Stadt im Mittelalter

Aus ZUM-Unterrichten
Version vom 28. November 2018, 14:28 Uhr von Main>Matthias Scharwies
Nuremberg chronicles - Nuremberga.png

Ergänze den folgenden Text:

Die mittelalterliche Stadt sah von außen wie eine befestigte Burg aus. Die Einwohner nannten sich daher Bürger. Die Stadt war von einer hohen Mauer umgeben. Um die Stadtmauer gab es einen Graben. Zur Stadtmauer gehörten Wehrtürme und ein Wehrgang mit Schießscharten. Man konnte nur über die Stadttore in die Stadt gelangen.

Der Marktplatz und das Rathaus liegen mitten in der Stadt.

Stadtluft macht frei!

Aufgabe
  1. Lies die Quelle durch und bearbeite die Aufgaben.
    1. Liste die Gruppen oder Personen auf, die in der Stadtgründungsurkunde genannt werden.
    2. Konrad von Zähringen gewährt den Stadtbewohnern einige Rechte. Notiere diese und ordne sie ( übergeordneten ) Gesichtspunkten zu. Finde selbst (drei) übergeordnete Gesichtspunkte, nach denen Du sie ordnen kannst.
    3. In welcher Reihenfolge nahm Konrad von Zähringen die einzelnen Schritte, die zur Gründung der Stadt Freiburg führten, vor.
  2. Schreib deine Antworten in Dein Heft.
Konrad von Zaehringen.jpg

Ich, Konrad, gründe auf meinem Besitz, nämlich Freiburg, einen Markt. Daher möchte ich Kaufleute von überall her zusammenrufen, die sich hier niederlassen.

Ich teile jedem Kaufmann, der hierher kommt, ein Grundstück zu, auf dem er ein Haus errichten kann. Dafür zahlen er und seine Kinder und Kindeskinder mir jährlich einen Zins als Entgelt.

Ich verspreche zudem folgende Rechte,

die ich hiermit beurkunde und schwöre,

sie auf alle Zeiten einzuhalten:


  1. Ich verspreche, dass alle, die meinen Markt besuchen, Frieden und sicheres Geleit erhalten. Sollte doch einmal jemand auf dem Weg zu meinem Markt beraubt werden, so verspreche ich, das Geraubte zurück zu erstatten bzw. vom Räuber einzufordern.
  2. Wenn einer meiner Bürger stirbt, soll seine Frau mit seinen Kindern alles besitzen ohne jeden Einspruch, was er hinterlassen hat.<Wenn einer meiner Bürger stirbt, dann darf seine Familie das gesamte Erbe behalten.
  3. Meine Bürger dürfen sich den Vogt (herrschaftlicher Beamter, Vertreter des Feudalherrschers) und Priester frei wählen. Ich bestätige die von ihnen gewählten in ihrem Amt.
  4. Rechtsstreitigkeiten zwischen meinen Bürgern entscheide nicht ich, sondern sie werden unabhängig verhandelt werden, nach dem (Gewohnheits-)Recht der Kaufleute.
  5. Jeder Bürger darf seinen Besitz, wenn er möchte, frei verkaufen.
  6. Jeder, der nach Freiburg kommt, darf hier frei und sicher wohnen. Wenn er aber der Leibeigene eines Herrn ist, dann darf dieser Herr ihn wieder holen. Falls der Leibeigene leugnet, einem Herrn zu gehören, so kann der Herr diese mit sieben Zeugen beweisen. Wenn aber ein Leibeigener ein Jahr und einen Tag in der Stadt Freiburg wohnt, ohne dass ihn ein Herr geholt hat, dann ist er frei.
  7. Bürger der Stadt Freiburg ist, wer einen freien Besitz von mindestens einer Mark Wert besitzt.

Die Gründungsurkunde der Stadt Freiburg, um 1120



Darstellung einer spätmittelalterlichen Ratssitzung, die Bürger werden mit Wappen dargestellt

Handwerk und Zünfte

Nürnberger HausbücherWikipedia-logo.png

Zunftwappen.svg

Unterricht

Unterrichtsentwürfe

"Wie haben die Menschen gelebt, bevor fließendes Wasser in die Häuser kam? Wo haben sie eingekauft, als es keine Supermärkte auf grünen Wiesen gab? Und warum haben viele Städte noch (Reste von) Stadtmauern? SchülerInnen stellen Fragen und suchen Antworten - auch gern im Internet!"

Materialien

Die Stadt im späten Mittelalter

Andere Materialien

Schülerprojekt

Hintergrundinformationen

Stadtgründungen

Bis ins hohe Mittelalter gab es nur wenige Städte in Europa. Im der zweiten Hälfte des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts kam es dann zu einem regelrechten Städtegründungsboom in Europa.

1120 erhielt Freiburg im Breisgau das Stadtrecht verliehen. Die Urkunde, die dies dokumentiert, ist eines der wichtigsten Dokumente zur mittelalterlichen Stadtgeschichte.

Weitere Informationen

Linkliste

Siehe auch