Die Verwandlung der Welt

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Inhaltsüberblick über das Buch "Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts" von Jürgen Osterhammel. Eine kurze Charakterisierung des Werks und viele Exzerpte daraus finden sich in diesem Artikel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts.


Inhalt

Einleitung 13

Inhaltsverzeichnis

ANNÄHERUNGEN

23

I Gedächtnis und Selbstbeobachtung: Die mediale Verewigung des 19.Jahrhunderts

25

1 Sichtbarkeit und Hörbarkeit

28

2 Erinnerungshorte, Wissensschätze, Speichermedien

S. 31ff

Weltausstellungen

"Eine Neuerung des 19.Jahrhunderts waren die Weltausstellungen [...]. Man kann sie als 'Medien' von 'unauflösbarer Flüchtigkeit und vermächtnisschaffender Beharrungskraft' deuten. Am Beginn stand die traditionsbildende Great Exhibition of the Works of Industry of All Nations im Londoner Hyde Park (1851), deren spektakulärer Kristallpalast, eine 600 Meter lange Halle aus Glas und Eisen, bis heute in der Erinnerung fortlebt, obwohl seine an den Stadtrand verlegten Reste 1936 verbrannten." (S.41) "Die am meisten besuchte war die Pariser Exposition universelle von 1900 mit über 50 Millionen Besuchern, die heute noch sichtbarste die Pariser Weltausstellung von 1889, die der Anlass zur Errichtung des Eiffelturms war." (S.42)

Enzyklopädien

Die großen Enzyklopädien sind [...] Erinnerungshorte und Kathedralen des Wissens: die Encyclopaedia Britannica (seit 1771), die Konversationslexika aus den Häusern Brockhaus (seit 1796) und Meyer (seit 1840) und viele ähnliche [...]. Nationalisten erkannten früh den Wert einer Enzyklopädie als Sammlung der wissenschaftlichen Kräfte [...] und international bemerktes Signal [...] kultureller Leistungskraft. Aus solchen Gründen hatte 1829 der Historiker und Politiker Frantisek Palacky den Plan einer tschechischen Enzyklopädie ins Gespräch gebracht; realisiert wurde er erst mit einer großen Enzyklopädie, die zwischen 1888 und 1909 in 28 Bänden erschien und an Umfang nur von der Encyclopaedia Britannica übertroffen wurde." (S.42) "Die geschlossenste und im Rückblick von heute vielleicht attraktivste enzyklopädische Leistung des Jahrhunderts war Pierre-Athanase Larousses Grand dictionnaire universei du XIXe siecle, zwischen 1866 und 1876 in 17 Bänden erschienen. [...]

Wie verhält sich die andere große enzyklopädische Tradition, die chinesische, zu diesen europäischen Neuentwicklungen? Die spätestens seit dem 11. Jahrhundert kontinuierlich zusammengestellten Enzyklopädien (leishuW-Logo.gif(English)) waren - manchmal sehr umfangreiche - Sammlungen von Nachdrucken und Exzerpten aus der älteren Literatur aller Wissensgebiete. [...] Anders als in Europa, wo die alphabetisch nach Stichworten angeordnete Enzyklopädie spätestens mit d'Alemberts und Diderots großem Kollektivwerk, der Encyclopedie von 1751 bis 1780, zum Organon öffentlichen Räsonnements und zum Forum wissenschaftlichen Fortschritts wurde, dienten die chinesischen Enzyklopädien [...] Thesaurierung eines von der Tradition geheiligten Wissensbestandes. Im 20. Jahrhundert entstanden dann auch in China universale Referenzwerke westlichen Typs." (S.43)

"Auch für die europäischen Sprachen [...] wurde im 19. Jahrhundert angelegt, was es für China seit dem großen Wörterbuch, das der Kangxi-Kaiser um 1700 in Auftrag gegeben hatte, längst gab: eine vollständige Bestandsaufnahme aller schriftlichen Ausdrucksmöglichkeiten einer einzelnen Sprache. Jacob Grimm, der ein solches Vorhaben 1852 mit seinem Deutschen Wörterbuch begann, und James Murray, der dies seit 1879 mit dem Oxford English Dictionary für den anglophonen Kulturkreis tat [...]. (S.44)

