Buddenbrooks

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Inhaltsverzeichnis

Links

Thomas Mann

Buddenbrooks im ZUM-Wiki


Thomas Mann - Internet-Seite des Fischer-Verlages

Internetseite des Buddenbrook-Hauses


Buddenbrooks bei wikipedia

norberto 42 zur (fehlenden) Entwicklung Tonys

Einges zur Erzählperspektive und Figurengestaltung im Roman

Linksammlung zu Buddenbrooks auf dem Hamburger Bildungsserver

Material zur Verfilmung

Vorlesungen über "Tod in Venedig", darin: Einleitung mit allgemeinen Hinweisen zu "Buddenbrooks" und Thomas Manns Nietzsche- und Schopenhauer-Rezeption


Inhalt

Fragen zum Ersten Teil Buddenbrooks Inhaltsfragen ErsterTeil.pdf


Zusammenfassung des Inhalts: pdf-Datei (anklicken)
Zusammenfassung Buddenbrooks


Erster Teil (S. 7)

Zweiter Teil (S. 50)

Dritter Teil (S. 91)

Vierter Teil (S.169)

Fünfter Teil (S. 246)

Sechster Teil (S. 304)

Siebenter Teil (S. 395)

Achter Teil (S. 438)

Neunter Teil (S. 555)

Zehnter Teil (S. 610)

Elfter Teil (S. 694)

Unterrichtsthemen (gemeinsam bearbeitet)

Raumdarstellung im ersten Kapitel

Das Bürgertum im 19. Jahrhundert (Großbügertum / Kleinbürgertum / Die Revolution in Lübeck)

Die Familie Buddenbrook (Überblick)

Thomas Buddenbrook: Die "dritte Generation" (allgemein + Beispielanalyse S. 654-660)

Christian Buddenbrook

Chistian und Hanno (Vergleich)

Tony und Clara (Vergleich)

Stationen des Verfalls

Abschied Tonys (S. 152-156) und Abschied Hannos (S. 635-637) aus Travemünde (Textvergleich)

"Fetisch" Firma

Die preußische Schule

Thomas' Schopenhauer-Lektüre (Analyse Kapitel X,5, S. 654-660: Schopenhauers Lehre und Umdeutung durch Thomas)

Beispielanalyse:

"Der Roman „Buddenbrooks“ wurde in den Jahren 1897 bis 1900 von Thomas Mann verfasst und 1901 im Fischer Verlag zum ersten Mal veröffentlicht. Es geht um die Familie Buddenbrook und deren Verfall über vierzig Jahre hinweg.

Der Roman ist in elf Teile gegliedert. Im Folgenden möchte ich den Textausschnitt aus dem zehnten Teil aus dem fünften Kapitel von Seite 650 bis Seite 654 analysieren.

Dieser Ausschnitt handelt von der Verschlechterung des körperlichen Zustands von Thomas. Zuvor gibt es trotz wirtschaftlicher Blüte eine Stagnation des Gewinns der Firma Buddenbrook, was sich negativ auf Thomas' Depressionen auswirkt. Hanno, sein Sohn, soll eines Tages die Firma übernehmen, aber dieser interessiert sich nicht für die Wirtschaft, sondern vielmehr für Musik, Kunst und Theater. Er ist ein sensibler Mensch, der unter den Zwängen von Schule und von seinem Vater Thomas leidet, weshalb er seine Ferien in Travemünde sehr genießt.

Thomas' gesundheitlicher Zustand wird immer schlechter, was in diesem Abschnitt deutlich wird.

Trotz Anraten des Arztes Langhals, sich zu schonen, befolgt er dessen Anordnungen nicht. Er kann nicht aufhören zu rauchen, fürchtet um die Zukunft der Firma und beschäftigt sich sehr mit dem Tod und der Religion. Außerdem vernachlässigt er immer mehr seine Arbeit, kümmert sich um den Garten und sitzt manchmal lange Zeit auf der Terasse und blickt nur vor sich hin.

Im weiteren Verlauf des zehnten Teils fährt Thomas auf Kur nach Travemünde. Wieder zuhause, sucht er einen Zahnarzt wegen heftiger Zahnschmerzen auf und fällt nach dem Besuch auf der Straße in eine Pfütze, wird bewusstlos und stirbt kurze Zeit später.

