Anna Maria Jokl

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Kurzinfo
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Diese Seite befasst sich mit
Kinder- und Jugendliteratur (KJL).

Inhaltsverzeichnis

Anna Maria Jokl

Anna Maria Jokl wurde 1911 in Wien geboren.
Sie arbeitete für Rundfunk, Theater und Film in Berlin.
1937 Flucht nach Prag. 1939 Flucht über Polen nach England.
Sie kam Ende der 40-er Jahre von Zürich nach Ost-Berlin. 1950 erfolgte die Ausweisung aus der DDR.
Sie arbeitet im Jüdischen Krankenhaus in West-Berlin.
Lebte von 1965 bis zu ihrem Tod 2001 in Jerusalem.
Veröffentlichungen u.a.: Das süße Abenteuer (1935), Basilius Knox (1937), Die Perlmutterfarbe, Kinderroman (1949, Dietz/2004, Jüdischer Verlag im Suhrkamp-Verlag), Die Reise nach London (1995/1999), Essenzen. "Die Perlmutterfarbe" schrieb sie in den dreißiger Jahren im Prager Exil. Ihr Gesamtwerk wurde 1995 mit dem Hans-Erich-Nossack-Preis ausgezeichnet.
  • Anna Maria Jokl - 
Journalistin, Schriftstellerin, 
Filmdramaturgin und
 Psychotherapeutin (www.exil-archiv.de)
„Es gibt keine Ereignisse mit Anfang und Ende
 es ist wie ein Gewebe, wo die Anzahl und Farben 
der Fäden von Anfang an gegeben sind,
nicht aber, wann sie ins Muster treten.“ (Anna Maria Jokl)
"Aus Deutschland nach Prag und weiter nach London geflohen, dort auch nicht zu Hause, aus der DDR vertrieben, in Jerusalem Zuflucht gesucht: Anna Maria Jokl, aus Wien gebürtig und nun in Israel im Alter von 90 Jahren gestorben, hat kluge Kinderbücher geschrieben, über "Die Perlmutterfarbe", ein Bestseller von 1950 über Anstand und Mut, "Basilius Knox", eine Erkundung der Physik, auch Essays. Ihr bewegendster Band, "Die Reise nach London", erzählt vom Exil. Wie gut, dass Bücher bleiben." (ULLA BERKÉWICZ Die ZEIT 45/2001)

Die Perlmutterfarbe

Anna Maria Jokl: Die Perlmutterfarbe. Ein Kinderroman für fast alle Leute

NEU erschienen: 07.12.2008 als suhrkamp taschenbuch 4039, 280 Seiten, Euro 8,90 ISBN 978-3-518-46039-9
"Eine Geschichte wie diese kann jeden Tag passieren, niemand ist dagegen gefeit, in ihren Sog zu geraten, keiner kann sich sicher sein, unbeschädigt daraus hervorzugehen. Eine Schulgeschichte, auf den ersten Blick, Mitwirkende: dritte Klasse A und B einer Realschule zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts. Zeitrahmen: drei entsetzliche Wochen vor Weihnachten, in denen sich alle Kinder von einem Tag zum anderen der gemeinsten Dinge verdächtigen, keineswegs zu Unrecht, sie verlieren ihre alten Freunde und das Vertrauen ineinander. Wie schön wäre es, wenn solche üblen Geschichten nur innerhalb von Schulhofsmauern passierten. In Wirklichkeit aber ereignen sie sich überall. Verrat, Treulosigkeit, gemeine Typen, die sich aufspielen und andere in ihre Macht bringen, zur Hetzgemeinschaft formen, das gibt es auch um Schulen herum in geradezu ausgewachsener Weise, weshalb Anna Maria Jokl 1937 diesen Roman geschrieben hat." (SUSANNE MAYER © DIE ZEIT 24.04.2003 Nr.18)
"Anna Maria Jokl schrieb „Die Perlmutterfarbe“, einen „Kinderroman für fast alle Leute“, in den dreißiger Jahren im Prager Exil. Im Mikrokosmos einer Schule fängt sie scharfsichtig die drohende Welt des heraufziehenden Nationalsozialismus ein, vor der sie 1933 aus Berlin geflohen war. Erzählt wird vom Gegeneinander zweier Schulklassen, vom Prozess einer Gruppenbildung, bei dem aus Lüge und Feigheit Verleumdung und Verrat entstehen. Es geht um Machtgier und Mitläufertum - und um den Versuch einzelner, trotz alledem die eigene Integrität zu bewahren."
Kritik: "Vielleicht stellt Anna Maria Jokl das Lehrhafte in „Die Perlmutterfarbe“ ein wenig zu stark heraus. Aber sie hat sich dazu auch eine vielschichtige Geschichte ausgedacht, in der die psychologischen und gruppendynamischen Vorgänge anschaulich werden."
"Katharina Hacker hat «Perlmutterfarbe», Anna Maria Jokls 1937 unter schwierigen Bedingungen entstandenen «Kinderroman für fast alle Leute», wieder gelesen. Ein Bericht auch über eine Freundschaft.
Die Geschichte im Buch und die Geschichte des Buches verbinden sich bei Anna Maria Jokls «Perlmutterfarbe» auf besondere Weise, verbinden kreuzweise Biografie und literarischen Ausdruck. «Perlmutterfarbe» ist ein Kinderbuch, Jokl hat es «einen Kinderroman für fast alle Leute» genannt, seine Geschichte ist weit mehr. Es ist eine des Erfolgs und der Vereitlung, des Vergessens und Wiedererinnerns. In Büchern und in Menschen konkretisiert sich zuweilen Geschichte ungeheuerlich. Zu den Stärken von Jokls Schreiben gehört solche Konkretion, höchst anspruchsvolle Anschaulichkeit und Präzision, Stil und Willen fallen dabei in eins." (WOZ - Die Wochenzeitung vom 10.06.2004)
"Obwohl Anna Maria Jokl zeitlebens publiziert hat, war sie als deutschsprachige Autorin bis zu Beginn der 1990er Jahre nur wenigen ein Begriff. Dann wurden plötzlich ihre Kinderbücher wieder aufgelegt, es erschienen ihre Erinnerungen und Prosaminiaturen. 1995, damals war sie vierundachtzig Jahre alt, ehrte man die gebürtige Wienerin für ihr Lebenswerk mit dem Hans-Erich-Nossack-Preis.