"Das 19. Jahrhundert kann im Rückblick von heute global gedacht werden, weil es sich selbst so gedacht hat. [...] Das 19. Jahrhundert war eine Epoche der gehegten Erinnerung." (S.44)


3 Beschreibung, Reportage, "Realismus"

S. 45ff

"Unübersehbar überdauert ein Weiteres aus dem 19.Jahrhundert: die großen Beschreibungen und Analysen der Zeitgenossen. [...] Europäer produzierten im 19. Jahrhundert unvergleichlich mehr Material der Selbstbeobachtung und Selbstbeschreibung, als sie dies in früheren Jahrhunderten getan hatten. Neue Gattungen entstanden: die Sozialreportage und die empirisch gesättigte Enquete. Die Aufmerksamkeit richtete sich auf die Lebensverhältnisse der Unterschichten." (S.45)

Wichtige Werke sind: Sebastien Mercier Tableau de Paris (1782-88), Friedrich Engels Die Lage der arbeitenden Klasse in England. Nach eigner Anschauung und authentischen Quellen (1845), Henry Mayhew London Labour and the London Poor 1861-62, Charles Booth Labour of the People in London (1889-91) In der 3. Auflage (1902/03) in 17 Bänden.

In der Literatur hat Honoré de Balzacs Romanzyklus La Comédie humaine, (1829-1854) mit 91 Romanen und Novellen eine Sonderstellung. Doch darüber hinaus gilt: "Von Jane Austens Sense and Sensibility (18n) bis zu Thomas Manns Buddenbrooks (1901) und Maksim Gor'kijs Mat' Die Mutter', 1906-7) zieht sich eine lange Kette von 'Gesellschafts'Romanen durch das Jahrhundert, aus denen man ebensoviel über Normen, Verhaltensweisen, Statusunterschiede und materielle Lebensverhältnisse erfährt wie aus den Werken der Sozialwissenschaftler. James Fenimore Cooper und Henry James, Charles Dickens, George Eliot und Anthony Trollope, Gustave Flaubert und Emile Zola, Ivan Turgenev, Lev Tolstoj und Theodor Fontane gehören zu den wichtigsten Zeugen der Gesellschafts-, Geselligkeits- und Mentalitätsgeschichte des Jahrhunderts." (S.48) "Die große chinesische Romantradition der Ming- und frühen Qing-Zeit gipfelte im Honglou Meng ('Der Traum der Roten KammerWikipedia-logo.png'), einem sozialgeschichtlich überaus aufschlussreichen Familienroman, der zu Lebzeiten seines Autors Cao Xueqin (1715-1764) nur in Manuskriptform zirkulierte. Seit er 1792 im Druck erschien, ist er einer der populärsten Romane Chinas geblieben. Das 19.Jahrhundert hat dem wenig hinzugefügt." (S.50) "Mehr als jemals davor oder später wurde im Jahrhundert nach Humboldts Amerikabesuch das Reisen in Europa zur Quelle wissenschaftlicher Autorität." (S.52) "Die Vermessung und kartographische Aufnahme der gesamten Land- und Wasseroberfläche der Erde war eines der großen Gemeinschaftsprojekte der neuzeitlichen Wissenschaft, eng mit der maritimen Welteroberung durch die Europäer verbunden." (S.53) "Am Ende des 19.Jahrhunderts war für den gesamten Erdball ein Kartenbild erstellt, das bis zur Satellitenkartographie und der Computerherstellung von Karten kaum noch übertroffen werden sollte." (S.54) "Die Soziologie, von ihren Gründervätern Auguste Comte und Herbert Spencer herkommend, verstand sich zuerst als theoretische Disziplin." (S.55) "Erst seit den 1890er Jahren trug die akademische Soziologie in größerem Umfang zur empirischen Erforschung von Gegenwartsgesellschaften bei." (S.56)