Der Textausschnitt wird aus der Sicht eines auktorialen Erzählers erzählt. Man erfährt zwar alles von Thomas' Gedanken und Gefühlen, allerdings aus seiner eigenen Sicht. Man fühlt sich zwar genau in Thomas ein, steht aber dennoch außerhalb von ihm. Die Haltung des Erzählers Thomas gegenüber ist neutral.

Der Textausschnitt unterscheidet sich sprachlich gesehen nicht vom Rest des Romans. Auch hier wird vieles sehr detailliert beschrieben (wie zum Beispiel der Garten bzw. die Natur) und der Satzbau ist hypotaktisch.

Der Untertitel des Romans lautet „Verfall einer Familie“; dieser Vorgang setzt sich um Laufe des Romans immer drastischer fort und besonders in diesem Auschnitt wird der „Verfall“ deutlich.

Thomas' Gesundheit verschlechtert sich sehr schnell sehr stark. So hat er unter „Appetit- und Schlaflosigkeit, Schwindel und jenen Schüttelfrösten“ (S. 650) zu leiden. Außerdem wirkt sich sein Zigarettenkonsum negativ auf seinen körperlichen Zustand aus. Obwohl der Arzt ihm immer wieder davon abrät, weiter zu rauchen, stellt er sein Rauchen nicht ein („Ich rauche. Darf ich bitten?“, S. 651).

Trotz seiner peniblen Körperpflege und seinem Bemühen, nach außen hin so wie immer zu wirken, hat er „ahnungsvolle Vorstellungen“ (S. 651). Er weiß, dass sein Tod bald bevorsteht.

Thomas wird in dieser Zeit immer eogistischer. Zwar kümmert er sich anfangs noch um die Zukunft Hannos, allerdings tut er dies mehr aus Angst vor dem Zerfall der Firma und der Angst, in Vergessenheit zu geraten, als aus ehrlicher Sorge um seinen Sohn. Jedoch muss er erkennen, dass sein Sohn, „in dem er stark und verjüngt fortzuleben gehofft hatte“ (S. 653), nicht die Firma übernehmen wird.

Daraus beginnt in ihm eine „Hast und Furcht“ (S. 653), die ihn dazu treibt, „nach der Wahrheit zu suchen“ (S.653) und „alles“ (S.654) zu ordnen.

Er vertieft sich mehr und mehr in die Religion, wobei er Tod und Leben reflektiert. Er glaubt nicht an das Christentum allein, sondern geht diesem Thema historisch auf den Grund, wonach er zu dem Schluss kommt, „daß er in seinen Vorfahren gelebt habe und in seinen Nachfahren leben werde.“ (S.652).

Sowohl seine angeschlagene Gesundheit als auch seine Unruhe und Eile kommen dadurch zum Ausdruck, dass Thomas während der Arbeit Gartenpflege betreibt und sich währenddessen aber immer wieder auf die Terrasse setzt und die Augen schließt.

Die Natur spielt in diesem Ausschnitt eine wichtige Rolle. Sie ist Motiv und Symbol für den Tod, Thomas Gedanken und natürlich den gesamten „Verfall“ der Buddenbrooks.

Die Vögel im Garten zwitschern mit „fragender Betonung“ (S. 653), was Thomas' Unsicherheit und Verwirrung widerspiegelt.

Außerdem werden „lilafarbene Schwertlilien“ (S. 653) genannt. Lila ist die Farbe des Denkens, was genau auf Thomas und seine Überlegungen passt. Lila ist aber auch die Farbe des Todes und der Trauer; auch dies ist auf Thomas' Situation zugeschrieben und deutet zusätzlich auf seinen baldigen Tod hin.

Zudem mischt sich der Duft des Flieders „leider“ (S. 653) mit dem des Syrup. Dieses bedauernde „leider“ wäre so zu deuten, dass der Duft vom Flieder durch den „Syrup-Geruch“ (S. 653) vielleicht nicht übertönt, aber doch zerstört wird. Das Wort „Geruch“ und der Kontrast von „Duft“ und „Geruch“ verstärken dies noch mehr. Der Flieder steht hier für die Natur, Ruhe, Frieden und Freiheit, während der Syrup der Zuckerbrennerei Firma, Arbeit, Wirtschaft und Kapital symbolisiert. Thomas möchte am liebsten nur noch Flieder riechen, also sich ausruhen und entspannen.

Auch das Wort „einzulullen“ (S. 654) betont Thomas' Wunsch, nichts mehr fühlen zu müssen. Die Natur soll ihn so betören und betäuben, dass er nichts mehr von der Außenwelt merkt und auch seine körperlichen Schmerzen nicht mehr spürt. Dies könnte ebenfalls eine Andeutung auf Thomas' Todessehnsucht sein.

