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Persönliche Gedanken zu einem

Methodencurriculum und

schüleraktivierende Unterrichtsformen


Ich bin kein Didaktiker, sondern ein alter Lehrer, auch wenn ich mich so nicht fühle. Als solcher hat man im Laufe seines Lehrerlebens zahlreiche Methoden und Unterrichtsformen kennengelernt, im Unterricht ausprobiert und als zeitweise Möglichkeit übernommen. Die folgenden Ausführungen sollen als ein Beitrag zu einem Methodencurriculum und schüleraktivierenden Unterrichtsformen gesehen werden.

Schwerpunkt: fächerübergreifend, Mathematik, Geographie


Überblick in Form einer Prezipräsentation mit Links zu weiteren Informationen

Inhaltsverzeichnis

Methodencurriculum

Grundsätzlich muss man berücksichtigen,

  • dass die zu erlerndenden Methoden in den Fachlehrplänen der einzelnen Fächer fixiert sind,
  • dass ein Methodencurriculum unsinnig ist, wenn die Methoden nicht immer wieder im Unterricht angewendet werden und
  • dass es Methoden gibt, die fachspezifisch sind und andere, die fächerübergreifend angewendet werden.

Zu den

fächerübergreifenden Methoden

gehören:

Präsentationstechniken

Dabei wehre ich mich Präsentation gleichzusetzen mit einer Powerpointpräsentation. Nach der 27. Powerpointpräsentation gähnt selbst der geduldigtste Zuhörer.

Man unterscheidet generell Präsentationstechniken ohne Computereinsatz beispielsweise die mit einer Flip-Chart oder im Rahmen eines P-Seminars auch beispielsweise eine Modenschau oder Ausstellung Auch die Einschränkung der computergestützten Präsentation auf Powerpoint ist unzulässig. Es gib neben Powerpoint andere, modernere und dem Referenten mehr Flexibilität verleihende Präsentationsprogramme wie beispielsweise

  • mittels Mindmappingprogrammen oder den
  • aus ihnen entwickelten PREZI-Präsentationen.

Grundsätzlich sind computergestützte Präsentationstechniken in Bayern Lernziel im Fachlehrplan für Natur und Technik der 6. Jahrgangsstufe. Die Schüler müssen also ab Jahrgangstufe 7 mit Präsentationsprogrammen vertraut sein. Eine fachspezifische Präsentationstechnik stellt im Fach Mathematik der Einsatz von veranschaulichenden Programmen (DGS) wie z. B. Geogebra dar. Die Lehrpläne schreiben den Einsatz solcher DGS-Programme vor; in unseren Schulbüchern sind genügend Aufgaben, die mit solchen Programmen lösbar sind. . Der Einsatz solcher DGS-Programme im Unterricht ist allerding oft noch abhängig vom jeweiligen Mathematiklehrer.

--> Präsentationstechnik
--> Gute Präsentationen erstellen - PH-Heidelberg

Tabellen- und Diagrammauswertungen

Es gibt unzählige verschiedene Diagrammarten, wobei manche durchaus fachspezifisch sind (Klimadiagramm – Erdkunde). Bei den allgemein üblichen kennt man gestapelte/ungestapelte Balkendiagramm mit Absolut- bzw. Prozentwerten, Kreissektorendiagramme, Sehnenzugdiagramme, …Eigentlich ist die Diagrammauswertung, die Verknüpfung mehrerer Diagramme zur gleichen Thematik Gegenstand mehrerer Fächer (Mathematik Jg. 5, 6, 7 vgl. auch BMT, Erdkunde ab Jahrgangsstufe 7 und Sozialkunde). Einige Beobachtungen stimmen mich bedenklich:

Trotz beständigen Übens im Unterricht zählen gerade Diagrammauswertungen in Leistungserhebungen bis hin zum Abitur zu schlechten Leistungen,

  • weil die in der Alltagswelt vorhandene Bilder- und Grafikflut vorgaukelt, dass die Auswertung einfach sei und daher von den Schülern nicht ernst genug genommen wird.
  • weil die Diagramme nicht quantitativ und oft nur unzureichend qualitativ ausgewertet werden
  • weil die Prozentrechnung als Grundlage einer qualitativen Auswertung nicht beherrscht wird.

