessen.
    Wir brauchen mehr Fahrradwege


Jugend debattiert

"Zur Debatte stehen bei Jugend debattiert Fragen, die alle etwas angehen. "Sollen ungesunde Lebensmittel stärker besteuert werden?". Es sind Fragen, die eine Entscheidung erfordern, "Soll man Alkohol erst ab 18 Jahren trinken dürfen?".
Die Entscheidungsfrage ist so gestellt, dass sie nach einer konkreten Maßnahme fragt ("Soll…?") und viele Menschen betrifft. Es geht also nicht um Fragen, deren Beantwortung Privat- oder Geschmackssache ist. Über die Beantwortung der Frage sollten verschiedene Meinungen bestehen. Denn wenn alle einer Meinung sind, entsteht keine Debatte." (www.jugend-debattiert.de)
Beispielthemen für den Unterricht
Sollen wie in Schweden Schüler ihre Lehrer im Unterricht duzen dürfen?
Sollen Jungen und Mädchen in bestimmten Fächern getrennt voneinander unterrichtet werden?

Tipps und Tricks

  • für Reden und andere Auftritte

- Mit dem Mund, den Augen und den Händen reden!
- Ab und zu die Zuhörerschaft anschauen und ansprechen.
- Gleich zu Beginn Blickkontakt mit der Zuhörerschaft aufnehmen.
- Jede Rede beginnt mit einer Anrede (Guten Tag/Abend/Morgen, meine Damen und Herren...) und mit einem deutlichen Schlusssignal (Danke, ich danke Ihnen..., nicht: So, das wars!)
- Den Eröffnungssatz im Manuskript ausformulieren und gut merken.
- Was macht man mit den Händen? Am besten ist es, etwas zum Festhalten zu haben, z.B. ein Kärtchen, einen Kuli, Stift, ein Blatt Papier, einen Rednerpult!
- Langsamer sprechen als man es gewöhnt ist, aber besser artikulieren und intonieren.
- Keine Angst vor der Sprechpause, der Zuhörer ist vielleicht dankbar dafür!

  • gegen das Lampenfieber:

• Gründlich vorbereiten.
• Eine Redeprobe vorher abhalten.
• Freunde mitnehmen zum Vortrag.
• Entspannen vor Redebeginn (z.B. 20 tiefe Atemzüge)
• Gerade zu Beginn langsam reden.

Materialien

  • "Schule der Rhetorik. Ein Lese- und Arbeitsbuch" von St. Gora, Klett 2001, S. 13 ff
Stephan Gora ist ein Freund der Zahl 5: In seinem "Grundkurs Rhetorik, eine Hinführung zum freien Sprechen" (Klett 1993) findet man die "Fünf Grundregeln der Rhetorik (S.14), Fünf Grundregeln des verständlichen Sprechens (S.19f), Fünf Spickzettelmethoden (S.26 ff) und fünf Anregungen zur systematischen Analye einer Rede (S.60).
  • Für die Suche in einer guten Bibliothek:
Helmut Geißner: Der Fünfsatz. Ein Kapitel Redetheorie und Redepädagogik. In: Wirkendes Wort. Jg. 18, 1968, 4 S. 258 - 278.
Neben einer ausführlichen Fünfsatz-Abhandlung bietet Geißner auch Aufgabenvorschläge zu den verschiedenen Strukturmodellen in bestimmten Situationen.

Rhetorik - öffentliche Rede

Rhetorik - öffentliche Rede befasst sich mit der öffentliche Rede als einem wichtigen Teilaspekt der Rhetorik.

Unterrichtsideen

"Die Unterrichtseinheit untersucht die berühmte Goebbelsrede am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast auf Form und rhetorische Mittel.
Über die reine Analyse hinaus soll aber handlungsorientiert wahlweise eine Hörfunksendung oder ein Zeitungsartikel erstellt werden. Der historische Hintergrund der Rede wird durch eine kleine Internetrecherche erschlossen. Die Einheit kann im größeren thematischen Rahmen "Politische Rede" behandelt werden. Die Zusammenarbeit mit dem Fach Geschichte bietet sich an."

Materialien

Reden online

aktuelle
Reden von Barack Obama
verschiedene
historische
Radiobericht mit Hitler-Rede "Gebt mir vier Jahre Zeit"

Linkliste

Linksammlungen
Einzelne externe Links
Vorlage:Wpd hat mit seinem Buch "Die Macht der Rede. Eine kleine Geschichte der Rhetorik im alten Griechenland und Rom" nicht nur ein kurzweiliges Kompendium antiker Redekunst abgeliefert, sondern auch ein Plädoyer für den aktuellen Nutzen der Kenntnis von den Strukturen dieser Redekunst geschrieben. Im Windschatten der Rhetorik-Rezeption von Platon weitgehend geschmäht, ist nämlich die Lehre von der Beredsamkeit zumindest nach Aristoteles ein Mittel, welches beherrscht werden muss, um das Überzeugende, das jeder Sache innewohnt, herauszuschälen, um diese dem Publikum in plausibler Weise zu vermitteln.
Stephan Goras informative und anregende Website wendet sich nicht nur aber besonders an Deutsch-Lehrkräfte.

Siehe auch