Der Tod Thomas' und auch seine vorrangegangene Beschreibung Thomas' Situation unterscheidet sich von denen Johanns und Jeans. Johann Buddenbrook, Thomas' Großvater, stirbt im hohen Alter und im Kreise seiner Familie. Jean stirbt zwar in jüngeren Jahren als sein Vater Johann, allerdings sind auch bei ihm die Familienangehörigen anwesend. Im vollen Kontrast dazu steht Thomas' Tod. Er macht einen langen Leidensweg durch und stirbt einsam. Zwar ist auch seine Familie bei ihm, aber schon in den letzten Jahren haben er und seine Frau Gerda sich voneinander entfernt und zu seinem Sohn Hanno hat er nie ein wirklich liebevolles, vertrauensvolles Verhältnis aufbauen können.

Diese Vereinsamung ist ein weiterer Schlag für die Buddenbrooks, ein weiterer Schritt auf ihren Verfall zu.

In Thomas sind einige Züge Thomas Manns selbst zu erkennen, wie zum Beispiel die Künstlerproblematik, das heißt Thomas Buddenbrook und Thomas Mann konnten beide nicht viel mit Musik anfangen.

Diese Textstelle ist eine sehr bedeutende in dem Sinne, dass man als Leser sonst nichts Näheres über Thomas' Gesundheitszustand erfahren hätte und auch Thomas sonst nicht erkannt hätte, dass Hanno nicht sein Nachfolger werden wird.

Abschließend ist also zu sagen, dass das Thema des Romans – der „Verfall einer Familie“ - auch in diesem kurzen Ausschnitt sehr deutlich ausgedrückt wird."

(AnWoj)


Buddenbrook-Verfilmungen im Vergleich (1959 / 1978 (TV) / 2008)

Rezensionen zur Roman-Verfilmung von Heinrich Breloer (2008)

1. Claudia Schwartz: Ein Film mit Sehnsucht (Ausschnitt, erschienen in: Neue Zürcher Zeitung v. 24.12.2008)

(...)

3. Der unaufhörliche Untergang ist ein Spektakel der Selbstentfremdung und durchaus ein Film mit Sehnsucht, also ein Erzeugnis mangelhafter Erkenntnis. Eine Daily Soap, statt originalgetreuer Adaptionen. (nimmt sich Freiheiten raus)

4. Ein Film mit Sehnsucht, einige Freiheiten; keine detaillierte Familienchronik, sondern mehr "Blockbustermerkmale" (Verbotene Liebe und Klatsch) Psychische Disposition; Disposition zwischen den Protagonisten, viel ausführlicher als geschichtliche Hintergründe, schönes Rätsel; Spannung wird bis zum Ende offen gehalten, da die Charaktere im Gegensatz zum Buch nicht so früh offenbart werden.

(AnnLenn u.a.)


2. Edo Reents: Im Großen und Ganzen schade um das Geld (erschienen in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24.12.2008)

Inhalt:

- Fehlen von symbolischen Figuren wie Sesemi Weichbrot und Groleben sowie Erika und Tiburtius

- Film startet mit der zweiten und nicht wie im Buch mit der dritten Generation

- Sterben der Figuren in verkürzter Darstellung (=>unbedrohlich); Wetter als Todesmotiv wird ignoriert

- fehlende Darstellung von Hannos Schulalltag

- zentrale Essensszenen, bei denen wichtige Verhandlungen geschlossen werden, sind durch Ballszenen ersetzt

- Redensarten wie die von Tony werden nicht beachtet (z.B.: „Mein Gott ich war eine Gans damals.“)

- Fokus liegt auf der finanziellen Problematik

- trotz Verkürzung kein wesentlicher Fokus auf zentralem Verfallsaspekt (z.B. Hannos Todessehnsucht)

- fehlende Verfallssymptome =>Botschaft und Interpretation der Verfallsgeschichte kann nicht optimal vermittelt werden

- Tony wird als Hauptfigur dargestellt

- Fehlbesetzungen durch Iris Berben und Armin Müller- Stahl => keine ideale Verkörperung der Charaktere, Überhäufung von Klischees

- wirkt durch stures Aufeinanderfolgen von inhaltlichen Schwerpunkten ohne Dramatik schnell langweilig

=> Die wichtigen Motive Tod und Verfall sowie die Dramatik und bedeutende Personen fehlen, so dass die eigentliche Botschaft des Romans nicht ersichtlich wird und die lange Verfilmung dadurch langweilig wirkt.