Geographische Informationsystem (GIS)

GIS war in der ALP Dillingen in den letzten Jahren des G 9 ein großes zentrales Thema (in mehreren Fächern). In den Lehrplänen des G 8 wird es nurmehr in der Oberstufe und am Rand erwähnt. Andererseits ist GIS eine an den Hochschulen eine nach wie vor wichtige Arbeitstechnik. Zum Beispiel hat einer unserer Schüler am Reichsstadt-Gymnasium in seiner Doktorarbeit ein ONLINEGIS zur mittelalterlichen Stadtentwicklung in Deutschland entwickelt [1] Die arbeitsaufwendige Digitalisierung, die der universitären Bildung oder Projekten vorbehalten bleiben sollte entfällt durch solche in der Zwischenzeit in großer Zahl vorhandene WEB-GIS-Anwendungen. Gleichzeitig ermöglicht WEB-GIS die Verknüpfung verschiedener Themen im Overlayverfahren (wie bei traditionellen Folien) verschiedener Informationsebenen und sollte daher in raumbezogenen Fächern (Biologie, Geographie und Geschichte/Sozialkunde) zu den vermittelten Techniken in W-Seminaren/P-Seminaren gehören.

Ein weiteres Beispiel für Geschichte

---> Geographische Informationssysteme


Tabellenkalkulation

Sie dient beispielsweise der Aufbereitung von statistischen Daten und der computergestützen Umsetzung in Diagramme. Dies ist eine wichtige Arbeitstechnik für die Anfertigung von Seminararbeiten. Während Tabellenkalkulation im naturwissenschaftlichen Zweig im Informatikunterricht verankert ist, lernen die Schüler des neusprachlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Zweiges diese in Bayern nicht. Die Technik „Tabellenkalkulation“ wäre also (nochmals) in den W-Seminaren der Oberstufe zu verankern. Im Rahmen des ITG-Konzeptes der 80-er Jahre sollte jeder Schüler diese grundlegende Technik beherrschen, da sie heute Bestandteil jedes Office-Programmes sind (z.B. Excel in Microsoft Office bzw. OpenOffice). Inwieweit Tabellenkalkulation Bestandteil des ECDL, der an unserer Schule erworben werden kann ist, weiß ich nicht.

---> Tabellenkalkulation

Literaturrecherche ist ein Schwerpunkt in den W-Seminaren der Oberstufe. Dort lernen Schüler u. a. die Methoden der Recherche mit dem UB-OPAC bzw. über das Bayern-Gateway im Biblitotheksverbund Bayerischer Bibliotheken und der Fernleihe.


Drei Anregungen hätte ich diesbezüglich:

  • Es gibt ein eingeschränkt nutzbares Programm namens CITAVI (Swiss-Academic Software GmbH) , das u. a. Weltweit Bibliotheken (derzeit mehr als 4700) nach geeigneter Literatur durchsucht. Es ermöglich darüber hinaus die recherchierten Quellen per Direkteingabe zu ergänzen und in unterschiedlichen Literaturverzeichnisstrukturen als Textdatei auszugeben. Ich hatte in P-Seminaren schon Schüler, die das Programm ihren älteren, studierenden Geschwistern empfohlen haben.
  • Da viele Bibliotheken dazu übergehen zur dauerhaften Sicherung zu digitalisieren und aus urheberrechtlichen Gründen die meist aus der Zeit vor 1900 stammenden Bestände im WEB in sogenannten digitalen Bibliotheken der Öffentlichkeit zur Verfügung downloadbar zur Verfügung zu stellen, sollte auch auf digitale Bibliotheken eingegangen werden.

Ich selbst habe mir für historische oder auch geographische Dokumente sehr viel Zeit- und Fahrtaufwand erspart. Digitale Bibliotheken

Erdkundetechniken

Bildauswertung

Einsatz von Schrägluftbild und Senkrechtluftbild ab Jahrgangsstufe 5 Satellitenbild (auch Falschfarbensatellitenbild) ab Jahrgangsstufe 8 möglich:

Ein Beispiel zu Auswertung und Interpretation eines Falschfarbensatellitenbildes aus den Great Plains (Powerpoint - mit Erläuterungen)


Geographische Spezialdiagramme und Diagramme die außer in der Geographie auch in anderen Fächern verwendet werden

Arbeiten mit dem Atlas

  • JgSt. 5: Orientierung, Gradnetz, Maßstab,Entfernungen bestimmen, Auffinden von Orten, Wegbeschreibungen
  • JgSt. 7: zusätzlich: Lagebeziehungen erkennen, Auswertung von einfachen thematischen Karten
  • JgSt. 8: Der Atlas als Hilfsmittel zur Beschreibung komplexerer Zusamenhänge
  • JgSt. 10: der Atlas als Hilfsmittel zur Beschreibung komplexerer Zusammenhänge - auch bei Leistungserhebungen
  • JgSt. 11/12: s.o.