4 Statistik

S.57ff

"Die Statistik wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das, was sie heute noch ist: das wichtigste Instrument eines kontinuierlichen self-monitoring von Gesellschaften." (S.57) "In Europa war Schweden der Pionier. Die erste nationale Volkszählung fand dort 1755 statt. 1787 ließ König Karl 111., der große Aufklärungsmonarch, die Bevölkerung Spaniens zählen. Dies geschah mit methodisch derart fortgeschrittenen Mitteln, dass man von dem ersten 'modernen' Zensus in Europa gesprochen hat." (S.58) "Um 1870 waren überall in Europa moderne statistische Behörden entstanden" (S.59) "Statistik [...] machte Dinge sichtbar, die bis dahin verborgen oder selbstverständlich geblieben waren. Arme traten als Masse erst in Erscheinung, als man sie zählte." (S.61)

5 Nachrichten

S.63ff

"Das goldene Zeitalter der Presse konnte erst mit der Pressefreiheit beginnen." (S.64) "In den USA hatte der erste Verfassungszusatz (FirstAmendment) 1791 dem Kongress jegliche Gesetzgebung zur Einschränkung der Rede- und Pressefreiheit verboten. [...] In Großbritannien hatte der Staat seit 1695 keine rechtliche Handhabe mehr, um gegen überkritische Presseorgane vorzugehen, doch behinderte eine Steuer auf Druckerzeugnisse, stamp duty genannt, deren letzte Reste erst 1855 beseitigt wurden, die Zirkulation von Zeitungen. In Kanada, Australien und Neuseeland kam mit nur geringfügiger Verspätung gegenüber Großbritannien und den USA ein dynamisches Pressewesen in Gang." (S.65) "Auf dem europäischen Kontinent war Norwegen das erste Land, in dem (seit 1814) Pressefreiheit herrschte, um 1830 kamen Belgien und die Schweiz hinzu. Bis 1848 folgten Schweden, Dänemark und die Niederlande. Dass die französischen Revolutionäre bereits 1789 in der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte 'die freie Mitteilung der Gedanken und Meinungen' zu einem 'der kostbarsten Menschenrechte' erklärt hatten (Artikel II), bedeutete in der Praxis wenig." (S.66) "Die Tagespresse war eine europäisch-nordamerikanische Erfindung, die außerhalb des nordatlantischen Raumes bald übernommen wurde. Dort, wo es einheimische Bildungsschichten gab und das koloniale Erziehungswesen daneben neue entstehen ließ, nutzten diese rasch die erweiterten Chancen, sich in den lokalen Sprachen ebenso wie in denen der Kolonialherren Gehör zu verschaffen. Besonders deutlich sieht man dies in Britisch-Indien. Hier entwickelte sich das Pressewesen in ziemlich genauer Synchronie zu Europa. Ein Unterschied lag darin, dass mit der Zeitung zugleich auch die Druckerpresse eingeführt wurde: eine doppelte Kommunikationsrevolution." (S.67) China: "Eine Zeitung wie die von 1872 [...] bis 1949 in Shanghai erscheinende, bis 1909 als britisch-chinesisches Gemeinschaftsunternehmen betriebene Shenbao ('Shanghai Daily News') brauchte um die Jahrhundertwende den Vergleich mit den seriösen Blättern Europas nicht zu scheuen." (S.69)

6 Photographie

76

II Zeit: Wann war das 19. Jahrhundert?

84

1 Chronologie und Epochencharakter

84

2 Kalender und Periodisierung

89

3 Zäsuren und Übergänge

95

4 Sattelzeit - Viktorianismus - Fin de Siede

102

5 Uhr und Beschleunigung

116

III Raum: Wo liegt das 19.Jahrhundert?

129

1 Raum/Zeit

129

2 Metageographie: Die Namen der Räume

131

3 "Mental maps": Die Relativität von Raumvisionen

143

4 Interaktionsräume: Land und Meer

154

5 Raumordnungen: Macht und Raum

168

6 Territorialität, Diaspora, Grenze

173

PANORAMEN 181

IV Sesshafte und Mobile

1 Größenordnungen und Tendenzen

183

2 Demographische Katastrophen und demographischer Übergang

193

3 Das Erbe frühneuzeitlicher Fernmigrationen: Kreolen und Sklaven

199

4 Strafkolonie und Exil

206

5 Massenfluchten und ethnische Säuberungen

214

6 Interne Wanderungen und die Transformationen des Sklavenhandels

221

7 Migration und Kapitalismus

235

8 Globale Motive

249

V Lebensstandards: Risiken und Sicherheiten materieller Existenz

253

1 "Lebensstandard" und "Qualität des Lebens"