Bedeutung des Romans für den Kritiker:

Der Kritiker Edo Reents weist dem Roman und seinen Einzelheiten eine große Bedeutung zu. Ohne die wesentlichen Aspekte des Buches (z.B. die Motive) verliert die Geschichte der Familie Buddenbrook seine Bedeutung. Die Verfilmung hält sich an unbedeutenden Dingen auf und präsentiert eine üppige Inszenierung ohne die eigentliche Dramatik zu zeigen. Film und Roman sind so grundlegend unterschiedlich. So wird im Film beispielsweise Hannos Typhusinfektion als hauptsächlicher Grund für seinen Tod und somit für den endgültigen Verfall der gesamten Familie dargestellt. Im Roman wird hingegen deutlich, dass Hanno als Person die eigentliche Infektion für die Buddenbrooks ist, die durch die Künstlerin Gerda, die sich mit ihrem Interesse an Musik von der Kaufmannsfamilie abhebt, in die Familie gebracht wird. Das Missverständnis im Film beruht auf den fehlenden Darstellungen von Hannos innerer und äußerer Persönlichkeit. Die kritischen Anmerkungen bezüglich der Werktreue zeigen, dass der Kritiker sich ausführlich mit dem Roman auseinandergesetzt hat.

(ReFri u.a.)


3. Stephan Speicher: Die Verführungskraft der schönen Dinge (Ausschnitt, erschienen in: Süddeutsche Zeitung vom 24.12.2008)

Hauptthema der Kritik:

Im Film wird zu viel Wert auf Kulisse, Bühnenbild und historische anschauliche Schauplätze gelegt, dafür zu wenig auf detaillierte und authentische Darstellung der Hauptcharaktere


Kritikpunkte sind im Genaueren:

Die Kulissen sind zwar historisch korrekt, aber sie wirken übertrieben und kitschig. Der Film will mit den modernen Blockbustern mithalten, doch im Endeffekt wirkt er zu übertrieben protzig und dadurch kitschig und billig.

Durch die vielen Details bei den Kostümen gehen die Figuren unter. Die Charaktere wirken zu blass und unecht.

Der Zuschauer sieht das Filmgeschehen oft aus der Perspektive einiger Hauptfiguren. Doch diese scheinen die beeindruckende Kulisse zu bewundern. Das wirkt ein wenig widersprüchlich, da die Buddenbrooks an den Luxus und generell an ihre Umgebung gewöhnt sein müssten.

Die Familiensicherheit ist bei den Buddenbrooks im Film nicht gegeben. Daraus folgt, dass der Zuschauer auch das Pflichtgefühl, dass die einzelnen Fmilienmitglieder gegenüber der Familie und der Firma haben, nicht nachvollziehen kann. Für ihn handeln die Protagonisten deshalb nicht aus Pflicht, sondern, wie z.B. Tony aus persönlichem Geldinteresse.


Vergleich mit Romanvorlage im Filmreview:

Nach Meinung des Kritikers dürfen Charaktere bei der filmischen Umsetzung eines Romans durchaus von der Vorlage abweichen und auch andere Charakterzüge annehmen, solange sie überhaupt eine Persönlichkeit haben. Sie dürfen im Film also nicht so charakterlos und blass erscheinen.

Die inneren Konflikte der Hauptpersonen müssen auch im Film angesprochen werden..

Wie schon erwähnt fehlt dem Kritiker das Familienbewusstsein im Film

(DorAde, ChriHih, AliScha)

weitere Themen (Einzel-/Gruppenreferate)

Literaturangaben:

Fred Müller: Thomas Mann. Buddenbrooks, München u. a., 3. Auflage 1998 [=Oldenbourg-Interpretationen Band 23]

Solveig Müller: Thomas Mann. Buddenbrooks, Stuttgart 2010 [=Klett-Lektürehilfen]


Thomas Mann - Biographie

- 6. Juni 1875 als zweiter Sohn geboren

- 1891 stirbt sein Vater und Liquidierung der Handelsfirma

- 1893 Thomas verlässt das Gymnasium, zieht von Lübeck nach München/ bringt Zeitschrift (über Kunst, Literatur und Philosophie) heraus