Schüleraktivierende Unterrichtsformen

Allgemein

Generell ist zu sagen, alle Unterrichtsmethoden mit verstärkter Schüleraktivität erfordern eine erhöhte Motivation, aber vor allem Disziplin der Schüler. Ihnen muss bekannt sein, dass die Schüleraktion Teil des Unterrichtes ist und nicht schmückendes Beiwerk, dass der Lehrer zum (überwiegenden) Teil der Schüler ist und der Lehrer den Unterricht begleitet, moderiert bzw. lenkt und nur dazu da ist, falls einmal etwas „aus dem Ruder läuft“, einzugreifen.


Nicht computergestützte schüleraktivierende Unterrichtsformen zur Förderung (mathematischer) Kompetenzen

  • Expertenpuzzle
  • Gruppenarbeit mit Präsentationen
  • Ich-Du-Wir
  • Partnerarbeit mit mehrfachem Partnerwechsel
  • Placemat Placemat
  • Stationenlernen

Umfangreiche gut aufbereitete Materialien findet man unter:


Smartphone-Einsatz im Unterricht

Nach einer gängigen Definition sind heutige Smartphones „Kleincomputer mit einer einer Rechenleistung, die das Mehrfache der Rechenleistung besitzt, mit der man 1969 die Mondlandung steuerte, mit denen man auch telefonieren kann.“

Gerade die letzte Möglichkeit wird als Gegenargument gegen den Einsatz in Schulen angeführt.

Vor einigen Jahren saß ich neben einem noch etwas älteren Kollegen für Geschichte, der Mitarbeiter von Wikipedia war, in einer Jahreshauptversammlung. Er hielt sein Smartphone in den Händen und twitterte mit den Kollegen, die aus Krankheitsgründen nicht an der Versammlung teilnehmen konnten. Wir kamen ins Gespräch. Erstaunt war ich, dass er seinen Schülern den Einsatz von Smartphones im Unterricht erlaubt. „Wissen Sie, fast jeder hat sowas. Im Unterricht kann mal schnell was im Internet recherchiert werden, wir haben ja kein internetfähiges Smartboard. Außerdem motiviert das die Schüler“.

Was an manchen Schulen Laptops, Netbooks oder Tablet-PCs mit hohem finanziellen Aufwand für Schule oder Eltern leisten ermöglicht in manchen Klassen das Smartphone (nach der Devise BYOD = Bring your own device). Gerade für Smartphones gibt es unzählige für den Unterricht einsetzbare kostenlose Anwendungen (kostenlose Apps). In einigen Bundesländern gibt es schon Versuchsschulen für den Einsatz von Smartphones: z. B. http://www.projektschule-goldau.ch/das-iphone-projekt, siehe auch http://wikis.zum.de/zum/IPhones_im_Unterricht

In Baden-Württemberg bietet die Landesakademie für Fortbildung und Schulentwicklung mit den Dokumenten unter Unterrichtseinsatz grundsätzliche Überlegungen und Hinweise zum Smartphoneeinsatz im Unterricht.

Eine Handreichung zu allen – auch kritischen Themen – ist zu finden unter Medien in die Schule


Auch an unserer Schule das Smartphone im Mathematikunterricht eines Kollegen eingesetzt.

„Kollaboratives Schreiben“/“Kooperatives“ Schreiben.

Klaus Dautel (Deutschlehrer und Mitarbeiter am Landesinstitut für Schulentwicklung) propagiert diese Web-basierte Methode. Kollaboratives Schreiben mit Web 2.0und stellt dort methodisch-didaktische Überlegungen an.

