Die Frauenfrage im 19. Jahrhundert

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Die Frauenfrage im 19. Jahrhundert

Zu Beginn der industriellen Revolution verdienten die Arbeiter oftmals zu wenig um ihre Familie zu ernähren. So mussten vor allem in kinderreichen Familien auch Frauen und Kinder Lohnarbeiten annehmen. Frauen arbeiteten in Heimarbeit sowie in der bedeutenden Textilindustrie.

Bürgerliche und Proletarische (wirtsch. Besitzloseà sozialistischen)Frauenbewegung Die Frauenbewegung ist eine soziale Bewegung, die sich für die Rechte der Frauen in der Gesellschaft einsetzt. Die erste Welle der modernen Frauenbewegung oder Frauenrechtsbewegung (Mitte des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts) kämpfte für die grundsätzlichen politischen und bürgerlichen Rechte der Frauen wie z.B. das Frauenwahlrecht, das in Deutschland erst im November 1918 rechtlich verankert wurde, das Recht auf eine Erwerbstätigkeit und das Recht auf Bildung. Hier wird unterschieden zwischen sozialistischen Frauen, den bürgerlich-gemäßigten wie und den bürgerlich-radikalen Feministinnen. Vor allem der bürgerlich-radikale Flügel strebte anfangs das Frauenwahlrecht und das Recht auf Zugang zu den Universitäten an, später auch gemeinsam mit den Sozialistinnen. Der bürgerlich-gemäßigte Flügel trat für eine Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten für Frauen und die Anerkennung weiblicher Erwerbsarbeit ein, ohne dabei die bestehende bürgerlich-patriarchale Gesellschaftsordnung verändern zu wollen. Als es am Ende des 19. Jahrhunderts zu wachsenden Unstimmigkeiten in der (noch) breiten Front der Frauenbewegung kam, formierten sich die proletarischen (sozialistischen) Frauen zu einer eigenen Organisation. Sie wollten sich mit diesem Schritt nicht gegen die bürgerliche Frauenbewegung stellen, sah sich aber von der bürgerlichen Bewegung nicht ernst genug genommen. Aufgrund der verschiedenen Lebenswelten zwischen Arbeiterinnen und bürgerlichen Hausfrauen, kämpften alle Frauen für die Emanzipation, verbanden aber verschiedene Forderungen mit dieser Bewegung. Während sich für die bürgerlichen Frauen zunehmend Mann und Familie trennten, waren die proletarischen Frauen im Arbeitsalltag integriert. Die Familie sollte für die bürgerlichen Frauen der Platz sein, an dem sich der Mann erholt, so dass er den nächsten Tag wieder arbeiten konnte. Die Frauen machten den Haushalt, der ihnen durch praktische Erfindungen (wie beispielsweise technische Geräte oder Konserven) zunehmend erleichtert – und damit monoton wurde. Um aus dieser Monotonie auszubrechen, begannen sich diese Frauen verstärkt für karitative Projekte einzusetzen. Mit der wachsenden Organisierung der bürgerlichen Frauen wuchsen auch ihre Forderungen nach politischem Mitspracherecht.

Arbeiterfrauen  :Die Situation der Frauen aus der Arbeiterschicht sah hingegen anders aus. In dieser Schicht hatten zuvor noch den Großteil der osteuropäischen Einwanderinnen gesammelt. Die Frauen waren arm und daher häufig auf Wohltätigkeiten angewiesen. Viele Frauen aus der Arbeiterschicht mussten arbeiten, denn das Gehalt des Mannes reichte für den Unterhalt nicht aus, sich eine „passive“ Frau zu unterhalten. Während im Bürgertum, die passive Frau als Statussymbol galt, ging es den ärmeren Arbeiterfamilien ums Überleben.

                                                                                                                                                     Da die Arbeiterfrauen durch ihre Rechtlosigkeit auch keine Lohnforderungen stellen konnten, waren sie von Anfang an billigere Arbeitskräfte. Diese Ungleichbehandlung mit den Männern stellte die Auseinandersetzung mit der industriellen Frauenarbeit (und ihre Gleichberechtigung mit den Männern) im Zentrum der proletarischen Frauenbewegung. Während die Arbeiterfrauen mit der Emanzipation eher eine Gleichberechtigung in der Arbeitswelt verbanden, sahen die bürgerlichen Frauen in der Emanzipation eher den Ausbruch aus ihrer bürgerlich verordneten Passivität. Sie bewirkten mit der organisierten Sozialarbeit auch nach und nach mehr Mitspracherecht in der Politik. 

--Aragon86 21:18, 11. Mär 2007 (CET)

Der Imperialismus und seine Folgen

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