- 1894 veröffentlicht seine erste Erzählung

- 1895-1896 Studium an technischer Hochschule

- 1896-1898 Aufenthalt in Rom, Palestrina

- 1897 Beginn der Arbeit an „Buddenbrooks“

- 1898-1899 Redakteur „Simplicissimus“ (renommierte polit-satire Zeitung)

- 1898 Veröffentlichung – Erzählungssammlung „der kleine Her Friedmann“

- 1900 Militärdienst

- 1901 „Buddenbrooks“ (in zwei Bänden)

- 1903 weitere Erzählungssammlung („Tristan“)

- 1905 Heirat (Katherina Pringsheim) – Geburt der Tochter Erika

- 1906 Geburt Sohnes Klaus

- 1908 Bau eines Sommerhauses in Bad Tölz

- 1909 Geburt des Sohnes Golo

- 1910 Geburt der Tochter Monika – Freitod der Schwester Carla

- 1912 Erzählung „Tod in Venedig“

- 1913 Beginn der Arbeit am Roman „Der Zauberberg“

- 1914 Fertigstellung und Bezug des Hauses Poschinger Str. 1 (heute Thomas-Mann-Allee 10) in München

- 1918 und 1919 Geburt der Tochter Elisabeth und des Sohnes Michael

- 1923 Tod der Mutter Julia

- 1924 Veröffentlichung der Romans „Der Zauberberg“

- 1927 Freitod der Schwester Julia

- 1929 Nobelpreis für Literatur

- 1930 Erzählung „Mario und der Zauberer“ – Reise nach Ägypten und Palästina

- 1933 Februar, er wandert aus (erst nach Sanary-sur-Mer, später nach Küstenach bei Zürich). Dort blieb er dann 5 jahre

- 1933 erster Band der Joseph- Romantetralogie

- 1934 zweiter Band der Joseph-Romantetralogie – erste Reise in die USA

- 1936 dritter Band der Joseph-Romantetralogie – Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft, wird tschechischer Staatsbürger

- 1938 Übersiedlung in die USA – Gastprofessor (Lecturer in the Humanities) in Princeton

- 1939 Roman „Lotte in Weimar“

- 1940 Umzug nach Kalifornien – ab Oktober Radiosendung ins NS Deutschland bis Ende 1945

- 1941 Bau eines eigenen Hauses in Kalifornien – Wohnsitz von 1942-1952. Nach Professor „Consultanant in German Literature“ der Library of Congress in Washington bis 1944

- 1943 vierter Band der Joseph-Romantetalogie

- 1944 Thomas Mann wird amerikanischer Staatsbürger

- 1947 Roman “Doktor Faustus” – Erste Europareise nach 2. WK

- 1949 Roman „Die Entstehung des Doktor Faustus. Roman eines Romans“ – Erser Besuch in Deutschland nach 2. WK

- 1949 Freitod seines Sohnes Klaus und Tod seineS Bruder Viktor

- 1950 Tod seines Bruders Heinrich

- 1951 Roman „Der Erwählte“

- 1952 Rückkehr nach Europa (Schweiz) von da an jährliche Besuch in Deutschland

- 1953 Roman „Die Betrogene“

- 1954 Erwerb des letzten Hauses bei Zürich

- 1955 Ehrenbürger der Stadt Lübeck

- 12. August 1955 Tod in Zürich

- 4 Geschwister, 6 Kinder

- Viel Ironie in seinen Texten

- Orientierte sich an Wagner, Tolstois und Fontanes

- Viel aus eigenem Leben einfließen lassen

- Lebenslang Tagebuch geführt

- 1918-1921 Tagebücher erhalten

- 1933-1955 Tagebücher erhalten

- 20 Jahre nach seinem Tod Veröffentlichung der Tagebücher

- Erika, Klaus und Golo auch Schriftsteller

(NicOtt, LeonAl, SteSchu)

Thomas Manns Schopenhauer-Erlebnis und die Philosophie Nietzsches (vgl. Fred Müller, S. 50-55; Solveig Müller, S. 93-104)

Ökonomische und soziale Hintergründe (vgl. Fred Müller S. 58-62)

Das Großbürgertum ist durch eine Reihe von kennzeichnenden Merkmalen als eine eigene Gesellschaftsschicht von anderen Gruppen der Gesellschaft abgegrenzt. Zu diesen Merkmalen gehören:

1.Reichtum. Vermögen typischerweise in Form von Handelsunternehmen und Produktionsbetrieben.