Eine ehemalige Deutschreferendarin hat die Methode in ihrer Seminararbeit aufgegriffen und in Beispielen am RSG umgesetzt. Daneben kenne ich einen Hamburger Ek/Ph Lehrer, der diese Methode im Unterricht einsetzt und hat sich auch in seiner Seminararbeit im Fach Physik auseinander setzte. [2].

Ich selbst habe nach Kontakten mit ihm diese Methode bisher zweimal im Erdkundeunterricht der Oberstufe praktiziert (mit durchaus unterschiedlichen Erfahrungen)[http://wikis.zum.de/rsg/Teste_neue_Unterrichtsformen Teste neue Unterrichtsformen)


In leider notwendiger Kürze: Beim interaktiven Schreiben kann man (u.a. auch zeit- und ortsunabhängig) gleichzeitig in einem sog. Etherboard gemeinsam an einer Aufgabe arbeiten, jederzeit den Text der einzelnen Mitglieder des Boards verbessern, ergänzen oder Teile löschen. Die Beiträge der einzelnen Teilnehmer sind farblich unterschiedlich und für jeden Boardteilnehmer am eigenen Rechner ersichtlich. Es entsteht ein gemeinsamer Text, dessen Historie jederzeit nachverfolgt werden kann und dessen Endfassung auch ausgedruckt werden kann.

Ich selbst habe diese Technik als Teilnehmer von Jahreshauptversammlungen von ZUM zur Verfassung eines gemeinsamen Protokolles mitpraktiziert und muss sagen, ein höheres Maß an Kooperation ist kaum möglich, andererseits erfordert es, aber fördet es auch bezüglich der Umsetzung des Gehörten, in das geschriebene Wort un der Sortierung von Wesentlichem und Unwesentlichem ein Höchstmaß an Konzentration.

Zu weiteren methodischen-didaktischen Klaus Dautel: Komm! Ins Offene Freund!

LDL – Lernen durch Lehren

LdL ist im deutschsprachigen Raum vor allem bekannt durch den Eichstätter Lehrer und Französisch Didaktiker Jean-Pol Martin. Doch auch in allen anderen Fächern ist LdL möglich (http://wikis.zum.de/zum/Ldl) .

Eine der Komponenten von LdL sind sogenannte Hausaufgabenfolien, die zahlreiche Kollegen im Unterricht eingesetzt haben. Eine weitere Komponente ist die Vermittlung neuer Stoffinhalte durch die Schüler selbst. Ein Gespräch mit Jean-Pol Martin vermittelte, dass gerade in der Vorbereitung des Unterrichtes die Hauptaufgababe und damit erheblicher Zeitaufwand für Schüler und Lehrer liegt, wenn die Vermittlung des neuen Stoffes durch Schüler erfolgreich sein soll. Ein vor Jahren bestehender (Chat-)kontakt zu einer Eichstätter Schülerin ergab auf die Frage, wie sie LdL empfinde : „Oh man lernt unheimlich viel, aber es ist auch furchtbar anstrengend“

Gerade bei LdL gewinnen die Präsentationstechniken (in allen Varianten) Bedeutung. Eine im Erdkundelehrplan auch an unserer Schule bereits umgesetzte LdL-Maßnahme sind die Anfertigung von Länderprofilen in der 7. Jahrgangsstufe. (?). Das Fragezeichen bezieht sich auf die Einsicht der Schüler, dass die einzelnen Referate Teil des Unterrichts und damit abfragbar sind. Denkbar wäre LdL auch im Mathematikunterricht.

---> Lernen durch Lehren

Flipped Classroom

Eine etwas andere Methode propagiert der an der PH Heidelberg lehrende Mathematikdidaktiker Christian Spannagel. Er vermittelt seinen Studenten theoretische Kenntnisse über per Videos aufgenommene Vorlesungen, die eigentlichen Vorlesungsstund benutzt er als Diskussionsstunden über die Videos und als Übungsstunden.

Entsprechend funktioniert die Methode „Flipped Classroom“ in der Schule, wobei es durchaus die Vorbereitung zuhause ein Lernvideo sein darf, aber auch der Theorieteil des Unterrichtsbuches sein kann, die auch Beispielsaufgaben mit Lösung beinhalten.

