Der Wendepunkt

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Der Wendepunkt, 1942 auf Englisch, 1952 auf Deutsch erschienen, war das zweite autobiographische Werk von Klaus Mann.

Schon der erste Abschnitt heißt freilich "Mythos der Kindheit", was es Mann erlaubt, zwar aus der kindlichen Perspektive, doch mit der Distanz und eindrucksvollem dichterischen Duktus zu schildern.

Dabei ist an der Authentizität der Namen seiner Kindheitswelt (Zauberer, Mielein, Ofey, Offi, Omamachen und Affa) nicht zu zweifeln.

Zitate:

"Es gibt kein Glück, wo Erinnerung ist. Sich der Dinge erinnern, bedeutet, sich nach der Vergangenheit sehnen. Unser Heimweh beginnt mit unserem Bewußtsein." (S.21)
"Unvermeidlich kommt der Tag für uns alle [...], da es keine 'neue Erfahrung' mehr gibt, sondern nur noch die Variationen vertrauter Muster." (S.24)
"Wie seltsam fremd und entfernt er scheint, dieser Kriegsvater. [...] Seine Züge, zugleich stolz und gequält, ähneln denen eines spanischen Edelmannes, dem irrenden Ritter und Träumer, Don Quichotte." (S.59)
"Wie gleicht er dem Don Quichotte in seiner hochherzigen Verblendung! Wo er die gefährlichsten Feinde sieht, sind nur Windmühlen.
Der Windmühlenfeind, gegen den das schwere Geschütz der 'Betrachtungen' aufgefahren wird, ist eine mysteriöse Figur - der 'Zivilisationsliterat'." (S.61)
Über die Reportage zur Nobelpreisübergabe 1929:
"Mit heiser gedämpfter Stimme, atemlos vor respektvoller Erregung, beschrieb er den solemnen Vorgang: 'Thomas Manns frackgewohnte Erscheinung bewegt sich auf den König zu ... Seine Majestät streckt die Hand aus ...'
'Frackgewohnte Erscheinung' war zu schön! Wir hörten den Rest der Reportage nicht, so sehr mußten wir lachen." (S.214/215)

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