2.Durch das Streben nach politischem Einfluss und politischer Macht sowie gesellschaftlichem Ansehen. Teilnahme am politischen Leben, vor allem im regionalen Bereich.

3. Durch Streben nach höherer Bildung. Förderung von Kunst und Wissenschaft durch Mäzenatentum (Sponsoren, Spenden). Gründung gemeinnütziger Stiftungen.

4. Abgrenzung gegenüber niederen, insbesondere ärmeren Gesellschaftsschichten. Dazu gehört die Regel, dass nur Angehörige des Großbürgertums geheiratet werden.

5. Pflege der Familientradition

Resümee: Das Großbürgertum hat sich auf diese Weise eine Art ungeschriebene Standesordnung gegeben, die mit der des Adelsstandes große Ähnlichkeiten aufweist.

Wirtschaft: Durch die Industrialisierung, Gewerbefreiheit, den Zollverein, den Ausbau des Eisenbahn- und des Kanalnetzes sowie die Entwicklung des Dampfschiffs ergaben sich neue Möglichkeiten zum sozialen Aufstieg. In diesem neuen System wurde nicht wie zuvor Geld gespart, sondern in neue Industrien investiert. Die Buddenbrooks tun dies jedoch nicht, weiterhin halten sie am alten Verhalten fest und gehen nicht mit der Zeit, was zum Schluss auch zum Verfall von Familie und Firma beiträgt.

(LukOss, FredFisch)

Erzähltechnik (vgl. Fred Müller, S. 63-76)

- Thomas Manns Doppelte Optik: Bezug auf viele Leserschichten, sowohl Laien als auch Experten (Bsp: Kenner oder Laien der Philosphie Nietzsches)

- inhaltliche Schwere ( Abstieg, Krankheit, Auflösung, Tod ) in Kontrast zum Humor und ironischer Distanz

- Handlungsreichtum sowie Anschaulichkeit der Personen und Handlungsorte kombiniert mit Darstellung innerer Zustände

- Leitmotive durchziehen großen Teil des Romans, ach Strukturmittel Wagners übernommen

- keiner genauen Gattung zuzuordnen (Bildungs- oder Zeitroman) mit realistischer Erzählweise

- Thomas Mann nennt es eine "Familienchronik"

- Roman weist Merkmale des Naturalismus auf

- Thomas Mann variiert Zeit- und Ortsangaben und vertieft symbolische Aspekte

Aufbau

-Zu Beginn des Romans hatte Thomas Mann lediglich Stmmbäume und Personallisten, doch keinen Plan des Aufbaus des Romans

- Unterteilt in 11 Teile mit einer unterschiedlichen Anzahl von Kapiteln

- Exakte direkte oder indirekte Zeit- und Ortsangaben erleichtern dem Leser die Orientierung

- die detaillierte Beschreibung der Schauplätze verdeutlicht die Atmosphäre

- Verwendung von filmischer Technik, Zoom ins Geschehen ( Bsp: Darstellung von tonys Rückfahrt im 13 Kapitel in Zeitraffung:" Dann kam die Fähre, es kam die Israelsdorfer Allee..."(155))

- Aufbau in einer Abwärtsbewegung: Beginn des Romasn fast heiter, trotzdem Anzeichen auf die mögl. Schwächung der Firma

- klare Wende zum Verfall in Kapitel 7/8

- nach Thomas' Verlust der Pöppenrader Ernte gibt es eine Verdichtung des Todes- und Verfallsmotiv

- Zunahme an Umfang und Grausamkeit der Todesumstände der Familie

Kontrastierung

- Auf einen Aufschwung folgt eine Depression ( Bsp: Auf Thomas philosophische Ekstase folgt sein Tod, auf Hannos musikalischen Rausch folgt der Typhus)

(AliScha)

Leitmotive: Geld / Haus / Zähne / Farben Blau und Gelb / Hände / Meer / Familienpapiere (vgl. Solveig Müller, S. 112-120)

Leitmotive des Verfalls

Aufgabe:

  • Gliederung des Romans
  • Vorausdeutung
  • Verweis auf Zusammenhang

Eigenschaften:

  • Wiederholungen
  • Zuordnung zu einer oder mehrer Personen


Techniken:

  • Epitheton (schmückendes Beiwort)
  • charakteristischer Ausspruch
  • Wiederholungen,symbolische Hinweise

Beispiele aus dem Roman:

-Schmückendes Beiwort:

  • Sesemi Weichbrot → „bucklig“
  • Bendix Grünlich → „goldgelber Backenbart“, „Favoris“, Gänseaugen
  • Klothilde → „mager“ (>immer hungrig)

-Charakterisierung durch wiederholende Aussprüche:

  • Morten (Tony) → „auf den Steinen sitzen“ (133)

verweist auf gesellschaftliche Distanz der Familien, Liebe zu Morten

  • Grünlich → „…putzen ganz ungemein“ (95 u.a.)