253

2 Lebensverlängerung und "Homo hygienicus"

257

3 Seuchenangst und Prävention

268

4 Mobile Gefahren, alt und neu

277

5 Naturkatastrophen

294

6 Hunger

300

7 Revolutionen der Landwirtschaft

314

8 Armut und Reichtum

322 9 Globalisierter Konsum 335

VI Städte: Europäische Muster und weltweiter Eigensinn

356

1 Die Stadt als Normalität und Ausnahme

355

2 Urbanisierung und städtische Systeme

366

3 Zwischen De-Urbanisierung und Superwachstum

375

4 Spezielle Städte, allgemeine Städte

387

5 Die goldene Zeit der Hafenstädte

402

6 Kolonialstädte, "Treaty ports", imperiale Metropolen

412

7 Binnenräume und Untergründe

432

8 Symbolik, Ästhetik, Planung

452

VII Frontiers: Unterwerfung des Raumes und Angriff auf nomadisches Leben

465

1 Invasionen und Frontier-Prozesse

465

2 "Wilder Westen" in Nordamerika

478

3 Südamerika und Südafrika

501

4 Eurasien

513

5 Siedlungskolonialismus

531

6 Natureroberung: Invasionen der Biosphäre

541

VIII Imperien und Nationalstaaten: Die Beharrungskraft der Reiche

565

1 Tendenzen: Großmachtdiplomatie und imperiale Expansion

565

2 Wege zum Nationalstaat

580

3 Imperien: Was sie zusammenhält

603

4 Imperien: Typen und Vergleiche

616

5 Imperien: Fälle und Grenzfälle

624

6 Pax Britannica

646

7 Imperien: Wie man in ihnen lebt

662

IX Mächtesysteme, Kriege, Internationalismen: Zwischen zwei Weltkriegen

674

1 Der kurvenreiche Weg zum Weltstaatensystem

674

2 Ordnungsräume

682

3 Kriege: Friedliches Europa, friedloses Asien und Afrika

692

4 Diplomatie: Politisches Instrument und interkulturelle Kunst

708

5 Internationalismen und normative Universalisierung

723

X Revolutionen: Von Philadelphia über Nanjing nach St. Petersburg 736

1 Revolutionen - von unten, von oben und woher sonst?

736

2 Der revolutionäre Atlantik

747

3 Die Konvulsionen der Jahrhundertmitte

777

4 Eurasische Revolutionen nach 1900

798

XI Staat: "Minimal government", Herrscherpomp und "Hörigkeit der Zukunft"

818

Ordnung und Kommunikation: Der Staat und das Politische

818

2 Neuerfindungen der Monarchie

828

3 Demokratie

848

4 Verwaltung

866

5 Mobilisierung und Disziplinierung

882

6 Selbststärkung: Politik aus der peripheren Defensive

895

7 Staat und Nationalismus

901

THEMEN

907

XII Energie und Industrie: Wer entfesselte wann und wo Prometheus?