Für die Schule spielen hierbei Lernzirkel eine wichtige Rolle:

Beispiel


---> Flipped Classroom

Beispiel eines Verbundes von Flipped Class-room und LdL Methode Flipped Classroom am Beispiel Wiederholung des Vorwissens über Exponentialfunktionen

Methode LdL 2 am Beispiel „Einführung der natürlichen Exponentialfunktion“ Häusliche Aufgaben Schüleraufgabe Vergabe 2 Stunden vorher Vorbesprechung mit Lehrer 1 Unterrichtsstunden vorher

Seite auf dem RSG-Wiki Eigenschaften der Funktionen erkennen Verschiebungen und Spiegelungen

Experimentieren mit Geogebra Einsatz von LearningApps. Quelle: B. S. 149 Überlegungen zum Einsatz von Geogebra bzw. Tabellenkalkulation zur Veranschaulichung Bezug zu stetigem Wachstum Klärung von Schülerfragen durch den Referenten

Übungsaufgaben evtl. Prüfen des Wissens Klären von Fragen


Lernzirkel

---> Lernzirkel


Freiarbeit



Referate

Wiki versus Moodle: Die Qual der Wahl der Plattform für computergestützte Unterrichtsformen

Wiks

Ein Wiki als Plattform hat folgende Vorteile:

  • nach erstmaliger Anmeldung steht in der Regel sofort die Möglichkeit zur Verfügung Seiten in einem Wiki zu verfassen
  • es steht ein leistungsfähiger Editor zur Verfügung, der aus der Textverarbeitung bekannt ist, zusätzliche Tools mit einfacher Syntas sind leicht erlernbar (COPY-and-PASTE)

Dem steht gegenüber, dass alle editierten Texte

  • durch jeden lesbar und kopierbar sind

Dies dürfte im Zeitalter von OPEN EDUCATIONAL RESSOURCES (OER) für Lehrer und bei Schülern nach entsprechender Vorbereitung kein Problem sein.


Moodle

Moodle bietet ähnliche Möglichkeiten, allerdings in

  • einem "geschützten" virtuellen Klassenzimmer
  • mit eigener Passwortkennung

Allerdings ist

  • die Einrichtung eines Kurses,
  • die Vergabeprozedur von Kennwörtern und Passwörter

eine relativ hohe Hürde für die Nutzung von Moodle für den Lehrer und die Schüler. (Ich bin selbst Moodle-Betreuer und habe bisher davor zurückgeschreckt für Kollegen eine Fortbildung anzubieten, die nach Vorerfahrungen mindestens 8 Nachmittage umfassen sollte)

In manchen Schulen wird Moodle sogar für ein

  • "virtuelles Schwarzes Brett" inclusive "Schulaufgabenplan" eingesetzt.

Wenn das Kollegium fit in Moodle ist mag das durchaus funktionieren.

Meine Erwartungen ein Methodencurriculum

  • Verankerung bisherher weniger intan ensiv betriebener Arbeitstechniken in einzelnen Jahrgangstufen
  • ein Block Diagrammauswertung, Diagramminterpretation, Beurteilung der Diagrammaussagekraft bzw. Manipulationsgefahr im Geographieunterricht der Jg. 10
  • Diagrammerstellung mittels Tabellenkalkulation in den W-/P-Seminaren
  • ONLINEGIS als Hilfsmittel der Informationsgewinnung/-verarbeitung ab Jg.-Stufe 11 (u. a. Im Fach Geographie)
  • Erweiterung der Methoden der Literaturrecherche für die P-Seminare
  • Verstärkter Einsatz von GEOGEBRA bzw. vergleichbaren Programmen in der Mittelstufe sowohl in der Hand des Lehrers als auch der Schüler sowie bei Präsentationen von Hausaufgabenfolien bzw. LdL-komponenten in durch Schüler im Fach Mathematik, aber auch der Bewusstseinsbildung, dass z. B. Geogebra keine schöne Spielerei, sondern ein Mittel der Erkenntnis und zur Veranschaulichung ist.


Daraus ergeben sich auch Erwartungen an ein

Fortbildungskonzept.