Lächerlichkeit Grünlichs übertriebenen Sprachgebrauch

  • Christian → "Kurze Nerven"-Diagnose (442 u.a.)

Isolation, Unfähigkeit, Leid, Ironie

-Besondere Aussprache:

  • Sesemi → „sei glöcklich du gutes Kend“ (356 u.a.)

...

=> Allgemeine Deutung: Herkunft, gesellschaftlicher Status, gesellschaftliche Rolle

(ReFr)


Zentrales Hauptmotiv: Haus;

ist nicht nur Immobilie, sondern auch das Gewebe das den Roman bildet, sozusagen den Rahmen des Buches.

Bündelnde Aspekte sind die Themen, einzelne Motive, Haus dient als zentrales Symbol z. Bsp. Am Anfang: Einweihungsfeier im Haus, Ende das Treffen der Überlebenden = Symbol der intakten bürgerlichen Familie, Reichtum, Verbundenheit, Verfall der Familie und Aufstieg des Konkurrenten Hagenström

Wendepunkt: "wenn das Haus fertig ist so kommt der Tod" (Seite 430 = Bau)

Nach Tod der Konsulin: Verkauf des Elternhauses an Konkurrenten ( Umbau nach seinem Geschmack) - Tony verliert Elternhaus, für alle neue Wohnungssuche: ohne Ansprüche, Einfachheit

Haus von Thomas und von Gerda wird ebenfalls verkauft

letzte Wohnung für Christian "Psychiatrie" immer größerer Verfall mit Handlung des Romans anhand der Häuser und Wohnungen zu beobachten

Toni sieht ihr Elternhaus als Heimat ( Symbol für intakte bürgerliche Familie)

Leitmotiv Meer:

Meer zeigt einzige räumliche Ausweitung außerhalb der Stadt

Für Tony: Fluchtartig, erfährt einzige Liebe

Für Hanno: Ort der Befreiung von bürgerlichen zwängen

Für Thomas: Ort der Befreiung von individueller Existenz. Dies zeigt sich auch an der Wellen- Symbolik anlässlich Thomas Schopenhauer Lektüre ( Seite 671)

"Erkenntnis der Ziellosigkeit des blinden Urwillens) für Thomas: Befreiung aus dem Gefängnis

(AnnLenn)


Farbmotiv Blau: Signal für Musik, Künstlertum, Außenseitertum


? Gerda und Hanno haben eine Leidenschaft für Musik, sind beide durch blaue Augenringe beschrieben, welche für die Sensibilität und das Künstlertum der beiden stehen

? Thomas interessiert sich für Literatur, wird gekennzeichnet durch seine empfindsamen Hände mit der Neigung der Fingernägel zur bläulichen Farbung, bläuchliche Adern an seinen Schläfen

(Tod, Krankheit und gesellschaftliche Pflichten bedrängen Thomas)


Folglich: Blau als Verbindung von Musik und Tod

Gefährdung von Thomas und Hanno, Gerda bringt durch ihre Liebe zur Musik den Tod in die Familie, da Hanno als letzter männlicher Nachfolger sehr jung stirbt.


Farbmotiv Gelb: Signal für Gefahr und Tod


? Thomas, Librecht Kröger und Bethsy weisen eine gelbliche Gesichtsfarbe auf

? Clara hat gelbe runzlige Finger nach der Geburt

(verweisen auf kurzes Leben)

? Darstellung des Farbmotivs gelb zum Beispiel im Landschaftszimmer währen dem Tod Thomas


Folglich: Gelb als Vorzeichen für Gefahren, Krankheiten und Tod


Hände


Kontrastive Darstellung der Hände: rote und weiße Hände

? rote Hände stehen für vitale Figuren wie zum Beispiel die des Fleischers, Oberlehrers Dr. Goldener, Bankiers Kesselmeyer, Speicherarbeiter Grobleben

? weiße Hände stehen für die lebenskräftigen Figuren höherer gesellschaftlicher Schichten wie zum Beispiel Johann, Tony, Grünlich, Permaneder