909

1 Industrialisierung

909

2 Energieregime: Das Jahrhundert der Kohle

928

3 Pfade wirtschaftlicher (Nicht-)Entwicklung

938

4 Kapitalismus

950

XIII Arbeit: Die physischen Grundlagen der Kultur

958

1 Vom Gewicht der Landarbeit

960

2 Orte der Arbeit: Fabrik, Baustelle, Kontor

975

3 Pfade der Emanzipation in der Arbeitswelt: Sklaven, Leibeigene, befreite Bauern

992

4 Die Asymmetrie der Lohnarbeit

1005

XIV Netze: Reichweite, Dichte, Löcher

1010

1 Verkehr und Kommunikation

1012

2 Handel

1029

3 Geld und Finanzen

1038

xv Hierarchien: Vertikalen im sozialen Raum

1056

1 Eine globale Sozialgeschichte?

1056

2 Aristokratien im (gebremsten) Niedergang

1064

3 Bürger und Quasi-Bürger

1079

XVI Wissen: Vermehrung, Verdichtung, Verteilung

1105

1 Welt-Sprachen: Großräume der Kommunikation

1108

2 Alphabetisierung und Verschulung

1117

3 Die Universität als europäischer Kulturexport

1132

4 Wissensmobilität und Übersetzung

1147

5 Humanwissenschaften vom Eigenen und vom Fremden

1155

XVII "Zivilisierung" und Ausgrenzung

1172

1 Die "zivilisierte Welt" und ihre "Mission"

1172

"Wäre «Barbarei» aus der Welt verschwunden, dann fehlte ein Maßstab für das offensiv selbstzufriedene oder defensiv sorgenvolle Wertungsbedürfnis der Zivilisierten. [...] So ist «Zivilisation» in dem normativen Sinn gesellschaftlich verfasster Verfeinerung eine universale Vorstellung, die zeitlich nicht auf die Moderne eingeschränkt ist. Häufig verbindet sich damit die Idee, die Zivilisierten hätten die Aufgabe oder gar die Pflicht, ihre kulturellen Werte und ihren way of life zu verbreiten. [...] Niemals war die Idee der Zivilisierung so mächtig wie im 19. Jahrhundert. [...] Kulturelle Monumente wie die Lutherbibel oder die großen Barockkirchen lassen sich als Instrumente von Zivilisierungsmissionen verstehen. Man sollte die Missionsdynamik der frühen Neuzeit aber nicht zu hoch bewerten, besonders nicht im Zusammenhang mit der europäischen Überseeexpansion." (S.1172/73) "Für Niederländer und Engländer bedeutete imperium ein kommerzielles Unternehmen, das wenig moralischer Regulierung bedurfte. Missionarischer Eifer würde die Geschäfte nur stören [...] Protestantische Regierungen haben daher die Mission in ihren Kolonialgebieten bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in der Regel nicht zugelassen, [...] In der frühen Neuzeit fehlte noch die Überzeugung, es gebe auf der Welt nur eine einzige maßstäbliche Zivilisation: die europäische. Diese Globalisierung zivilisatorischer Normen war etwas Neues im langen 19.Jahrhundert. [...] Sie baute auf dem optimistischen Gedanken des Fortschritts und der zunehmenden Annäherung zwischen den Kulturen der Welt auf." (S.1175)

2 Sklavenemanzipation und "Weiße Vorherrschaft"

1188

Sklavenhaltender Westen, sklavenfreies Ostasien

"Um 1800 nistete die Barbarei noch im Herzen der Zivilisation. Die nach eigener Einschätzung zivilisiertesten Staaten der Welt duldeten in ihren Jurisdiktionsgebieten, zu denen auch die Imperien gehörten, weiterhin die Sklaverei. Im Jahre 1888, ein Jahrhundert nach der Gründung der ersten kleinen Aktionsgruppen gegen die Sklaverei in Philadelphia, London, Manchester Sklavenemanzipation und "Weiße Vorherrschaft" und New York, war die Sklaverei überall in der Neuen Welt und in vielen Ländern auf anderen Kontinenten für unrechtmäßig erklärt worden. [...] Erst in den I960er Jahren, ein volles Jahrhundert nach der Abschaffung der Sklaverei in den USA, wurde in der islamischen Welt ein breiter Konsens gegen die juristische Legitimität und gesellschaftliche Akzeptanz der Sklaverei erreicht. Als letzter Staat der Welt verbot das muslimische Mauretanien 1981 die Sklaverei." (S.1188-89)

"Im 18. Jahrhundert waren daher zwar China und Japan, nicht aber der Westen im Prinzip sklavenfreie Zivilisationen." (S.1190)

Kettenreaktionen

3 Fremdenabwehr und "Rassenkampf"

1214

4 Antisemitismus

1229

XVIII Religion

1239

1 Begriffe und Bedingungen des Religiösen

1240

2 Säkularisierungen

1248

3 Religion und Imperium

1258

4 Reform und Erneuerung

1268

ANHANG

Schluss: Das 19.Jahrhundert in der Geschichte

1279