  • Angebote für Kollegen, die in einer der o.a. Methode nicht so sicher sind (das ist keine Schande, sondern teilweise auch Ergebnis der Seminarschulen bzw. des Alters, muten wir nicht unseren Schüler beständiges Lernen zu – wir können das auch)
  • Bezüglich LdL eine fachspezifische Fortbildung an unserer Schule (z. B. In Workschopcharakter aber mit Vertretern von LdL), die auch den Lehrern ihre „neue Rolle im Unterricht“ plausibel machen kann.
  • Eine Fortbildung über schüleraktivierende Methoden für die Unter-/Mittelstufe über Gruppenpuzzle und Expertenrunden. Die Umsetzung von Gruppenpuzzle, bzw. Expertenrunden in einer Einzelstunde erscheint mir aus Erfahrungen von zwei Fachbetreuertagung als nicht ausreichend. Beim Einsatz solcher Arbeitstechniken kann man Einteilung der Gruppen, Arbeitsphase und Präsentations-, Ergebnissicherung sowie Diskussionsphase nicht in einer Einzelstunde schaffen. Damit ergäbe sich auch die Forderung nach mindestens einer Doppelstunde. Das ist aber beispielsweise ein zwei- bzw. dreistündigen Fächern aus anderen Gründen problematisch.
  • Schüleraktivierung ist auch durch interaktive Übungen möglich, die der Schüler sowohl im Unterricht als auch bei häuslicher Übung erledigen kann. Dazu stehen im Prinzip zwei Möglichkeiten zur Verfügung:
    • Mit immensem Aufwand wurde vor Jahren auf bayerischer Bezirksebene das Moodlesystem, das vorher vor allem im universitären Bereich als ort- und zeitunabhängige Lernumgebung eingesetzt wurde auf schulische Belange angepasst. Zwischenzeitlich ist es (leider mit Datenverlusten) in das bayernweite MEBIS migriert. Dies und die Komplexität von Moodle schrecken sowohl Lehrer als auch Schüler ab das System zu benutzen, obwohl man mit einer entsprechenden Einführung für Lehrer als auch Schüler es gewinnbringend benutzen kann. Eine entsprechende Einführung ist allerdings nicht unt 7X4 Stunden möglich.
    • Eine weitere Möglichkeit stellt die interaktiver Übungen mittels Tools von Learning Apps(Päd Hochschule Bern, Universität Mainz) oder von der ZUM entwickelten Tools innerhalb des RSG-Wikis dar. Die Arbeit in einem WIKI mit den Learning-Apps oder den ZUM-eigenen Tools ist wesentlich einfacher als die Arbeit mit Moodle, zumal in MEBIS-Moodle aus datenschutzrechlichen Gründen die personenbezogene Auswertung der Übungen gesperrt wurde. Eine ehemalige Referendarin hat interaktive Übungen mit Learning Apps in ihrer Seminararbeit eingearbeitet.
    • Diese sind leicht in Wikis einzubinden. Also sollte auch die Arbeit mit einem Wiki zur Fortbildung gehören. Das Erstellen einfacher Wiki-Seiten erfordert ca. 3 Stunden. Die Erstellung von in Wikis integrierbare interaktive Übungen ist nach ebenfalls 2 Stunden oder im Selbsstudium auf den Seiten von learning-apps.org erledigt.
  • Eine (schulinterne) Forbildung über die Erstellung interaktiver Lernpfade
  • Die Entwicklung von interaktiven Lernpfaden v.a. in Geographie im Rahmen eines P-Seminars im Umfeld der ZUM-Wiki-Family erfüllt neben der größeren Zahl erdkundlicher Lernpfade auch die Kompetenz der Schüler selbst Wiki-Texte zu erstellen.


Schließen möchte ich mit einer versöhnlichen These:

Jede Methode mag ein neuer Ansatz sein, produziert aber – sofern sie jeder Lehrer in jeder Unterrichtstunde einsetzt – entweder Überforderung der Schüler oder aber auf Dauer Gleichförmigkeit und Langeweile. Sind wir doch froh keine „uniformierten“ Lehrer zu haben, sondern mit eigenem Charakter, Gewohnheiten und Unterrichtsmethoden.

Somit ende ich mit einem freien Zitat nach Hermann Hesse:

. . Und jeder neuen Unterrichtsmethode wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben
Der Methodengeist soll nicht fesseln uns und engen,
Er soll uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Methodenkreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Zusammenstellung von Lernpfaden

Geographie

in der ZUM-Wiki-Family

ist noch zusammenzustellen

Selbstlerneinheiten von Universitäten - zum Teil für den Unterricht für die Schule geeignet

Mathematik

Links

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Computergestützete Methoden/Unterrichtsformen