Andererseits: Thomas' Hände: „frostige Blässe“ (S.253), Christians Hände: „matte[s] und poröse[s] Weiß (S.260), Hannos Hände „Nonen und Dezimen“ (S.501)

? Hang zum Künstlertum


Familienpapiere


Familienpapiere: stellt den Aufstieg und Verfall der Buddenbrooks dar, was am Ende übrig bleibt

? Vorgeschichte und Verkauf: Geburten, Hochzeiten, Tode


Wird immer erwähnt, wenn es Zäsuren in der Familiengeschichte gibt:

Tony tragt ihre verlobung mit Grünlich ein, bevor sie Grünlich die Verlobung zustimmt

Hannos kindlicher Schlusstrich als schließende Linie (signalisiert den Untergang)

Ende des Romans: Tony hat das Elternhaus und das neue Haus ihres Bruder verloren, ihr bleiben nur noch die Familienpapiere und die Familienbibel, welche sie an ihre Familie erinnern

(EvJon)

Sprache (vgl. Fred Müller, S. 77-81)

Bezüge zu anderen Werken (Fred Müller, S, 87-95)

Entstehung und Rezeption des des Romans

einer der bekanntesten Romane der neeuen deutschen Literatur (weltweite Berühmtheit); entstanden Oktober 1896 – Juli 1900

erschien Ende 1900 (als Erscheinungsjahr wird 1901 angegeben); Thomas Mann 25 Jahre alt

Thomas Mann:

- Geburtsort: Lübeck

- aus einem großbürgerlichen, gebildeten und künstlerischen Haus

- Vater Johann Heinrich Mann war Leiter einer Getreidefirma; Mutter stammte aus Brasilien

- Besuch einer Privatschule und eines Gymnasiums

- schon vor „Buddenbrooks“ literarische Versuche (Novellenband, Erzählungen)

- fünf Kinder (zwei schreiben ebenfalls)

1896: Italienreise mit Bruder Heinrich (Dauer: 1½ Jahre) ? in Palestrina Beginn an den Arbeiten zu den „Buddenbrooks“ (ursprünglicher Name war „Abwärts“, um den Verfallsprozess der Familie Buddenbrook zu verdeutlichen

1897: In Rom Beginn der Niederschrift der „Buddenbrooks“ ? in München: Fortfahren der Niederschrift

Mann entwickelt Handlungspläne auf Grundlage seiner Familie (Stammbaum, Kochrezepte)

Vorgeschichte: epische Ausmaße

August 1900: Verleger zunächst nicht begeistert über das Volumen des Buches, fordert Kürzung um die Hälfte

„Buddenbrooks“ erscheinen ungekürzt 1901 in zwei Bänden (1000 Exemplare)

erst schlechter Verkauf, nach einbändiger Auflage (1903) aber großer Erfolg („Ruhm“ & „Erfolgstrubel“)

finanzieller Erfolg sowohl für den Verlag, als auch für Thomas Mann selber

1929: Nobelpreis für Literatur


Reaktion der Lübecker:

Darstellung des „Verfalls“ in realistischer und ironischer Weise (Manns Realismus: Familienmitglieder als Vorbilder für Figuren im Roman)

Kritik vonseiten der „Vorbilder“ und Lübecker:

- sahen sich als Karikatur verzeichnet und lächerlich gemacht; - Manns Verteidigung: Nur Mittel zum Ausdruck eigener Vorstellungen und Mittel der Selbstdarstellung („Nicht von euch ist die Rede, gar niemals, seid des nun getröstet, sondern von mir...“)

lange gespanntes Verhältnis zwischen Mann und Lübeckern

Sein gesamtes Künstlertum und Produktivität ist Ausdruck von „Lübeck als geistige Lebensform“ und nicht „irgendwelches bohemisierte und entwuzelte Virtuosentum“ (Thomas Mann beim Vortrag „Lübeck als geistige Lebensform“)

1955: Ehrenbürgerrechte der Stadt Lübeck


(JaCon, MarDie, PiHan und AnWoj)

Wirkung des Romans und Einordnung in eine literarische Strömung (vgl. Solveig Müller, S. 121-126; Fred Müller, S. 7-10)

Der Einfluss der Philosophie Schopenhauers und Nietzsches und der Wagners auf den Roman

Literaturwissenschaftliche Ansätze (vgl. Solveig Müller, S. 127-133)