Die späte Entdeckung der Autorin Jokl, ihr Erfolg in der Öffentlichkeit, um den sie - stolz und mit souveräner Entschiedenheit - nie gebuhlt hatte, verdankt sich vor allem einem Buch: Perlmutterfarbe. Seit 1992 erscheint es bei Suhrkamp in immer neuen Ausgaben. Diesen „Kinderroman für fast alle Leute“ schrieb Anna Maria Jokl 1937 in Prag. Aus Berlin war sie dorthin vor den Nazis geflohen. Ein Jahr später besetzte die Deutsche Wehrmacht die Tschechoslowakei. Das Buch konnte nicht mehr erscheinen, die Flucht musste fortgesetzt werden. Außer den Kleidern am Leib konnte Jokl nichts mitnehmen." (LYRIKwelt © Frankfurter Rundschau)

Verfilmung

  • www.film.de Genre:
Drama / Jugendfilm - FSK:
freigegeben ab 6 Jahren - Kinostart:
08.01.2009
"DIE PERLMUTTERFARBE ist eine universelle Geschichte über Freundschaft und Verrat und entführt uns auf eine Reise zurück in die Kindheit: In eine Zeit der Unschuld, der Geheimnisse, der Entdeckungen des Lebens mit all seinen Gefahren, nicht zuletzt auch denen der Liebe – ein Film für die ganze Familie.

"Der Schüler Alexander (Markus Krojer) würde so gern den großen Malwettbewerb seiner Schule gewinnen, um seiner Mitschülerin Lotte (Zoë Mannhardt) zu imponieren, in die er verliebt ist. Nach Schulschluss verbringt Alexander seine Zeit am liebsten mit ein paar Klassenkameraden, zu denen neben Lotte auch sein bester Freund und Klassentüftler Maulwurf (Dominik Nowak) gehört. Als der Zufall ihm Maulwurfs neueste Erfindung, die PERLMUTTERFARBE, in die Hände spielt, gerät Alexanders Leben aus den Fugen. In der Klasse wird fieberhaft nach dem Dieb gefahndet, aber statt mit der Wahrheit herauszurücken, greift Alexander zu einer Notlüge. Gruber (Benedikt Hösl), ein unliebsamer Klassenkamerad, deckt Alexander und nutzt dessen Abhängigkeit für seine Zwecke. Geschickt lenkt er den Verdacht auf die Parallelklasse und tritt eine Hetzkampagne los. Alexander verstrickt sich in ein Lügengespinst und entfernt sich immer weiter von Maulwurf und seinen Freunden, während Gruber die beiden Klassen hinterhältig gegeneinander ausspielt..."

Weitere Werke

Frankfurt / Main: Jüdischer Verlag, 1999. 127 S., geb.; DM 32.-. ISBN 3-633-54157-8.
Rezension von Ursula Seeber (19. Juni 2000 www.literaturhaus.at)

Siehe auch

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